Bewerbung im Bereich Wirtschaftsinformatik.

Ob bei der Unternehmensberatung, beim Automobilkonzern oder bei der international aufgestellten Bank: Wer bei erfolgreichen Unternehmen als Wirtschaftsinformatiker durchstarten will, hat viel Konkurrenz. Umso wichtiger ist, dass deine Bewerbung überzeugt, egal ob du dich als Berufseinsteiger oder IT Manager bewirbst. Hier erfährst du, wie es richtig geht.

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  1. Bewerbungsvorlagen.

    Als Wirtschaftsinformatiker solltest du auf eine klassische oder moderne Bewerbungsform zurückgreifen – je nach Unternehmen, bei dem du dich als Junior, Senior oder Manager bewirbst.

  2. Bestandteile deiner Bewerbung als Wirtschaftsinformatiker.

    Personaler von großen Unternehmen bekommen täglich viele IT-Bewerbungen. Umso wichtiger ist es, dass deine positiv heraussticht. Dazu gehört auf jeden Fall Vollständigkeit: Deine Bewerbung muss

    • Anschreiben,
    • Lebenslauf und
    • Zeugnisse bzw. sonstige Anlagen

    enthalten. Optional kannst du auch noch ein Deckblatt anfügen, das ist aber kein Muss. Bewirbst du dich als Wirtschaftsinformatiker bei einer Unternehmensberatung oder einer Bank, wählst du am besten ein klassisches Design, beim Modehaus oder jung-dynamischen Tech-Start-up darf es auch moderner sein.

    Unternehmen bevorzugen klar die Online-Bewerbung. Das heißt, du schickst deine Unterlagen per E-Mail oder lädst sie im Bewerbermanagement-System des Unternehmens hoch.

  3. Das Anschreiben.

    Im Anschreiben solltest du nicht ausformulieren, was im Lebenslauf drin steht, sondern die DIN-A4 Seite nutzen, um den Empfänger deiner Bewerbung von dir zu überzeugen. Es ist also wichtig, dass du dein Bewerbungsschreiben genau auf die Stelle abstimmst und überzeugend darlegst, warum du gerade für den Wirtschaftsinformatik Job bei dem Unternehmen brennst.

    Diese drei Themen solltest du in deiner Bewerbung behandeln:

    1. Deine Motivation: Warum bewirbst du dich und wieso sollte man dich einstellen? Diese zwei Fragen muss sich der Personaler nach der Lektüre deines Anschreibens beantworten können.

    2. Deine Ausbildung, Fähigkeiten & praktischen Erfahrungen: Was hast du studiert, was bringst du sonst noch mit? Das können praktische Erfahrungen sein, deine Abschlussarbeit zu einem verwandten Thema oder die Website, die du für das Start-up eines Freundes konzipiert und programmiert hast.

    3. Deine Soft Skills und Hobbys: Was macht dich zu einem teamfähigen Mitarbeiter, wo hast du dein Organisationstalent unter Beweis gestellt und wieso liegt dir Kommunikation genauso wie Technik? Idealerweise kannst du das alles untermauern, zum Beispiel durch Freizeitaktivitäten oder Situationen aus früheren Jobs.

    Hast du auf einer Seite alles überzeugend formuliert, schließt du mit einem Satz wie „Ich freue mich, Sie in einem persönlichen Gespräch von meinen Fähigkeiten zu überzeugen.“ In den Abschlusssatz gehören außerdem deine Gehaltsvorstellung sowie dein frühester Einstiegstermin.

    Und das sind absolute No-Gos:

    1. Der falsche Ansprechpartner: Recherchiere vorher genau, wer der Ansprechpartner ist, und sprich ihn direkt an. „Sehr geehrte Damen und Herren“ wirkt so, als hättest du dich nicht mit dem Unternehmen auseinandergesetzt.
    2. Eine lahme Einleitung: „Hiermit bewerbe ich“ lässt den Personaler noch im ersten Satz einschlafen. Wähle stattdessen einen Einstieg, der Interesse weckt.
    3. Falsche Rechtschreibung: Lass unbedingt deine Bewerbung Korrektur lesen – Fehler wirken sehr unprofessionell und schludrig.
    4. Selfies und Urlaubsfotos: Geh stattdessen zum Fotografen und lass professionelle Bewerbungsfotos von dir machen.
    5. Ein unkonkreter Betreff: Schreibst du einfach nur „Bewerbung“ in den Betreff, wirkt es willkürlich. Hier gehört die korrekte Stellenbezeichnung inklusive Referenznummer hin.
    6. Irrelevante Infos: Wo du zur Grundschule gegangen bist oder was deine Eltern beruflich machen, interessiert deinen künftigen Arbeitgeber nicht.
  4. Bewerbungsschreiben in der Wirtschaftsinformatik: Beispiel EY.

    In Kooperation mit EY (Ernst & Young GmbH)

    Damit deine Bewerbung dir einen der begehrten Jobs im Bereich Wirtschaftsinformatik sichert, lohnt es sich, bei der Stellensuche über den Tellerrand hinauszuschauen. Als ITler wirst du viele Einstiegsmöglichkeiten gar nicht auf dem Schirm haben – oder wusstest du, dass du als Wirtschaftsinformatiker auch in der Wirtschaftsprüfung durchstarten kannst?

    EY sucht zum Beispiel durch Initiativen wie „StayCurious“ oder „Digital Movement“ Bewerber und Bewerberinnen mit technischem Hintergrund, die die Digitalisierung gezielt vorantreiben. Es ist also wichtig, dass du in deinem Anschreiben hervorhebst, dass du komplexe Themen wie Big Data, Cyber Security oder Smart Cities denken kannst und nicht nur technisch, sondern auch in wirtschaftlichen Themen dem internationalen Beratungsunternehmen ein hohes Niveau bietest.

    Warum genau diese Kombination wichtig ist, berichtet Tamara, die sich bei EY auf den Bereich Forensic Technology and Discovery Services spezialisiert hat: „In meinem Fachbereich geht es darum, digitale Beweisdaten zu sichern, die auf Wirtschaftskriminalität hindeuten. Meine Aufgabe ist es, die IT-Geräte zu untersuchen, die Daten zu strukturieren und mit Hilfe intelligenter Techniken zu filtern. Anschließend bereite ich die Ergebnisse so auf, dass sie lesbar und aussagekräftig sind.“

    Entscheidend ist außerdem, dass du deine Motivation, innovativ zu arbeiten und dadurch Unternehmen in die Zukunft zu führen, hervorhebst. Schaffst du es, diese mit Anschreiben und Lebenslauf zu zeigen, hast du anschließend bei Gesprächen mit der Personal- und Fachabteilung gute Chancen auf ein Vertragsangebot bei EY.

  5. Der weitere Bewerbungsprozess für Wirtschaftsinformatiker Jobs.

    Während in reinen IT-Berufen oft ein Einstellungstest verlangt wird, ist das in der Wirtschaftsinformatik nicht üblich. Dafür wirst du beim Vorstellungsgespräch auf Herz und Nieren geprüft und kannst dich auch auf praktische Aufgaben gefasst machen. Es kann zum Beispiel vorkommen, dass du ein Rollenspiel machen musst, in dem du einen skeptischen Kunden beraten sollst. Ebenfalls beliebt sind Aufgaben, bei denen du logisch denken musst.

    Typische Fragen im Vorstellungsgespräch.

    Neben fachlichen Fragen und sogenannten Brainteasern, bei denen du knobeln musst, erwarten dich außerdem:

    • Allgemeine Fragen wie zum Beispiel: Wieso hast du dich bei dem Unternehmen beworben? Was macht dich zum optimalen Kandidaten für den Wirtschaftsinformatik Job? Wo siehst du dich in zehn Jahren?

    Hier geht es um deine Motivation und deine Ziele – wenn du dir vorher zurechtlegst, was du sagen willst, kannst du leicht punkten. Aber obacht: Wenn du mit dem CTO sprichst, macht es wenig Sinn ihm zu sagen, dass du seinen Job langfristig übernehmen möchtest. Aber natürlich kannst du angeben, dass du dir langfristig Personal- und Budgetverantwortung wünschst und natürlich auch zutraust.

    • Persönliche Fragen wie zum Beispiel: Was ist deine größte Stärke? Was war dein letzter großer Misserfolg und wie bist du damit umgegangen? Was ist deiner Meinung nach das Wichtigste für eine reibungslose Arbeit im Team?

    Mit den persönlichen Fragen checkt der Personaler, ob du ins Team passt, wie du dich selbst einschätzt und wie du reagierst, wenn es mal nicht rund läuft. Bleibe hier authentisch, antworte spontan und überlegt zugleich – wenn du einfach nur abspulst, was dein Gegenüber vielleicht hören will, wirst du schnell entlarvt.

    • Stressfragen wie zum Beispiel: Karriere oder Familie, was ist dir wichtiger? Wie schätzt du deine Leistung im Gespräch bisher ein? Was würde dein letzter Chef über dich sagen?

    Bei Stressfragen gilt es, Ruhe zu bewahren. Versuche deine Antworten ausgewogen zu wählen, sei selbstbewusst und bescheiden zugleich und triff keine extremen Aussagen.

    • Schätzfragen wie zum Beispiel: Wie viele Smarties passen in einen Smart? Wie viel wiegt New York? Wie viele Blätter Papier wurden heute in Berlin kopiert?

    Kein Mensch verlangt von dir, dass du die genaue Zahl kennst. Vielmehr zählt, wie du an das Problem rangehst, welche Teilschritte du zur Berechnung nutzt und ob du dich aus der Ruhe bringen lässt. Natürlich nicht!

    Eigene Fragen im Bewerbungsgespräch.

    Im Anschluss an die Fragerunde wirst du aufgefordert, selber Fragen zu stellen. Das solltest du unbedingt tun – damit du auch nichts vergisst, kannst du dir im Vorfeld bereits Notizen machen. So merkt dein Gesprächspartner, dass du dich gründlich vorbereitet und wirklich Interesse hast. Mögliche Fragen sind:

    • Wie läuft die Zusammenarbeit intern und beim Kunden ab?
    • Wie verläuft die Einarbeitung und wie schnell kann ich Verantwortung übernehmen?
    • Welche Weiterbildungsmöglichkeiten gibt es?

    Ein Tipp zum Schluss: Platze in Vorstellungsgesprächen für IT-Jobs grundsätzlich nicht direkt mit der Frage nach deinem Gehalt raus. Spare dir stattdessen die Frage nach den Rahmenbedingungen für den Abschluss auf, um keinen falschen Eindruck zu erwecken.

  6. Bewerberguide für Informatiker.

    Hier bekommst du alle Infos für einen erfolgreichen Berufseinstieg als Wirtschaftsinformatiker.

     
     
  7. Die Karriereleiter hoch: Bewerbung als IT Manager.

    Hast du nach ein paar Jahren Berufserfahrung im Bereich Wirtschaftsinformatiker den Schritt vom Junior zum Senior längst hinter dir gelassen und suchst nach einer neuen Herausforderung mit Personalverantwortung, kannst du den nächsten Schritt gehen und dich als IT Manager bewerben. Dabei hast du zwei Möglichkeiten:

    1. Du bewirbst dich innerhalb deiner Unternehmens als CTO, wenn du den richtigen Moment abpassen kannst – zum Beispiel, wenn der aktuelle IT Manager eine neue Herausforderung sucht.
    2. Du bewirbst dich als Externer als IT Manager in einem anderen Unternehmen.

    So oder so solltest du für deine Bewerbung als IT Manager genug Vorlauf einplanen, da solch hochkarätige Stellen meistens einen langen Bewerbungsprozess nach sich ziehen – gerade in großen Konzernen müssen oft verschiedene Instanzen vom Betriebsrat bis zum CEO ihr Einverständnis geben.

    Wichtiges für die Bewerbung als CTO.

    In deiner IT Manager Bewerbung musst du nicht nur dein technisches Know-how zeigen, sondern vor allem auch, dass du das Zeug zur Führungskraft hast. Das ist auf dem Papier gar nicht so einfach – hier lauert die Gefahr, dass du viel zu viel schreiben willst und das Ganze konfus wird. Gerade als zukünftiger CTO musst du es in deiner Bewerbung stattdessen schaffen, kompakt und prägnant darzulegen, warum du geeignet für den Job bist. Dabei bleibst du professionell und gleichzeitig sympathisch und offen – alles wichtige Eigenschaften für einen zukünftigen IT Manager. Dass du in deinem Lebenslauf deine fachlichen Kenntnisse übersichtlich auflistest, versteht sich von selbst.

    Übrigens: Auch innerhalb eines Unternehmens kann es je nach Unternehmensgröße sein, dass du extra eine CTO Bewerbung abschicken musst, auch wenn die Führungsebene eigentlich weiß, was du kannst. Der Grund dafür ist, dass Stellen oft offiziell extern ausgeschrieben werden müssen bzw. sich natürlich auch intern mehrere Mitarbeiter als IT Manager bewerben können.

    Schon gewusst? So erhältst du Job-Anfragen von Top-Arbeitgebern.