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Waschlappen vs. Knochenbrecher

Der Händedruck

Der Händedruck

Der Händedruck ist ein wichtiges formelles Begrüßungsritual. Unsicherheit und aggressives Verhalten können sich bei einem Händedruck ebenso offenbaren wie Zielstrebigkeit und Selbstbewusstsein. Der Händedruck gehört zum ersten Kontakt mit einem Gesprächspartner dazu und kann den weiteren Verlauf stark beeinflussen. ABSOLVENTA verrät, wie der perfekte Händedruck bei der Begrüßung aussehen sollte. 

Weil der erste Eindruck in die Beurteilung stark einwirkt, ist der Händedruck bei der Begrüßung maßgeblich entscheidend für den weiteren Verlauf des Gesprächs. Ein fester Händedruck ist daher ein guter Start in ein erfolgreiches Bewerbungsgespräch. Erfahrene Personaler lesen bereits aus dem Händedruck einiges über den Charakter des Bewerbers ab. Charakterzüge des Bewerbers in Richtung Unentschlossenheit, Zielstrebigkeit, Rücksichtslosigkeit und mangelnde Einsatzbereitschaft können versierte Chefs schon am Händedruck erkennen.

Händedruck – am besten kurz und fest

Beim Händedruck sollte man die Hand ruhig etwas drücken, natürlich ohne dabei dem Gegenüber wehzutun. Wer die Hand des Personalchefs quetscht, wirkt zu forsch und rücksichtslos. Ein leichter Druck, bei dem man die Finger weder umklammert noch zerdrückt, ist meist der richtige Weg.

Eine Studie der University of Iowa bestätigt das: Demnach haben Kandidaten, die einen kurzen und festen Händedruck ausüben, größere Erfolgschancen in einem Jobinterview als Bewerber mit schwachem oder zu starkem Händedruck. Der Erfolg eines Vorstellungsgesprächs kann sich also bereits beim Händedruck entscheiden, insbesondere wenn man sich auf eine Position im Vertrieb bewirbt, wo später viel Kundenkontakt gefragt ist. 

Tipps für den Händedruck

Nimm beim Händedruck immer die ganze Hand. Die Berührungsfläche sollte so groß wie möglich sein, damit du selbstsicher, aber dennoch freundlich wirkst. Wer sich scheut, wirkt unentschlossen oder sogar zimperlich – ein erster Eindruck, den es im Bewerbungsgespräch und auch später im Job unbedingt zu vermeiden gilt.

Die Bewegung sollte flüssig und gewollt aussehen. Wenn man zu heftige Bewegungen vollzieht, wirkt der Händedruck hektisch und kann sogar als Drohgebärde gewertet werden. Wähle also einen ruhigen und mittelstarken Händedruck.

Nähe und Distanz beim Händedruck

Beim Händedruck spielen auch Nähe und Distanz eine große Rolle. Wer die Intimdistanz (etwa 50 cm Abstand) seines Gesprächspartners unterschreitet, wird als unangenehm wahrgenommen. Vermeide es auch, dein Gegenüber beim Händedruck an dich heranzuziehen. Hältst du andere Menschen allerdings durch einen weit ausgestreckten Arm auf Abstand, wirkt es wiederum distanziert. Als Faustregel gilt eine Armlänge als angemessener Abstand zwischen zwei Personen.

Falscher Händedruck – ein kommunikatives Fehlverhalten

Obwohl der Händedruck vielerorts zu der formellen Begrüßung gehört, gibt es einen Umstand, bei dem man ihn unterlassen sollte: Bei einer Erkältung. Dann gebietet es die Höflichkeit, dass man auf den Händedruck verzichtet und dies mit der Erkrankung begründet. Somit signalisiert man Fürsorge und Verantwortungsbewusstsein.

Generell wirken auch feuchte Hände auf den Gegenüber meist unangenehm und sollten vorher getrocknet werden. Tipp: Habe dazu immer ein loses Stofftaschentuch in der Hosentasche, sodass du deine Hand daran kurz vor dem Händedruck noch einmal unauffällig abwischen kannst. Bei besonders hartnäckigen Schweißhänden können auch deorisierte Erfrischungstücher aus der Drogerie helfen. Man sollte jedoch darauf achten, dass die Hände danach nicht klebrig erscheinen. Kalte Hände wirken ebenfalls abschreckend. Forscher fanden heraus, dass man Menschen mit warmen Händen wohlgesonnener gegenübersteht als Menschen mit kalten Händen. Hier kann es helfen, vor dem Gespräch ein paar Fingerübungen zu machen, die die Durchblutung fördern oder bereits vor dem Gespräch einen Kaffee zu trinken, der den Kreislauf anregt. 

Auch das Drehen der Hand des Gesprächspartners sollte man unbedingt vermeiden, da man den anderen sonst zu einer Reaktion zwingt, wie zum Beispiel einer Körperdrehung oder zum Beugen in eine bestimmte Richtung. In diesem Fall gerät der Gesprächspartner unter Druck. Das kann als aggressives oder dominantes Verhalten ausgelegt werden. Die Körpersprache beim Vorstellungsgespräch sollte weder das eine noch das andere vermitteln.

Aber Vorsicht: In manchen Ländern gilt ein Händedruck als ungebührlich. Wenn du dich bei ausländischen Firmen bewirbst, solltest du dich zuvor informieren, inwieweit der Händedruck zur Begrüßung gehört. In einigen arabischen Ländern ist es beispielsweise verpönt, dass sich Männer und Frauen die Hand reichen. Andere Kulturkreise, zum Beispiel weite Teile Asiens, verzichten ganz auf diese Geste. In Japan ist zum beispielsweise eine kurze Verbeugung die übliche Begrüßungsform. 

Auch beim Händeschütteln Haltung bewahren und auf Mimik achten

Viele Arbeitgeber erwarten von einem Bewerber im Sitzen und im Stehen eine aufrechte Körperhaltung. Sie symbolisiert Offenheit und die Bereitschaft, zu kommunizieren. Wer sich beim Händedruck zu weit nach vorne lehnt, verkürzt wiederum den Abstand zum Gesprächspartner und erzeugt somit ein unangenehmes Gefühl. Eine gebückte Körperhaltung lässt dich unterwürfig aussehen.

Haltung beginnt aber schon im Handgelenk. Beim richtigen Händedruck sollte man nicht im Handgelenk abknicken, sodass die Finger nach unten zeigen und die Stellung der Hand wie eine Aufforderung zum Handkuss wirkt. Achte also beim Händedruck darauf, dass dein Handgelenk gerade ist.

Auch der Arm sollte nicht ganz durchgedrückt werden, das wirkt verkrampft. Der Unterarm sollte etwa in einem 90-Grad-Winkel zum Oberarm stehen, zumindest aber gebeugt sein. Begleitend zum Händedruck sollte auch die Mimik stimmen. Mit einem freundlichen Lächeln, einem direkten Blick in die Augen und einem netten „Guten Tag“ kann man dabei nichts falsch machen.

Wer sich dennoch unsicher fühlt, der sollte seinen Händedruck vorher mit jemandem üben. Des Weiteren hilft es, den Druck seiner Hand einzuschätzen. Das geht am besten, wenn man mit jemandem aus seinem näheren Umfeld verschiedene Techniken des Händedrucks ausprobiert.

Bei einem Vorstellungsgespräch ist ein Händedruck Usus. Doch ob im späteren Job die Hände gereicht werden oder nicht, das entscheidet, laut Knigge, ganz alleine der Chef: Er muss die Hand zuerst ausstrecken.

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