Bewerbung im Bereich Übersetzung.

Übersetzer beschäftigen sich erwartungsgemäß in ihrem Beruf viel mit Text und Sprache. Umso wichtiger ist es, dass du mit deinem Anschreiben und deinem Lebenslauf schon auf den ersten Blick sprachlich überzeugst. In den folgenden Tipps verraten wir dir, worauf es außerdem ankommt.

Du suchst einen Job? So erhältst du kostenlos Job-Angebote.
  1. Bewerbungsvorlagen.

    Als angehender Übersetzer kannst du je nach Unternehmen zum modernen oder zum klassischen Bewerbungs-Muster greifen. Bewirbst du dich in einem großen Unternehmen oder einem traditionellen Übersetzungsbüro, setz lieber auf die klassische Variante. Gerade bei jungen, internationalen Organisationen oder NGOs hingegen kannst du aber auch ruhig zum modernen Muster greifen.

  2. Grundlegendes zur Bewerbung.

    Deine Bewerbung schickst du per E-Mail ab – der Postweg kommt in computeraffinen Berufen nicht mehr gut an. Deine Bewerbung im Bereich Übersetzung besteht aus

    • Anschreiben,
    • Lebenslauf und
    • Anlagen.

    Zu den Anlagen gehören Zeugnisse von der Uni und Praktika genauso wie sonstige Bescheinigungen. Vielleicht hast du an Weiterbildungen teilgenommen oder Zertifizierungen abgeschlossen. Solche Bescheinigungen gehören ebenfalls in die Anlagen. Wurde im Vorfeld für die Bewerbung bereits eine Arbeitsprobe erbeten? Dann füge diese auch den Anlagen hinzu. Insgesamt sollte deine Bewerbung übersichtlich sein. Der Lebenslauf soll maximal zwei Seiten, das Anschreiben nicht mehr als eine Seite umfassen.

    Besonders wichtig: Du bewirbst dich um einen Job, bei dem es hauptsächlich um dein sprachliches Ausdrucksvermögen, perfekte Grammatik und Rechtschreibung geht. Noch mehr als in jeder anderen Bewerbung gilt deshalb: Deine Bewerbungsunterlagen müssen fehlerfrei sein. Du möchtest hier sprachlich überzeugen – deine Bewerbung dient quasi schon als erste Arbeitsprobe. Zeig also, was du kannst!

    Manchmal kommt es besser an, wenn du dein Bewerbungsschreiben auf Englisch – bzw. der jeweils gefragten Fremdsprache – einreichst. Das gilt besonders, wenn du dich bei internationalen Unternehmen oder auf einen Auslandseinsatz bewirbst. Auch wenn das Unternehmen dir offen lässt, in welcher Sprache du dich bewirbst – entscheide dich immer gegen deine Muttersprache. Damit beweist du Einsatz und die Bereitschaft, deine Komfortzone zu verlassen. Außerdem stellst du so direkt deine Fähigkeiten in der Sprache unter Beweis und zeigst eine hohe Motivation.

  3. Das Anschreiben.

    Während der Lebenslauf so knapp wie möglich deine Stationen und Hard Skills aufzeigt, geht es im Anschreiben darum, deine Motivation für den Bereich Übersetzung auszudrücken und die Verbindung deiner Fähigkeiten zur Stelle herzustellen. Dein Anschreiben ist folgendermaßen aufgebaut:

    *Der Kopf: Ganz oben kommen deine Kontaktdaten, die Kontaktdaten des Unternehmens (mit dem Namen des konkreten Ansprechpartners) sowie Datum und Betreff hin.

    *Einleitung: In den ersten ein bis drei Sätzen bringst du auf den Punkt, warum du dich bewirbst. Der Einstieg sollte individuell gewählt sein und neugierig machen, sodass der Personaler auf jeden Fall weiterliest.

    *Im Hauptteil stellst du deinen Werdegang vor, nennst beispielsweise dein Studium – konzentrierst dich aber auch auf die Verbindung zu den Anforderungen der Stelle. Vielleicht hast du in einem Praktikum oder Werkstudentenjob bereits Erfahrungen gesammelt oder auch Kenntnisse im Fachbereich des jeweiligen Unternehmens (z. B. Kenntnisse der juristischen Fachsprache). Deine Soft Skills kannst du auch sehr gut durch Hobbys wie Teamsport oder ehrenamtliche Tätigkeiten belegen.

    *Am Schluss sagst du, dass du dich auf ein persönliches Kennenlernen freust. Wenn danach gefragt wurde, gibst du außerdem deine Gehaltsvorstellung und deinen frühestmöglichen Einstiegstermin an. „Mit freundlichen Grüßen“, vollen Namen und ggf. (eingescannte) Unterschrift drunter, und fertig ist dein Anschreiben.

  4. No-Gos in deiner Übersetzungsbewerbung.

    Betreff: Bewerbung: Stattdessen benennst du die konkrete Stelle – zum Beispiel „Bewerbung als Übersetzerin, Referenznr. XY“, sonst wirkt es wie eine Massenbewerbung.

    Sehr geehrte Damen und Herren: Suche unbedingt den konkreten Ansprechpartner raus.

    Hiermit bewerbe ich mich bei Ihnen als Fachübersetzer: Ein langweiliger Einstieg nimmt sehr schnell das Interesse an einer Bewerbung.

    Selfie: Als Bewerbungsfoto genauso ungeeignet wie der Schnappschuss aus dem Urlaub oder das biometrische Passbild. Lass unbedingt beim Fotografen professionelle Bewerbungsfotos machen.

    Beruf der Eltern: Hatte früher seinen festen Platz im Lebenslauf, heutzutage interessiert das nicht mehr. Den Platz kannst du besser nutzen!

    Würde, hätte, könnte: Vermeide Konjunktive – du würdest dich nicht über ein Vorstellungsgespräch freuen, sondern du freust dich drauf!

  5. Der weitere Bewerbungsprozess.

    Nach einer überzeugenden Bewerbung folgen die nächsten Schritte. Diese können im Bereich Übersetzung aus dem Anfertigen einer Übersetzungsprobe, dem Lektorat einer fremden Übersetzung und natürlich dem persönlichen Vorstellungsgespräch bestehen. Im Gespräch können verschiedenste Fragen auf dich zukommen:

    Allgemeine Fragen:

    Hier geht es hauptsächlich um deine Motivation und deinen Werdegang. Sei authentisch und lächle – viel läuft über Sympathie. Diese Fragen können dich erwarten:

    • Wieso haben Sie sich bei uns beworben – und wo noch?
    • Welche Erfahrungen haben Sie bisher gemacht? Auch im Ausland?
    • Was haben Sie in Ihrem Praktikum gemacht, was Ihnen bei uns zugutekommt?

    Fachfragen:

    Beantworte diese Fragen wirklich nur wahrheitsgemäß – das zeugt von Ehrlichkeit, und zumeist ist es kein Beinbruch, wenn du dich mit einer Software beispielsweise noch nicht beschäftigt hast – dafür kannst du Lernbereitschaft und eine rasche Auffassungsgabe an den Tag legen.

    • Mit welchen CAT-Tools haben Sie bisher gearbeitet?
    • Welche Software zur Terminologiearbeit kennen Sie?

    Persönliche Fragen:

    Auch deine Soft Skills werden geprüft. Hier zahlt sich ebenfalls Ehrlichkeit aus, aber wenn es zu persönlich wird, kannst du natürlich auch vage bleiben. Das will der Personaler oft wissen:

    • Was würden Sie als Ihre größte Schwäche bezeichnen?
    • Was war bisher Ihr größter Erfolg?
    • Wie gehen Sie mit Zeitdruck um?

    Eigene Fragen:

    Gegen Ende darfst du noch selber Fragen stellen. Nutze diese Gelegenheit und bereite dich schon zu Hause darauf vor, denn das signalisiert Interesse. Diese Fragen kommen im Bereich Übersetzung gut an:

    • Mit welchen CAT-Tools arbeitet Ihr Unternehmen? (Lass ruhig die Namen aktueller Übersetzungssoftware einfließen; das zeigt, dass du dich auskennst)
    • Wie verläuft die Arbeit zwischen den Teams?
    • Wie ist die Qualitätskontrolle gesichert?
    • Zählt auch die Beauftragung externer Übersetzungsleistungen zu meinen Aufgaben? / Habe ich Personalverantwortung?
    • Aus welchen Sprachen und in welche Sprachen wird übersetzt?
    • Gibt es die Möglichkeit zu Auslandseinsätzen?
    Schon gewusst? So erhältst du Job-Anfragen von Top-Arbeitgebern.