Infos im Bereich Übersetzung.

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Du hast Spaß am Formulieren, bist ausdruckssicher und sprichst mehrere Sprachen? Du verfasst gern verständliche, gut lesbare Texte? Dann solltest du dir überlegen, Übersetzer zu werden. Wie du das schaffst und was den Beruf ausmacht, erfährst du hier.

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  1. Definition Übersetzung.

    Übersetzer übertragen geschriebene Texte aus der sogenannten Ausgangssprache in die Zielsprache, sodass ihn mehr Leser verstehen können. So werden Sprachbarrieren überwunden und Autoren können ihre Reichweite vergrößern. Am wichtigsten sind Übersetzer jedoch für die Wirtschaft. Den mit Abstand größten Anteil des Übersetzungsmarktes machen nämlich Fachübersetzungen aus, zum Beispiel im technischen Bereich.

    Oft wird Übersetzen mit Dolmetschen verwechselt. Man sollte das unmittelbar mündliche Übersetzen allerdings unbedingt vom schriftlichen Übersetzen abgrenzen. Tatsächlich ist es eine völlig andere Tätigkeit und die Anforderungen sind sogar eher gegenläufig.

  2. Voraussetzungen für den Beruf des Übersetzers.

    „Übersetzer“ ist keine geschützte Berufsbezeichnung. Übersetzen kann also praktisch jeder, der sich für fähig hält und den jemand dafür bezahlen möchte. In aller Regel reicht es aber nicht, zweisprachig aufgewachsen zu sein und ein bisschen Ahnung von Medien zu haben. Übersetzer müssen

    • Texte vielschichtig untersuchen können,
    • ein gutes Sprachverständnis haben,
    • viele Techniken kennen, um den Sinn in der Zielsprache wiederzugeben
    • und die nötigen Fähigkeiten haben, um am Ende einen guten Text abzuliefern.

    Wenn du also ein angemessenes Gehalt bekommen möchtest, solltest du sachkundig aufs Übersetzen vorbereitet worden sein. Deshalb empfiehlt sich eine professionelle Ausbildung, wovon es in Deutschland zahlreiche Möglichkeiten gibt:

    • Studium
    • Weiterbildung
    • Ausbildung

    Ein Übersetzer muss gut in Sprachen sein, das ist klar. Weniger bekannt sind die Anforderungen in den Sachkenntnissen. Stell dir vor, du sollst einen Text über Stoßdämpfer beim Viertaktmotor so übersetzen, dass die Leser der Zielsprache ihn auf Anhieb verstehen.

    Dazu musst du zumindest eine grobe Ahnung davon haben, wie ein Motor funktioniert. Das gleiche gilt für Themenbereiche wie Medizin, Recht, IT oder Wirtschaft.

    Aus diesem Grund haben viele Hochschulen neben Kultur- und Regionalwissenschaftskursen auch technische Sachfächer auf ihren Lehrplänen.

    Eine weitere Voraussetzung, um sich erfolgreich als Übersetzer zu bewerben, sind Soft Skills. Natürlich ist eine überdurchschnittlich hohe interkulturelle Kompetenz unerlässlich. Schließlich bist du nicht nur Sprach-, sondern auch Kulturmittler. Neben einer ausgeprägten Kommunikationsfähigkeit solltest du außerdem gut im Team arbeiten können, allemal wenn du eine Anstellung anstrebst.

    Doch auch Freiberufler müssen kontaktfreudig und zuvorkommend sein, denn ihr Arbeitsleben besteht keineswegs nur aus einsamen Stunden am heimischen Schreibtisch. Soziale Kompetenzen sind trotz Home Office vonnöten, etwa eine ausgeprägte Kundenorientierung. Als Selbstständiger willst du durch pünktliche Lieferung, verlässliche Qualität und einen angenehmen Kontakt deinen Auftraggeber langfristig an dich binden. Außerdem musst du deine Zahlen im Blick behalten. Wenn ein Kunde nicht zahlt, musst du dich höflich, aber bestimmt durchsetzen können.

    Last but not least muss ein Übersetzer den professionellen Umgang mit moderner Software beherrschen oder sich aneignen können. Beim Übersetzen kommen Übersetzungstools wie Trados SDL Studio oder memoQ zum Einsatz. Auf jeden Fall aber sollte ein Übersetzer mit den gängigen Textverarbeitungsprogrammen vertraut sein.

  3. Berufsbild und Stellenbeschreibung.

    Deine Hauptaufgabe ist natürlich das Übersetzen, doch aus welchen Arbeitsschritten besteht so eine Übersetzung überhaupt?

    • Textanalyse (Aufwand hier abhängig von der Textsorte)
    • Hintergrundrecherche/Lesen von ähnlichen Texten
    • Übersetzungsprobleme erkennen und Lösungen suchen
    • Übersetzen
    • Korrekturlesen (Mehr-Augen-Prinzip)

    Doch neben dem Übersetzen hast du auch andere Aufgaben wie Lektorieren, Erstellen und Pflegen von Glossaren und in größeren Unternehmen manchmal auch das Anlegen und Betreuen einer ganzen Terminologie-Datenbank.

    Fachbereiche für Übersetzer sind:

    • Fachübersetzer
    • Literaturübersetzer
    • Untertitler
    • Urkundenübersetzer
    • Softwarelokalisierer
    • Konferenzübersetzer
  4. Aussichten für Übersetzer.

    Übersetzer können Festanstellungen finden, zum Beispiel bei:

    • international tätigen Unternehmen, Verlagen oder Organisationen
    • EU-Institutionen (z. B. EU-Parlament, EU-Kommission)
    • Behörden des Landes oder des Bundes (Polizei, Gericht…)
    • Übersetzungsbüros

    Es ist sehr hilfreich, wenn du Erfahrung vorweisen kannst, zum Beispiel in Form von Praktika. Das andere große Stichwort beim Übersetzen ist Freiberuflichkeit. Wenn du dich als Übersetzer selbstständig machst, musst du dir deine Auftraggeber selbst suchen, übersetzt dann in Absprache mit dem Kunden die gewünschten Texte und stellst nach erfolgter Lieferung eine Rechnung.

    Der höheren Sicherheit einer Festanstellung entgegen stehen die Vorteile der Freiberuflichkeit:

    • flexible Arbeitszeiten
    • die Möglichkeit, von überall aus zu arbeiten
    • sehr große Flexibilität (Workload, Urlaub…)
    • Bezahlung pro Wort oder Zeile (lohnt sich daher für schnelle Übersetzer)
    • die Möglichkeit, gewisse Aufträge abzulehnen

    Die Mehrheit der deutschen Übersetzer sind übrigens Freiberufler und weiblich.

  5. Zukunft der Übersetzung.

    Oft munkelt man, dass der Job des Übersetzers mit zunehmender Digitalisierung und dem Aufkommen von Künstlicher Intelligenz überflüssig werden wird. Aber können Texte in Zukunft wirklich komplett maschinell übersetzt werden? Statt eines Blicks in die Glaskugel muss man sich hierfür die Definition der Übersetzertätigkeit näher ansehen. Denn Übersetzen bedeutet bei weitem nicht bloß, ein Wort durch ein anderes zu ersetzen. Berücksichtigt werden müssen:

    • Mehrdeutigkeiten
    • Sprachliche Bilder und besondere Wendungen
    • kulturelle Gepflogenheiten des Sprecherkreises
    • Spracheigene Assoziationen eines Wortes
    • Wortwitze
    • die gewünschte Wirkung auf den Adressatenkreis

    Vieles hiervon können Computer auch in absehbarer Zukunft nicht leisten. Anderes hingegen schon; etwa Analogien im Internet suchen, Übersetzungsvorschläge machen, Synonyme und geeignete Terminologie finden. Hier ist der Job des Übersetzers dann eher die Qualitätskontrolle und finale Prüfung. Der Übersetzerberuf hat daher in den letzten Jahrzehnten einen Wandel erfahren. Übersetzer nutzen jetzt verschiedenste CAT-Tools (computer aided translation) und managen Projekte, delegieren und überprüfen.

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