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Das wird abgefragt

Typische Fragen im Vorstellungsgespräch

Typische Fragen im Vorstellungsgespräch

Wie viele Hunde leben in Deutschland? Äh, bitte? – Würdest du mit dieser Frage im Vorstellungsgespräch rechnen? Wahrscheinlich eher nicht. Aber die Fragen im Bewerbungsgespräch sind vielfältig und das ist eine aus der Kategorie Brainteaser. Auch bei dieser geht es dem Arbeitgeber darum, mehr über die beruflichen und persönlichen Qualifikationen eines Kandidaten herauszufinden. Welche typischen Fragen dich im Vorstellungsgespräch erwarten können und wie du darauf am besten reagierst, hat ABSOLVENTA für dich zusammengefasst: Mit Beispielen und Antworten zu den häufigsten Fragen.

Inhalt: 

  1. Die häufigsten Fragen im Vorstellungsgespräch
  2. Besondere Fragen im Vorstellungsgespräch
  3. Eigene Fragen im Vorstellungsgespräch stellen

Die häufigsten Fragen im Vorstellungsgespräch

Für die optimale Vorstellungsgespräch-Vorbereitung solltest man sich vor allem mit den Fragen auseinandersetzen, die vom Unternehmen gestellt werden könnten. Einige Fragen werden standardmäßig in nahezu jedem Vorstellungsgespräch gestellt. Der folgende Fragen-Katalog hilft, sich auf die gängigen Fragen vorzubereiten.

Fragen zur fachlichen Qualifikation

In fast jedem Vorstellungsgespräch werden Fragen zu den fachlichen Fähigkeiten gestellt. Dabei geht es in erster Linie darum, wie gut der Bewerber für die ausgeschriebene Stelle fachlich geeignet ist. Beispiele:

  • Warum sind Sie der perfekte Kandidat für den Job?
  • Welche Kenntnisse bringen Sie für die ausgeschriebene Stelle mit?
  • Mit welchen Programmen/Tools/Verfahren haben Sie bisher gearbeitet?
  • Welche relevanten Kenntnisse und Fähigkeiten haben Sie im Studium und Praktika bereits erlangt?
  • Wie halten Sie sich fachlich auf dem Laufenden?

Fragen zur Motivation

Neben der fachlichen Qualifikation geht es Arbeitgebern auch stark um die Motivation der Bewerber. Ist es für den Bewerber wirklich der Traumjob oder doch nur eine Verlegenheitslösung? Beispiele:

  • Warum haben Sie sich für diese Stelle beworben?
  • Was erwarten Sie sich von diesem Job bzw. vom Unternehmen?
  • Welche Ziele verfolgen Sie mit diesem Job?
  • Warum haben Sie Ihren bisherigen Job aufgegeben?
  • Was hat Ihnen in Ihrem vorherigen Job nicht gefallen?
  • Welchen Bezug haben Sie zu unserem Unternehmen bzw. zu unseren Produkten oder unserer Branche?
  • Wären Sie bereit für den Job umzuziehen?

Fragen zur persönlichen Qualifikation

Neben der Motivation und der fachlichen Qualifikation interessiert den potentiellen Arbeitgeber auch sehr, ob du dich in das bestehende Team einfügen kannst und dein Persönlichkeitsprofil den Anforderungen der Stelle entspricht. Beispiele:

  • Wie organisieren Sie Ihre Arbeit?
  • Für was waren Sie in Ihrem alten Job verantwortlich?
  • Wie arbeiten Sie am liebsten?
  • Welche Eigenschaften sind für diese Position Ihrer Meinung nach besonders wichtig?
  • Was sind Ihre Stärken und Schwächen?
  • Wie würden Ihre Freunde Sie beschreiben?
  • Was war Ihr größter Fehler? Was haben Sie aus diesem gelernt?

Fragen zu deiner Persönlichkeit

Bei Fragen zur Persönlichkeit geht es ebenfalls darum, dich kennenzulernen und deinen Charakter zu erschließen. Sollten dir hier die Fragen zu persönlich werden, musst du nicht antworten. Du kannst stattdessen sagen, dass dir die Fragen zu persönlich werden und du gerne mehr über die ausgeschriebene Stelle sprechen möchtest. Beispiele sind:

  • Erzählen Sie bitte etwas von sich. Wo kommen Sie her, wo sind sie aufgewachsen?
  • Wo möchten Sie in 10 Jahren sein?
  • Welche Hobbies haben Sie?
  • Wie sieht die optimale Arbeitsumgebung für Sie aus?
  • Wovor haben Sie am meisten Angst?
  • Wer sind Ihre Vorbilder?
  • Welchen Stellenwert hat Ihre Familie für Sie?

Besondere Fragen im Vorstellungsgespräch

Neben den typischen Fragen im Vorstellungsgespräch sollte man auch auf besondere Fragenarten vorbereitet sein. Dazu gehören Stressfragen und Fangfragen. Aber auch unerlaubte Fragen solltest du erkennen können, um souverän darauf zu antworten.  

Stressfragen

Bei Stressfragen versucht der Personaler, deine Stressresistent und deine Toleranzgrenze zu testen. Dabei greift er zum Beispiel eine Station deines Lebenslaufs auf und hinterfragt diese oder kritisiert einen Punkt in deinen Bewerbungsunterlagen. Du merkst diese Fragen ziemlich schnell daran, dass sie dir den Schweiß auf die Stirn treiben und eine Antwort erstmal nicht so leicht ist. Typische Stressfragen im Vorstellungsgespräch sind zum Beispiel:

  • Warum haben Sie so lange studiert?
  • Weshalb haben Sie schon drei Praktika absolviert und wurden nie übernommen?
  • Warum wollen sie Ihren bisherigen Arbeitsplatz schon nach zehn Monaten wieder wechseln?
  • Eigentlich sind Sie für den Job über-/unterqualifiziert. Warum haben Sie sich trotzdem beworben?
  • Wie schätzen Sie Ihre Leistung im Vorstellungsgespräch bisher ein?

Bei Stressfragen solltest du versuchen, souverän und möglichst ruhig zu antworten. Eine ehrliche Antwort ist wichtig, kann aber gerne auch beschönigt werden.

 >> Hier findest du einen Artikel mit weiteren Stressfragen sowie ausführlichen Antwortmöglichkeiten

Fangfragen

Neben diesen Stressfragen gehören auch Fangfragen zum Repertoire mancher Personaler. Auch bei diesen Fragen stockst du erstmal und denkst dir: Wie bitte? Warum fragt er das? Aber lass dich nicht täuschen: Was sich nach ein bisschen Small Talk anhört, zielt meisten bewusst auf bestimmte Informationen ab.

Hier die 10 häufigsten Fangfragen mit Hintergrundwissen und guten Antworten:

1. Die offene Frage: „Erzählen Sie doch mal was von sich“

Hat der sich eigentlich vorbereite, fragst du dich vielleicht. Es kann aber auch sein, dass der Personaler eine lockere Atmosphäre herstellen oder schauen will, wie du auf offene Fragen reagierst. Also jetzt keine zu langen, privaten Geschichten, sondern eine gute Selbstpräsentation – die du natürlich im Vorfeld vorbereitet hast.

2. Die Familienfrage: „Familie oder Kinder, was ist Ihnen wichtiger?“

Mööp, gerade bei Frauen ist das eine gemeine Frage. Hier gilt, die Balance zu betonen. Als Berufseinsteiger/in kann man betonen, dass dir beides wichtig ist, die Familienplanung aber noch Zeit hat. Dann drehst du den Spieß um, denn du hast dich auch bei dem Unternehmen beworben, da dieses flexible Arbeitszeiten anbietet, um Familie und Arbeit unter einen Hut zu bekommen. Davon wirst du dann vielleicht in fünf Jahren gebraucht machen. Fleißbienchen für dich: Du willst langfristig Karriere im Unternehmen machen, hast einen Plan und dich umfassend informiert.

3. Die Frage nach dem alternativen Lebensentwurf: „Was würden Sie tun, wenn Sie nicht arbeiten müssten?“

Och, da gebe es so einiges – denkst du dir. Aber da der Personaler hören will, ob du deine Pläne mit deinem Beruf vereinbaren kannst, sind gute Antworten: Eine Weltreise machen, eine Sprache lernen oder ein freiwilliges soziales Jahr. Aber da das Unternehmen auch international tätig ist, kannst du deine Auslands- und Sprachepläne auch gut mit der Arbeit verbinden. Und … gab es nicht auch ein soziales Projekt im Unternehmen?

4. Die Durchsetzungsfrage: „Glauben Sie, sich in einem Männerteam durchsetzen zu können?“

Eine wirklich doofe Frage für Frauen, weil signalisiert wird: „Als Frau bist du zu schwach.“ Wenn du hier anfängst, dich zu rechtfertigen, hast du verloren. Blick direkt in die Augen und ein deutliches: „Ich verstehe nicht, wo das Problem liegen soll.“ Und dann bringst du Beispiele, wo du dich durchgesetzt hast. Wäre ja gelacht.

5. Die Gesundheitsfragen: „Trauen Sie sich die Belastung zu?“

Diese Frage wird meist gestellt, wenn du eine längere Erkrankung hinter dir hast. Hier gilt, selbstbewusst zu sagen, dass du die Krankheit überwunden hast und wieder voll einsatzfähig bist.

6. Die Kollegenfrage: „Was mögen Sie an Kollegen überhaupt nicht?“

Wenn du jetzt anfängst, über die Schmatzgewohnheiten deiner ehemaligen Kollegen oder Kommilitonen herzuziehen, zeigt das fehlende Loyalität. Ein Kopfschuss. Deswegen: Sagen, dass du dich immer mit deinen Kollegen und Kommilitonen sehr gut verstanden hast und es natürlich welche gibt, mit denen man auch mal außerhalb der Arbeit mehr zu tun hatte.

7. Die Überstundenfrage: „Sind Sie bereit Überstunden zu machen?“

Äh, nein definitiv nicht?! – ist hier nicht die richtige Antwort. Aber auch angeben, dass man eigentlich immer Überstunden macht, ist nicht schlau, weil dann der Personaler denkt, du hast dein Zeit-Management nicht unter Kontrolle. Besser also: Du kannst dich an Deadline halten und deine Aufgaben innerhalb der Arbeitszeit erledigen. Bist aber natürlich auch bereit, wenn es nötig ist, eine Extraschicht einzulegen.

8. Die Kritikfrage: „Wie gehen Sie mit Kritik um?“

Kein Mensch wird gerne kritisiert – das weiß der Personaler ebenso wie du. Deswegen kannst du zugeben, dass du Kritik nicht magst, aber dennoch ernst nimmst und damit konstruktiv umgehst.

9. Der Brainteaser: „Warum sind Gullydeckel rund?“

Kein Mensch hat sich darüber Gedanken gemacht und die perfekte Lösung gibt es auch nicht. Hier geht es darum zu testen, wie du an schwierige Aufgaben rangehst. Deswegen am besten: Laut denken und das Problem von verschiedenen Seiten beleuchten.  

 >> Weiter Informationen zu Fangfragen findest du auch in diesem Artikel

Unerlaubte Fragen im Vorstellungsgespräch

Es gibt auch Dinge, nach denen Personaler von Gesetz wegen nicht fragen dürfen. Manche Personaler stellen solche Fragen trotzdem. Dazu gehören zum Beispiel:

  • Sind Sie sind häufig krank?
  • Sind Sie schwanger?
  • Sind Sie Mitglied einer politischen Partei?

Auf diese Fragen musst du nicht ehrlich antworten, sondern kannst alle drei mit einem „Nein“ beantworten – außer die Frage nach deiner Gesundheit hat einen direkten Bezug zum Job oder du bist deutlich schwanger. Dann solltest du hier Möglichkeiten besprechen.

 >> Weitere unerlaubte Fragen und die richtige Reaktion darauf findest du auch in folgenden Artikel „Unerlaubte Fragen im Vorstellungsgespräch“

Eigene Fragen im Vorstellungsgespräch stellen

Wenn du den Fragen-Marathon überstanden hast und sich das Vorstellungsgespräch langsam dem Ende neigt, kommt eine extrem wichtige Frage: „Haben Sie noch Fragen?“.

Auf gar keinen Fall antwortest du darauf mit: „Nö, alles gut“ oder schüttelst nur den Kopf. Hier ist es extrem wichtig, nochmal Fragen zu stellen, denn diese verdeutlichen dein Interesse an der Stelle und dem Unternehmen. Außerdem hast du so die Möglichkeit, mehr über das Unternehmen (z.B. Arbeitsklima, Karrierechancen) herauszufinden.

Aber jetzt darfst du auch nicht dumm fragen, denn das ist genauso schlecht. Also keine Fragen nach Gehalt, Urlaubstagen, Verkürzung der Probezeit oder ähnliches. Denn dann könnte der Personaler denken, du interessierst dich mehr für die ganzen Rahmenbedingungen als für deine Aufgaben. Gute eigenen Fragen im Vorstellungsgespräch sind zum Beispiel folgende:

Zur Stelle selbst:

  • Warum wurde diese Stelle geschaffen? oder Warum wurde diese Stelle wieder frei?
  • Welche Rolle spielt die Stelle für die Ziele des Unternehmens?
  • Wer sind meine direkten Vorgesetzen?
  • Welche Eigenschaften sollte man Ihrer Meinung für die Stelle mitbringen?
  • Welche Herausforderung bringt die Stelle in der ersten Zeit mit?

Zum Team:

  • Wie groß ist das Team, in welchen ich arbeiten werde?
  • Werde ich auch mit anderen Teams zusammenarbeiten?
  • Was wurde aus Mitarbeitern, die in dieser Abteilung gearbeitet haben?
  • Wie würden Sie den Führungsstil der Leitung beschreiben?
  • Wo liegen aktuelle Probleme in der Arbeit?

Zum Unternehmen:

  • Was zeichnet Ihre Unternehmenskultur aus?
  • Welchen Herausforderungen muss sich Ihr Unternehmen aktuell stellen?
  • Was tut Ihr Unternehmen für seine soziale Verantwortung?
  • Wie werden in Ihrem Unternehmen Talente gefördert?
  • Gibt es eine festgelegte Karriereplanung?

Mutige Fragen an den Personaler:

  • Warum haben Sie sich für das Unternehmen entschieden?
  • Wie gehen Sie mit Mitarbeiten in angespannten Situationen um?

Wichtig ist, dass du nicht alle Fragen stellst. Suche und überlege dir rund fünf Fragen, welche dich wirklich interessieren und vor allem auch deine Meinung für den Job beeinflussen.

Lies auch:

 >> Weitere Informationen und Hilfestellungen zum Thema „Eigene Fragen im Vorstellungsgespräch stellen“ findest du auch hier.

>> Weitere Tipps und Infos zum Thema Vorstellungsgespräch

Über den Autor

Noemi Haderlein
Noemi Haderlein

Als Content Managerin kümmert sich Noemi Haderlein seit 2015 um die Inhalte von ABSOLVENTA und schreibt zu allen Themen, die Studenten und Berufseinsteiger rund um Studium, Bewerbung und ersten Job interessieren.

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