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So klappt die Selbstpräsentation im Vorstellungsgespräch und im Assessment Center

So klappt die Selbstpräsentation im Vorstellungsgespräch und im Assessment Center

Graue Maus oder Selbstdarsteller? Die Selbstpräsentation gehört zu den absoluten Standardelementen im Vorstellungsgespräch und im Assessment Center. Hier zählt, wie du dich selbst beschreibst – und diese Gelegenheit solltest du dir nicht entgehen lassen, schließlich entscheidet sich, ob man dich auf den ersten Blick interessant und sympathisch findet oder doch eher langweilig und unpassend für den Job. Wir haben konkrete Tipps, wie du die Vorstellung von dir selbst meisterst und wie du kreativ im Gedächtnis bleibst.

Inhalt

  1. Anforderungen
  2. Zeitpunkt
  3. Grundinformationen, die du geben solltest
  4. Persönliche Motivation
  5. Hilfsmittel einsetzen
  6. Selbstpräsentation üben
  7. Tipps

Anforderungen, die dich in der Selbstpräsentation erwarten

Die Selbstpräsentation stellt oftmals schon die Weichen für den weiteren Verlauf des ACs und gibt den Bewerbern die Chance, ihr individuelles Profil zu präsentieren. Anders als bei den weiteren Aufgaben im Assessment Center kannst du bei der Selbstpräsentation frei entscheiden, was du sagst und was du machst.

Überblick zur Selbstpräsentation im Vorstellungsgespräch oder im Assessment Center

Übungstyp Präsentation
Zeit 2–5 Minuten
Vorbereitung zu Hause, im Gespräch maximal 1-3 Minuten
Zielsetzung erster Eindruck, Präsentationssicherheit, Werbung in eigener Sache

Die Selbstpräsentation sollte zwischen zwei und fünf Minuten dauern und einen ersten Eindruck von dir vermitteln. Auch wird geschaut, wie gut du dich präsentieren und verkaufen kannst. Da es meistens keine Vorbereitungszeit gegeben wird, solltest du deine Selbstpräsentation zu Hause vorbereiten und üben.

In manchen Unternehmen kann es passieren, dass konkrete Vorgaben über den Inhalt der Selbstpräsentation gemacht werden. Eine Vorgabe könnte lauten, dass man in der Selbstpräsentation besonders auf seinen größten (beruflichen) Erfolg eingehen soll. Oder du sollst ein Bild, einen Gegenstand oder ein Tier auswählen – meist ist hier schon eine Auswahl vorgegeben – und mit diesen deine persönliche Vorstellung verbinden. Das kommt aber nur recht selten vor.

Zeitpunkt

Wann kommt die die Selbstpräsentation im Vorstellungsgespräch?

Am Anfang eines jeden Assessment Centers oder persönlichen Vorstellungsgespräch steht in der Regel die Vorstellungsrunde. Zunächst präsentieren die Unternehmensvertreter sich und das Unternehmen. Dafür werden die Mitarbeiter des Unternehmens – meist aus den Fachabteilungen sowie aus der Personalabteilung – kurz vorgestellt. Sind im Assessment Center noch Beobachter anwesend, sogenannte Assessoren, stellen sich diese ebenfalls vor.

Anschließend erzählt jemand Verantwortliches, meist aus der Personalabteilung, die wichtigsten Informationen zum Unternehmen. Im Anschluss an die Unternehmenspräsentation folgt die Vorstellung der Bewerber. Meist wird das angeleitet mit Worten wie: „Nachdem wir jetzt einiges über das Unternehmen erzählt haben, sind wir natürlich auch auf Ihre Geschichte gespannt. Wir würden Sie deswegen bitte, sich kurz vorzustellen.“

Die Selbstpräsentation kann dabei entweder individuell ablaufen, das heißt, dass du dich kurz selbst präsentierst und über dich erzählst. Manchmal wird die Selbstpräsentation im Assessment Center aber auch gleich in Form einer Übung eingebaut. Dann gibt es zum Beispiel eine Partnerpräsentation oder eine Gruppenpräsentation. Bei diesen Fällen habt ihr immer ein paar Minuten Zeit, euch abzusprechen, schließlich kennt ihr euch wahrscheinlich noch nicht. Bei der Selbstpräsentation ohne Gruppe gibt es meist keine Vorbereitungszeit.

Grundinformationen, die du in deiner Selbstpräsentation geben solltest

Welche Informationen gehören in die Selbstpräsentation?

Um deine Selbstpräsentation schon zu Hause gut vorzubereiten, zeigen wir dir die wichtigsten Informationen, die du in deine Selbstpräsentation einbauen solltest. Beachtest du diese, hast du meistens auch schon drei Minuten Redezeit um. Bedenke: Bei der Selbstpräsentation im Assessment Center geht es nicht nur darum, sich den Assessoren vorzustellen, sondern auch den Mitbewerbern. Trete deswegen selbstbewusst auf, aber nicht zu überheblich oder arrogant. Schließlich möchten auch die Mitarbeiter des Unternehmens einmal mit dir zusammenarbeiten.

Anja Meinert, Leiterin HR bei der Bank of Scotland, meint dazu: 

Im persönlichen Gespräch sind uns bei Bewerbern vor allem Interesse und persönliche Eignung für die Aufgaben, die auf sie zukommen, wichtig. Bewerber sollten dieses Interesse am besten schon in ihrer Selbstpräsentation vermitteln können.

Die folgenden Punkte sollten sich in einer Selbstpräsentation wiederfinden:

  • Wie man heißt
  • Wo man herkommt
  • Wie alt man ist
  • An welcher Hochschule man studiert hat
  • Was man dort studiert hat (Studiengang und Schwerpunkte)
  • Warum man sich für diesen Studiengang entschieden hat
  • Welche Auslandserfahrungen man gesammelt hat
  • Was man im und nach dem Studium für Praxiserfahrungen gesammelt hat
  • Was man in seinen Jobs und Praktika gelernt hat
  • Warum man nun gerne in dem Unternehmen und in diesem Job arbeiten möchte

Mit solch einer klassischen Selbstpräsentation macht man nichts falsch. Möglich ist es aber auch, einen kreativen Einstieg zu wählen. Damit kann man sich von seinen Mitbewerbern abheben. Auch Humor ist hier ein Schlüssel zum Erfolg. Drei Beispiele:

„Ich bin Thomas Meier. Seit ich klein bin, wollte ich etwas mit Autos machen. Auf meine erste selbstgebaute Seifenkiste folgten dann das Tuning meines ersten Autos und die Ausbildung zum Kfz-Mechaniker…“

„Hola, mein Name ist Susanne Müller. Ich bin erst vor drei Wochen aus Spanien zurückgekommen, wo ich ein Praktikum im Eventmanagement absolviert habe. Das erklärt meine Bräune, auch wenn ich da nicht nur faul in der Sonne gelegen habe …“

„Hallo, ich bin Lin Schneider. Da meine Mama aus China kommt und mein Vater Deutscher ist, bin ich mit beiden Kulturen aufgewachsen. Mit ist es wichtig, in einem Unternehmen zu arbeiten, in welchem ich diese interkulturelle Kompetenz auch in meiner Arbeit anwenden kann …“

Ein kreativer Einstieg (nachdem man sich namentlich vorgestellt hat) bleibt eher im Gedächtnis der Beobachter und verschafft dir für die weiteren Assessment Center Aufgaben einen Vorteil.

Persönliche Motivation 

So gibst du deine persönliche Motivation in der Selbstpräsentation wieder

Die Motivation für den Job ist elementar wichtig. Fasse in wenigen Sätzen zusammen, warum du der oder die Richtige für diesen Job bist (natürlich ohne dabei ein schlechtes Wort über die anderen Kandidaten zu verlieren!) und aus welchen Gründen dich der Job und das Unternehmen reizen.

Bei uns sind auch Quereinsteiger jederzeit willkommen. Wir achten jedoch darauf, dass die Bewerber uns in ihrer persönlichen Vorstellung erklären können, was sie zu einer Mitarbeit bei der Bank of Scotland bewegt hat und wie das in ihre bisherigen Erfahrungen passt.

Anja Meinert

Am besten ist es, die Selbstpräsentation auf die ausgeschriebene Stelle zuzuschneiden. Stelle diejenigen Stationen und Erfahrungen aus deinem Lebenslauf in den Vordergrund, die für den Job relevant sein könnten. Diese Punkte sollte man dann detaillierter ausführen, z.B. Fächer im Studium, die Abschlussarbeit oder besondere Tätigkeiten und Erfahrungen aus relevanten Praktika. So kann man die Zuhörer davon überzeugen, dass man sich mit den Anforderungen des Jobs vertraut gemacht hat und in das geforderte Persönlichkeitsprofil passt. Gehe dazu auch noch einmal die Stellenanzeige gründlich durch und schaue dir die Informationen von der Unternehmenswebseite an.

Hilfsmittel in der Selbstpräsentation einsetzen

Wie du Hilfsmittel in der Selbstpräsentation einsetzen kannst

Ob man bei der Selbstpräsentation die zur Verfügung stehenden Hilfsmittel benutzt (z.B. Flipchart für einen stichwortartigen Steckbrief, Beamer für eine PowerPoint-Präsentation, Tafel und Kreide) muss man für sich selbst entscheiden. Man sollte es davon abhängig machen, wie gut man mit den Hilfsmitteln umgehen kann und ob es die Selbstpräsentation besser macht oder nicht.

Je länger die Selbstpräsentation, desto besser ist es, sie durch kleine Zeichnungen, Skizzen oder Grafiken optisch zu unterstützen. Der Kreativität sind dabei keine Grenzen gesetzt. Wenn man z.B. aus einem kleinen, unbekannten Ort kommt, kann man auf einer Tafel die Umrisse einer Deutschlandkarte aufmalen und an der Stelle ein „X“ setzen.

Das beste Hilfsmittel in der Selbstpräsentation sind jedoch auch deine Hände – vorausgesetzt, du setzt sie sinnvoll und sparsam ein: Also nicht nur brav im Schoss liegen lassen, aber auch kein imaginäres Orchester dirigieren. Halte sie vor deinem Körper auf Brusthöhe und lasse sie deine Worte unterstreichen. Alter Trick: Falls du nicht weißt, wohin mit deinen Händen, nimm einen Stift in die Hand – schon haben sie eine Aufgabe.

Selbstpräsentation üben

Wie du deine Selbstpräsentation zu Hause übst

Super sinnvoll ist es natürlich, deine Selbstpräsentation zu Hause vorzubereiten und am besten auch zu üben. Hierfür eignen sich deine Eltern, Geschwister oder Freunde als Zuhörer. Diese können dir auch das beste Feedback geben, wie du rüberkommst und an welchen Stellen du vielleicht noch überzeugender sein kannst. Denkst du dir jetzt, dass dir das peinlich ist, sollte dir bewusst sein, dass du genau diesen Vortrag im Assessment Center komplett fremden Leuten vortragen musst.

Außerdem kannst du deine Selbstpräsentation vor einem Spiegel üben und dich dabei beobachten. Manchmal fällt einem erst dann auf, welche komischen Zuckungen man immer wieder mit dem Mund macht. Eine weitere sehr gute Möglichkeit, um ein genaues Bild von sich und seinem Auftreten zu bekommen, ist, sich selbst aufzunehmen. Manchmal ist es zwar sehr erschreckend, seine eigene Stimme zu hören, aber nur so hast du ein komplettes Bild von deiner Gestik und Mimik. Achte dabei auch darauf, wie oft du »ähm« und »also« sagst.

Tipp: Nutze Rhetorik-Kurse an der Uni! Viele Universitäten bieten Rhetorik-Kurse an, in welchen man die Selbstpräsentation vorbereiten und vor anderen zeigen kann. Diese werden oft von der Karriereberatung aus angeboten und sind immer erschwinglich. Das direkte Feedback vom Profi und den anderen Teilnehmern ist hier einiges wert.

Die 7 wichtigsten Tipps zur Selbstpräsentation

  • Eine Selbstpräsentation sollte maximal zwei bis fünf Minuten dauern.
  • Die Selbstpräsentation spiegelt die wichtigsten Stationen deines Lebens kurz und prägnant wider.
  • Achte darauf, dass deine Selbstpräsentation einen „Roten Faden“ hat, d.h. eine sinnvolle Struktur, und stelle einen Bezug zwischen deinen Stationen und dem angestrebten Job her.
  • Gehe bei deinen Erlebnissen deswegen auch auf die Kompetenzen und Qualifikation ein, die du erworben hast.
  • Vermeide jedoch eine subjektive Bewertung deiner bisherigen Tätigkeiten.
  • Fülle deinen Vortrag mit Leben, anstatt Daten und Fakten nur „runter zu rattern“. Dazu zählt auch die richtige Körpersprache.
  • Schau während der Selbstpräsentation im Assessment Center nicht immer nur die Assessoren an, sondern sprich auch zu den anderen Kandidaten.

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Über den Autor

Noemi Haderlein
Noemi Haderlein

Als Content Managerin kümmert sich Noemi Haderlein seit 2015 um die Inhalte von ABSOLVENTA und schreibt zu allen Themen, die Studenten und Berufseinsteiger rund um Studium, Bewerbung und ersten Job interessieren.

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