Lebenslauf schreiben: Tipps und Vorlagen.

Lebenslauf schreiben: Tipps und Vorlagen.
Der Lebenslauf ist das zentrale Dokument deiner Bewerbung. Er zeigt Personalern auf einen Blick, welche Ausbildung und Voraussetzungen du für eine Stelle mitbringst. Absolventa zeigt dir Schritt für Schritt, wie du den perfekten Lebenslauf schreibst und bietet dir passende Bewerbungs-Vorlagen.
Du suchst einen Job? So erhältst du kostenlos Job-Angebote.
  1. Lebenslauf-Vorlagen zum Download.

    Inspiration für deinen Lebenslauf? Bekommst du hier: Unsere kostenlosen Lebenslauf-Muster bieten sich für jede Branche an, je nachdem, ob du dich für ein Traditionsunternehmen, ein hippes Startup oder einen zukunftsweisenden Technologiekonzern bewirbst.

  2. Lebenslauf-Varianten.

    Der Lebenslauf, auf Englisch auch Curriculum Vitae (C.V.), bildet den bisherigen Werdegang mit allen relevanten Stationen und Leistungen eines Bewerbers ab. Für Personaler ist der Lebenslauf somit das wichtigste Dokument der Bewerbungsunterlagen. Viele Personaler machen es von diesem abhängig, ob sie überhaupt noch das Anschreiben lesen.

    Diese Voraussetzungen sollte dein Lebenslauf erfüllen:

    • Er ist vollständig, aussagekräftig, fehlerfrei, strukturiert und übersichtlich
    • Reihenfolge: nach dem Anschreiben
    • Umfang: Der Lebenslauf überschreitet 1 – 2 DIN A4-Seiten nicht und ist so kurz wie möglich, so lang wie nötig
    • Stil: der Branche angemessen

    Letzteres ist essentiell. Deshalb findest du in der folgenden Liste spezifischere Tipps zur Bewerbung und zum Lebenslauf in deiner Branche.

    Tipps zum Lebenslauf
    Für Ingenieure
    Im Finanzwesen
    Für IT´ler
    Im Marketing
    Für Berater
    Für Vertriebler
    Für Designer
    Für Personaler
    Für Logistiker
    Für Naturwissenschaftler
    Im Gesundheitswesen
    Im Rechtswesen
    Für Assistenten der Geschäftsführung
    Für Geisteswissenschaftler

    Es gibt drei Arten von Lebensläufen, die für deine Bewerbungsunterlagen relevant sein können. Der inhaltliche Aufbau ist dabei, unabhängig von der gewählten Variante, annähernd gleich.

    Die gebräuchlichste Form ist der tabellarische Lebenslauf. Sofern in dem Stellenangebot nichts Anderes gefordert ist, solltest du diese Variante wählen.

  3. Aufbau: Dein Lebenslauf auf einen Blick.

    • Kontaktdaten
    • Persönliche Daten
    • Schule/Ausbildung/Studium (anti-chronologisch)
    • Praxiserfahrungen/Berufserfahrungen (anti-chronologisch)
    • Kenntnisse/Zusatzqualifikationen
    • Interessen/Hobbys
  4. Kontaktdaten & persönliche Daten.

    Positioniere die Kontaktdaten so, dass der Personaler sie sofort entdeckt, entweder in der Kopfzeile, neben dem Bewerbungsfoto oder auf dem Deckblatt, wenn du eins hast. Die wichtigsten Kontaktdaten sind:

    • Vor- und Nachname
    • Postalische Adresse (Straße, Hausnummer, PLZ, Ort)
    • Telefonnummer (unter der du am besten zu erreichen bist)
    • E-Mail-Adresse

    Auf Angaben zur Religion oder deinen Eltern solltest du verzichten. Zu deinen persönlichen Daten sollten jedoch folgende gehören:

    • Geburtstag (tt.mm.jjjj)
    • Geburtsort
    • Staatsangehörigkeit
  5. Schule, Ausbildung & Studium.

    Im ersten Punkt des Lebenslaufs geht es um die Angaben deiner bisherigen Ausbildung. Diese beziehen sich auf den letzten Schulabschluss, die Berufsausbildung und/oder das Studium. Wichtig ist, dass du mit deinem letzten Ausbildungsabschluss beginnst – dein Lebenslauf sollte anti-chronologisch sein, die aktuellste Station steht also ganz oben.

    Dabei steht links der Zeitraum der Ausbildung, zum Beispiel 10/2014 – 02/2018, und rechts die Beschreibung sowie alle weiteren Angaben.

    STATION ANGABEN BEMERKUNG
    SCHULE Zeitraum
    Ort
    Schulform
    Name der Schule
    Abschlussnote
    Die Arbeitgeber sind in der Regel nur am letzten Schulabschluss interessiert, zum Beispiel dem Abitur. Die Grundschule spielt keine Rolle.

    Ausnahme: Du bist in einem anderen Land aufgewachsen. Dann ist es eine interessante Information, denn es zeugt von Auslandserfahrung, Internationalität, interkultureller Kompetenz und Sprachkenntnissen.

    Wenn die Leistungskurse im Abitur im direkten Bezug zur angestrebten Tätigkeit stehen, kannst du sie hier auch anführen.
    BERUFSAUSBILDUNG Zeitraum
    Berufsausbildung/Berufsbezeichnung
    Inhaltliche Schwerpunkte
    Verantwortungsbereich
    Ausbildungsbetrieb
    Abschlussnote
    Betone die Schwerpunkte deiner Berufsausbildung besonders, sofern sie in Bezug zur angestrebten Position stehen.
    STUDIUM Zeitraum
    Name des Studiengangs
    Studienschwerpunkte
    Abschluss
    Titel und Note der Abschlussarbeit
    Gesamtnote
    Studienschwerpunkte sollten hauptsächlich angegeben werden, wenn diese in Bezug zur angestrebten Stelle stehen.
    PRAXISERFAHRUNG Zeitraum
    Titel und Position der Stelle
    Abteilung und Unternehmen
    Hauptaufgaben in Stichpunkten
    Als Berufseinsteiger hast du in der Regel recht wenig Praxiserfahrung. Darum solltest du hier alle deine bisherigen Praktika und Nebenjobs angeben, vor allem, wenn sie einen Bezug zum gewünschten Beruf haben.

    Wenn du schon über mehrjährige Berufserfahrung verfügst, brauchst du deine Praktika nicht mehr im Lebenslauf auflisten. Das ist nur dann sinnvoll, wenn du in einen anderen Bereich wechseln möchtest.
  6. Zusatzkenntnisse & Interessen.

    Kenntnisse, Zusatzqualifikationen und Interessen sind wichtige Punkte in deinem Lebenslauf. Dazu gehören zum Beispiel:

    Wichtig hierbei: Wähle eine übersichtliche Anordnung mit prägnanten Zwischenüberschriften. Die Überschrift „Sonstiges“ im Lebenslauf ist vielen Personalern zu allgemein und lässt die Kompetenzen weniger wichtig erscheinen.

    Bei Angaben der Software- und Sprachkenntnisse in der Bewerbung sollte man auch gleichzeitig eine Einschätzung seiner Kenntnisse vornehmen, zum Beispiel „Englisch verhandlungssicher, Französisch Grundkenntnisse“. Auch ein Sprachtest wie der TOEFL („Test of English as a Foreign Language“) können als Nachweis der Sprachkenntnisse angeführt werden. Angaben zum Führerschein musst du nur angeben, wenn im zukünftigen Job viele Autofahrten wahrscheinlich sind, zum Beispiel als Außendienstmitarbeiter.

    Interessen & Hobbys.

    Interessen und Hobbys müssen im Lebenslauf nicht angegeben werden, sie geben dem Personaler jedoch die Möglichkeit, sich ein umfassenderes Bild deiner Persönlichkeit zu machen. Achte darauf, dass du nicht zu viele Freizeitaktivitäten angibst. Interessen und Hobbys stehen ganz am Ende deines Lebenslaufs.

    Hobbys, auf die du verzichten solltest Hobbys, die du unbedingt angeben solltest
    Extremsportarten wie Fallschirmspringen oder Höhlentauchen signalisieren eine hohe Risikobereitschaft. Interessen, die in Verbindung mit dem angestrebten Beruf stehen kommen besonders gut an. Wenn du dich zum Beispiel in der Automobilbranche bewirbst und dich privat besonders für Autos interessierst, solltest du das auch angeben.
    Besonders passive Interessen wie Fernsehen, Kino oder Computerspiele spielen machen ebenfalls keinen guten Eindruck. Aktivitäten, die zeigen, dass du auch in deiner Freizeit Verantwortung übernimmst, wie zum Beispiel Ehrenämter oder Engagement in Vereinen.

    Auch bei deinen Interessen gilt: Wähle auch hier eine prägnante Überschrift wie „Interessen und Hobbys“, "Engagement" oder „Freizeitaktivitäten“.

  7. Lücken im Lebenslauf.

    Lücken im Lebenslauf gilt es zwar zu vermeiden, aber unter einer Dauer von bis zu sechs Monaten sind sie oft unproblematisch. Kaum ein Personaler erwartet heutzutage, dass der Arbeitnehmer seit seinem Studium oder der Ausbildung durchgängig beschäftigt war. Viele Arbeitgeber begrüßen es sogar, wenn jemand nicht immer nur in einem Bereich tätig war, sondern vielfältige Erfahrungen gesammelt hat. Das spricht für den Blick über den Tellerrand, Innovationskraft und den Mut, neue Wege einzuschlagen. Deshalb: Mut zur Lücke!

    Wenn man sich als arbeitssuchend gemeldet hat, kann man das in seinem Lebenslauf ruhig so wiedergeben. Hier kannst du sogar punkten: Längere Phasen der Arbeitslosigkeit sollte man sinnvoll nutzen, indem man sich zum Beispiel Fachwissen aneignet, Sprachkurse absolviert oder größere Reisen unternimmt. Wenn der Arbeitgeber fragt, was man in dieser Phase gemacht hat, kann man auf seine gewonnenen Erfahrungen verweisen.

  8. Anonymisierte Bewerbung: Pro & Contra.

    Diskriminierung im Bewerbungsverfahren zu verhindern ist sinnvoll und wichtig. Laut den Plänen der „Antidiskriminierungsstelle“ sollen alle persönlichen Informationen aus den Unterlagen der Bewerber gelöscht werden, wie z. B. Name, Alter, Herkunft, Geschlecht und die Adresse. Diskriminierende Selektionsmuster der Personaler könnten so nicht mehr greifen. Das anonymisierte Bewerbungsverfahren hat jedoch nicht nur Vorteile. Hier findest du alle Vor- und Nachteile der anonymisierten Bewerbung:

    PRO CONTRA
    Eine anonymisierte Bewerbung sorgt für Chancengleichheit. Ausschließlich Qualifikation und Motivation entscheiden so über den Erfolg einer Bewerbung. Eine anonymisierte Bewerbung bekämpft das Symptom, aber nicht die Ursache der Diskriminierung.
    Personaler werden zum Umdenken gezwungen: Sie laden schneller zum Vorstellungsgespräch ein und gehen offener in das Interview. Diskriminierende Tendenzen verschieben sich im Laufe des Bewerbungsprozesses lediglich nach hinten.
    Andere Länder wie Schweden, Frankreich, die Schweiz und Belgien haben bereits positive Erfahrungen mit der anonymen Bewerbung gesammelt und sie teilweise sogar gesetzlich verankert. Anonymisierte Bewerbungen haben psychische Auswirkungen auf den Bewerber: Ein solches Verfahren suggeriert den Bewerbern einen Makel, welcher behoben werden müsse.
    Andere Länder wie Schweden, Frankreich, die Schweiz und Belgien haben bereits positive Erfahrungen mit der anonymen Bewerbung gesammelt und sie teilweise sogar gesetzlich verankert. Es entstehen unnötige Kosten und ein größerer bürokratischer Aufwand für Unternehmen: Jobsuchende und Unternehmen bezahlen mehr für die Fahrten zu Bewerbungsgesprächen und investieren wertvolle Zeit, ohne eine greifbar bessere Aussicht auf einen Job bzw. passenden Mitarbeiter zu haben.
    Das anonyme Bewerbungsverfahren kann dem allgemeinen Fachkräftemangel und dem Abwandern von Fachkräften mit Migrationshintergrund entgegensteuern. Anonymisierung ist zwecklos: Alter lässt sich anhand des Werdegangs schätzen, Name und Geschlecht lässt sich oft anhand der E-Mailadresse festmachen.
    Die Öffentlichkeit wird für das Problem der Diskriminierung in der Arbeitswelt sensibilisiert. In manchen Jobs ist ein kultureller Hintergrund nötig.
  9. Checkliste: Der perfekte Lebenslauf.

    Ob dein Lebenslauf alle Kriterien erfüllt und alle wichtigen Punkte und Stationen enthält, findest du in der Checkliste:

    1. Du hast die richtige Lebenslauf-Vorlage für deine Branche gewählt.
    2. Du hast die richtige Lebenslauf-Variante (z.B. tabellarisch, nicht-anonymisiert) gewählt.
    3. Alle Kontakt- und persönlichen Daten sind aktuell und richtig positioniert.
    4. Du hast alle relevanten Angaben zu Schule, Studium und Berufsausbildung anti-chronologisch aufgeführt.
    5. Du hast Kenntnisse und Zusatzqualifikationen inklusive Einschätzung angegeben.
    6. Du hast relevante Interessen und Hobbys aufgeführt.
    7. Du hast Lücken im Lebenslauf mit Erfahrungen gefüllt.
  10. Tipps & Tricks.

    Wenn du alle Punkte der Checkliste mit "Ja" beantworten konntest, bist du auf einem guten Weg zum perfekten Lebenslauf. Letzte Tipps & Tricks, die deinen Lebenslauf abrunden, findest du hier:

    • Der perfekte Lebenslauf sieht für jede Stelle anders aus: Vermeide es, den gleichen Lebenslauf für alle Bewerbungen zu verwenden, denn auch deine Laufbahn lässt sich auf die gewünschte Stelle ausrichten, indem man seine bisherige Praxiserfahrung und Fachkenntnisse unterschiedlich betont. Lege den Fokus auf die branchenspezifische Praxis. Passe deinen Lebenslauf auf das individuelle Anschrieben an.

    • Nutze aktive statt passive Formulierungen: Aktive und direkte Satzstrukturen wirken selbstbewusster und signalisieren, dass du deine Stärken kennst.

    • Monate und Jahreszahlen: Oft wird versucht, durch Nichterwähnung der Monatsangaben Lücken zu vertuschen – den Trick kennen die Personaler schon lange. Also den jeweiligen Monat immer mit angeben und Lücken erklären und anders füllen.

    • Formatierung: Große, fette und unterstrichene Überschriften sind schön und gut, sie helfen bei der Struktur und der Lesbarkeit. Allerdings ist weniger manchmal mehr. Beschränke dich daher nur auf eine dieser Formatierungen und benutze für Lebenslauf, Anschreiben und Deckblatt eine einheitliche Schriftart.

    • Design: Ein Hauch von Farbe kann alles verändern. Ein dezent farblicher Rahmen fürs Bewerbungsfoto, eine andere Farbe für die Überschriften oder eine „schöne“ Kopfzeile machen viel aus. Um aus der Masse der Kandidaten herauszustechen, reichen manchmal schon die kleinsten Veränderungen. Übertreiben solltest du es aber nicht.

    Jetzt steht dem perfekten Lebenslauf für deinen neuen Job nichts mehr im Wege!

    Schon gewusst? So erhältst du Job-Anfragen von Top-Arbeitgebern.