Bewerbungsfoto selber machen? 7 Anfängerfehler, die du vermeiden solltest!

Bewerbungsfoto selber machen? 7 Anfängerfehler, die du vermeiden solltest!
Bewerbungsfoto selber machen? 7 Anfängerfehler, die du vermeiden solltest!
BLITZ-UMFRAGE
Was ist dein Karriereziel für 2022?

Mittlerweile musst du nicht mehr unbedingt zum/zur Fotograf_in* gehen, um ein gutes Bewerbungsfoto für deinen Lebenslauf bzw. das Deckblatt deiner Bewerbung zu bekommen. Wenn du ein paar Grundregeln beachtest und eine gute Kamera verwendest, kannst du dein Bewerbungsfoto auch gut selber machen. Wir zeigen dir, welche 7 großen Fehler beim Bewerbungsfoto lauern und geben dir Tipps, wie du ein tolles Foto für deine Bewerbung machst.

Fehler Nr. 1: Selfies als Bewerbungsfoto verwenden

Du wirst dich nun vielleicht fragen: Wenn Bewerbungsfotos nicht unbedingt bei einem Shooting vom Fotografen gemacht werden müssen, kann ich dann auch das schöne Selfie von mir am Strand nehmen? Nein! Es gilt: Urlaubsfotos und Selfies sind tabu für deine Bewerbung!

Damit dein Lebenslauf professionell wirken kann, solltest du dir die Zeit nehmen und extra Aufnahmen für deine Bewerbung anfertigen. Aber wie gesagt, diese Fotos müssen nicht von einem Fotografen im Studio gemacht werden. Willst du dein Bewerbungsfoto selbst machen, bittest du am besten trotzdem jemanden um Unterstützung. Denn ein Selfie soll es ja nicht werden.

Machst du dein Foto selbst, solltest du den Selbstauslöser verwenden. Ein Stativ ist auch hilfreich, damit dein Bewerbungsbild am Ende nicht verwackelt ist.

Hier siehst du drei Beispiele für perfekte Bewerbungsbilder, für die du nicht extra zum Fotografen musst:

Drei Beispiele eines Bewerbungsfotos

Außerdem kommt es beim Bewerbungsbild auf den richtigen Bildausschitt an: Auch ein Ganzkörper-Foto ist ungeeignet für deine Bewerbung. Das Bild sollte ein klassisches Portrait sein und hauptsächlich dein Gesicht zeigen – auch ein Stück deines Oberkörpers darf noch drauf sein. Falls deine Kamera oder dein Handy automatische Einstellungen hat, wähle den Portrait-Modus für Bewerbungsbilder.

! TIPP

Der große Vorteil, wenn du deine Bewerbungsbilder selbst machst, ist übrigens, dass du sie gleich digital abspeichern und immer wieder verwenden kannst. Ein Fotograf verlangt oft extra Gebühren, wenn du deine Bilder nicht nur ausgedruckt, sondern auch noch digital haben möchtest.

Fehler Nr. 2: Bewerbungsfoto mit schlechter Kamera machen

Wir empfehlen dir, Bewerbungsfotos mit einer digitalen Spiegelreflexkamera zu machen. Falls du ein sehr gutes Smartphone hast, was Fotos in hoher Qualität liefert, spricht allerdings nichts dagegen, dein Bewerbungsfoto mit deiner Handy-Kamera zu machen.

Folgende Bedingungen gelten für dein Bewerbungsbild:

  • Kamera-Auflösung mindestens 12 Megapixel
  • Pixeldichte von 300 dpi
  • Bewerbungsfotos sind im Hochformat üblich
  • Klassisches Format ist 2:3
  • mindestens 2.000 px Länge sollte dein Bewerbungsfoto haben
  • Für Porträts möglichst eine Kamera-Brennweite zwischen 85 und 135 mm

Es gibt übrigens auch einige Bewerbungsfoto-Apps, die dir zum Beispiel dabei helfen, den richtigen Ausschnitt deines Fotos zu treffen.

! TIPP

Bei einem Bewerbungsfoto sollten vor allem die Augen im Fokus stehen und scharf gestellt sein.

Fehler Nr. 3: Hintergrund lenkt vom Motiv ab

Für ein gutes Bewerbungsfoto musst du nicht unbedingt ein professionelles Studio haben, aber die eine oder andere Regel gibt es beim Hintergrund trotzdem zu beachten. Wir hätten da ein paar Tipps für dich:

  • Bau dir ein kleines Studio-Setting auf und wähle einen neutralen und einfarbigen Hintergrund für dein Bewerbungsfoto.
  • Vermeide knallige Farben oder wirre Muster im Hintergrund – die lenken nur ab.
  • Der perfekte Hintergrund wäre eine helle, einfarbige Wand; eine große Leinwand hinter dir ist natürlich auch gut.
  • Alternativ kannst du auch mit neutralen Laken oder Decken improvisieren – aber die müssen wirklich faltenfrei und ohne Muster sein!

! TIPP

Stelle dich mindestens einen halben Meter vor die Wand, damit du keine unschönen Schatten im Hintergrund deines Fotos hast.

Falls du eher lebendigere Bewerbungsfotos magst, kannst du die Bilder alternativ auch vor einem anderen Hintergrund machen, zum Beispiel in einer Büro-Umgebung oder der freien Natur. Beim Hintergrund-Motiv gilt: Es sollte vor allem zur Branche passen, in der du dich bewirbst.

Achte immer darauf, dass dein Hintergrund nicht vom wichtigsten Element im Bewerbungsfoto ablenkt – dir selbst. Am besten arbeitest du mit Hintergrundunschärfe. So bist du scharf gestellt und der Hintergrund verschwommen – der perfekte Fokus für Bewerbungsfotos.

Fehler Nr. 4: Schlechte Belichtung des Bewerbungsfotos

Auch die Belichtung muss stimmen, wen du ein gutes Bewerbungsfoto machen willst. Wir empfehlen dir immer natürliches Licht. Fotografiere also am besten tagsüber, aber stell dich nicht direkt ins Sonnenlicht. Indirektes Tageslicht ist ideal. 

Ein Fotograf arbeitet mit mehreren Lichtquellen, damit möglichst wenig Schatten auf dem Foto zu sehen ist. Auch du kannst dir ein kleines Studio bauen. Drei Lichtquellen wären ideal: eine für den Hintergrund, eine schräg von der Seite und ein „Beauty Light“ von etwas weiter unten – fast wie beim Fotografen. Damit wirkt dein Bewerbungsfoto plastischer.

! TIPP

Falls du Blitzlicht für dein Bewerbungsfoto verwendest, dann solltest du nie frontal ins Gesicht, sondern besser indirekt blitzen, also zum Beispiel an die Deckenwand.

Fehler Nr. 5: Sich fürs Bewerbungsfoto verkleiden

Genau wie beim Vorstellungsgespräch solltest du dich auch für dein Bewerbungsfoto entsprechend der Branche kleiden, in der du arbeiten möchtest. Richtige Business-Kleidung, also Anzug bzw. Kostüm, gehört nur noch in wenigen Branchen zum Dresscode. Arbeitest du nicht gerade in Bereichen wie Finance, Consulting oder Sales, darfst du dich deshalb auch gern etwas legerer auf Bewerbungsfotos zeigen.

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Wichtig ist, dass du dich nicht verkleidest, sondern mit deinem Foto in der Bewerbung einen positiven Eindruck hinterlässt.

Checkliste: Outfit fürs Bewerbungsfoto

Tipps Check?
Auf perfekte Passform bei der Kleidung achten
Kleidung in gedeckten anstatt knalligen Farben
Besser einfarbige Kleidung anstatt wilder Muster
Wenn Hemd, dann zugeknöpft
Kein zu großer Ausschnitt bei der Bluse
Gewaschene Haare
Ordentliche Frisur, bei der Haare möglichst nicht ins Gesicht fallen
Wenn Bart, dann gepflegt
Beim Make-up nicht übertreiben
Dezenter Schmuck, nicht zu protzig

Übrigens

Diese Tipps zur Kleidung kannst du dir gleich schon mal fürs Vorstellungsgespräch merken, dafür solltest du nämlich ein ähnliches Outfit wählen.

Fehler Nr. 6: Auf Bewerbungsfotos gestellt posieren

Akrobatische Verrenkungen gehören zum Glück auch bei Bewerbungsfotos vom Fotografen der Vergangenheit an. Versuche, eine möglichst natürliche Pose zu finden – weder zu lässig, noch stocksteif. Körperspannung solltest du in jedem Fall haben: Steh oder sitze aufrecht, halte deine Schultern gerade und schaue in die Kamera, um professionell zu wirken. 

Außerdem sollte dein Lächeln für Bewerbungsfotos möglichst natürlich wirken, damit machst du schon auf deinem Lebenslauf einen freundlichen Eindruck. Falls du damit Probleme hast, lass dich von der Person hinter der Kamera unterhalten und motivieren, dann wirkt dein Lächeln ganz sicher nicht gestellt.

Ob du nur bis knapp unter die Schultern auf dem Bild zu sehen bist, oder dein ganzer Oberkörper, das bleibt dir überlassen. Aber achte darauf, dass sich deine Augen über dem oberen Drittel des Bewerbungsbildes befinden. Dann ist die Bildaufteilung für dein Bewerbungsfoto ausgeglichen.

! TIPP

Probiere mehrere Posen kombiniert mit unterschiedlicher Mimik aus, damit du dir am Ende aus einer Auswahl an Fotos das passendste für deinen Lebenslauf heraussuchen kannst.

Fehler Nr. 7: Bewerbungsfoto zu stark bearbeiten

Da dein Foto direkt auf dem Deckblatt bzw. ganz oben auf deinem Lebenslauf zu sehen ist, hilft dir ein gutes Bewerbungsfoto dabei, einen positiven ersten Eindruck bei Personalverantwortlichen zu hinterlassen. Hast du bis hierhin all unsere Tipps befolgt, ist eine dezente Nachbereitung nun noch das i-Tüpfelchen für dein Foto. Aber Achtung, nicht übertreiben!

Versuche, wirklich nur die Farben zu optimieren und nicht zu viel zu retuschieren. Glanzlichter oder Schatten kannst du natürlich aus deinem Gesicht entfernen, aber eine kleinere Nase solltest du dir nicht zaubern. Starke Filter wirken unnatürlich und sind auch tabu.

! TIPP

Falls du kein Photoshop hast, gibt es auch viele kostenfreie Alternativen zur Bildbearbeitung – zum Beispiel GIMP, Photopea oder Paint.NET.

Schwarz-Weiß-Bilder eignen sich übrigens auch gut für deine Bewerbung. Damit wirkt das Gesamtbild oft sogar noch ruhiger und klarer. In manchen Branchen, z. B. Design oder Ingenieurwesen, sind Schwarz-Weiß-Fotos oft im Lebenslauf zu finden, da sie dein technisches Verständnis gut hervorheben und ein klares Design schaffen. Andererseits können sie auch schnell kühl wirken.

Bewerbungsfoto in farbig und schwarz-weiß

Letztendlich ist es Geschmackssache, ob du lieber ein farbiges oder ein Foto in schwarz-weiß für deine Bewerbung benutzt.

Brauche ich ein Foto in meiner Bewerbung?

Laut dem Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz (AGG) dürfen Personaler keine Bewerbungsbilder fordern, weil sie dadurch in Versuchung kommen könnten, sich wegen des Bewerbungsfotos für oder gegen einen Bewerber zu entscheiden. In den USA und Großbritannien ist es inzwischen sogar unüblich, ein Foto in die Bewerbung einzufügen. Auch in Deutschland werden dir Stellenanzeigen begegnen, in denen du vom Unternehmen ausdrücklich darum gebeten wirst, kein Foto von dir in der Bewerbung mitzuschicken. Dann solltest du dich natürlich unbedingt daran halten.

Ist in der Ausschreibung nichts darüber geschrieben, ist es deine Entscheidung, ob du ein Bewerbungsfoto in deine Bewerbung einfügst. 

Foto in der Bewerbung – ja oder nein?

Pro Bewerbungsfoto Contra Bewerbungsfoto
Personaler bekommen einen ersten Eindruck von deinem Auftreten. Laut AGG sind Bewerbungsbilder im Lebenslauf keine Pflicht.
In manchen Berufen, z. B. dem Vertrieb, sind das Erscheinungsbild und ein freundliches Lächeln schon beim Bewerben sehr wichtig. Es verleitet, Kandidaten nach ihrem Aussehen zu bewerten.
Du musst mittlerweile nicht mehr zum Fotografen, deshalb kostet dich das Bewerbungsfoto nichts. Es macht zusätzliche Arbeit, da du kein Foto aus dem Urlaub verwenden kannst.
Ist die Qualität deines Bewerbungsfotos gut, wirkst du professionell.

Entscheidest du dich für ein Foto in deiner Bewerbung, kommt es auf jeden Fall auf das Deckblatt oder deinen Lebenslauf – niemals jedoch auf dein Anschreiben!

! TIPP

Auch wenn ein Foto in deiner Bewerbung keine Pflicht ist, kommt ein freundliches Lächeln bei vielen Personalern gut an.

Wie deine Bewerbung mit einem Bewerbungsbild aussehen könnte, zeigen wir dir hier. Bei unseren Bewerbungsvorlagen kannst du zwischen drei Designs wählen: klassisch, kreativ oder modern. Je nach Design kannst du natürlich auch den Stil deines Bewerbungsfotos anpassen. Unsere Muster kannst du dir kostenlos als Word-Datei oder PDF downloaden.

Bewerbungsfoto selbst machen: 10 Schritte

Beachtest du all unsere Tipps, kannst du dein Bewerbungsfoto auch ohne Fotografen machen. Hier kommt noch einmal die Zusammenfassung, wie du in 10 Schritten das perfekte Bewerbungsbild machst.

  1. Verwende eine Digitalkamera oder ein Smartphone mit sehr guter Kamera für deine Bewerbungsbilder.
  2. Lasse das Foto von einem Freund machen oder verwende den Selbstauslöser für scharfe Bilder.
  3. Wähle einen neutralen, möglichst hellen Hintergrund für einen professionellen Eindruck. 
  4. Sorge für eine gute Beleuchtung – fotografiere am besten tagsüber.
  5. Positioniere die Kamera auf Augenhöhe.
  6. Setze den Kamerafokus auf dein Gesicht, möglichst direkt auf deine Augen.
  7. Trag ordentliche Kleidung, in der du dich wohl fühlst.
  8. Achte auf ein gepflegtes Aussehen, aber style dich nicht übertrieben viel.
  9. Wähle eine natürliche, aufrechte Pose.
  10. Wende nur eine dezente Bildoptimierung an.

! TIPP

Auf deinem Lebenslauf sollte das Bewerbungsbild nur die Größe eines Passbildes haben, also ca. 3,5 x 4,5 cm. Fügst du dein Bewerbungsfoto direkt auf dem Deckblatt deiner Bewerbung ein oder gestaltest einen Bewerbungsflyer, darf es ruhig etwas größer sein. Auch hier ist aber Foto-Größe, also 10 x 15 cm, das Maximum.

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