Gehalt im Bereich Übersetzung.

von
2.165 €
Ø
2.783 €
bis
3.011 €

Übersetzer werden in einer globalisierten Welt ständig gebraucht, aber wie ist die Bezahlung? Welche Chancen zur Gehaltsverbesserung gibt es? Erfahre hier mehr zum Lohn im Bereich Übersetzung, wie sich Festanstellung und Freiberuflichkeit auf dein Einkommen auswirken und weitere wichtige Einflussfaktoren.

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  1. Übersetzung: Einstiegsgehalt im Überblick.

    Wer Übersetzer werden möchte, liebt in aller Regel Sprachen und wählt diesen Beruf aus Leidenschaft. Trotzdem interessieren dich vermutlich auch die Verdienstchancen und wie du möglichst gut vom Übersetzen leben kannst. Das Gehalt von Übersetzern ist verglichen mit anderen akademischen Jobs leider nicht besonders hoch. Wie immer ist das Einstiegsgehalt etwas niedriger als mit mehr Berufserfahrung.

    Wer mit einem Volontariat ins Berufsleben startet, kann mit etwa 1.000 bis 1.800 Euro brutto im Monat rechnen. Dafür wird dir der Start ins Übersetzerleben erleichtert; du wirst mit den Abläufen vertraut gemacht und lernst das Übersetzen in der Praxis – abseits der Universität – kennen. Das Einstiegsgehalt für festangestellte Übersetzer ist höher; hier sind 2.000 bis 2.400 Euro brutto üblich.

  2. Festanstellung.

    Wie viel du als Übersetzer verdienst, lässt sich nur schwer sagen, vor allem weil es maßgeblich davon abhängt, ob du dich selbstständig machst oder festangestellt arbeitest. Vorteil einer angestellten Tätigkeit ist natürlich die Sicherheit. Du kannst dich darauf verlassen, regelmäßig und immer gleich hoch entlohnt zu werden. Allerdings kennt diese Sicherheit natürlich auch Grenzen. In vielen Übersetzungsagenturen herrscht sogar ein reges Kommen und Gehen. Die Bezahlung in solchen Übersetzungsbüros kann schwanken, je nach Standort des Unternehmens und natürlich abhängig von deiner Erfahrung als Übersetzer. Gehaltsvergleich.com gibt eine Spannbreite von monatlich 1.795 bis 4.085 Euro beim Übersetzergehalt an. Allerdings steigt das Gehalt in Agenturen nur selten über 3.000 Euro.

    In deiner Bewerbung punkten kannst du, wenn du schon Erfahrungen als Übersetzer gesammelt hast, zum Beispiel in einem Praktikum. Außerdem ist es natürlich immer von Vorteil, wenn du in genau dem Bereich ein Studium abgeschlossen hast, ein Muss ist das aber für diesen ungeschützten Beruf nicht.

  3. Freelancer.

    Deutlich mehr verdienen kann ein freier Übersetzer – selbstredend geht damit aber auch ein höheres Risiko einher und nicht alle selbstständigen Übersetzer haben am Ende des Monats mehr Geld in der Tasche als ihre angestellten Kollegen. Wer freiberuflich übersetzt, hat keinen festen Stundenlohn, sondern muss sich selbst um Aufträge kümmern und wird in der Regel pro Zeile des zu übersetzenden Textes (nicht der verfassten Übersetzung!) entlohnt. Der Zeilenpreis kann dabei stark variieren und es ist schwierig, Richtlinien dafür anzugeben, zumal selbst der Bundesverband der Dolmetscher und Übersetzer (BDÜ) keine Empfehlungen geben darf. Der Zeilenpreis hängt von verschiedenen Faktoren ab:

    • Sprache – seltene Sprachen sind teurer
    • Inhalt – Spezialisierungen auf einem Fachgebiet kosten ebenfalls mehr Geld
    • technischer Schwierigkeitsgrad – auch Lesbarkeit, Satzlänge, Sprachregister etc. nehmen Einfluss auf den Preis der Übersetzung
    • Zeitdruck – sehr kurzfristige Aufträge werden mit einem Aufschlag berechnet
    • Terminologielisten und Glossare – kann der Auftraggeber passende Übersetzungshilfen (bestenfalls sogar sogenannte Translation Memorys) zur Verfügung stellen, sinkt der Aufwand, und damit auch der Preis

    Natürlich können wir dir hier auch keine Preisempfehlung nennen, aber vielleicht hilft die folgende Tabelle, um die Preise grob einschätzen zu können.

    Beispielspreis pro Zeile wenig komplex sehr komplex
    wenig spezialisiert 0,80 bis 1,80 Euro 1,40 bis 2,50 Euro
    sehr spezialisiert 1,40 bis 2,50 Euro 1,60 bis 4,00 Euro

    Für die Rechnung gilt folgende Formel: Anschläge ÷ 55 x Zeilenpreis in Cent. Eine Normzeile hat 55 Anschläge. Anschläge sind fast alle Tasten auf der Tastatur, also auch Leerzeichen und Kommas. Seltener wird nach Normseiten abgerechnet (1.500 bis 1.800 Anschläge).

  4. Faktor Branche.

    Das Gehalt von Übersetzern hängt auch von der Branche ab, in der sie tätig sind. Fachübersetzer verdienen deutlich besser als Literaturübersetzer, die trotz der hohen Anforderungen mit 13.000 bis 14.000 Euro jährlich häufig ihren Lebensunterhalt nicht allein mit der Übersetzung feinsinniger Belletristik bestreiten können. Dafür gibt es in Deutschland eine starke Community der Literaturübersetzer mit zahlreichen Verbänden und Informationsveranstaltungen. So manchem literarischen Übersetzer bedeutet dieser Zusammenhalt mehr als ein üppiges Gehalt.

    Außerdem wurden Stipendien und Preise für Literaturübersetzer gegründet, um diese Arbeit trotz der problematischen finanziellen Lage zu ermöglichen. Schließlich muss man für die hochwertige Übersetzung eines literarischen Textes viel Mühe, Kreativität und Zeit aufbringen.

  5. Arbeitgeber EU.

    Ein interessanter Arbeitgeber für Übersetzer ist auch die Europäische Union. Schließlich treffen in Brüssel viele Sprachen aufeinander, deren Nationen sich verstehen und oftmals einigen können müssen: hier arbeiten also viele Übersetzer und Dolmetscher. Allein die EU-Kommission beschäftigt 2.500 Übersetzer und die Tendenz ist steigend.

    Die EU stellt als beliebter Arbeitgeber allerdings auch hohe Ansprüche und Einstellungstests; sowohl für ihre Festangestellten als auch für freie Übersetzer. Voraussetzung ist unter anderem die Beherrschung von drei Amtssprachen der EU. Dafür lockt ein vergleichsweise sehr guter Verdienst; das hängt auch von der Besoldungsgruppe ab. Übrigens werden die Steuern und Sozialabgaben von der EU festgesetzt; die nationalen Steuern musst du dann nicht entrichten.

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