Bewerbung im Bereich Chemie.

Du stehst lieber im Labor als am Schreibtisch zu sitzen, aber um das Schreiben einer Bewerbung kommst du als Chemiker trotzdem nicht herum. Hier erfährst du, wie deine Bewerbung aussehen sollte und was dich im Vorstellungsgespräch erwartet.

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  1. Bewerbungsvorlagen für Chemiker.

    Bewirbst du dich als Chemiker, passt je nach Unternehmen eine klassische oder eine moderne Bewerbung.

  2. Bewerbung als Chemiker: Das muss rein.

    Egal, ob du dich als promovierter Chemiker, als Chemielaborant oder als Chemieingenieur bewirbst: Deine Bewerbung besteht immer aus

    • Anschreiben,
    • Lebenslauf und
    • Anlagen/Zeugnissen.

    Optional kannst du ein Deckblatt hinzufügen. Deine Bewerbung schickst du in der Regel per Mail oder über ein Bewerbermanagementsystem los – nur noch wenige Unternehmen akzeptieren eine Bewerbung auf dem Postweg. Wichtig ist, dass deine Bewerbung vollständig ist und du keine unerklärten Lücken im Lebenslauf hast.

  3. Das Anschreiben.

    Während der Lebenslauf vor allem dazu dient, deine Stationen und Daten übersichtlich aufzulisten, geht es im Bewerbungsschreiben für eine Stelle als Chemiker darum, den Bezug zur ausgeschriebenen Stelle herzustellen und deine Motivation zu zeigen.

    • Der Kopf enthält deine Kontaktdaten, die des Unternehmens, das Datum sowie den Betreff, der die konkrete Stelle bezeichnet.

    • In der Einleitung, die aus den ersten ein bis drei Sätzen besteht, bringst du kompakt auf den Punkt, warum du dich auf die Stelle bewirbst – in Hinblick auf die Motivation, deine Skills und die Passung zum Unternehmen.

    • Im Hauptteil gehst du dann genauer auf deine bisherigen Erfahrungen und dein Studium ein. Im Idealfall stellst du eine Verbindung zu den Anforderungen der Stelle und deinen Kenntnissen her: Hast du zum Beispiel als Werkstudent im Labor eines Pharmaunternehmens gearbeitet oder ein Praktikum im Bereich Lebensmittelchemie gemacht, passt das, wenn du dich in Richtung Forschung und Entwicklung bewerben willst. Auch deine Soft Skills werden hier thematisiert und belegt. Bewirbst du dich als Chemielaborant, wird der Teil dementsprechend kürzer, weil du in der Regel nach der Ausbildung ohne weitere Praktika einsteigst – aber umso mehr kannst du auf deine Kenntnisse und deine Motivation eingehen.

    • Der Schluss besteht aus deinem gewünschten Einstiegstermin, deiner Gehaltsvorstellung – sofern danach gefragt wurde in der Stellenbeschreibung – und einem Verweis auf das persönliche Kennenlernen. Mit freundlichen Grüßen, eingescannte Unterschrift drunter, und dein Bewerbungsschreiben als Chemiker ist komplett.

  4. 5 No-Gos in deiner Bewerbung.

    1. Beruf der Eltern im Lebenslauf: Das interessiert heute niemanden mehr – nutze den knappen Platz lieber, um deine interessanten Stationen und bisherigen Tätigkeiten zu präsentieren.
    2. Selfies als Bewerbungsfoto: Wirkt sehr unprofessionell, deshalb: Ab zum Fotografen!
    3. Betreff: Bewerbung: Das ist sehr unspezifisch, deshalb solltest du hier die ganze Stelle nennen, zum Beispiel: Bewerbung als Chemielaborant, Referenz-Nr. 1234
    4. Sehr geehrte Damen und Herren: Suche unbedingt einen konkreten Ansprechpartner raus, sonst schreit das nach Copy/Paste.
    5. Hiermit bewerbe ich mich: Mit dem Einstieg beeindruckst du keinen Personaler. Besser: Individuell deine Motivation herausstellen.
  5. Der weitere Bewerbungsprozess.

    Kam deine Bewerbung im Bereich Chemie gut an, folgen weitere Bewerbungsrunden. Hier kann dich zum Beispiel ein Einstellungstest erwarten – gerade bei Ausbildungsberufen wie Chemisch-technischer Assistent oder Chemielaborant ist das Standard, aber auch als studierter Chemiker kann dir so eine Prüfung in Form eines Online-Tests begegnen. Dabei wird teilweise dein Allgemeinwissen abgefragt, aber auch konkrete Logik- und naturwissenschaftliche Fragen gestellt.

  6. Das Vorstellungsgespräch.

    Neben dem Assessment Center ist das persönliche Vorstellungsgespräch die größte Hürde auf deinem Weg zum Job im Bereich Chemie. Dass du ausgeschlafen kommst und dich zum Unternehmen passend kleidest, versteht sich von selbst – aber zudem solltest du auf folgende Fragetypen gefasst sein:

    • Allgemeine Fragen zu deiner Motivation und deinem Werdegang, zum Beispiel: Warum hast du dich beworben? Welche Kenntnisse bringst du mit? Wo hast du dich sonst noch beworben? Sei hier authentisch und überlege dir vorher genau, was deine Gründe sind. Hast du dich bei noch zehn Konkurrenten beworben, verschweigst du das besser, sonst wirkt es wahllos.

    • Persönliche Fragen zu deinen Soft Skills, deinen Stärken und Schwächen, zum Beispiel: Was würden deine Freunde als deine beste, was als deine schlechteste Eigenschaft nennen? Was war dein letzter großer Konflikt und wie hast du ihn gelöst? Auch hier zahlt sich Ehrlichkeit aus – flunkerst du vor, was der Personaler vielleicht hören will, wird das schnell entlarvt.

    • Fachliche Fragen zu deinen Kenntnissen und deinen praktischen Erfahrungen, zum Beispiel: Was hast du aus deinem Chemie-Studium mitgenommen, was dir bei diesem Job hilft? Du musst nicht alles wissen, aber Lernbereitschaft und Interesse zeigen.

    • Fang- und Schätzfragen, um dich nervös zu machen, zum Beispiel: Wie findest du mich bisher in diesem Gespräch? Wie viele Erbsen passen in einen Smart? Bei Fangfragen kannst du humorvoll-unkonkret bleiben, bei Schätzfragen denkst du laut. Eine richtige Antwort gibt es nicht, es geht eher darum, deinen Umgang mit diesen Fragen zu checken.

    • Eigene Fragen: Am Schluss bist du in der Regel dran und darfst offene Fragen stellen. Ein Tipp: Wähle erst inhaltliche Fragen wie zum Beispiel zur Arbeitsweise oder Weiterbildungsmöglichkeiten, bevor du nach Gehalt und Urlaub fragst.

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