Stärken im Vorstellungsgespräch.

Stärken im Vorstellungsgespräch.
Du willst ihn unbedingt haben, den Traumjob – dabei solltest du nichts dem Zufall überlassen. Im Bewerbungsgespräch ist vor allem wichtig, dass du dir selber deiner Stärken bewusst bist und sie überzeugend vermittelst. Hier erfährst du, wie du deine Talente herausfilterst und im Vorstellungsgespräch Stärken gezielt einsetzt.
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  1. Stärken identifizieren.

    Erst einmal musst du analysieren, was genau deine Stärken sind. Dazu gibt es verschiedene Möglichkeiten:

    • Freunde und Familie fragen: Wer dich gut und lange kennt, der kann deine Stärken natürlich sehr treffend einschätzen. Vermutlich werden Freunde und Familie unterschiedliche Eigenschaften und Skills nennen, aus denen du dir dann die passendsten raussuchst.

    • Bisherige Tätigkeiten analysieren: Krame in deinem Gedächtnis und Zeugnissen – was wurde in der Vergangenheit z. B. im Praktikum besonders als deine Stärke gelobt? Was für Hobbys hast du und was für Talente kannst du daraus ableiten? In welchen Fächern in der Schule oder in welchem Seminar an der Uni hast du besonders geglänzt?

    • Listen und Skalen erstellen: Erstelle Listen mit gängigen Soft Skills wie Problemlösekompetenz, Empathie, Kreativität oder Analysefähigkeit. Schätze dann realistisch ein: Was trifft voll zu, was einigermaßen, was wenig und was gar nicht? Klar, dass Ehrlichkeit dir selbst gegenüber hier das A und O ist – deswegen hilft es, wenn du dir Beispielsituationen überlegst, in denen du etwas unter Beweis gestellt hast oder es an etwas gemangelt hat.

    • Persönlichkeitstest: Natürlich kannst du auch einen der zahlreichen Tests, die online angeboten werden, zur Analyse deiner Stärken benutzen. Hier werden dir verschiedene Fragen gestellt, anhand derer deine Kompetenzen und deine Persönlichkeit ermittelt werden. Das dient sehr gut als Orientierung, sollte aber natürlich immer hinterfragt werden – denn ein Online-Tool kennt dich nicht besser als du dich selbst oder die Menschen in deinem Leben.

  2. Stärken auf den Job abstimmen.

    Je nach Branche und Tätigkeit können unterschiedliche Stärken gefragt sein. Hier ein paar Beispiele, welche Stärken im Vorstellungsgespräch für welchen Job gerne gehört werden:

    BEREICH GEFORDERTE STÄRKEN
    Vertrieb, Consulting Kommunikationstalent, Überzeugungskraft, selbstbewusstes Auftreten und Empathie, um beim Kunden überzeugen zu können
    IT, Ingenieurwesen Analytisches & logisches Denken, Spaß am Lösen von Problemen
    Marketing Kreativität, Überzeugungskraft, unternehmerisches Denken
    Finance Analytisches Denkvermögen, Kommunikationstalent, Integrität
    Management Führungskompetenz, Empathie für deine Mitarbeiter, delegieren können
    Logistik Stets den Überblick behalten, Organisationstalent, Kommunikationsstärke, Problemlösungskompetenz
    Personalwesen Menschenkenntnis, Organisationstalent und Kommunikationsstärke, die gleichzeitig Höflichkeit, Respekt und Bestimmtheit ausdrücken kann
    Naturwissenschaften Forschungswille, Fähigkeit komplexe Inhalte verständlich zu präsentieren

    Wie man sieht, zählen also längst nicht mehr nur die fachlichen Kompetenzen, sondern auch die sozialen. Bei deinen Stärken konzentrierst du dich somit auf Soft Skills. Übrigens: Teamfähigkeit ist in allen Berufen heutzutage unerlässlich, wenn du nicht gerade alleine am Nordpol in einer Forschungsstation sitzt. Damit machst du also nie was verkehrt, aber einzigartig ist anders – wichtig ist also, deinen Teamspirit interessant zu verpacken und mit guten Beispielen zu belegen. Ebenfalls eine sichere Nummer: Interkulturelle Kompetenz! Diese kannst du perfekt durch deine Auslandserfahrungen sowie die Kenntnis mehrerer Fremdsprachen belegen.

  3. Gute Stärken, schlechte Stärken.

    Bei deinen Stärken bist du relativ frei, aber dennoch solltest du überlegt an die Sache rangehen – manche Sachen können auch falsch verstanden werden, wie diese Beispiele vermeintlicher Stärken zeigen.

    • Kritikfähigkeit: Mit Kritik solltest du umgehen können, aber hebst du es explizit hervor, kann der Eindruck entstehen, dass du oft kritisiert worden bist. Damit wird auf deine Leistung rückgeschlossen.
    • Stressresistenz: Klar musst du Stress händeln können, aber gleichzeitig solltest du auch in ruhigen Zeiten, wenn du nicht unter Strom stehst, eine überragende Leistung bringen. Formuliere es also so, dass klar wird, dass du beides kannst und auch ohne Druck ein echter Gewinn bist.
    • Kontaktfreude: Diese Antwort ist ein schmaler Grad – es ist sinnvoller, wenn du deine Kontaktfreudigkeit im Bewerbungsgespräch unter Beweis stellst, als sie explizit als Stärke herauszustellen. Denn offene Kollegen sind zwar sehr erwünscht, aber wenn der Eindruck entsteht, dass du mehr Schwätzchen hältst als arbeitest, wird die Kontaktfreude zum Risiko für die Produktivität.
    • Perfektionismus: Hierunter fällt alles, was nach Eigenlob stinkt. Formulierst du deine Stärken so, dass du immer der Beste sein willst und auch bist, wirkt das wenig teamfähig und kann dich schnell ins Aus katapultieren.
    • Lernbereitschaft: Grundsätzlich ist es super, wenn du dich im Vorstellungsgespräch interessiert und lernbereit zeigst, wenn du etwas noch nicht weißt – aber als deine Stärke solltest du es nicht nennen. Denn für den Personaler zählt in dem Moment, was du schon kannst, und nicht, was du vielleicht können wirst.
    • Bescheidenheit: Ist eine Tugend, aber dennoch solltest du schon selbstbewusst mit deinen Stärken umgehen können und nicht immer zurückstecken. Wenn du nicht überzeugt bist von deinem Können, wie soll es dein Gegenüber dann sein?
    • Gedankenlesen: Mit vermeintlich witzigen Antworten vertust du die Chance, im Vorstellungsgespräch deine größten Stärken gezielt zu platzieren. Bleib deswegen lieber bei der Realität und behaupte beispielsweise nicht, dass du vorhersehen kannst, dass du gleich eingestellt wirst.
  4. Stärken gezielt im Vorstellungsgespräch einsetzen.

    Grundsätzlich sollte das, was du im Vorstellungsgespräch als deine Schokoladenseiten aufzählst, natürlich mit dem Job zu tun haben: Bewirbst du dich als Softwareentwickler, sind deine Führungsqualitäten nicht unmittelbar wichtig, solange du kein Team leiten sollst. Ebenso wenig brauchst du zwingend eine ausgeprägte kreative Ader, wenn du dich als Mathematiker bewirbst.

    Wenn du aber als Stärken im Vorstellungsgespräch einfach nur die aufzählst, die in der Stellenanzeige gefragt sind, macht das wenig Eindruck. Es ist enorm wichtig, dass du authentisch rüberkommst – und nur das sagst, was du auch verkörpern kannst. Behauptest du, sehr kommunikativ zu sein, bekommst aber kein Wort raus, wird das natürlich hinterfragt. Bist du nervös und deswegen schüchtern, darfst du das natürlich anbringen, aber niemand wird dir glauben, dass du sonst eine echte Rampensau bist.

    Wichtig ist außerdem, dass du dir für jede Stärke konkrete Beispiele überlegst, wie zum Beispiel:

    „Ich war schon immer ein Teamplayer – ob in meinem Basketballteam, in dem ich seit fünf Jahren spiele, oder bei meiner Werkstudentenstelle, bei der ich spaßeshalber zum „Happy-Team-Manager“ ernannt wurde.“

    Oder so:

    „Schon während meines Studiums in Wirtschaftsinformatik habe ich gemerkt, dass ich Herausforderungen liebe – ich habe mir grundsätzlich bei Referaten das rausgesucht, was ich auf den ersten Blick so gar nicht verstanden habe.“

    Auch sehr gut:

    „Wenn es Konflikte gibt, bin ich gut darin, zwischen den Parteien zu vermitteln, sodass sich alle mit der Lösung wohlfühlen. Das habe ich schon früh gelernt – bei fünf kleinen Geschwistern war das auch sehr nötig.“

    Tipp: Schwächen im Vorstellungsgespräch als Stärken tarnen.

    Neben deinen Stärken bist du oft auch angehalten, Schwächen zu nennen. Das ist fast noch schwieriger, aber wenn du es geschickt anstellst, kannst du auch hier noch Stärken unterbringen. Gibst du zum Beispiel an, dass du dich manchmal zurückziehst, wenn du an einem Problem arbeitest, dich aber dann auch unbedingt wieder mit deinen Kollegen austauschen willst, zeigst du Problemlösekompetenz und analytisches Denken, Konzentration und Teamfähigkeit zugleich.

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