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Nobody's perfect

Schwächen im Vorstellungsgespräch

Schwächen im Vorstellungsgespräch

Stell dir vor, du wärst Chef: Welche persönlichen Eigenschaften könntest du gar nicht leiden an einem neuen Mitarbeiter? Unpünktlichkeit? Besserwisserei? Wenn du so an die berüchtigte Frage nach den Schwächen im Vorstellungsgespräch rangehst, weißt du schon einmal, welche Schwächen du besser nicht angibst. Welche Schwächen du im Bewerbungsgespräch stattdessen nennen kannst und wie du diesen einen positiven Dreh verleihst, erfährst du hier. 

Inhalt:

  1. Schwächen ins positive Licht rücken
  2. How-to: Positive Schwächen im Vorstellungsgespräch finden
  3. Schwächen positiv darstellen
  4. Fragen nach Schwächen erkennen
  5. Schwächen im Lebenslauf erklären

Schwächen ins positive Licht rücken

Sobald du dich nur ansatzweise mit Fragen im Vorstellungsgespräch beschäftigst, ploppt sie auf: Die berühmt-berüchtigte Frage nach den Schwächen. Gut, so berühmt-berüchtigt ist sie eigentlich gar nicht mehr, weil sich viele Bewerber im Vorfeld damit beschäftigen. Dennoch führt die Frage trotz Unmengen an Bewerbungsratgebern dazu, dass der ein oder andere Bewerber ins Stocken gerät. Deswegen ist es sinnvoll, sich vorher Gedanken zu seinen Schwächen zu machen und diese dann positiv zu verpacken. Klingt logisch, ist aber nicht ganz einfach.

Gleich vorneweg deswegen fünf Regeln, die du beachten solltest:

  • Nobody’s perfect: Bei der Frage keine Schwächen anzugeben oder nur mit den Schultern zu zucken, ist dumm und lässt dich beim Personaler arrogant erscheinen
  • Keine Standardphrasen verwenden wie „Perfektionismus“ oder „Ich bin ungeduldig“. Diese haben Personaler schon eine Millionen Mal gehört und können darüber nur müde lächeln.
  • Keine Schwächen angeben, die bei der freien Stelle behindern könnten. Trotz Schwächen solltest du für den Job immer noch mehr als geeignet sein.
  • Keine Witze versuchen: Humor ist an dieser Stelle im Einstellungsgespräch tabu, also lass deinen Witz: „Meine Schwäche? Schokolade/Shopping/Schöne Frauen“ einfach stecken.
  • Kein Beichtbuch auspacken: Ein bis zwei Schwächen zu nennen, reicht vollkommen. 

How-to: Positive Schwächen im Vorstellungsgespräch herausfinden

Da du jetzt weißt, was du alles nicht machen solltest, kommen wir zum Part, in dem du herausfindest, welche persönlichen Schwächen du im Vorstellungsgespräch nennen kannst. Dabei ist es wichtig, dass du ungefähr zwei authentische Schwächen herausfilterst. Die erste Schwäche ist dabei eine Schwäche, welche du „ausbügeln“ kannst. Die zweite Schwäche hat nichts mit dem Job zu tun. Damit gibst du im Bewerbungsgespräch Schwächen zu, verleihst diesen aber einen positiven Twist.

So findest du deine positiven Schwächen für das Vorstellungsgespräch: 

Liste 1: Stichpunkte erstellen, was du denkst, was deine Schwächen sind

Liste 1 Freunden/Eltern zeigen, ob diese zustimmen

Liste 2: Herausfiltern, welche persönlichen Anforderungen vom Unternehmen erwünscht werden (Tipp: Steht in der Stellenanzeige im Punkt „Das bringen Sie mit“)

Liste 1 mit Liste 2 abgleichen: Alle Schwächen von Liste 1, die sich negativ auf Anforderungen von Liste 2 auswirken könnten, streichen

Restliche Schwächen von Liste 1 anschauen und die Frage beantworten: Welche Schwäche kann gut ausgebügelt werden? = Schwäche 1

Welche Schwäche hat nichts mit den Job zu tun? = Schwäche 2 

Schwächen positiv darstellen

Hast du diese zwei Schwächen herausgefiltert, solltest du dir konkrete Beispiele dazu überlegen.

Beispiel zu Schwäche 1:

„Ich bin gelegentlich etwas unorganisiert. Manchmal will ich zwei Dinge gleichzeitig machen, anstatt die Dinge nacheinander abzuarbeiten.“

Gleich im Anschluss relativierst du diese Schwäche, indem du beschreibst, dass du daran arbeitest: „Ich habe für mich aber herausgefunden, dass mir To-Do-Listen dabei helfen, mich sinnvoll zu strukturieren.“

„Ich bin ziemlich aufgeregt, wenn ich meine Ideen vor einem größeren Publikum präsentieren muss.“

Relativierung: „Aber ich habe gemerkt, dass es mir hilft, wenn ich Präsentationen vorher vor Freunden oder Kollegen übe“.

Deine zweite Schwäche hat dagegen nichts mit der angestrebten Stelle zu tun. Zum Beispiel:

  • „Ich habe einen relativ schlechten Orientierungssinn. In einer neuen Umgebung brauche ich immer ein bisschen, bis ich mich zurechtfinde.“ (Das solltest du aber besser nicht nennen, wenn du ein Vorstellungsgespräch als Taxifahrer hast.)
  • „Ich habe angefangen Spanisch zu lernen, schaffe es aber nicht über das B1-Level hinaus.“ 

Frage nach Schwächen im Vorstellungsgespräch erkennen

Mittlerweile ist es immer seltener der Fall, dass der Personaler vor dir sitzt und dir ganz konkret die Frage stellt: „Nennen Sie mir doch mal bitte drei persönliche Schwächen.“ Denn mittlerweile sind wohl die meisten Bewerber auf diese Frage vorbereitet und habe sich brav diverse Bewerbungsratgeber durchgelesen, um im Vorstellungsgespräch ihre Schwächen positiv darzustellen. Wahrscheinlicher ist es deswegen, dass Personaler diese direkte Frage umgehen und auf anderem Weg erfahren wollen, was dich charakterlich auszeichnet.

Deswegen sind hier mögliche Fragen aufgeführt, die indirekt auf deine Schwächen abzielen:

  • Welche Eigenschaften schätzen Sie an Ihren Kollegen/Kommilitonen? Und bringen Sie diese Eigenschaften auch mit?
  • Welche Eigenschaft würden Sie gerne an sich ändern?
  • Wie würden Ihre Freunde Sie beschreiben?
  • Welches Verhalten regt Sie in der Zusammenarbeit mit Ihren Mitmenschen auf?
  • Welche drei Eigenschaften schätzen Sie an einem guten Chef?

Daneben gibt es auch sogenannte Skalenfragen, mit welchen man sich selbst einschätzen muss:

  • „Auf einer Skala von eins bis zehn, wenn zehn „sehr gut“ bedeutet: Wie gut schätzen Sie Ihre Konfliktfähigkeit/Ihr Durchsetzungsvermögen/Ihre Teamfähigkeit … ein?“

Hier ist es schlau, zu trumpfen, aber nicht zu übertreiben – und auch nicht tiefzustapeln. Alles unter dem Skalenpunkt sechs ist zu schlecht und über neun zu arrogant. Eine sieben, acht oder neun hingegen selbstbewusst. Außerdem solltest du deinen Antwort gleich begründen:

  • „Meine Konfliktfähigkeit schätze ich auf eine acht. Ich kann meine Meinung vertreten, aber ebenso andere Meinung annehmen und reflektieren. Dennoch gibt es Situationen, in denen ich nicht so reagiere, wie ich es im Nachhinein als richtiger empfinde.“

Schwächen im Lebenslauf erklären

Auch wenn wir von Anfang an darauf getrimmt werden, einen tollen Lebenslauf zu kreieren, weisen die wenigsten Lebensläufe von Anfang an einen roten Faden auf – und das ist auch gut so. Gerade mit Studienfächer, die nicht auf einen bestimmten Beruf ausbilden, muss man sich ausprobieren, um zu wissen, in welche Richtung es gehen soll. Eine schlechte Note, ein Studienplatzwechsel oder ein Praktikum aus einem jetzt fachfremden Bereich sind also kein Genickbruch – solange es eine Erklärung dafür gibt!

Denn darauf kommt es an: Personaler finden deine Schwachpunkte im Lebenslauf und werden diese ansprechen, darauf solltest du vorbereitet sein. Wenn du anfängst, dich in Rechtfertigungen zu verlieren oder gar die Schuld auf andere schiebst, hast du verloren. Besser ist: Du bist auf deine „Schwachstellen“ vorbereitet und gehst offen damit um. Das heißt, du kannst erklären, warum diese Entscheidung damals für dich sinnvoll war. Außerdem legst du dar, was der vermeidliche Fehltritt dir dennoch gebracht hat. Das zeigt: Du lernst aus deinen „Fehlern“ durch Erfahrung, hast für dich herausgefunden, worin du gut bist oder was dir eben nicht liegt und hast daraufhin aktiv die Situation verändert. Also wenn das mal nicht positiv wirkt!

Tipp: Nicht nur du hast Schwächen, auch ein Unternehmen weist Schwächen auf. Kommt der Punkt, an dem du im Vorstellungsgespräch eigene Fragen stellen sollst, kannst du auch selbstbewusst fragen: „Sie haben mir vorhin nach meinen Schwächen gefragt. Meine Frage jetzt an Sie: Mit welchen Schwächen hat Ihr Unternehmen aktuell zu kämpfen?“ 

>> 10 Tipps fürs Vorstellungsgespräch
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