Alle Infos zum Empfehlungsschreiben.

Alle Infos zum Empfehlungsschreiben.
In den USA oder Südeuropa sind Empfehlungsschreiben schon länger üblich und auch in Deutschland wird in Bewerbungen vermehrt Wert darauf gelegt. Wir erklären dir, worauf es beim Empfehlungsschreiben ankommt, wer dir eins ausstellen kann und welche Unterschiede es zum Referenzschreiben gibt. 
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  1. Was ist ein Empfehlungsschreiben?

    Ein Empfehlungsschreiben – im Englischen auch Letter of Recommendation genannt – wird von einer Bezugsperson ausgestellt und gibt eine persönliche Empfehlung über eine Person wieder. Dabei erläutert die Referenzperson wichtige Charakterzüge und positive Eigenschaften der Person und empfiehlt sie persönlich weiter. Ziel ist es, zu begründen, warum die oder derjenige für eine Stelle oder eine Position aus einer persönlichen Sicht geeignet scheint. Das Schreiben ist dabei nur ein Teil deiner eigentlichen Bewerbung.

    Fakten zum Empfehlungsschreiben im Überblick:

    FAKTOREN ERKLÄRUNG
    Länge Max. 1 DIN A4-Seite
    Verbreitung   Üblich in Amerika und Südeuropa, immer mehr auch in Mitteleuropa
    Anlass Bewerbung für einen Job, Studium oder Stipendium
    Aussteller Übergeordnete betreuende Personen wie Lehrer, Professoren, Arbeitgeber, Trainer
    Inhalt Herausstellen der persönlichen Fähigkeiten sowie positiven Eigenschaften einer Person
    Ziel Empfehlung für die angestrebte Position
    Platz in Bewerbung Nach dem Anschreiben und Lebenslauf, im Anhang bei Arbeitszeugnissen und anderen Nachweisen
    Form Ausgestellt in Ich-Form

    Empfehlungsschreiben sind in Deutschland in der freien Wirtschaft noch eher selten, im universitären Bereich sowie auf dem englischsprachigen Arbeitsmarkt sind schriftliche Fürsprachen jedoch sehr gebräuchlich. Da es in den USA oder Großbritannien, anders als in Deutschland, kein qualifizierendes Arbeitszeugnis gibt, stellt der Letter of Recommendation eine wichtige Bewertung für zukünftige Arbeitgeber dar.

    Empfehlungsschreiben können ausgestellt werden für:

    • Ein Praktikum
    • Eine Festanstellung
    • Einen Jobwechsel
    • Eine Beförderung
    • Ein Studium, vor allem für einen Master Master oder ein Auslandsstudium
    • Ein Stipendium
    • Eine Promotion

    Vor allem für Berufseinsteiger, die noch nicht über ausreichende Arbeitserfahrung verfügen, kann ein Empfehlungsschreiben eine Möglichkeit sein, der Bewerbung eine weitere Gewichtung zu verleihen. Und auch wenn du dich in deinem Beruf weiterqualifizieren willst, kann dir eine positive Fürsprache bei der Beförderung helfen.

    Bei Bewerbungen für Stipendien, Master-Studiengänge oder für ein Auslandssemester wird oftmals ein Empfehlungsschreiben verlangt, um sich damit zu qualifizieren.

  2. Unterschied Empfehlungsschreiben vs. Referenzschreiben.

    Oft wird das Empfehlungsschreiben mit dem Referenzschreiben gleichgesetzt. Das ist nicht komplett falsch, da beide von einer Referenzperson für eine andere Person ausgestellt werden und die Persönlichkeit bzw. Leistung positiv beurteilt wird. Dennoch ist das Empfehlungsschreiben konkret für eine Stelle oder Position ausgelegt oder richtet sich direkt an eine Kontaktperson. Das Referenzschreiben ist hingegen allgemein formuliert.

    Das Referenzschreiben eignet sich besonders für Freiberufler, die kein Arbeitszeugnis erhalten, sowie für Unternehmen, um die Zufriedenheit der Leistungen und des Auftrags zu betonen.

    Die Unterschiede zwischen Empfehlungsschreiben und Referenzschreiben:

    EMPFEHLUNGSSCHREIBEN REFERENZSCHREIBEN
    Für wen Berufseinsteiger, Praktikanten, Stipendiaten, Mitarbeiter für neue Positionen Freiberufler, Unternehmen
    Form   Richten sich an konkreten Empfänger oder Position/Stelle Allgemein formuliert
    Aussteller Übergeordnete betreuende Personen wie Lehrer, Professoren, Arbeitgeber, Trainer Ehemalige Arbeits- oder Auftraggeber
  3. Wer darf ein Empfehlungsschreiben ausstellen?

    Theoretisch kann jeder ein Empfehlungsschreiben aufsetzen. Es macht aber nur dann wirklich Sinn, wenn der Aussteller tatsächlich dazu berechtigt ist, eine Bewertung der jeweiligen Person zu erstellen, da die zuständigen Auswahlgremien möglicherweise die Referenzen prüfen.

    Die Gewichtung der Empfehlung hängt deswegen vom Rang der empfehlenden Person ab. Mit anderen Worten: Ein Empfehlungsschreiben von deinen Eltern, deinen Großeltern oder anderen Verwandten und Freunden ist so gut wie nichts wert. Hier erkennt ein potenzieller Arbeitgeber eine Gefälligkeit und keine wirkliche Arbeitsempfehlung. Deswegen solltest du darauf achten, dass du dir das Schreiben von einer Person ausstellen lässt, die aufgrund ihres Namens, ihres Titels oder ihrer Stellung eine gute Reputation aufweist. Da es zu Nachfragen kommen kann, solltest du auch wirklich mit dem Autor des Empfehlungsschreibens in Kontakt stehen. Ein Empfehlungsschreiben zu fälschen, ist deswegen eher riskant.

    Personen, die sich eignen ein Empfehlungsschreiben auszustellen, sind:

    Ehemalige Arbeitgeber: Zwar bekommst du nach deiner beruflichen Tätigkeit ein Arbeitszeugnis ausgestellt, dennoch kannst du deinen direkten Vorgesetzen um eine persönliche Stellungnahme zu deinen Fähigkeiten und deinem Auftreten bitten. Verpflichtet ist er dazu allerdings nicht.

    Lehrer und Professoren: Hier verfügt meist der Titel über eine hohe Reputation und das Verhältnis ist in einem professionellen Umfeld geprägt. Du solltest Seminare oder Vorlesungen beim gewählten Professor besucht habe, im besten Fall war er der Betreuer deiner Abschlussarbeit.

    Trainer/Betreuer: Bist du in deiner Freizeit in einem Sportverein, einem Musikverein oder ehrenamtlich aktiv, kann dein Betreuer oder der Leiter der Einrichtung eine Empfehlung über dich ausstellen. Gerade für Berufseinsteiger mit wenig Arbeitserfahrung ist diese Bewertung viel wert.

  4. Wie ist ein Empfehlungsschreiben aufgebaut?

    Das Empfehlungsschreiben wird in deine Bewerbung mit eingefügt und zwar in dem Teil, in dem deine Zeugnisse enthalten sind: nach dem Anschreiben und deinem Lebenslauf. Am sinnvollsten ist es, dieses nach Arbeits- und Abschlusszeugnissen anzuführen. Da Personaler gerne schnell Informationen erhalten, sollte das Schreiben nicht mehr als eine DIN A4-Seite umfassen und in der Ich-Form gehalten werden.

    Die Gestaltung des Empfehlungsschreibens orientiert sich dabei an den Formalitäten des Anschreibens. Dabei sollten folgende Angaben im Aufbau beachtet werden:

    • Anschrift des Referenzgebers
    • Betreff mit Hinweis auf Referent, Name der Person und Art der Tätigkeit
    • Beschreibung des Unternehmens und der referenzierten Stelle
    • Beschreibung der konkreten Aufgaben und der angewendeten Fähigkeiten
    • Qualitative Bewertung der Arbeitsleistung
    • Bewertung des Sozialverhaltens
    • Wunsch für die Zukunft

    Teilweise lassen dich Professoren oder Arbeitgeber dein Empfehlungsschreiben auch selbst erstellen und unterschreiben dieses dann nur. Als Hilfestellung bieten sich hierfür Beispiele und Muster für Empfehlungsschreiben an, an denen du dich orientieren kannst.

    Beachtest du bei der Erstellung die wesentlichen Formalien und Kriterien, kann dir das Empfehlungsschreiben bei deiner Bewerbung eine große Hilfe sein.

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