Infos im Bereich Personalwesen & HR.

Infos im Bereich Personalwesen & HR.

Welche Aufgaben dich im Bereich Personalwesen & HR erwarten, welche Voraussetzungen du für den Beruf mitbringen solltest und wie deine Berufschancen im Berufsfeld aussehen, erfährst du hier.

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  1. Definition.

    Als Human Resources, auch unter dem Begriff Humankapital bekannt, bezeichnet man laut Definition das Wissen um die Fähigkeiten und die Motivation jedes einzelnen Mitarbeiters in einem Unternehmen. Um dieses im Sinne der Unternehmensziele einzusetzen, bedarf es eines strategischen Managements. Dafür ist das Personalwesen (HR Management) zuständig: 

    Das Personalwesen umfasst alle Handlungsfelder, die in Zusammenhang mit dem gezielten Personaleinsatz in einem Unternehmen stehen. Das Personalmanagement gliedert sich nach der allgemeinen Definition in die zwei Hauptbereiche Personalführung und Personalverwaltung, die wiederum jeweils einige Unterpunkte umfassen. Aufgrund des breiten Spektrums an Aufgaben gibt es nicht den einen Personalmanagement-Job. In den Personal-Bereich fällt alles – von Stellenangeboten für Personalsachbearbeiter bis hin zum Diversity Management. Dazu gehören auch Personalplanung, Personalentwicklung, Recruiting und Personalkommunikation.

    Im Bereich Personalverwaltung geht es vor allem um die gezielte Rekrutierung von Fachkräften mittels Stellenausschreibung oder auch  Active Sourcing, bei dem man über Lebenslaufdatenbanken und Jobbörsen nach geeigneten Bewerbern sucht. Als HR-Consulting bezeichnet man die Personalberatung. Diese agiert unabhängig und berät Unternehmen bei der strategischen Rekrutierung von Personal. Im Gegensatz zu Personalvermittlungen richtet sich diese an Arbeitgeber, die vor allem Fach- und Führungskräfte suchen. Für die emotionale Unterstützung im Unternehmen ist hingegen der sogenannte Feel Good Manager zuständig. Die Berufsbezeichnung selbst hat sich, vor allem in Deutschland, erst in den letzten Jahren etabliert.

  2. Kenntnisse & Voraussetzungen.

    Welche Studienfächer eignen sich?

    Häufig startet die HR-Karriere mit einem Studium der Wirtschaftswissenschaften, beispielsweise in BWL. Sind die Grundlagen geschaffen, findet später eine Spezialisierung statt. Exemplarisch mit einem Master in Human Resources. Hast du dich bereits im Bachelor-Studium auf den HR-Bereich spezialisiert, kannst du dein eigenes Kompetenzfeld im Master noch enger eingrenzen, indem du einen speziellen Master für Personalentwicklung antrittst.

    Nicht immer muss es jedoch ein HR-Studium sein, um im Personalbereich Karriere zu machen: So haben zum Beispiel auch Psychologie-, Soziologie-, und Pädagogik-Studenten gute Chancen, in diesem Job Fuß zu fassen. Einer Karriere in Human Resources geht in der Regel ein Studium voraus, es ist aber kein Muss.

    Dazu besteht die Möglichkeit, den Berufseinstieg als Junior Personalreferent durch eine Ausbildung als Betriebswirt bzw. Personalfachkaufmann zu finden. Die Aufstiegschancen sind hier aber geringer als mit einem Studium.

    Wie wichtig ist Auslandserfahrung?

    Fließendes Deutsch und Englisch sowie idealerweise internationale Erfahrung gehören zu den Erfolgskriterien für die HR-Karriere.

    Wie wichtig ist Praxiserfahrung?

    Praktika während des Studiums oder auch danach bilden den Grundstein für die HR-Karriere. So sollte man gezielte Praktika, Werkstudentenjobs oder Vertiefungsfächer nutzen, um im Bachelor herauszufinden, ob das Personalmanagement wirklich der Bereich ist, in dem man später arbeiten möchte. Am besten ist es, mehrere Unternehmen auszuprobieren, um die verschiedenen Arbeitsprozesse der Personalabteilungen kennenzulernen. So knüpft man außerdem bereits Netzwerke, um nach dem Studium leichter in das Berufsleben starten zu können.

    Welche Soft Skills benötige ich?

    Manager im Personalwesen sind zum einen Vermittlungsinstanz zwischen Vorstand und Belegschaft, zum anderen sind sie Ansprechpartner in Bezug auf alle Mitarbeiteranliegen. Neben dem theoretischen Know-how müssen sie also auch einige Soft Skills mitbringen. Dazu gehören:

    • Ausgeprägte Kommunikationsfähigkeit
    • Hohes Maß an Sensibilität und Feingefühl
    • Menschenkenntnis & Freude am Umgang mit Menschen
    • Flexibilität
    • Belastbarkeit
    • Hohe Motivation
    • Selbstsicheres Auftreten
    • Durchsetzungsvermögen
    • Organisationstalent
    • Kaufmännische Fertigkeiten

    Welche Voraussetzungen gibt es für den Quereinstieg?

    In Stellenangeboten im Personalwesen werden oft sehr unterschiedliche fachliche Qualifikationen vorausgesetzt. Das hat zum einen den Vorteil, dass auch Quereinsteiger gute Chancen auf eine HR-Karriere haben. Zum anderen bietet es eine gute Grundlage, um als HR-Generalist die Karriere zu starten und sich über Weiterbildungsmaßnahmen weiter zu qualifizieren.

    Berufe in der Personalwirtschaft sind für Quereinsteiger geeignet, die ein Studium in BWL, Soziologie, Psychologie, Pädagogik oder Jura (Wirtschaftsrecht, Arbeitsrecht) vorweisen können. Darauf aufbauend empfiehlt sich dann ein Master im Bereich Human Resources. Auch wer eine Ausbildung zum Personalfachkaufmann absolviert oder einen kaufmännischen Beruf erlernt und eine Zusatzqualifikation im Personalwesen erworben hat, hat gute Chancen auf den Einstieg als Personalreferent. Immer bedeutender werden zudem Kompetenzen im Umgang mit Social Media, da diese mittlerweile einen etablierten Recruiting-Kanal darstellen. Vielen Arbeitgebern kommt es dabei weniger auf die Noten an, sondern vielmehr darauf, welche Eigenschaften und Erfahrungen man mitbringt, um den Aufgaben des Personaldisponenten gerecht zu werden.

  3. Aufgabengebiet.

    Das Personalwesen bietet zahlreiche Positionen und Tätigkeitsbereiche. Die zwei wesentlichen Aufgabenfelder sind:

    Personalführung Personalplanung Personalbedarf ermitteln & planen
    Personalentwicklung Aus- und Weiterbildung von Mitarbeitern
    Personalkommunikation interne Kommunikation, Teambuilding-Maßnahmen
    Personalpolitik Strategische Ausrichtung der Personalarbeit
    Personalverwaltung Personalbeschaffung/Personalmarketing Recruiting & Employer Branding
    Personaleinsatz Begleitung der Mitarbeiter vom Ein- bis zum Ausstieg
    Personalcontrolling Planung, Kontrolle und Steuerung
    Personalorganisation Struktur, Prozessmanagement
    Personalbetreuung Beratung und Betreuung der Mitarbeiter
    Entgeltmanagement Entlohnung der Mitarbeiter

    Je nach Erfahrung, Position, Spezialisierung und Firmengröße können der Schwerpunkt der Personalarbeit und die damit verbundenen Aufgaben variieren. Daher gibt es für die HR-Karriere auch keinen komplett festgelegten Aufgabenbereich. Der Personaldisponent ist der Vermittler zwischen Jobsuchenden und Unternehmen, die akuten Personalbedarf haben. Tätig ist der Personaldisponent daher vorwiegend in Personaldienstleistungsunternehmen. Dort betreut er die Unternehmen bei der Suche nach passenden Mitarbeitern. So ist es seine Aufgabe, geeignete Kandidaten vorzuschlagen und bei der Vorauswahl zu helfen.

    Der Auf- und Ausbau seines Kundenstamms – also der Unternehmen, für die der Personaldisponent Kandidaten sucht – fällt ebenfalls in seinen Tätigkeitsbereich. Aus diesem Grund ist nicht nur das Know-how im Bereich HR-Management gefragt, sondern auch die Kompetenz eines Vertriebsmitarbeiters, um den Aufgaben als Personaldisponent gerecht zu werden. Auf der anderen Seite unterstützt der Personaldisponent die Jobsuchenden. Er erstellt und schaltet Stellenanzeigen, führt Telefoninterviews und Vorstellungsgespräche und erstellt daraus Kandidatenprofile. Diese gleicht er dann mit den Anforderungen der Unternehmen ab und stellt den Kontakt zwischen geeigneten Kandidaten und Unternehmen her.

    Doch auch in der Personalabteilung von Unternehmen kann der Personaldisponent zum Einsatz kommen. Hier plant er den Personaleinsatz, wirkt bei der Personalsuche mit und übernimmt teilweise Aufgaben der Personalentwicklung. Einige Personalberatungen sind auf einzelne Branchen und Berufsfelder spezialisiert, beispielsweise auf Maschinenbau, Gesundheitswesen oder andere Industrie- und Dienstleistungszweige. Dabei verteilen sich die Beratungsfelder, in denen die Personalberater in Deutschland tätig sind, wie folgt:

    BERATUNGSFELD JAHR
    Suche und Auswahl von Führungskräften und Experten 82,1 %
    Managementdiagnostik 7,9 %
    Besetzung von Beiräten und Aufsichtsräten 3,5 %
    Management Development 1,6 %
    Unternehmensberatung 1,5 %
    Executive Coaching 1 %
    Outplacementberatung 0,9 %
    Sonstige HR-Beratung 0,7 %
    Employer Branding 0,5 %
    Talent Management 0,3 %

    Quelle: Statista 

    Der Fokus liegt also – ganz unabhängig davon, auf welche Branche die Personalberatung spezialisiert ist – vor allem auf der Suche und Auswahl von Führungskräften und Personal. Alle anderen Aufgaben sind eher untergeordnet.

    Die Aufgaben des Feel Good Managers sind weitaus älter als die eigentliche Berufsbezeichnung. Er sorgt für das Wohlergehen der Mitarbeiter und bildet die Schnittstelle zwischen Arbeitnehmer und Arbeitgeber. Zu seinen Aufgaben gehören unter anderem die Planung von Firmenevents wie zum Beispiel gemeinsame Bootstouren, Weihnachtsfeiern oder das Essensroulette. In vielen Unternehmen gibt es auch spezielle Sprechstunden, in denen sich der Feel Good Manager in einen separaten Raum setzt und Mitarbeiter die Gelegenheit nutzen können, um ihre persönlichen Probleme, z.B. mit Kollegen oder dem Chef, besprechen zu können. Konkrete Vorschläge für Unternehmen und Arbeitsverbesserungen werden ebenso von ihnen bearbeitet und in Absprache mit dem Management umgesetzt.

  4. Berufschancen & Aufstiegsmöglichkeiten.

    Der Einstieg in die HR-Branche erfolgt in der Regel als (Junior-) Personalreferent oder als Trainee im Personalbereich. Die nächste Stufe ist dann die Position des HR-Managers, beispielsweise für eine Organisationseinheit. Für die weitere Karriere und den Aufstieg in eine Top-Position ist eine ständige Weiterentwicklung der eigenen Kompetenzen erforderlich.

    Die HR-Branche ist sehr schnelllebig und unterliegt äußeren Einflüssen und Trends. Wer es in seiner HR-Karriere bis ganz oben schaffen möchte, sollte daher in jedem Fall Führungskompetenzen mitbringen, internationale Erfahrungen haben sowie eine ausgeprägte Kommunikationsfähigkeit, Business-Know-how und umfassende Kenntnisse über relevante soziale Netzwerke und Kanäle mitbringen, um die jeweiligen Zielgruppen zu erreichen. Man sollte bereits während des Studiums erste Einblicke in das Berufsfeld über Praktika oder Werkstudententätigkeiten gesammelt haben. Das erhöht nicht nur die Chancen auf einen zügigen Berufseinstieg, sondern man kann auch eventuelle Kontaktnetzwerke nutzen, um einen passenden Job zu finden.

    Hochschulabsolventen haben die Möglichkeit, als Trainee in den Bereich Human Resources einzusteigen. Das bietet den Vorteil, dass man intensiv in das Unternehmen eingearbeitet wird und sich im Verlauf des Trainee-Programms spezialisieren kann. Die Karriereperspektiven in der Personalwirtschaft sind sehr vielversprechend. Falls du also lieber gleich nach dem Bachelor ins Berufsleben starten willst, kannst du den Master im Human Resources Management auch berufsbegleitend erwerben. Vorteil dieser Variante ist der hohe Praxisbezug. So können dir Erkenntnisse aus dem Berufsleben im Studium helfen. Die Karriereaussichten im Human Resources Management sind äußerst vielfältig und hängen natürlich auch von den Voraussetzungen ab, die man mitbringt. Eine weitere Möglichkeit bietet die Arbeit im HR-Consulting. Vor allem kleine und mittlere Firmen (KMU) sind oft auf externe Berater zur Rekrutierung von Fach- und Führungspersonal angewiesen, da sie selbst nicht über ausreichende Kapazitäten und Ressourcen verfügen.

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