Kurz-Biographie für den Personaler

Lebenslauf schreiben: Tipps und Infos

Lebenslauf schreiben: Tipps und Infos

Dir ist klar, dass der Lebenslauf das zentrale Dokument deiner Bewerbung ist. Denn dieser zeigt Personalern auf einen Blick, welche Ausbildung und Voraussetzungen du für eine Stelle mitbringst. ABSOLVENTA zeigt dir Schritt für Schritt, wie du deinen Lebenslauf schreibst und damit auf ganzer Linie überzeugst.

Inhalt

  1. Aufgabe Lebenslauf
  2. Drei mögliche Varianten
  3. Aufbau Lebenslauf
  4. Lücken im Lebenslauf
  5. Lebenslauf-Beispiel mit Verbesserung
  6. Zusammenfassung

Diese Aufgabe hat der Lebenslauf in der Bewerbung

Der Lebenslauf, auch Curriculum Vitae, englisch mit C.V. agbekürtzt, bildet den bisherigen Werdegang mit allen relevanten Stationen und Leistungen eines Bewerbers ab. Für Personaler ist der Lebenslauf somit das wichtigste Dokument der Bewerbungsunterlagen. Viele Personaler machen es von diesem abhängig, ob sie überhaupt noch das Anschreiben lesen.

Kennzeichen vollständig, aussagekräftig, fehlerfrei, strukturiert und übersichtlich
Stil schlicht gehalten, klar gegliedert
Reihenfolge nach Anschreiben, vor Dritter Seite oder Anhängen
Länge 1 – 2 DIN A4-Seiten, Grundsatz: So kurz wie möglich, so lang wie nötig

Gerne wird dabei auch im Lebenslauf geschummelt, um ihn inhaltlich so gut wie möglich aussehen zu lassen. Die häufigsten Lügen sind dabei: 

Lüge im Werdegang  Anteil der Zustimmung befragten Personaler zur Häufigkeit der Lüge
Beschönigte Verantwortlichkeit 33 %
Fähigkeiten 24 %
Beschäftigungsdaten 22 %
Ehemalige Arbeitgeber 9 %
Besuchte Schule, akademischer Grad 8 %

Quelle: statista.de „Die häufigsten Lügen, die in Lebensläufen zu finden sind“ (2016).

Drei Lebenslauf-Varianten

Es gibt drei Arten von Lebensläufen, die für deine Bewerbungsunterlagen relevant sein können. Der inhaltliche Aufbau ist dabei, unabhängig von der gewählten Variante, annähernd gleich.

Die gebräuchlichste Form ist der tabellarische Lebenslauf. Sofern in dem Stellenangebot nichts anderes gefordert ist, sollte man diese Variante wählen.

Der richtige Aufbau des Lebenslaufs

Hier zuerst eine Übersicht, welche Oberpunkte in deine Vita gehören: 

  • Kontaktdaten
  • Persönliche Daten
  • Schule/Ausbildung/Studium
  • Praxiserfahrungen/Berufserfahrungen
  • Kenntnisse/Zusatzqualifikationen/Interessen

Kontaktdaten

Positioniere die Kontaktdaten so, dass der Personaler sie sofort entdeckt, entweder in der Kopfzeile oder neben dem Bewerbungsfoto. Die wichtigen Kontaktdaten sind:

  • Vor- und Zuname
  • Postalische Adresse (Straße, Hausnummer, PLZ, Ort)
  • Telefonnummer (unter der du am besten zu erreichen bist)
  • E-Mail-Adresse

Persönliche Daten im Lebenslauf

  • Geburtstag (tt.mm.jjjj)
  • Geburtsort
  • Staatsangehörigkeit

Verzichte auf Angaben zur Religion oder den Eltern, sie spielen bei der Bewerbung heutzutage keine Rolle mehr.

Schule/Ausbildung/Studium

Im ersten Punkt des Lebenslaufs geht es um die Angaben deiner bisherigen Ausbildung. Diese beziehen sich auf den letzten Schulabschluss, die Berufsausbildung und/oder das Studium. Wichtig ist, dass du mit deinem letzten Ausbildungabschluss beginnst, also zum Beispiel deinem Studium. Dabei steht links der Zeitraum der Ausbildung, zum Beispiel Okt. 2010 – Feb. 2014 oder auch 10/2010 – 02/2014, und rechts die Beschreibung, also alle weiteren Angaben.

Schule

Die Arbeitgeber sind in der Regel nur am letzten Schulabschluss interessiert, zum Beispiel Abitur. Auf welche Grundschule man vor 15 Jahren gegangen ist, spielt keine Rolle. Ausnahme: Man ist in einem anderen Land aufgewachsen. Dann ist es eine interessante Information, denn es zeugt von Auslandserfahrung, Internationalität, interkultureller Kompetenz und Sprachkenntnissen.

Bei dem letzten Schulabschluss gibt man den Zeitraum (links) sowie den Ort, die Schulform, den Namen der Schule und die Abschlussnote (alles rechts) an. Wenn die Leistungskurse im Abitur im direkten Bezug zur angestrebten Tätigkeit stehen, kann man sie hier auch anführen. Beispiel: Man bewirbt sich für Ingenieur-Jobs und hatte Mathe als Prüfungsfach.

Berufsausbildung

Zur Berufsausbildung sollte man im Lebenslauf folgende Angaben machen:

links: Zeitraum / Dauer

rechts untereinander: 

  • Name der Berufsausbildung / Berufsbezeichnung 
  • Inhaltliche Schwerpunkte / Verantwortungsbereich 
  • Ausbildungsbetrieb
  • Abschlussnote

Studium

Zum Studium solltest du folgende Angaben machen:

links: Zeitraum / Dauer

rechts untereinander: 

  • Name des Studiengangs 
  • Studienschwerpunkte (Fokus auf die Inhalte, die in Bezug zur angestrebten Stelle stehen, zum Beispiel Rechnungswesen für Controlling-Jobs)
  • Abschluss
  • Titel und Note der Abschlussarbeit
  • Gesamtnote

Praxiserfahrung oder Berufserfahrung

Hast du schon erste Berufserfahrung, fängst du mit dieser an. Denn auch bei dem zweiten Punkt in deinem Lebenslauf gilt: Die Erfahrungen werden anti-chronologisch aufgelistet, das heißt, die letzte (bzw. aktuelle) Tätigkeit steht ganz oben. Wichtig ist hierbei wieder:

links: Zeitraum / Dauer

rechts untereinander: 

  • Titel und Position der Stelle
  • Abteilung und Unternehmen
  • und drei Hauptaufgaben in Stichpunkten

Als Berufseinsteiger hat man in der Regel recht wenig Praxiserfahrung. Darum sollte man hier alle seine bisherigen Praktika und Nebenjobs angeben, vor allem, wenn sie einen Bezug zum gewünschten Beruf haben. Wer schon über mehrjährige Berufserfahrung verfügt, braucht seine Praktika nicht mehr im Lebenslauf auflisten. Das ist nur dann sinnvoll, wenn man in einen anderen Bereich wechseln möchte und auf diese Weise zeigen kann, schon mal in dem Gebiet tätig gewesen zu sein.

Vermeide es, den gleichen Lebenslauf für alle Bewerbungen zu verwenden, denn auch deine Laufbahn lässt sich auf die gewünschte Stelle ausrichten, indem man seine bisherige Praxiserfahrung und Fachkenntnisse unterschiedlich betont. Lege den Fokus auf die branchenspezifische Praxis.

Kenntnisse / Interessen / Zusatzqualifikationen

Fremdsprachen, Computerkenntnisse und Auslandserfahrungen können wichtige Bewertungskriterien sein. Wähle eine übersichtliche Anordnung, zum Beispiel durch prägnante Zwischenüberschriften. Die Überschrift „Sonstiges“ ist vielen Personalern zu allgemein und lässt die Kompetenzen weniger wichtig erscheinen. Entscheide dich stattdessen für Zwischenüberschriften wie „IT-Kenntnisse“ oder „Fremdsprachen“, sie sind spezifischer und bieten dem Leser eine bessere Übersicht.

Bei Angaben der Software- und Sprachkenntnisse in der Bewerbung sollte man auch gleichzeitig eine Einschätzung seiner Kenntnisse vornehmen, zum Beispiel „Englisch verhandlungssicher, Französisch Grundkenntnisse“. Auch ein Sprachtest wie der TOEFL („Test of English as a Foreign Language“) können als Nachweis der Sprachkenntnisse angeführt werden.

Angaben zum Führerschein braucht man nur angeben, wenn im zukünftigen Job viele Autofahrten wahrscheinlich sind, zum Beispiel als Außendienstmitarbeiter.

Lücke im Lebenslauf

Lücken im Lebenslauf gilt es zwar zu vermeiden, aber unter einer Dauer von bis zu sechs Monaten sind sie oft unproblematisch. Kaum ein Personaler erwartet heutzutage, dass der Arbeitnehmer seit seinem Studium oder der Ausbildung durchgängig beschäftigt war. Auch der rote Faden im Lebenslauf ist heute nicht mehr so gefragt wie früher. Mittlerweile begrüßen es die Arbeitgeber sogar, wenn jemand nicht immer nur in einem Bereich tätig war, sondern vielfältige Erfahrungen gesammelt hat. Das spricht für den Blick über den Tellerrand, Innovationskraft und den Mut, neue Wege einzuschlagen.

Wenn man sich als arbeitssuchend gemeldet hat, kann man das in seinem Lebenslauf ruhig so wiedergeben. Längere Phasen der Arbeitslosigkeit sollte man sinnvoll nutzen, indem man sich zum Beispiel Fachwissen aneignet, Sprachkurse absolviert, Reisen unternimmt, sich um seine Familie kümmert und an seinen Bewerbungsunterlagen feilt. Wenn der Arbeitgeber fragt, was man in dieser Phase gemacht hat, kann man auf seine gewonnenen Erfahrungen verweisen. 

Wenn man für eine Lücke im Werdegang persönliche Gründe angibt, wie zum Beispiel eine Krankheit, darf der Arbeitgeber keine weiteren Fragen zum Gesundheitszustand stellen. Man sollte sich aber gut überlegen, ob man seine Krankheit als Grund nennt, denn das könnte den Erfolg der Bewerbung schmälern. Schließlich stellen Unternehmen lieber gesunde und leistungsstarke Menschen ein.

Lebenslauf-Beispiel mit Verbesserung

Um dir zu zeigen, woraus es beim Lebenslauf ankommt, findest du im Folgenden ein Beispiel für einen Lebenslauf mit Verbesserungen. Diese stammen von Britta Kiwit, die bei Dein-Lebenslauf.com die Lebensläufe von Bewerbern unter die Lupe nimmt. 

Die generelle Struktur ist bei folgendem Beispiel-Lebenslauf an sich schon in Ordnung. Viel mehr aber auch nicht. Hier schöpft der Bewerber bei weitem nicht das volle Potenzial aus – und hat damit keine Chance im weiteren Personalauswahlverfahren. Mit folgenden 10 Optimierungen würden die Aussichten deutlich steigen.

  1. Persönliche Daten: Die Reihenfolge ist gut, nur nimmt der Aufbau ziemlich viel Platz in Anspruch. Platziere die Daten in die Kopfzeile. Und streicht den Punkt „ledig“ – der ist nicht mehr üblich, Geburtsdatum und -ort kann in eine Zeile (davor am besten „geb.“ schreiben).
     
  2. E-Mail-Adresse: "kleinerhase@yahoo.de" klingt echt niedlich, oder? Im Lebenslauf ist das ein absolutes No-Go! Richte dir daher dringend eine seriöse, ernste E-Mail-Adresse ein, am besten "vorname.nachname@gmail.com" – damit kann man nichts falsch machen.
     
  3. Akademischer Werdegang: Nenn zuerst deinen angestrebten Abschluss und dann deinen Studiengang, denn der Abschluss ist in den meisten Fällen interessanter als die Einrichtung. Und nenne hier ruhig deine Vertiefungsgebiete, denn BWL ist nicht gleich BWL. Wo liegen deine Interessen und welche Richtung strebst du an? DAS interessiert den HR-Manager!
     
  4. Monate und Jahreszahlen: Oft wird versucht, durch Nichterwähnung der Monatsangaben Lücken zu vertuschen. Den Trick kennen die Personaler schon lange! Also den jeweiligen Monat immer mit angeben – Lücken kann man im Nachhinein noch erklären und anders füllen.
     
  5. Praktische Erfahrungen: Langweiliger, als nur die Position und das Unternehmen anzugeben, geht es nicht. Worum es wirklich geht, sind die Inhalte und Tätigkeiten. Du warst Werkstudent, aber in welchem Bereich, was waren deine Aufgabenbereiche? Versuche das hier in wenigen, aber aussagekräftigen Stichpunkten zu erklären.
     
  6. Interessen: Einen persönlichen Einblick zu geben ist super! Aber hast du nicht irgendwelche cooleren Hobbys als „Lesen“? Es können auch abgefahrene Sachen sein. Kite-Surfen? Orientalischer Bauchtanz? Pilze sammeln im Herbst? Diese Kategorie ist eine hervorragende Möglichkeit, um positiv auf sich aufmerksam zu machen und das Interesse der Personaler zu wecken.
     
  7. Formatierung: Große, fette Überschriften sind schön und gut, sie helfen bei der Struktur und der Lesbarkeit. Allerdings ist weniger manchmal mehr. Im diesem Beispiel müssen die Überschriften nicht unterstrichen sein, der Abstand zwischen Überschrift und dem Datum kann daher etwas größer sein und das Kursive am besten ganz rausgenommen werden. Extra-Tipp: Benutze für Lebenslauf, Anschreiben und Deckblatt eine einheitliche Schriftart.
     
  8. Sprach-, IT- und Sonstige Kenntnisse: Wichtig ist, dass bei den „Computer Skills“ auch mitanzugeben, wie gut man die Sachen beherrscht. Einfach nur „Microsoft Office“ aufzulisten ist verwirrend und nichtssagend. Eine andere Möglichkeit: Eine Rubrik á la „Sonstige Fähigkeiten und Kenntnisse“, in der man auch Weiterbildungen, Schulungen, Extra-Projekte auflistet.
     
  9. Design: Eine der Königsdisziplinen! Ein Hauch von Farbe kann alles verändern. Der Beispiel-Lebenslauf ist einfach irre langweilig. Vorschläge: ein farblicher Rahmen fürs Bewerbungsfoto, eine andere Farbe für die Überschriften oder eine „schöne“ Kopfzeile. Um aus der Masse der Kandidaten herauszustechen, reichen manchmal schon die kleinsten Spielereien. Übertreiben sollte man es aber nicht.
     
  10. Apropos Bewerbungsfoto: Hier fehlt das Bild des Bewerbers. Es ist zwar keine Pflicht, dennoch habe Bilder auch in Bewerbungen immer noch eine große Wirkung. Wenn man sich bewusst macht, dass ein Personaler sich einen Lebenslauf durchschnittlich nur noch sechs Sekunden anschaut, ist und bleiben Bewerbungsfotos essenziell.

>> Wenn du Feedback zu deinem Lebenslauf willst, kannst du diesen auch auf Dein-Lebenslauf.com überprüfen lassen!

Zusammenfassung: Alle Infos zum Lebenslauf nochmal auf einen Blick

  • Ein überzeugender Lebenslauf bietet eine gut strukturierte Übersicht über den bisherigen Werdegang. Neben den Angaben zur eigenen Person und der Laufbahn informiert man den Personaler auch über den zeitlichen Verlauf. Außerdem bietet er Anhaltspunkte für das Bewerbungsgespräch.
  • Fertige stets einen tabellarischen Lebenslauf an, sofern das Stellenangebot keine näheren Angaben macht. Richte den Inhalt deiner Vita und der Bewerbung immer auf die Anforderungen der Stelle aus (zum Beispiel im Marketing oder bei einer Bank-Bewerbung).
  • Hast du schon sehr viele Praktika absolviert, konzentrierst du dich auf diejenigen, die für das Berufsfeld relevant sind. Integriere auch relevante Kurse aus dem Studium oder Weiterbildungen in deinen Lebenslauf, zum Beispiel ein Kurs in BWL, wenn du dich als Geisteswissenschaftler auf ein Stellenangebot mit wirtschaftswissenschaftlichem Bezug bewirbst.

>> Weitere Tipps und Infos für die Bewerbung

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