18 Tipps für dein Telefoninterview.

18 Tipps für dein Telefoninterview.

In vielen Unternehmen hat sich das Telefoninterview als fester Bestandteil des Auswahlverfahrens etabliert. Es ist in deiner Bewerbung also eine wichtige Feuerprobe auf deinem Weg zum Traumjob. Damit du erfolgreich bist, haben wir die wichtigsten Tipps zusammengestellt.

Warum überhaupt ein Telefoninterview?

Zuerst solltest du aber kurz verstehen, warum Personaler_innen* mit dir telefonieren wollen, bevor sie dich einladen.

  • Personaler entscheiden nicht allein, ob du genommen wirst, aber sie treffen eine Vorauswahl. Das spart ihnen genauso wie dir Zeit und möglicherweise einen langen Anfahrtsweg.
  • Dass du angerufen wirst heißt: Deine Bewerbungsunterlagen sind interessant, aber es gibt noch offene Fragen, die das Unternehmen vorher abklären will.
  • Oft sprichst du erst im nächsten Schritt mit der Abteilungsleitung, die entscheidet, ob Bewerber eingestellt werden.

Du solltest ein Telefoninterview deswegen immer wie ein richtiges Bewerbungsgespräch betrachten und dich dementsprechend auch darauf vorbereiten.

Meist erwartet dich nach einem erfolgreichen telefonischen Vorstellungsgespräch die Einladung zu einem persönlichen Vorstellungsgespräch oder zu einem Assessment Center. In Einzelfällen bekommst du auch schon direkt den Job.

Vor dem Telefoninterview.

1. Den Termin vereinbaren.

Die Einladung zum telefonischen Interview erhältst du meist als Terminvorschlag per E-Mail. Wenn dieser Termin für dich sehr ungünstig liegt, scheue dich nicht, einen Alternativvorschlag zu machen. Denk immer daran, viele Arbeitgeber suchen händeringend nach neuen Mitarbeitenden.

Es muss dir also nicht unangenehm sein, wenn du einen für dich passenderen Termin vorschlägst, weil du eine wichtige Verabredung hast. Wenn der nächste mögliche Termin aber erst in einer Woche ist, solltest du Prioritäten setzen.

Wie du am besten auf die E-Mail zur Einladung zu einem Gespräch antwortest, erfährst du im Artikel Einladung Vorstellungsgespräch.

2. Check deine Mailbox!

Wann hast du deine Mailboxansage das letzte Mal gecheckt? Eine Ansage, die vielleicht für deine Freunde witzig ist, kann bei Personalverantwortlichen schnell einen unprofessionellen Eindruck hinterlassen.

! TIPP

Ändere deine Abwesenheitsbenachrichtigung einfach in ein standardmäßiges: „Vielen Dank für Ihren Anruf. Leider bin ich im Moment nicht zu erreichen. Wenn Sie nach dem Signalton eine Nachricht hinterlassen, rufe ich Sie zurück.“

3. Sei auf Überraschungsanrufe vorbereitet.

Nicht alle Personalverantwortlichen vereinbaren vor dem Telefoninterview einen Termin, sondern setzen auf spontane Anrufe. Während der Bewerbungsphase sollte man sich daher bei unbekannten Nummern ordentlich am Telefon melden, das heißt mit vollem Namen.

Sollte man zum Zeitpunkt des Anrufes unterwegs oder anderweitig verhindert sein, darf man guten Gewissens ruhig um einen späteren Termin bitten. Normalerweise stellt das für den potenziellen Arbeitgeber kein Problem dar.

4. Unterschätze ein Telefoninterview nicht.

Auch wenn sich der Personalverantwortliche nur „kurz unterhalten“ wollen, sollte man die Person am anderen Ende der Leitung ernst nehmen. In dem Gespräch geht es nämlich nicht unbedingt nur um das fachliche Know-how von Kandidaten.

Je nach Position sind Personalverantwortliche in der Regel auch an kommunikativen Fähigkeiten interessiert und stellen typische Fragen. Durch das Telefoninterview können sie sich über deine Person einen guten ersten Eindruck verschaffen. Also, konzentriere dich. Auch am Telefon fällt Abwesenheit schnell auf.

5. Bereite dich inhaltlich vor.

Mach dir noch einmal bewusst, warum du gut zur Stelle passen würdest, denn dein Gesprächspartner will genau das herausfinden.

Einerseits geht also darum, dass du deine Bewerbung mit der offenen Stelle in Verhältnis setzt. Welche Projekte oder Praktika fandest du besonders interessant? Welche Inhalte aus deinem Studium oder erster Arbeitserfahrung könnten auch für die Stelle nützlich sein?

Andererseits geht es um das Unternehmen, bei dem du dich bewirbst. Schau dir ein bis zwei Tage vor dem Interview noch einmal die Website des Unternehmens an.

Gibt es vielleicht aktuelle Nachrichten zum Unternehmen, zur Branche oder zur Konkurrenz? Zusätzliches Wissen beeindruckt.

6. Google deinen Gesprächspartner.

Google den Namen der Personalverantwortlichen, dann hast du ein Bild vor Augen und kannst weitere Informationen über dein Gegenüber herausfinden. Dennoch solltest du daran denken, dass Personaler auf Xing und LinkedIn Premium-Profile haben und meistens sehen können, wer ihre Profile angeklickt hat.

7. Bereite dich auf Standardfragen vor.

In deiner Vorbereitung solltest du dir unbedingt Gedanken zu deiner Persönlichkeit machen, denn beim Personaler steht diese im Mittelpunkt.

Was sind dein Stärken? Was sind deine Schwächen? Passen deine Stärken zur Stelle und was sind schlechte Stärken? Solltest du deine Schwächen verschweigen oder positiv darstellen? Die gängigsten Fragen und Antworten findest du in unseren Artikeln Stärken im Vorstellungsgespräch und Schwächen im Vorstellungsgespräch.

Idealerweise bereitest du eine Art Kurzintro zu dir selbst vor, das hilft dir auf jeden Fall beim Bewerben. Wie das geht, erklären wir in unserem Artikel zur Selbstpräsentation im Vorstellungsgespräch.

Die Fragen werden etwas anders als später die Fragen im Vorstellungsgespräch sein, da Personalverantwortliche allgemeiner abfragen werden, ob deine Vorstellungen, z. B. allgemein zur Work-Life-Balance, zum Unternehmen passen.

Frage Hintergrund
Fragen zu deiner Person Hier hilft dir deine Selbstpräsentation weiter,
um dich kurz vorzustellen und deutlich
zu machen, warum du dich beworben hast.
Fragen zu deinem Lebenslauf Personalverantwortliche möchten von dir deinen Lebenslauf
in Kürze erklärt haben oder es fehlen 
ihm noch Informationen oder Erklärungen zu
bestimmten Punkten in deinem Lebenslauf.
Frage, warum du dich für
die freie Stelle interessierst
Hier solltest du die Entscheidung für
die Stelle mit deinem bisherigen Werdegang
und deinen Zielen begründen.
Frage, was du für die
ausgeschriebene Stelle mitbringst
Die Frage zielt darauf ab, ob du dich
mit der Position auseinandergesetzt hast und welche Fähigkeiten
und Stärken das Unternehmen von dir erwarten kann.
Frage, warum du deinen
bisherigen Job aufgeben möchtest
Hier solltest du nicht schlecht über deinen
letzten Arbeitgeber sprechen, sondern deutlich machen,
dass dich ein Jobwechsel persönlich und beruflich weiterbringt.
Frage, warum dich das
Unternehmen anspricht
Hier zeigt sich, ob du dich mit dem
Unternehmen als Arbeitgeber und der Branche
auseinandergesetzt hast.

Themen wie Gehalt, Urlaubsanspruch und Arbeitszeiten sind aber noch kein Thema fürs Abtasten im Telefoninterview. Darüber sollte erst persönlich im Vorstellungsgespräch bzw. in der Gehaltsverhandlung gesprochen werden.

8. Überlege dir eigene Fragen.

„Haben Sie noch Fragen?“ Ja, das kommt am Ende eines jeden Interviews und deine Antwort sollte nicht „Nein“ sein. Hier kannst du herausfinden, ob das Unternehmen und die Aufgaben im neuen Job auch wirklich zu deinen Vorstellungen passen. Hier liest du alles zum Thema eigene Fragen im Vorstellungsgespräch.

9. Schaffe ein angenehmes Gesprächsumfeld.

Sorge schon im Vorfeld dafür, dass du ungestört an einem ruhigen Ort reden kannst. Kläre mit deinen Eltern oder deiner WG ab, dass in der Zeit keine Musik extra laut aufgedreht wird und niemand währenddessen gerade staubsaugen will.

Vermeide zusätzlich Ablenkung durch Fernseher oder Musik und schließe die Fenster gegen kläffende Hunde, Straßenlärm und streitende Nachbarn.

10. Stell dir ein Glas Wasser bereit.

Es klingt banal, aber gerade wenn du aufgeregt bist und viel reden musst, hilft ein Schluck Wasser. Am besten ist dabei stilles Wasser, damit du nicht aufstoßen musst.

Während des Telefonats.

11. Halte deine Unterlagen bereit.

Du kannst davon ausgehen, dass Personalverantwortliche während des Telefoninterviews deine Bewerbungsunterlagen vor sich liegen haben. Genauso solltest du es auch machen und deine Unterlagen wie den Lebenslauf und die Stellenanzeige des Unternehmens vor dir haben.

So weißt du genau, worauf Personalverantwortliche sich beziehen. Das ist besonders wichtig, wenn man verschiedene Bewerbungen verschickt hat und diese jeweils genau auf die einzelnen Arbeitgeber zugeschnitten hat.

12. Notizen machen.

Zudem solltest du einen Notizblock und einen Terminkalender griffbereit haben, um dir Notizen machen zu können. Es gab eine Frage, die du merkwürdig fandest? Oder eine, die du nur schwer beantworten konntest, die aber wichtig schien? Schreib einfach alles auf, so kannst dich beim nächsten Mal besser vorbereiten.

13. Kommuniziere bewusst.

Am Telefon fällt mangelnde Kommunikationsfähigkeit schnell auf. Hier einige allgemeine Regeln und Grundsätze:

  • Langsam und deutlich sprechen.
  • Nicht um den heißen Brei herumreden, sondern auf den Punkt kommen.
  • Lass dir nicht alles aus der Nase ziehen, sondern nimm aktiv am Gespräch teil.
  • Das Telefoninterview sollte im Idealfall kein stumpfes Frage-Antwort-Spiel sein, sondern sich zu einem Gespräch auf Augenhöhe entwickeln.
  • Lass dein Gegenüber ausreden und falle nicht ins Wort. Falls es doch mal passiert, entschuldige dich und überlasse deinem Gesprächspartner wieder das Wort.

14. Achte auf deine Körpersprache.

Am Telefon? Ja, denn auch deine Mimik und Gestik spiegeln sich in deiner Stimme wider. Die Körperhaltung ist mitentscheidend bei einem Telefoninterview, auch wenn dich dein Gesprächspartner nicht sehen kann, deshalb solltest du einige Regeln befolgen.

Gerade Sitzhaltung.

Versuche, gerade zu sitzen. Zum einen hört sich deine Stimme dadurch weniger gepresst an, zum anderen erleichtert es deine Atmung. Die optimale Haltung hast du am Schreibtisch. Wenn du beim Telefonat viel herumläufst besteht die Gefahr, dass du störende Nebengeräusche erzeugst.

Achte auf den Telefonhörer.

Ein weiterer Grund für das Sitzen am Schreibtisch ist die richtige Position des Hörers (oder Smartphones) zu deinem Mund. Zu nah am Mund wirken deine Worte genuschelt, zu weit weg sind sie nur schlecht hörbar. Wenn du ständig in Bewegung bist oder auf dem Bett liegst, verändert sich auch die Position des Hörers.

Achte auf dein Gesicht.

Anders als beim Skype-Interview sehen dich Gesprächspartner zwar nicht, dennoch hört man ein geräuschloses Lächeln auch beim Telefoninterview, denn ein freundliches Gesicht lässt in aller Regel auch automatisch die Stimme freundlicher klingen. Wer seine Mundwinkel herunterzieht, kann nicht freundlich wirken.

Deshalb gilt: Freundlich lächeln statt Grimassen ziehen. Die Körpersprache beim Telefoninterview muss ebenso ernsthaft sein wie in einem normalen Bewerbungsgespräch.

Bleib ruhig. Nein, wirklich.

Wildes Gestikulieren wirkt auch bei der telefonischen Bewerbung unruhig. Insbesondere wenn deine aktive Hand das Handy festhält. Auch wenn du mit einem Stift oder deiner Halskette spielst, kann dich das vom Gespräch ablenken. Versuche deshalb auch beim Telefoninterview deine Hände bewusst und ruhig einzusetzen.

Mehr dazu erfährst du in Körperhaltung und ihre Wirkung und Stimme und Körpersprache.

Nach dem Telefoninterview.

15. Gespräch Revue passieren lassen.

Nach dem Gespräch gilt es also erstmal, deine Notizen auszuwerten und alles noch einmal kurz durchzugehen.

16. Vorbereitung auf den nächsten Schritt.

Je nach Ablauf des Bewerbungsprozesses gibt es nach dem Telefonat mit einem Personaler noch ein weiteres mit der Teamleitung der Abteilung, in der du anfangen willst. Bei größeren Unternehmen wirst du als nächstes zum Assessment Center eingeladen.

17. Weiter bewerben.

Einige Unternehmen brauchen leider sehr lange, um Bewerbungen zu sichten, sie auszuwerten und die Bewerber anzuschreiben. So können gern mal ein paar Wochen ins Land gehen, bevor man eine Antwort auf die eigene Bewerbung und das Gespräch bekommt.

18. Absagen nicht zu Herzen nehmen.

Manche Abteilungen haben ganz genaue Vorstellungen davon, wer zu ihnen passt und wer nicht. Vielleicht bist du noch nicht weit genug, vielleicht bist du überqualifiziert. Vielleicht würdest du besser in ein Start-Up passen, vielleicht besser in einen Konzern. Wichtig ist, dass du Absagen nicht zu ernst nimmst, sondern dich immer weiter bewirbst.

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