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Das Glück erzwingen

Die Initiativbewerbung

Die Initiativbewerbung

Mit einer Initiativbewerbung kann man sich bei einem Unternehmen bewerben, auch wenn es zur Zeit keine Stellenangebote ausgeschrieben hat. Das kann erfolgreich sein, muss es aber nicht. Doch viele Arbeitgeber wissen diese Eigeninitiative zu schätzen. Selbst wenn in der Firma aktuelle keine Stelle zu besetzen ist, kommt die Firma eventuell später auf den Bewerber zurück. Einen Versuch ist es also wert. ABSOLVENTA gibt Tipps.

Inhalt

  1. Inhalt der Initiativbewerbung
  2. Konkret sein statt beliebig
  3. Gründliche Vorbereitungen treffen
  4. Spätere Berücksichtigung der Initiativbewerbung möglich
  5. Die Chancen einer Initiativbewerbung

Inhalt der Initiativbewerbung

Die Initiativbewerbung unterscheidet sich in ihrem Inhalt nur minimal von einer herkömmlichen Bewerbung. Auf Deckblatt oder Anschreiben wird vermerkt, dass es sich nicht um eine einfache Bewerbung auf eine bestimmte Stellenanzeige handelt, sondern um eine Initiativbewerbung.

Grundsätzlich ist es wichtig, die Bewerbung auf den Arbeitgeber und die gewünschte Stelle zuzuschneiden. Das betrifft sowohl das Anschreiben als auch den Lebenslauf und den Anhang. Für die Dokumente im Anhang gilt die Faustformel: So viel wie nötig, so wenig wie möglich. Wenn die Zeugnisse, Bescheinigungen und Zertifikate nichts mit der Stelle zu tun haben, sollte man sie einfach weglassen. So fallen die relevanten Dokumente stärker ins Gewicht.

Bei einer Initiativbewerbung ist besonders das Motivationsschreiben ein wichtiger Bestandteil: Hier musst man überzeugend sein. Da es kein offenes Stellenangebot gibt, ist der Arbeitgeber besonders daran interessiert, warum der Bewerber sich trotzdem bei seinem Unternehmen bewirbt, warum er dort arbeiten möchte und welche Kenntnisse und Qualifikationen er dafür mitbringt.

Die Bewerbung muss auf jeden Fall übersichtlich sein, so dass der Personaler die für ihn wichtigen Infos schnell identifizieren kann. Ein tabellarischer Lebenslauf hilft dabei.

Konkret sein statt beliebig

Ein häufiger Fehler bei Initiativbewerbungen ist es, dass Bewerber zu unkonkret angeben, in welcher Position sie bei dem Unternehmen arbeiten wollen. Sie loben den Arbeitgeber über den grünen Klee und lassen durchblicken, dass es ihnen fast egal ist, in welchem Bereich sie dort arbeiten können. Um es deutlich zu sagen: Das ist der falscher Ansatz!

Zwar gehört es zweifelsohne bei einer Initiativbewerbung dazu, sich positiv über den Arbeitgeber zu äußern. Doch man muss selbst sagen, in welchem Bereich man gerne arbeiten möchte und wo man seine Stärken hat. Denn diese kennt das Unternehmen nicht, und warum sollte sich das Unternehmen damit beschäftigen, wenn es der Bewerber scheinbar selbst nicht weiß? Das wirkt beliebig.

Man braucht keine Sorge zu haben, dass man sich dadurch eine Einstellung in einer anderen Position verbaut. Wenn der Personaler der Meinung ist, dass der Kandidat auch woanders gewinnbringend für die Firma eingesetzt werden könnte, dann wird er weitere Einsatzmöglichkeiten ausloten und den Bewerber fragen, ob er auch an einem anderen Job interessiert ist.

Gründliche Vorbereitungen treffen

Initiativbewerbungen bedürfen einer besonders gründlichen Vorbereitung. Da Vakanzen nicht zwangsläufig vorhanden sind, muss man seine Bewerbung gegenüber dem Unternehmen gut begründen.

Tipp 1: Studiere alte Stellenangebote der Firma für die gewünschte Position (oder aktuelle Stellenanzeigen für andere Positionen), um ein Gefühl dafür zu bekommen, auf welche Qualifikationen der Arbeitgeber Wert legt. Suche nach Gemeinsamkeiten, zum Beispiel ob bestimmte Eigenschaften besonders häufig erwünscht sind. Die Anforderungen für die Mitarbeit bei dem Unternehmen geben viele Firmen auf der Webseite auch dann an, wenn aktuell keine Stellen besetzt werden müssen.

Tipp 2: Ebenso sollte man sich Informationen über die Firmenphilosophie und die Unternehmenskultur einholen. Auch diese bieten oft Anknüpfungspunkte für das Anschreiben bzw. Motivationsschreiben.

Tipp 3: Schreibe den Personalverantwortlichen direkt an, um sicherzugehen, dass die Bewerbung auf dem richtigen Tisch landet. Sonst ist die Arbeit wohlmöglich umsonst. Daher ist davon abzuraten, die E-Mail-Bewerbung an eine allgemeine E-Mail-Adresse wie kontakt@unternehmen.de oder info@unternehmen.de zu schicken.

Spätere Berücksichtigung der Initiativbewerbung möglich

Wenn in der Firma derzeit keine Vakanzen bestehen, kann der Personaler die Initiativbewerbung auch zu einem späteren Zeitpunkt noch in Betracht ziehen. In die Bewerbung sollte man daher einen Vermerk einbauen, dass das Unternehmen die Bewerbungsunterlagen gerne aufbewahren und sich auch zukünftig melden darf, wenn später eine Vakanz entstehen sollte.

Eine ähnliche Möglichkeit bieten Bewerbermanagementsysteme im Karrierebereich auf der Firmenwebseite. Vor allem Konzerne bauen sich so einen Pool an Bewerbern auf, aus denen sie bei Bedarf passende Kandidaten heraussuchen und zu einem Vorstellungsgespräch einladen können.

Die Chancen einer Initiativbewerbung

Manche Jobs werden schon vor der Ausschreibung durch Initiativbewerber besetzt. Das bestätigt auch die Studie „Workplace Survey“, die im Auftrag des Personaldienstleisters Robert Half durchgeführt wurde. Demnach gaben 53 Prozent der befragten deutschen Betriebe an, ihr Personal auch über Initiativbewerbungen zu gewinnen.

Die angeführten Punkte sind für die Initiativbewerbung äußerst wichtig, allerdings ist Geduld noch wichtiger. Eine Einstellung über eine solche Bewerbung kann unmittelbar erfolgreich sein, aber auch einige Monate dauern. Zudem braucht man bei Bewerbungen immer auch die nötige Portion Glück. Lass dich daher nicht von einer Absage entmutigen. So sagte auch Oscar Wilde: „Am Ende wird alles gut. Wenn es nicht gut wird, ist es noch nicht das Ende.“

Lesetipps:
Kreative Bewerbung – Aufmerksamkeit, bitte!
Guerillabewerbung – Auffallend anders
Die 3. Seite in der Bewerbung

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