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Tipps fürs Telefoninterview

Tipps fürs Telefoninterview

„Lass doch mal kurz telen“ – sagst du vielleicht zu deinen Freunden, aber mal eben so mit einem potenziellen Arbeitgeber am Telefon schnacken? Schon eine ganz andere Liga. Dennoch hat sich das Telefoninterview in vielen Unternehmen als Teil des Auswahlverfahrens etabliert. Spart die telefonische Vorab-Auslese den Firmen doch Zeit und Geld. Deswegen gibt es hier die ultimativen Tipps, wie du dich durch das Telefoninterview im Bewerbungsprozess erfolgreich weiterbringst.   

Inhalt

  1. Sinn Telefoninterview
  2. Vorbereitung Telefoninterview
  3. Körpersprache
  4. Fragen im Telefoninterview
  5. 11 Tipps fürs Telefoninterview
  6. Fragen im Telefoninterview

Sinn Telefoninterview

Warum werden Telefoninterviews angewandt?

Telefoninterviews werden in den meisten Fällen aus folgenden Gründen angewandt:

  • Bei einer großen Anzahl Bewerber und einem langen Anfahrtsweg will das Unternehmen anhand eines Telefoninterviews eine weitere Auswahl der Bewerber treffen.
  • Die Bewerbungsunterlagen sind interessant, weisen jedoch noch Fragen auf, die das Unternehmen vorher abklären will.

Du solltest ein Telefoninterview deswegen immer wie ein richtiges Bewerbungsgespräch betrachten und dich dementsprechend auch darauf vorbereiten. Meist erwartet dich nach einem erfolgreichen Telefoninterview die Einladung zu einem persönlichen Vorstellungsgespräch oder zu einem Assessment Center.

Die richtige Vorbereitung aufs Telefoninterview

Die Einladung zum Telefoninterview erhältst du meist per E-Mail und in dieser einen Termin, den du bestätigst oder einen Neuen vorschlägst. Wie du am besten auf die E-Mail zur Einladung zu einem Gespräch antwortest, erfährst du im Artikel Einladung Vorstellungsgespräch.

Jetzt ist es außerdem wichtig, dass du deine Mailbox checkst. Eine Ansage, die vielleicht für deine Freunde witzig ist, kann beim Personaler schnell einen unprofessionellen Eindruck hinterlassen. Deswegen ändere deine Abwesenheitsbenachrichtigung in ein standardmäßiges: „Vielen Dank für Ihren Anruf. Leider bin ich im Moment nicht zu erreichen. Wenn Sie nach dem Signalton eine Nachricht hinterlassen, rufe ich Sie alsbald zurück.“

Telefoninterview und Körpersprache: Die optimale Körperhaltung

Auch deine Mimik und Gestik äußern sich durch den Telefonhörer, deshalb solltest du für erfolgreiche Bewerbungen am Telefon einige Regeln befolgen. Deine Körpersprache spiegelt sich in deiner Stimme wider, welche der Interviewer mitbewertet.

Das Telefoninterview ist eine gängige Methode für die Personalauswahl. Und auch im späteren Job kann man wichtige Telefonate nicht umgehen. Die Körperhaltung ist mitentscheidend bei einem Telefoninterview, auch wenn dich dein Gesprächspartner nicht sehen kann.

Denke daran, dass der Telefonhörer nicht nur deine Stimme, sondern auch Nebengeräusche transportiert. Wenn du ein Telefoninterview erfolgreich absolvieren möchtest, dann verhalte dich wie in einem regulären Vorstellungsgespräch. Setz dich gerade auf einen Stuhl und versuche, nicht wild zu gestikulieren. Zum einen hört sich deine Stimme beim Telefoninterview dadurch weniger gepresst an, zum anderen erleichtert es deine Atmung. Eine optimale Voraussetzung für eine gute Haltung bietet dir Dein Schreibtisch. Vermeide es deshalb auch, bei dem Telefoninterview umher zu laufen. Die Gefahr, dass Du dabei Nebengeräusche erzeugst, ist sehr hoch.

Ein Grund für das Sitzen am Schreibtisch beim Telefoninterview ist die richtige Position des Hörers zu deinem Mund. Zu nah an den Mund herangeführt, wirken deine Worte „genuschelt“. Zu weit weg, sind sie nur schlecht hörbar. Ständig wechselnde Positionen oder das Liegen auf dem Bett führen dazu, dass sich auch die Position des Hörers ständig verändert.

Mimik im Telefoninterview bestimmt die Artikulation

Ein geräuschloses Lächeln „hört“ man auch beim Telefoninterview, denn ein freundliches Gesicht lässt in aller Regel auch automatisch die Stimme freundlicher klingen. Wer seine Mundwinkel herunterzieht, kann nicht freundlich wirken.

Die Gesichtsmuskulatur schließt auch die Lippenmuskulatur ein, die entscheidend an der Artikulation beteiligt ist. Ist sie in irgendeiner Weise verkrampft, werden die Laute undeutlich. Deshalb gilt: Freundlich lächeln statt Grimassen ziehen. Die Körpersprache beim Telefoninterview muss ebenso ernsthaft sein wie in einem normalen Bewerbungsgespräch.

Gestik im Telefoninterview

Wildes Gestikulieren wirkt auch bei einem Telefoninterview unruhig. Insbesondere wenn deine aktive Hand den Telefonhörer festhält. Das Spielen mit einem Stift oder einer Halskette kann dabei nicht nur hörbar sein, sondern dich auch vom Telefoninterview ablenken. Versuche deshalb auch beim Telefoninterview deine Hände bewusst und ruhig einzusetzen.

11 Tipps fürs Telefoninterview

Vor dem Telefoninterview

1. Auf Überraschungsanrufe vorbereitet sein

Nicht alle Personaler vereinbaren vor dem Telefoninterview einen Termin. Während der Bewerbungsphase sollte man sich daher bei unbekannten Nummern ordentlich am Telefon melden, das heißt mit vollem Namen. Sollte man zum Zeitpunkt des Anrufes unterwegs oder anderweitig verhindert sein, darf man guten Gewissens ruhig um einen späteren Termin bitten. Normalerweise stellt das für den Arbeitgeber kein Problem dar.

2. Unterschätze ein Telefoninterview nicht

Auch wenn sich der Personaler nur „kurz unterhalten“ will, sollte man das Gespräch ernst nehmen und nicht einfach gedankenlos drauflos plappern. In dem Gespräch geht es nämlich nicht unbedingt nur um das fachliche Know-how des Kandidaten. Je nach Position ist der Personaler in der Regel auch an den kommunikativen Fähigkeiten interessiert. Durch das Telefoninterview kann er sich darüber einen guten ersten Eindruck verschaffen.

3. Informationen einholen

Schau dir ein bis zwei Tage vor dem Telefoninterview noch einmal die Website des Unternehmens gründlich an und sammle Informationen zur Branche und Konkurrenz. Außerdem kannst du schauen, welche aktuellen Nachrichten es über das Unternehmen gibt.

4. Ansprechpartner googlen

Google den Namen des Personalers, dann hast du ein Bild vor Augen und kannst weitere Informationen über dein Gegenüber herausfinden.

5. Standardfragen vorbereiten

6. Gutes Gesprächsumfeld schaffen

Sorge schon im Vorfeld dafür, dass du ungestört reden kannst. Kläre mit deinen Eltern oder deiner WG ab, dass in der Zeit keine Musik extra laut aufgedreht wird und deine Mutter nicht vor der Tür staubsaugt. Vermeide zusätzlich Ablenkung durch Fernseher oder Musik und schließe die Fenster gegen kläffende Hunde, Straßenlärm und streitende Nachbarn. 

7. Stelle dir ein Glas Wasser bereit

Gerade wenn du aufgeregt bist und viel reden musst, hilft ein Schluck Wasser. Am besten ist dabei stilles Wasser, damit du nicht aufstoßen musst. 

Während des Telefoninterviews

8. Hab deine Unterlagen vor dir

Du kannst davon ausgehen, dass der Personaler während des Telefoninterviews deine Bewerbungsunterlagen vor sich liegen hat. Mach es ihm gleich und hab deine Unterlagen wie Lebenslauf und die Stellenanzeige des Unternehmens ebenfalls vor dir. Somit weißt du genau, worauf der Personaler sich bezieht. Das ist besonders wichtig, wenn man verschiedene Bewerbungen verschickt hat und die jeweils genau auf die einzelnen Arbeitgeber zugeschnitten hat. Zudem solltest du einen Notizblock und Terminkalender griffbereit haben, um dir Notizen machen zu können.

9. Während des Telefonierens Haltung bewahren

Auch wenn du deinen Gesprächspartner bei einem Telefoninterview nicht sehen kann, solltest du dich so verhalten, als würdest du dem HR-Manager gegenübersitzen. Denn unsere Kleidung und die Umgebung haben unbewusst Auswirkungen auf unser Verhalten. Kleide dich ordentlich und sitze aufrecht am Schreibtisch (oder stell dich hin) anstatt im Jogginganzug auf dem Sofa zu chillen. Auch kannst du beim Telefonieren auf- und abgehen. Das hilft oft gegen Nervosität. 

10. Bewusst kommunizieren

Am Telefon fällt mangelnde Kommunikationsfähigkeit schnell auf. Hier einige allgemeine Regeln und Grundsätze:

  • Langsam und deutlich sprechen.
  • Nicht um den heißen Brei herumlabern, sondern auf den Punkt kommen.
  • Lass dir nicht alles aus der Nase ziehen, sondern nimm aktiv am Gespräch teil.
  • Das Telefoninterview sollte im Idealfall kein stumpfes Frage-Antwort-Spiel sein, sondern sich zu einem Gespräch auf Augenhöhe entwickeln.
  • Lass dein Gegenüber ausreden und falle nicht ins Wort.

11. Last But Not Least: Smile

Man kann es hören, wenn der andere am Telefon lächelt. Das wirkt gleich aufgeschlossener und freundlicher.

Fragen im Telefoninterview

Die Fragen im Telefongespräch werden etwas anders als die Fragen im Vorstellungsgespräch sein, da der Personaler allgemeiner abfragen wird, ob deine Vorstellungen zum Unternehmen passen. 

Fragen zu deiner Person

 

Hier hilft dir deine Selbstpräsentation weiter, um dich kurz vorzustellen und deutlich zu machen, warum du dich beworben hast.

Fragen zu deinem Lebenslauf

 

Der Personaler möchte von dir deinen Lebenslauf in Kürze erklärt haben oder es fehlen ihm noch Informationen oder Erklärungen zu bestimmten Punkten.

Frage, warum du dich für die freie Stelle interessierst

 

Hier solltest du die Entscheidung für die Stelle mit deinem bisherigen Werdegang und deinen Zielen begründen.

Frage, was du für die ausgeschriebene Stelle mitbringst

 

Die Frage zielt darauf ab, ob du dich mit der Position auseinandergesetzt hast und welche Fähigkeiten und Stärken das Unternehmen von dir erwarten kann.

Frage, warum du deinen bisherigen Job aufgeben möchtest

 

Hier solltest du nicht schlecht über deinen letzten Arbeitgeber sprechen, sondern deutlich machen, dass dich ein Jobwechsel persönlich und beruflich weiterbringt.

Frage, warum dich das Unternehmen anspricht

 

Hier zeigt sich, ob du dich mit dem Unternehmen als Arbeitgeber und der Branche auseinandergesetzt hast.

Themen wie Gehalt, Urlaubsanspruch und Arbeitszeiten sind aber noch kein Thema fürs Abtasten im Telefoninterview. Darüber sollte erst im Vorstellungsgespräch bzw. in der Gehaltsverhandlung gesprochen werden.

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>> Der Rote Faden im Lebenslauf verliert an Bedeutung
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Über den Autor

Noemi Haderlein
Noemi Haderlein

Als Content Managerin kümmert sich Noemi Haderlein seit 2015 um die Inhalte von ABSOLVENTA und schreibt zu allen Themen, die Studenten und Berufseinsteiger rund um Studium, Bewerbung und ersten Job interessieren.

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