Bewerbung im Bereich Physik.

Als Physiker hast du vermutlich mehr für Formeln übrig als für das Schreiben von Texten - um das Schreiben einer Bewerbung kommst du trotzdem nicht herum. Eine genaue Formel können wir dir für deine Bewerbung zwar nicht geben, aber doch gute Tipps, wie deine Bewerbung in dem Bereich aussehen sollte und was du über Vorstellungsgespräch und Einstellungstest wissen solltest.

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  1. Bewerbungsvorlagen.

    Bewirbst du dich als Physiker, passt je nach Unternehmen eine klassische oder eine moderne Bewerbung.

  2. Die Bestandteile einer Physik Bewerbung.

    In deine Bewerbung im Bereich Physik gehören auf jeden Fall

    • ein Anschreiben,
    • ein Lebenslauf und
    • Anlagen.

    Während ein Deckblatt bei der Bewerbung optional ist, gehören zu den Anlagen auf jeden Fall (Arbeits-) Zeugnisse und Zertifikate.

  3. Das Anschreiben.

    Der Lebenslauf dient vor allem dazu, deine Stationen und Daten übersichtlich aufzulisten. Im Anschreiben deiner Bewerbung für eine Stelle als Physiker geht es hingegen darum, den Bezug zur ausgeschriebenen Stelle herzustellen und deine Motivation zu zeigen.

    • Der Kopf enthält deine Kontaktdaten, die des Unternehmens, Ort und Datum sowie den Betreff, der die konkrete Stelle bezeichnet.

    • In der Einleitung, die aus den ersten ein bis drei Sätzen besteht, bringst du kompakt auf den Punkt, warum du dich auf die Stelle bewirbst - in Hinblick auf die Motivation, deine Skills und die Passung zum Unternehmen.

    • Im Hauptteil gehst du dann genauer auf deine bisherigen Erfahrungen und dein Studium ein. Im Idealfall stellst du eine Verbindung zu den Anforderungen der Stelle und deinen Kenntnissen her: Hast du zum Beispiel als Werkstudent gearbeitet oder ein Praktikum gemacht, solltest du das auf jeden Fall erwähnen, um mit diesen Erfahrungen deine Soft Skills zu belegen. Gern gesehene Soft Skills in der Physik sind übrigens: Analytische Fähigkeiten, Belastungsfähigkeit, Fleiß und Durchhaltevermögen, die Fähigkeit zum abstrakten Denken sowie Teamfähigkeit.

    • Der Schluss besteht aus deinem gewünschten Einstiegstermin, deiner Gehaltsvorstellung - sofern danach in der Stellenbeschreibung gefragt wurde - und einem Verweis auf das persönliche Kennenlernen. Mit freundlichen Grüßen, eingescannte Unterschrift drunter und dein Bewerbungsschreiben als Physiker ist komplett.

  4. Der Lebenslauf.

    Der Blick der meisten Personaler wandert zuerst auf den Lebenslauf. Umso wichtiger, dass du schon hier überzeugst. Deshalb listest du deine Angaben antichronologisch auf, also immer das Neueste zuerst; eine Werkstudentenstelle interessiert einfach mehr als ein Schülerpraktikum. In den Lebenslauf gehören deine persönlichen Daten und deine fachlichen Angaben, wie Ausbildungsstationen und beruflicher Werdegang.

    Ausbildung.

    Hier nennst du den Zeitraum deines Physikstudiums, deine Fächer, Schwerpunkte, und auch das Thema deiner Abschlussarbeit. In diesem Abschnitt kannst du auch Auslandsaufenthalte während des Studiums auflisten. Dasselbe gilt natürlich, wenn du eine Ausbildung im Bereich Physik gemacht hast.

    Beruflicher Werdegang.

    Unter diesem Punkt listest du beispielsweise auf, bei welchen Instituten oder Unternehmen du Erfahrungen als Werkstudent gesammelt hast und was deine Aufgaben dort waren. Dabei stellst du jene Erfolge in den Vordergrund, die für die Stelle besonders relevant sind.

    Lücken.

    Zwar solltest du den Lebenslauf, genau wie das Anschreiben, an die jeweilige Stelle anpassen - das heißt jedoch nicht, dass du Stationen auslassen darfst. Warst du zwischen Studium und Festanstellung beispielsweise ein halbes Jahr lang reisen, lohnt sich der Hinweis: Eine selbstorganisierte Reise kann schließlich auch einen Pluspunkt für Organisationstalent und Nervenstärke bringen. Unerklärbare Lücken im Lebenslauf hingegen kommen nicht gut an.

  5. No-Gos in deiner Bewerbung.

    • Beruf der Eltern im Lebenslauf: Das interessiert heute niemanden mehr - nutze den knappen Platz lieber, um deine interessanten Stationen und bisherigen Tätigkeiten zu präsentieren.

    • Selfies als Bewerbungsfoto: Wirkt sehr unprofessionell, deshalb ab zum Fotografen!

    • Betreff: Bewerbung: Das ist sehr unspezifisch, deshalb solltest du hier die ganze Stelle nennen, zum Beispiel: Bewerbung als Physikalisch-technischer Assistent, Referenz-Nr. 1234.

    • Sehr geehrte Damen und Herren: Suche unbedingt einen konkreten Ansprechpartner raus, sonst schreit das nach Copy/Paste.

    • Hiermit bewerbe ich mich: Mit dem Einstieg beeindruckst du keinen Personaler. Besser: Individuell deine Motivation herausstellen.

  6. Bewerbungsprozess.

    Der Bewerbungsprozess in der Physik kann sich leicht von dem in anderen Berufen unterscheiden, denn häufig gibt es - wie auch in der Chemie - einen Eignungstest. Dieser soll ganz einfach die für Physiker unentbehrlichen Eigenschaften abklopfen.

    Vorstellungsgespräch.

    Oft ist die erste Stufe nach erfolgreicher Bewerbung das klassische Vorstellungsgespräch. Hier lernen sich die Parteien besser kennen und es bietet die beste Gelegenheit, Fragen zu stellen. Dass du ausgeschlafen kommst und dich zum Unternehmen passend kleidest, versteht sich von selbst. Zusätzlich solltest du dich im Vorfeld auf möglichst viele absehbare Fragen vorbereiten und dir zudem eigene Fragen überlegen. Der Ablauf ist meist so: Zunächst stellt der Personaler das Unternehmen vor sowie das Anforderungsprofil der Stelle. Hast auch du dich kurz selbst präsentiert, versucht der Personaler mittels Fragen zum Werdegang und deinen persönlichen sowie fachlichen Kompetenzen noch mehr über dich herauszufinden. Zum Schluss des Gesprächs, wenn alles andere besprochen wurde, kannst du auch Fragen zu den Rahmenbedingungen wie Urlaub oder Gehalt stellen.

    Einstellungstest.

    In einem Einstellungstest wollen Arbeitgeber ausloten, ob du als Kandidat für eine Stelle geeignet bist. Dabei wird in erster Line dein Fachwissen abgeprüft. Hierzu werden bestimmte Fragen und Aufgaben aus den Grundlagenbereichen aus Physik, Technik, Mathematik und Naturwissenschaften gestellt.

    Der Schwierigkeitsgrad hängt davon ab, für was der Einstellungstest konzipiert wurde, also ob er Voraussetzung für ein Praktikum, ein Physikstudium, eine Ausbildung oder einen Job als Physiker ist.

    In einem Physik-Einstellungstest können zum Beispiel folgende Fragen gestellt werden:

    • "Welches Atom kommt im Universum am häufigsten vor?"
    • "Wie lautet die Definition von Elektrizität?"
    • "Wie heißt die Einheit für Stromstärke?"
    • "Wie ist ein Stromkreis aufgebaut?"
    • "Wie ist ein Atomkern aufgebaut?"
    • "Was wird in Hertz angegeben?"
    • "Was ist der Wirkungsgrad?"
    • "Was ist Physik?"

    Statt offener Fragen kann dir beim Physik-Einstellungstest auch das Multiple-Choice-Verfahren begegnen, bei dem du die richtigen Lösungen ankreuzen musst. Beispiel:

    Leistung ist ...

    a) ...Arbeit mal Gewicht pro Zeit

    b) ...Arbeit pro Zeit

    c) ...Masse pro Zeit

    d) ...Kraft pro Zeit

    Welcher Stoff hat die größte Dichte?

    a) Gold

    b) Eisen

    c) Silber

    d) Kupfer

    Aber Achtung! Erwarte nicht nur fachliche Fragen. Neben dem Fachwissen im Bereich Physik, Technik und Co. kann auch dein Allgemeinwissen und Logisches Denken abgefragt werden. Zudem können in dem Test auch Fragen zum Arbeitgeber enthalten sein (Branche, Produkte, Umsatz, Mitarbeiterzahl, Konkurrenz, Historie etc.). Vor dem Einstellungstest solltest du dich also genau mit deinem potenziellen Arbeitgeber auseinandersetzen und dich auf dessen Homepage umsehen.

    Darüber hinaus eignet sich ein Einstellungstest auch, um die Arbeitsweise und Stressresistenz eines Bewerbers zu testen. Beispielsweise kann der Test extra so konzipiert sein, dass du gar nicht alle Aufgaben in der vorgegebenen Zeit lösen kannst. Hier gilt es, Ruhe zu bewahren und zunächst die Fragestellungen zu lösen, die dir leicht von der Hand gehen.

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