So gelingt das Anschreiben für deine Bewerbung.

So gelingt das Anschreiben für deine Bewerbung.

Das Anschreiben soll Personalverantwortliche überzeugen, dass du die perfekte Besetzung für die Stelle bist und auch menschlich zum Unternehmen passt. Deswegen ist hier der perfekte Ort, um überzeugende Argumente zu liefern und über deine Qualifikationen und Kenntnisse zu informieren. Lies hier, wie du das Anschreiben für deine Bewerbung Schritt für Schritt aufbaust und wie du mit einzigartigen Inhalten aus der Masse hervorstichst.

Muster-Anschreiben.

Ob für das alteingesessene Traditionsunternehmen oder das hippe Start-up: Hier findest du Anregungen, wie dein Anschreiben aussehen könnte – für jede Branche und jeden Typ.

Das solltest du zum Anschreiben wissen.

  • Im Anschreiben steht, auf welche Stelle du dich bewirbst, warum du diese Stelle willst und warum du die perfekte Person dafür bist.
  • Es fasst dabei nicht einfach nur deinen Lebenslauf zusammen.
  • Du verbindest die Anforderungen aus der Stellenanzeige mit deinen Fähigkeiten.
  • Das Anschreiben ist maximal eine DIN-A4-Seite lang.
  • Achte auf ein einheitliches Layout. Schriftart: Arial, Helvetica, Calibri o.ä., Schriftgröße: 10 bis 12 Punkt.
  • Je nach Branche gilt es, die richtigen Fähigkeiten zu kommunizieren.
  • Das Anschreiben unterscheidet sich vom Motivationsschreiben, dem Cover Letter und dem Resumé.

Tipp.

Das Anschreiben von Ingenieur_innen wird sich in jedem Fall vom Anschreiben von Marketing Manager_innen unterscheiden. Deshalb findest du in der folgenden Liste Tipps für ein individuelleres Bewerbungsschreiben, mit dem du dich auf konkrete Jobs bewerben kannst.

Berufsfeld Gehaltsaussichten Bewerbungstipps Jobs
IT & Development Zu den Infos Zu den Tipps Zu den Jobs
Ingenieurwesen & Technik Zu den Infos Zu den Tipps Zu den Jobs
Management & Beratung Zu den Infos Zu den Tipps Zu den Jobs
Vertrieb Zu den Infos Zu den Tipps Zu den Jobs
Wirtschaft, Kommunikation & Digitalisierung Zu den Infos Zu den Tipps Zu den Jobs
Finanz- & Versicherungswirtschaft Zu den Infos Zu den Tipps Zu den Jobs
Personalwesen Zu den Infos Zu den Tipps Zu den Jobs
Logistik, Verkehr & Transport Zu den Infos Zu den Tipps Zu den Jobs
Naturwissenschaften Zu den Infos Zu den Tipps Zu den Jobs
Design, Gestaltung & Medien Zu den Infos Zu den Tipps Zu den Jobs
Gesundheit Zu den Infos Zu den Tipps Zu den Jobs
Verwaltung & Assistenz Zu den Infos Zu den Tipps Zu den Jobs
Bildung & Soziales Zu den Infos Zu den Tipps Zu den Jobs

Wichtig: Das Anschreiben muss absolut fehlerfrei sein! Sei also sehr sorgfältig, wenn du ein Anschreiben für deine Bewerbungsunterlagen verfasst und lass es unbedingt von jemandem Korrektur lesen, bevor du es verschickst.

Betreff und Anrede im Anschreiben.

Das Anschreiben einer Bewerbung hat immer einen Betreff. Er wird in der Regel als einziger Bestandteil des Textes fett formatiert. Früher schrieb man als erstes Wort der Betreffzeile „Betreff“ – das gilt mittlerweile als überholt. In den Betreff des Anschreibens schreibst du nur die genaue Position, auf die du dich bewirbst, falls angegeben mit Referenznummer, z. B.:

  • Bewerbung um die Stelle als Sales Manager_in, Ref.-Nr. 0123-4567
  • Initiativbewerbung für ein Praktikum im Bereich HR/Personalentwicklung

Nach dem Betreff folgt die Anrede. In vielen Stellenangeboten werden bereits Ansprechpersonen erwähnt, meist Mitarbeitende aus der Personalabteilung. Enthält das Stellenangebot keinen Namen, kann man sich auf der Homepage der Firma oder telefonisch nach den genauen Ansprechpersonen erkundigen. Im äußersten Notfall schreibst du als Anrede „Sehr geehrte Damen und Herren, …“. Aber das sollte wirklich nur im äußersten Notfall geschehen!

Tipp

Die Anrede „Sie“ und „Ihr“ wird in Briefen und somit auch im Anschreiben immer groß geschrieben!

Die Einleitung deines Anschreibens.

Bereits in der Betreffzeile hast du darauf verwiesen, für welche Stelle du dich bewirbst bzw., auf welche Stellenanzeige du antwortest oder ob du eine Initiativbewerbung gestartet hast. Du musst diese Zeile also nicht noch einmal wiederholen.

  • In der Einleitung geht es jetzt vor allem darum, Interesse zu wecken.
  • Dabei sollte die Einleitung im Anschreiben nicht länger als drei bis vier Zeilen lang sein.

Keine Angst vorm leeren Blatt. Du musst nicht wahnsinnig kreativ sein. Aber 08/15-Formulierungen wie „Hiermit bewerbe ich mich um die Stelle als …“ oder „Begeistert habe ich Ihre Stellenanzeige …“ gelesen, solltest du sofort vergessen. Das ist einfach nur langweilig und zeigt, dass du dir wenig Mühe gegeben hast. Auch Zitate oder Sprüche von irgendwelchen Dichter_innen, Denker_innen und Intellektuellen sind fehl am Platz.

Viel individueller ist es, wenn du direkt deine Qualifikationen aus deinem Studium, aus Berufserfahrungen oder Praktika im ersten Satz deines Anschreibens mit einbringst. Zum Beispiel:

  • „Für die Stelle als Display Manager_in bringe ich bereits erste Erfahrungen in Google Analytics durch ein Praktikum bei XYZ mit.“
  • „Was braucht man für die Stelle als Sales-Assistenz? Ehrgeiz und Kommunikationsfähigkeit! Genau diese Eigenschaften konnte ich als Kampagnenleiter_in unserer Studienzeitung unter Beweise stellen.“
  • „Probleme lösen und Veränderungen bewirken – sind Eigenschaften, die mich als Konstruktionstechniker_in antreiben und die ich auch bei XYZ unter Beweis stellen werde.“

Oder du startest mit einer kurzen Frage, die auf die Stelle und die Branche passt:

  • „Sie suchen jemanden mit Interesse am Umgang mit Menschen und Erfahrungen in der Personalentwicklung?“
  • „Was macht gute Inhalte aus und wie schafft man es, Leser für ein Produkt zu begeistern? Diesen Fragen werde ich im Praktikum in der Online-Redaktion bei XYZ auf den Grund gehen.“

Ein guter Einstieg ist auch, auf ein bereits geführtes Telefongespräch mit Personalverantwortlichen zu verweisen, falls du vorher schon einmal angerufen hast. Persönlicher geht es nicht.

Tipp

Wenn es eine förmliche Stelle ist, z. B. ein Finance-Job, darf das Bewerbungsschreiben ruhig etwas förmlicher sein. Bei einem Marketing-Job hingegen sollte es etwas ausgefallener sein. Doch in jedem Fall muss der erste Satz individuell sein, damit die Bewerbung sofort positiv auffällt.

Im Hauptteil mit Soft Skills und Motivation überzeugen.

Hast du deine Einleitung im Kasten, folgt im Hauptteil deines Anschreibens ausführlich, warum du perfekt für die Stelle geeignet bist. Wichtig ist es hier, die ausgeschriebene Stellenanzeige genau durchzugehen. Im Feld „Anforderungen“ oder „Das bringen Sie mit“ wird aufgezählt, welche Fähigkeiten gefordert werden.

Hard Skills.

Nimm dir diese Punkte heraus und schreibe zu jeder Forderung einen Stichpunkt, wie du diese durch deine Erfahrungen und erworbenen Qualifikationen untermauern kannst. Beispiel:

  • „Erfahrungen im Umgang mit CRM-Programmen“ = Werkstudierendentätigkeit
  • „Fließende Englischkenntnisse“ = Dreimonatiger Auslandsaufenthalt in Kanada
  • „Sicheres Auftreten und Erstellen von Präsentationen“ = Seminar-Projekt in Zusammenarbeit mit einem Unternehmen

Anschließend kannst du diese Stichpunkte für das Anschreiben ausformulieren: „In meinem dreimonatigen Auslandsaufenthalt in Kanada konnte ich nicht nur Erfahrungen in einer anderen Kultur sammeln, sondern durch die Teilnahme am Schulunterricht meine Englischkenntnisse in Wort und Schrift perfektionieren.“

Wenn du dir hier nicht sicher bist, kannst du in unserem Artikel über Sprachkenntnisse bei Bewerbungen nachlesen, wie du sie am besten angibst.

Soft Skills.

Außerdem werden am Ende der Stellenanzeige auch immer noch sogenannte Soft Skills gefordert. Auch auf diese solltest du in Stichpunkten eingehen und diese durch längere Auslandsaufenthalte (Studium, Praktikum, Work & Travel), Ehrenämter, Auszeichnungen, Hobbys, besondere Talente und außergewöhnliche Erfahrungen belegen. Beispiel:

  • „Teamfähigkeit“ = Organisation von Schulfesten oder Mitglied in einem Sportverein
  • „Analytisches Denkvermögen“ = Uni-Projekt zur Erstellung eines Prototypen
  • „Durchsetzungsfähigkeit“ = Tätigkeit als Tutor für jüngere Schüler

Ausformuliert: „Als Tutor_in an meiner Schule organisierten wir im Team das Sommerfest für die fünften Klassen. Gerade in der Arbeit mit jüngeren Schüler_innen ist eine hohe Durchsetzungsfähigkeit gefragt, damit Abläufe reibungslos funktionieren und die vorher vereinbarten Rahmenpunkte eingehalten werden.“

Tipp

Eine bloße Aufzählung positiver Kompetenzen tun Personalverantwortliche wie eine Standardfloskel ab. Verknüpfst du deine Soft Skills im Anschreiben allerdings mit bestimmten Tätigkeiten, wirkt die Selbstdarstellung authentisch. So weckt man das Interesse von HR-Manager_innen und schafft auch gleich Anknüpfungspunkte für das Vorstellungsgespräch.

Der letzte Absatz im Anschreiben.

Der letzte Absatz des Anschreibens liefert Zusatzinformationen, z. B. den frühestmöglichen Starttermin oder den Gehaltswunsch, wenn dieser in der Stellenanzeige gefordert ist. Den Lohn gibt man immer als Brutto-Betrag an. Du hast nicht wirklich eine Vorstellung, welches Gehalt du angeben sollst? Dann wirf einen Blick auf unseren Gehaltsvergleich, um einen realistischen Brutto-Lohn zu ermitteln.

Zusätzlich solltest du im letzten Absatz deines Anschreibens auf ein persönliches Gespräch verweisen. Vermeide dabei jedoch Konjunktiv-Sätze wie: „Ich würde mich freuen, von Ihnen zu hören“. Solche Formulierungen wirken zu schüchtern. Besser:

  • „Ich freue mich auf eine Einladung nach Stuttgart zu einem Bewerbungsgespräch. Gerne möchte ich Sie im persönlichen Gespräch von meinen Fähigkeiten und meiner Motivation für den Job als Betriebswirt_in überzeugen.“
  • „Sind Sie überzeugt? Dann freue ich mich über die Gelegenheit zu einem persönlichen Gespräch.“
  • „Falls Sie noch Fragen haben, stehe ich Ihnen gerne telefonisch oder per E-Mail zur Verfügung.“

Vor deiner Unterschrift steht das obligatorische „Mit freundlichen Grüßen“, wobei man hinter diese Schlussfloskel kein Komma setzt, sondern darunter einfach den vollständigen Namen schreibt.

Unterschrift: So endet dein Anschreiben.

Dein Anschreiben endet im Idealfall mit deiner Unterschrift zwischen der Grußformel „Mit freundlichen Grüßen“ und deinem getippten Namen (Vor- und Zuname). Eine Unterschrift ist bei einer elektronischen Bewerbung zwar nicht zwingend notwendig, doch bei einer E-Mail-Bewerbung oder Online-Bewerbung wirkt es kompletter und professioneller, wenn du deine Unterschrift für das Anschreiben einscannst und zwischen der Grußformen und dem getippten Namen einfügst.

Vermeide Unterschriften mit Filzstiften, Bleistiften, Finelinern und Co. und greife stattdessen ausschließlich zu einem Kugelschreiber oder einem Füller.

Tipp.

Unterschriften werden nur mit blauer oder schwarzer Tinte getätigt.

Die 10 häufigsten Fehler im Anschreiben: Bring das und du bist raus.

Jetzt hast du soviel über den Inhalt und perfekten Aufbau des Anschreibens gelernt, dass du denkst, du kannst eigentlich schon gar nichts mehr falsch machen? Aber zur Abschreckung hier noch die häufigsten Fehler im Anschreiben, aufgelistet nach der Reihenfolge, wie schlimm sie von Personalverantwortlichen wahrgenommen werden. Wenig überraschend: Am meisten nervt es Personalverantwortliche, wenn gleich am Anfang ein Fehler auftaucht:

  1. Adresse, Ansprechperson oder Unternehmen falsch geschrieben.
  2. Unangemessene Sprache/Jargon.
  3. Rechtschreibfehler.
  4. Nichtssagende Bewerbungsvorlagen.
  5. Unpassendes Foto.
  6. Romane schreiben, statt auf den Punkt zu kommen.
  7. Anhang vergessen.
  8. Lücken im Lebenslauf.
  9. Uneinheitliches Schriftbild.
  10. Fehlende Unterschrift oder Datum.

Fazit.

Versuche dein Anschreiben und deinen Lebenslauf inhaltlich möglichst genau an die Anforderungen der Stelle anzupassen. Überzeuge mit Kompetenz, Professionalität und Motivation – und nimm nicht einfach eine Vorlage, in die du deinen Namen kopierst. Dann kann eigentlich nichts mehr schiefgehen.


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