Das Einstellungsgespräch.

Das Einstellungsgespräch.
Wer eine Einladung zu einem Einstellungsgespräch erhält, hat den Arbeitgeber mit seinen Bewerbungsunterlagen überzeugt. Glückwunsch! Im persönlichen Gespräch gilt es nun, diesen positiven und hohen Eindruck zu bestätigen. Absolventa gibt Tipps für ein erfolgreiches Einstellungsgespräch.
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  1. Grund des Einstellungsgesprächs: Persönliches Kennenlernen.

    Aus den Bewerbungsunterlagen gehen vor allem die Fachkenntnisse eines Bewerbers hervor. Die Personalverantwortlichen sind aber auch stark an der Persönlichkeit, Einstellung und an den Soft Skills des Bewerbers interessiert. Das persönliche Gespräch ist im Personalauswahlverfahren daher ein unverzichtbares Element. Hier kannst du nochmal überzeugen.

    Umgekehrt geht es für den Bewerber darum, seinen potentiellen Arbeitgeber persönlich kennenzulernen und einen eigenen Eindruck von dem Unternehmen zu bekommen. Ein Einstellungsgespräch ist also keine "Einbahnstraße" bzw. ein einseitiges Interview, sondern ein gegenseitiges Kennenlernen. Man sollte mit einem gesunden Selbstbewusstsein in dieses Einstellungsinterview gehen und auf keinen Fall als Bittsteller. Schließlich wollen beide Seiten etwas: Der eine einen Job, der andere einen qualifizierten Arbeitnehmer.

    Je nach Firma, Branche, Job und Position können die Rahmenbedingungen für ein Einstellungsgespräch unterschiedlich ausfallen. Zur Information: Häufig sieht man sich bei dem Gespräch nicht nur dem Personalleiter gegenüber, sondern auch leitenden Angestellten oder zukünftigen Kollegen aus der jeweiligen Fachabteilung (z.B. Marketing, Logistik oder IT). Im Gegensatz zum Assessment-Center stehen hier oft keine konkreten Aufgaben im Vordergrund, die es zu bewältigen gilt. Sondern eher das Gespräch steht im Vordergrund.

    Zwar gibt es im Einstellungsinterview typische Fragen und Themen (Stärken und Schwächen, Studium, Praxiserfahrung, Motivation, Ziele etc.), aber im Prinzip verläuft jedes Gespräch anders.

  2. Einstellungsgespräch hat verschiedene Phasen.

    Ein Einstellungsgespräch lässt sich in mehrere Phasen unterteilen. Den Rahmen bilden die Begrüßung und die Verabschiedung. Bei der Begrüßung kommt es auf den „ersten Eindruck“ an. Man sollte also von Beginn an freundlich und höflich sein. Wichtig sind auch ein dem Anlass angemessenes Outfit sowie ein gepflegtes Erscheinungsbild. Der Händedruck sollte weder zu lasch noch zu fest sein und auch nicht zu lang.

    Was nach der Begrüßung passiert, unterliegt keiner speziell festgelegten Reihenfolge, sondern hängt von den Antworten bzw. dem Gesprächsverlauf ab.

    In der Regel folgt eine kleine Vorstellungsgrunde, in der sich die Unternehmensvertreter dem Bewerber vorstellen und eine Information über den Ablauf des Interviews geben. Anschließen ist der Bewerber mit einer Selbstvorstellung an der Reihe. Diese sollte ein paar Minuten dauern. Ideal ist es, schon an dieser Stelle eine Brücke zwischen sich und dem gewünschten Job zu schlagen. Hier kann man beispielsweise folgende Punkte anreißen:

    • Herkunft
    • Alter
    • Hochschule
    • Studienfach (plus Schwerpunkte).
    • Auslandserfahrungen
    • Bisherige Praxiserfahrungen
    • Motivation für den Job und die Mitarbeit in dem Betrieb

    Achtung: Hier muss man mit Nachfragen vom Personaler rechnen.

    Anschließend geben die HR-Manager in der Regel einen Überblick über die Firma und die zukünftige Aufgabe. Es kann aber auch sein, dass man selbst gefragt wird, was man sich unter dem zu vergebenden Job vorstellt (Aufgaben, Verantwortungsbereich, Relevanz des Jobs für den Erfolg des Unternehmens etc.). Daher sollte man sich vorher intensiv mit der Stelle auseinander setzen.

    Im weiteren Verlauf des Gesprächs wird der Arbeitgeber mehr über die Motivation für die Bewerbung, das Interesse an dem Unternehmen sowie dem fachlichen und persönlichen Hintergrund des Kandidaten erfahren wollen. Einem überzeugendem Bewerber gelingt es dabei, neben seiner Motivation auch seine Stärken, Leistungen und Erfolge herauszustellen.

    Die meisten Unternehmen bemühen sich um eine postive und entspannte Gesprächsatmosphäre. Schließlich will sich auch der künftige Arbeitgeber von seiner besten Seite zeigen. Will der Personaler den Bewerber aber mal aus der Reserve locken, kann er auch sog. Stressfragen stellen. Beispiele:

    • "Weshalb haben Sie so lange studiert?"
    • "Sie haben in zwei Jahren zwei Mal den Job gewechselt. Warum sollen wir Ihnen glauben, dass Sie langfristig bei uns bleiben möchten?"
    • "Karriere oder Familie: Was ist Ihnen wichtiger?"
    • "Wie kommen Sie denn auf diesen Gehaltswunsch?"

    Tipp.

    Das Einstellungsgespräch sollte kein reines Frage-Antwort-Spiel sein. Stattdessen sollte es sich zu einem Gespräch auf Augenhöhe entwickeln. Zulässige Fragen solltest du in jedem Fall versuchen zu beantworten, unzulässige Fragen dagegen geschickt abwehren.

    Spätestens zum Ende des Einstellungsgespräch bekommen Bewerber die Gelegenheit, eigene Fragen zu stellen. Mit durchdachten Fragen lässt sich hier nachhaltig Eindruck machen, wie folgendes Sprichwort verdeutlicht: „Die Intelligenz eines Menschen beurteilt man anhand seiner Antworten. Die Weisheit jedoch beurteilt man anhand seiner Fragen.“

    Tipp.

    Falls der Arbeitgeber die Frage nach den Stärken und Schwächen stellt, kann man den Spieß an dieser Stelle im Einstellungsinterview umdrehen und selbst nach den Stärken und Schwächen des Unternehmens (oder der Abteilung) fragen.

    Den Abschluss des Bewerbungsgesprächs bildet die Verabschiedung. Auch hier lautet die Devise: Stets freundlich sein. Man bedankt sich für das Gespräch und das Interesse an seiner Person. Es ist wichtig, bis zum Schluss aufmerksam und höflich zu bleiben, um bei dem Arbeitgeber einen möglichst guten Eindruck zu hinterlassen, der auch noch anhält, wenn sich die Firmenvertretern zur Auswertung des Gesprächs zusammensetzen.

  3. Tipps für das Einstellungsgespräch.

    • Eine gute Vorbereitung ist die halbe Miete. Sammle vorab Daten und Fakten über das Unternehmen und informiere dich hoch über das Aufgaben- und Arbeitsumfeld in dem Job. Auch die Recherche über Mitarbeiter kann hilfreich sein.
    • Lese auf Arbeitgeberportalen Erfahrungsberichte von Mitarbeitern.
    • Trainiere den Ablauf eines Einstellungsgesprächs (Vorstellungsgespräch-Training) und lass dir ein ehrliches Feedback geben.
    • Achte auf ein pünktliches Erscheinen zum vereinbarten Termin.
    • Sorge für ein gepflegtes Erscheinungsbild und ein ordentliches Outfit.

    Was man bei einem Vorstellungsgespräch nicht sagen sollte.

    1. „Ich bewerbe mich bei Ihnen, weil ich keine richtige Alternative habe.“
    2. „Ich bin mir ziemlich unsicher, ob das hier das Richtige für mich ist. Eigentlich will ich aber den Job – glaube ich.“
    3. „Bei meiner Recherche über Sie sind mir einige Fehler auf Ihrer Website aufgefallen.“
    4. „Sie können noch viel von mir und meinem Wissen lernen.“
    5. „Mein Lebenslauf spricht für mich. Dem ist in diesem Bewerbungsgespräch nichts hinzuzufügen.“
  4. Die Nachbereitung des Einstellungsgesprächs.

    In der Regel dauert es ein paar Tage, bis man erfährt, ob die Firma sich für oder gegen einen entschieden hat. Nur wenige Bewerber haben das Glück, einen Job schon nach ihrem allerersten Einstellungsgespräch zu bekommen. Im Fall einer Absage ist die Nachbereitung des Vorstellungsgesprächs wichtig, um es mit dem Wissen und Erfahrung im nächsten Einstellungsinterview besser zu machen.

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