Das Motivationsschreiben.

Das Motivationsschreiben.

Das Motivationsschreiben entspricht im Prinzip dem Anschreiben einer Bewerbung. Von der Intention her ist es ähnlich, doch im Motivationsschreiben liegt der Fokus noch etwas stärker auf der persönlichen Motivation und den Zielen, die verfolgt werden. Wir haben die besten Tipps für den Aufbau und die wichtigsten Fragen für das Motivationsschreiben für einen Job oder ein Studium, ein Stipendium oder die Bewerbung fürs Ausland zusammengefasst.

  1. Aufbau Motivationsschreiben.

    Egal, ob du dich mit einem Motivationsschreiben für einen Job, einen Studienplatz oder ein Praktikum im Ausland bewirbst, der Aufbau gestaltet sich in allen Fällen ähnlich. Wichtig ist, dass du dir immer einen Fokus aussuchst, auf den du dich beim Bewerbung schreiben beziehst und nach dem sich der Aufbau gestaltet. Ein roter Faden im Motivationsschreiben ist also sehr wichtig.

    Dafür beschreibst du am Anfang kurz deinen bisherigen Lebensweg und welche Kenntnisse und Erfahrungen du gesammelt hast. Anschließend gehst du auf deine Zukunftspläne ein. Diese müssen nicht komplett ausgereift sein. Alle, die dein Motivationsschreiben lesen, sollten dadurch erkennen, dass du Ziele und Pläne verfolgst und dass dein bisheriger Lebensweg diese Ausrichtungen begründet. Dabei geht es keinesfalls darum, dass dein Leben stringent in eine Richtung verläuft. Auch Brüche im Lebenslauf lassen sich erklären, indem dir die Erfahrung gezeigt hat, dass dir doch eine andere Richtung eher zusagt.

    Vermeide folgende Fehler im Motivationsschreiben.

    Reine Aufzählungen: Klappere nicht die einzelnen Stationen deines Werdegangs ab, denn das lässt weder eine persönliche Note noch deine Motivation erkennen. Besser: Füge deine einzelnen Stationen zu einem Gesamtbild zusammen und begründe Entscheidungen.

    Worthülsen verwenden: „Ich bin teamfähig, motiviert und kommunikativ“ – das klingt nicht überzeugend. Besser: Begründe deine Soft Skills oder Erfahrungen mit konkreten Beispielen.

    Grammatik-, Komma- und Rechtschreibfehler: Fehler im Motivationsschreiben zeugen davon, dass die Bewerber_innen nicht sorgfältig arbeiten. Lass dein Motivationsschreiben auf jeden Fall noch einmal Korrektur lesen.

    Vorlagen verwenden: Jedes Unternehmen oder jede Stiftung merkt sofort, wenn dein Motivationsschreiben einfach nur eine Vorlage ist, die an viele rausgeht. Werde individuell! Und das heißt: Nenne den Namen des Unternehmens/der Stiftung/Fakultät, zeige, dass du dich informiert hast und nimm Bezug auf die Ausschreibung – sei es für die Job-Bewerbung, das Stipendium oder das Studium.

    Tipp

    Schlafe eine Nacht über das Geschriebene und wirf am nächsten Tag noch einmal einen prüfenden Blick auf das Motivationsschreiben sowie die restliche Bewerbung. Stell dir vor, du wärst Personaler_in und würdest deine Bewerbungsmappe bekommen. Ist die Motivation überzeugend, wo bleiben Fragen offen? Hole dir auch Feedback von deiner Familie oder Freund_innen ein.

  2. Motivationsschreiben für einen Job.

    Key-Facts

    Fact Inhalt
    Länge 1 DIN-A4-Seite
    Fokus Was kannst du dem Unternehmen bieten?
    Details Eingehen auf Unternehmen

    Im Motivationsschreiben für einen Job musst du herausstellen, was dich für die Stelle prädestiniert. Dafür musst du zeigen, dass du genau der oder die Bewerber_in bist, den/die das Unternehmen sucht – ohne dabei überheblich zu wirken. Das Motivationsschreiben ist dabei nicht das Anschreiben, sondern die sogenannte Dritte Seite deiner Bewerbung.

    Das Motivationsschreiben für einen Job solltest du nur anbringen, wenn dieses explizit in der Stellenbeschreibung gefordert wird. Dann kommt es nach Deckblatt, Anschreiben und Lebenslauf und vor deinen Zeugnissen und weiteren Anhängen.

    Hier bietet es sich an, an die im Stellenangebot genannten Anforderungen und Aufgaben anzuknüpfen. Im Idealfall schaffst du hier eine Verbindung zu deinen Qualifikationen und deiner eigenen Motivation. Wer es schafft, Personalverantwortliche von seiner Leidenschaft für den angestrebten Bereich zu überzeugen, hat meist einen großen Schritt auf dem Weg zum Job gemacht.

    Um in einer Sache richtig gut zu sein bzw. zu werden, muss man Leidenschaft dafür haben. Das wissen auch die Personalverantwortliche und halten daher besonders nach Kandidat_innen Ausschau, die diese Leidenschaft und Motivation mitbringen.

    Ein guter Ansatz ist es auch, im Motivationsschreiben auf den Arbeitgeber einzugehen. Man sollte daher darlegen, was einem an dem Unternehmen gefällt. Warum man konkret dieses Unternehmen favorisiert, sollte ebenfalls zeigen, indem man konkrete Beispiele nennt (zum Beispiel innovative Produkte, einzigartige Dienstleistungen, gesellschaftliches Engagement, Image der Firma, Firmenphilosophie, Unternehmenskultur etc.).

    Aufbau des Motivationsschreibens für eine Bewerbung für einen Job.

    • Fakten zu deiner bisherigen Ausbildung oder deinem Studium: Studiengang, Fachsemester, ggf. Abschluss, Schwerpunkte
    • Praktische Erfahrungen oder Berufserfahrung
    • Erworbene fachliche Kenntnisse und Fähigkeiten
    • Deine weiteren beruflichen Pläne
    • Begründung, wie die angebotene Stelle in deine Pläne passt
    • Relevante Erfahrungen, die du für die ausgeschriebene Stelle mitbringst
    • Erklärung, warum du bei diesem Unternehmen arbeiten willst
    • Persönliche Anforderungen, die du mitbringst und durch Beispiele belegen kannst

    Diese 3 Fragen sollte dein Motivationsschreiben für eine Stelle beantworten:

    • Welche Erfahrungen kannst du dem Unternehmen bieten?
    • Warum passt du auch menschlich ins Unternehmen und zu der ausgeschriebenen Stelle?
    • Warum möchtest du genau bei diesem Unternehmen arbeiten?
  3. Motivationsschreiben für ein Studium.

    Key-Facts

    Facts Inhalt
    Länge 1 bis 2 DIN-A4-Seiten
    Fokus Wie bringt dich das Studium in deinen Plänen weiter?
    Details Eingehen auf mögliche Schwerpunkte/Forschungsthemen

    Im Motivationsschreiben für ein Studium solltest du begründen, bei welchen Plänen dich das Studium unterstützt und wie es anschließend weitergehen soll.

    Dafür gehst du im Detail darauf ein, was dich durch deinen bisherigen Lebensweg und deine Erfahrungen dazu bewogen hat, deine akademische Laufbahn durch das Studium voranzutreiben. Gegebenenfalls führst du aus, welche Fragestellungen oder Forschungsthemen dich in einem früheren Studium (Bachelor) bereits interessieren. Anschließend skizzierst du kurz, welche weiteren akademischen bzw. beruflichen Möglichkeiten du nach Abschluss des Studiums verfolgen willst.

    Aufbau des Motivationsschreibens für ein Studium.

    • Fakten zu deiner bisherigen Ausbildung oder deinem Studium: Studiengang, Fachsemester, ggf. Abschluss, Schwerpunkte
    • Praktische Erfahrungen oder Berufserfahrung
    • Erworbene fachliche und soziale Kenntnisse und Fähigkeiten
    • Preise und Auszeichnungen (falls zutreffend)
    • Deine weiteren beruflichen, akademischen oder persönlichen Pläne
    • Ziele, die du langfristig mit deinen Plänen verfolgst
    • Begründung, warum das ausgewählte Studium zu deinen Plänen passt
    • Forschungen oder Fragestellungen, welche du in deinem Studium verfolgen willst

    Diese 3 Fragen sollte dein Motivationsschreiben für ein Studium beantworten:

    • Welche akademischen oder beruflichen Ziele verfolgst du mit dem Studium?
    • Welche Vorstellungen hast du vom Studium?
    • Warum bist du geeignet für das Studium?
  4. Motivationsschreiben für ein Stipendium.

    Key-Facts

    Facts Inhalt
    Länge Mind. 1 DIN-A4-Seite, max. 3 DIN-A4-Seiten
    Fokus Was erhoffst du dir vom Stipendium?
    Details Eingehen auf Stiftung, die das Stipendium vergibt

    Im Motivationsschreiben für ein Stipendium steht vor allem im Fokus, wie du von dem Stipendium für deine Zukunft profitierst und welche konkreten Projekte oder Ideen du damit umsetzen willst.

    Dafür gehst du im Detail auf deinen bisherigen Lebensweg ein und zeigst auf, welche Zukunftspläne du hast. Um diese Pläne zu ermöglichen, kommt dann das Stipendium ins Spiel. Wichtig ist, dass du einen roten Faden erkennen lässt. Du solltest zeigen, dass es dir nicht einfach nur darum geht, Geld zu erhalten, um sorgenfreier leben zu können, sondern aufzeigen, wie du Pläne und Ziele mit der Förderung ermöglichen kannst.

    Um deine Ausführung abzurunden, machst du deutlich, warum du genau diese Stiftung für das Stipendium gewählt hast. Zeige, dass du dich mit der Stiftung, deren Zielen und Philosophie beschäftigt hast.

    Aufbau für dein Motivationsschreiben für ein Stipendium.

    • Fakten zu deiner Ausbildung oder deinem Studium: Studiengang, Fachsemester, ggf. Abschluss, Schwerpunkte
    • Praktische Erfahrungen oder Berufserfahrung
    • Erworbene fachliche und soziale Kenntnisse und Fähigkeiten
    • Preise und Auszeichnungen (falls zutreffend)
    • Deine weiteren beruflichen, akademischen oder persönlichen Pläne
    • Ziele, die du langfristig mit deinen Plänen verfolgst
    • Nützlichkeit des Stipendiums für deine Pläne bzw. Ziele
    • Begründung, warum das ausgewählte Stipendium und die Stiftung zu deinen Plänen passen

    Diese 3 Fragen sollte dein Motivationsschreiben für ein Stipendium beantworten:

    • Wie passt dein bisheriger Lebensweg zu deinen weiteren Plänen und Zielen?
    • Welche konkreten Ziele unterstützt das Stipendium?
    • Warum hast du dich für dieses Stipendium und diese Stiftung entschieden?
  5. Motivationsschreiben für eine Bewerbung im Ausland.

    Key-Facts

    Facts Inhalt
    Länge Mind. 1 DIN-A4-Seite, max. 2 DIN-A4-Seiten
    Details Eingehen auf Zielland

    Willst du im Ausland arbeiten? Bei einer Bewerbung im Ausland spielt die Motivation mindestens eine genauso große Rolle wie in Deutschland, in England und den USA ist sie sogar noch größer. Als Ergänzung schreibt man daher im CV (bzw. Resume) in der „Job Objective“ eine Kurzbeschreibung dessen, was man von seinem Job erwartet. Diese Kurzbeschreibung kann anschließend auch im Motivationsschreiben aufgegriffen werden. Insgesamt gilt beim Motivationsschreiben für Bewerbungen im Ausland, dass lieber zu viel als zu wenig „aufgetragen“ werden sollte. Gerade in den USA erwarten Personalverantwortliche selbstbewusste Kandidat_innen, die hoch motiviert sind. Falsche Bescheidenheit bringt dich hier nicht weiter.

    Aufbau des Motivationsschreibens für eine Bewerbung im Ausland.

    • Fakten zu deiner Ausbildung oder deinem Studium: Studiengang, Fachsemester, ggf. Abschluss, Schwerpunkte
    • Praktische Erfahrungen oder Berufserfahrung
    • Erworbene fachliche und soziale Kenntnisse und Fähigkeiten
    • Deine weiteren beruflichen, akademischen oder persönlichen Pläne
    • Motivation für den Aufenthalt im Ausland
    • Begründung, warum das ausgewählte Land zu deinen Zielen passt
    • Welche Erfahrungen erhoffst du dir vom Auslandsaufenthalt

    Diese 3 Fragen sollte dein Motivationsschreiben für eine Bewerbung im Ausland beantworten:

    • Welche Erfahrungen/Kenntnisse bringst du fürs Ausland mit?
    • Welche konkreten Ziele verfolgst du mit deinem Auslandsaufenthalt?
    • Warum hast du dich für dieses Land entschieden?