So klappt’s mit dem Gehaltswunsch.

So klappt’s mit dem Gehaltswunsch.
In den meisten Stellenanzeigen findet sich der Hinweis „Bitte nennen Sie uns Ihre Gehaltsvorstellung“. Auch in Vorstellungsgesprächen ist es nicht unüblich, dass man am Ende auf den Gehaltswunsch des Bewerbers zu sprechen kommt. Wie du rausfindest, was ein angemessener Gehaltswunsch für deinen Job ist und wie du diesen in deiner Bewerbung und im Vorstellungsgespräch erfolgreich kommunizierst, verrät dir ABSOLVENTA.
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  1. Vor dem Gehaltswunsch steht die Recherche.

    Wie du einen angemessenen Gehaltswunsch festsetzt.

    Das Gehalt ist nicht alles, aber natürlich ein wichtiger Bestandteil eines Arbeitsvertrages. Während in anderen Ländern wie z.B. den USA das Gehalt meist schon in der Stellenanzeige genannt wird, müssen die Bewerber in Deutschland den Gehaltswunsch im Anschreiben oft selbst formulieren oder beim Vorstellungsgespräch mit dem potenziellen Arbeitgeber verhandeln. Deshalb ist es wichtig, einen realistischen Gehaltswunsch zu äußern, um diesen im Arbeitsvertrag zu verankern. Vielen Berufseinsteigern fällt das oft schwer, weil sie ihren Marktwert nicht gut kennen und deswegen nicht wissen, ob ihr Gehaltswunsch zu hoch oder zu niedrig angesetzt ist.

    Damit der Gehaltswunsch wahr wird, sollte man vorab gut recherchieren. Ob im Anschreiben oder im Vorstellungsgespräch: Wenn man einen zu hohen Gehaltswunsch angibt, kann es mitunter das Ende im Auswahlprozess bedeuten. Mit einem zu niedrigen Gehaltswunsch freut sich zwar der Arbeitgeber, doch der Bewerber selbst verschenkt bares Geld. Es kann sogar ein schlechtes Licht auf den Bewerber werfen, wenn er zu wenig Gehalt fordert, da es vom Arbeitgeber als Zeichen der Schwäche oder für mangelndes Selbstvertrauen gewertet werden kann.

    Für die Recherche eigenen sich Webseiten, die Gehälter vergleichen, sowie Statistiken in Tages- und Wochenzeitungen. Suche hierbei nach deiner angestrebten Tätigkeit, wie Mathematiker, SEO-Manager oder Frontend-Entwickler. Aber auch in Interviews verraten Arbeitgeber, wie viel Berufseinsteiger in einem Trainee-Programm oder beim Direkteinstieg erwarten können. Je mehr Informationen du also zu deinem Unternehmen oder der ausgeschriebenen Stelle hast, desto besser. Diese Informationen gilt es dann realistisch für deinen Gehaltswunsch einzuschätzen.

  2. Tipps, wie du deinen Gehaltswunsch möglich realistisch einschätzt.

    Gehe für deinen Gehaltswunsch nicht nur nach deinem Studiengang!

    Damit der Gehaltswunsch auch auf offene Ohren stößt, sollte man also im Vorfeld der Bewerbung bzw. der Gehaltsverhandlung gut recherchieren. Ein realistischer Gehaltswunsch wird von vielen Faktoren beeinflusst. Zunächst ist die eigene Qualifikation ein ausschlaggebender Punkt. Studiengang, Studienabschluss und die fachliche Spezialisierung spielen beim Gehaltswunsch eine entscheidende Rolle. Je besser und gefragter der Abschluss, desto mehr Gehalt kann in der Regel auch ausgehandelt werden. Besonders gut haben es Absolventen der MINT-Studiengänge: Mathematiker, IT-Spezialisten, Naturwissenschaftler und Techniker.

    Welches Gehalt erwarten Absolventen nach ihrem Abschluss?

    STUDIENGANG ERWARTETES EINSTIEGSGEHALT
    Ingenieurwissenschaften, Informatik 40.820 Euro
    Jura 40.351 Euro
    Naturwissenschaften 38.872 Euro
    Wirtschaftswissenschaften 38.620 Euro
    Durchschnitt 36.998 Euro
    Medizin 36.410 Euro
    Geisteswissenschaften 34.881 Euro
    Kulturwissenschaften 34.718 Euro
    Andere Sozialwissenschaften 34.076 Euro
    Lehramt 33.862 Euro

    Quelle: statista.de (2016): https://de.statista.com/statistik/daten/studie/13415/umfrage/erwartetes-einstiegsgehalt-von-studenten/

    Wie hoch die Einstiegsgehälter von Hochschulabsolventen tatsächlich 2016 ausfallen, zeigt die nachfolgende Grafik.

    Quelle: StepStone Gehaltsreport (2016): http://www.stepstone.de/Karriere-Bewerbungstipps/loader.cfm?csModule=security/getfile&pageid=34305

    Dennoch solltest du nicht nur nach deinem Abschluss gehen. Bei Geisteswissenschaftlern und Wirtschaftswissenschaftlern sind auch deine bisherigen Berufs- oder Praxiserfahrungen entscheidend. Kannst du hier durch längere Erfahrungen punkten, kannst du deinen Gehaltswunsch teilweise nach oben korrigieren.

    Andererseits gilt auch: Nicht jeder Ingenieur erhält überall ein Top-Gehalt. Hier kommen wir zum nächsten Punkt, nämlich der Branche deines Unternehmens.

    Beachte für deinen Gehaltswunsch auch die Branche des Unternehmens sowie deine angestrebte Position!

    Bevor du dir nun alle möglichen Durchschnittsgehälter anschaust, um deinem Gehaltswunsch zu bestimmen, solltest du dir Informationen über die branchen- und positionsüblichen Gehälter einholen.

    So gibt es in Deutschland starke Branchen, wie die Pharma- und Chemieindustrie, den Automotiv-Sektor oder die Versicherungswirtschaft, die gute und hohe Gehälter verspricht. Das siehst du zum Beispiel an folgender Gehaltstabelle von Fach- und Führungskräften im Marketing: 

    BRANCHE DURCHSCHNITTLICHES BRUTTOGEHALT
    Pharmaindustrie 68.552 Euro
    Chemie 65.376 Euro
    Automotive 64.781 Euro
    Versicherungen 61.509 Euro
    Banken 58.855 Euro

    Quelle: statista.de (2016): https://de.statista.com/statistik/daten/studie/510396/umfrage/jahresgehaelter-in-marketing-und-kommunikation-nach-branchen/

    So erhält eine Führungskraft im Marketing je nach Branche, in welcher sie tätig ist, unterschiedliche Gehälter. Diese können bis zu 10.000 Euro im Jahr schwanken.

    Beachte vor allem die Unternehmensgröße sowie den Unternehmensstandort für deinen Gehaltswunsch.

    Für deinen endgültigen Gehaltswunsch ist die Unternehmensgröße sowie die Region für dein angestrebtes Gehalt entscheidend. So gibt es nach wie vor ein Ost-West-Gefälle zwischen den alten und den neuen Bundesländern. Insgesamt verdienen Arbeitnehmer in Bayern und Baden-Württemberg am besten, hier sind jedoch auch die Lebenskosten am höchsten.

    Manche Unternehmen – gerade in der Industrie – zahlen nach einem Tarifvertrag. Falls dein Arbeitgeber nach Tarifvertrag bezahlt, kannst du die einzelnen Lohnstufen öffentlich einsehen und die Gehälter mit deinem Wunschgehalt abstimmen.

    Auch ABSOLVENTA hilft dabei, dass Absolventen und Young Professionals Werte für einen angemessenen Gehaltswunsch ermitteln können. In unserem kostenlosen Online-Gehaltsvergleich kannst du die wichtigsten Faktoren eingeben und dadurch einen realistischen Gehaltswunsch herausfinden.

    Zum Gehaltsvergleichsrechner von ABSOLVENTA

  3. Gehaltswunsch im Anschreiben angeben.

    Wenn im Stellenangebot gefordert wird, seinen Gehaltswunsch zu nennen, sollte man das im Bewerbungsschreiben auch unbedingt angeben. Wenn die Vorstellungen zu weit auseinanderliegen, ist es für beide Seiten besser, den Auswahlprozess nicht weiter fortzuführen.

    Seinen Gehaltswunsch nennt man am Ende des Bewerbungsschreibens. Dort wird er relativ emotionslos angegeben. Großartige Begründungen lässt man hier weg, schließlich sollten die Infos im Anschreiben und im Lebenslauf Begründung genug sein. Mögliche Formulierungen für den Gehaltswunsch sind:

    • „Meine Gehaltsvorstellung liegt bei x Euro brutto im Jahr.“
    • „Meine Gehaltsvorstellung liegt bei einem Brutto-Jahresgehalt im Bereich von x Euro.“
    • „Meine Gehaltsvorstellung liegt zwischen x Euro und y Euro brutto im Jahr.“
    • „Aufgrund meiner Qualifikationen und Kenntnissen empfinde ich ein Gehalt von x Euro als angemessen.“

    Wenn man noch unsicher ist, was man fordern kann/soll, ist es auch möglich, diese Klippe mit folgenden Formulierungen zu umschiffen:

    • „Ich strebe ein Gehalt an, das meiner Qualifikation und der Verantwortung dieser Position entspricht.“
    • „Über meine Gehaltsvorstellung bin ich gerne bereit, in einem Vorstellungsgespräch zu verhandeln.“
    • „Ich freue mich, Sie bei einem persönlichen Vorstellungsgespräch von meinen Kompetenzen und meiner Motivation zu überzeugen. Bei dieser Gelegenheit können wir dann auch über meine Gehaltsvorstellungen sprechen.“
  4. Gehaltswunsch im Vorstellungsgespräch kommunizieren.

    In einem Vorstellungsgespräch kommt die Frage nach dem Gehalt in der Regel erst zum Ende des Gesprächs auf den Tisch. Meist spricht der Arbeitgeber das Thema an, wobei der Arbeitgeber oft auch die erste Zahl nennt. Hier kommt es neben einer guten Vorbereitung auch auf das persönliche Verhandlungsgeschick an. Je nachdem, wie gut das Angebot ist, kann man dann noch 5 bis 20 Prozent mehr fordern. Das spricht für ein gesundes Selbstvertrauen. Es ist auch immer ratsam, mit einem bestimmten Ziel (Untergrenze) in das Gehaltsgespräch zu gehen. Daran kann man sich orientieren. Ob man dann doch noch Kompromisse eingeht, sollte man von dem Gesamtpaket abhängig machen (Position, Aufgabenvielfalt, Verantwortung, Aufstiegsmöglichkeiten, Nähe Wohnort zum Arbeitsplatz, Team etc.)

    Kann man sich nicht auf einen Betrag einigen, dann schlage andere Möglichkeiten des Arbeitsentgeltes vor, zum Beispiel einen geldwerten Vorteil wie ein Firmenhandy, ein Jahresticket für den Nahverkehr, Rabatte auf die Produkte des Unternehmens, betriebliche Altersvorsorge, eine höhere Vertriebsprovision oder andere Prämienzahlungen.

    Wichtig bei der Angabe des Gehaltswunsches im Anschreiben oder Vorstellungsgespräch ist jedoch immer, dass dieser als Brutto-Gehalt angegeben wird!

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