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Definition und Beispiele

Alles, was du über den geldwerten Vorteil wissen musst

Alles, was du über den geldwerten Vorteil wissen musst

Dein Arbeitgeber bietet dir neben deinem Gehalt weitere geldwerte Vorteile – und du fragst dich: Was ist ein geldwerter Vorteil überhaupt? ABSOLVENTA erklärt dir verständlich, was es mit dem geldwerten Vorteil auf sich hat und welche Beispiele es gibt. Die bekanntesten sind dabei Firmenwagen oder Rabattfreibeträge. Auch was du im Zusammenhang mit dem geldwerten Vorteil im Bezug auf Steuern beachten musst, erfährst du hier. 

Inhalt: 

  1. Definition geldwerter Vorteil
  2. Firmenwagen
  3. Rabattfreibetrag
  4. Sachbezüge
  5. Weitere Beispiele für geldwerte Vorteile
  6. Zusammenfassung

Was ist der geldwerte Vorteil?

  • Der so genannte geldwerte Vorteil ist eine Form der Vergütung, die über den reinen Lohn hinausgeht und nicht in Geld ausgezahlt wird.
  • Der geldwerte Vorteil ist daher auch als Sachbezug oder Sachleistung bekannt.
  • Typische Beispiele sind Dienst- oder Sachleistungen wie Firmenwagen, Firmenlaptop, Firmenhandy oder Gutscheine sowie Förderungen.
  • Diese Leistungen bekommst du von deinem Arbeitgeber kostenlos oder günstiger.
  • Manche dieser Sachwerte müssen besteuert werden – das passiert über die Lohnabrechnung – andere sind hingegen steuerfrei

Geldwerter Vorteil in Form eines Firmenwagens

Der bekannteste geldwerte Vorteil ist der Dienst- oder Firmenwagen. Dieser kann sowohl dem Arbeitnehmer als auch dem Arbeitgeber steuerliche Vorteile gegenüber einer reinen Gehaltserhöhung verschaffen. Die steuerliche Berücksichtigung des Dienstwagens hängt davon ab, ob der Arbeitnehmer den Dienstwagen auch privat nutzen darf oder nicht. Die private Nutzung des Dienstwagens ist seit 2006 neu geregelt und muss versteuert werden.

Dabei kommen zwei unterschiedliche Methoden zu Anwendung: Die Ein-Prozent-Regelung oder das Fahrtenbuch. 

Ein-Prozent-Regelung beim Firmenwagen

Nach der Ein-Prozent-Regelung werden die privaten Fahrten pauschal mit einem Prozent des Brutto-Inlandlistenpreises des Fahrzeugs monatlich versteuert. Dazu kommt eine Besteuerung von 0,03 Prozent Brutto-Inlandlistenpreises des Autos je Kilometer der Entfernung zwischen Arbeitsplatz und Wohnort.

Beispiel: Ein-Prozent-Regelung

  • Der Neupreis des Autos beträgt 30.000 Euro: 
    • 30.000 Euro x 0,01 = 300 Euro
  • Die Strecke zwischen Arbeitsplatz und Wohnort beträgt 40 Kilometer: 
    • 30.000  Euro x 40 x 0,0003 = 360 Euro

Das bedeutet letztendlich ein nicht ausgezahltes Zusatzeinkommen in Höhe von 660 Euro (300 Euro + 360 Euro). Auf diesen Betrag müssen Arbeitnehmer und Arbeitgeber Steuern und Sozialabgaben zahlen.

Wenn der Arbeitnehmer also 3.000 Euro brutto im Monat verdient, muss er fortan Steuern und Abgaben zahlen, als würde er 3.660 Euro verdienen. Das Netto-Einkommen sinkt dadurch um ca. 300 Euro.

>> Weitere Klarheit schafft der Brutto-Netto-Rechner

Je teurer der Wagen und je weiter die Entfernung zwischen Arbeitsplatz und Wohnort, desto höher wird der geldwerte Vorteil, desto höher aber auch die Abzüge vom Lohn. Aus dem Vorteil kann also auch ein Nachteil werden. Hier muss man für sich ausrechnen, ob man von dem Dienstwagen mit privater Nutzung profitiert oder nicht.

Einflussfaktoren sind hier u.a.:

  • Kann ich dafür auf mein bisheriges Auto verzichten?
  • Was zahle ich monatlich für mein bisheriges Auto an Leasing, Steuern, Versicherungen, Reparaturen etc.?
  • Zahlt der Arbeitgeber das Benzin vollständig oder nur anteilig? (Tankkarte)
  • Wie viel ist mir es wert, ein Auto zur privaten Verfügung zu haben?

Die folgende Grafik zeigt, wie hoch der Anteil der Führungskräfte pro Branchen war, die 2015 einen Firmenwagen besessen haben:

Quelle: statista.de (2016): http://de.statista.com/statistik/daten/studie/462904/umfrage/firmenwagen-verbreitung-nach-fachbereichen/

Fahrtenbuch

Die zweite Möglichkeit ist es, ein Fahrtenbuch zu führen, in dem alle Fahrten genau schriftlich festgehalten werden. Besonders bei Arbeitnehmern, die ihren Dienstwagen überwiegend auch für dienstliche Fahrten nutzen, kann sich ein Fahrtenbuch steuerlich auszahlen.

Als Faustregel gilt: Je mehr man den Firmenwagen dienstlich nutzt, desto eher lohnt sich aus steuerlichen Gründen ein Fahrtenbuch. Allerdings sollte das im Einzelfall genau ausgerechnet werden.

Geldwerter Vorteil durch einen Rabattfreibetrag

Jedem Arbeitnehmer steht derzeit ein jährlicher „Rabattfreibetrag“ von 1.080 Euro zur Verfügung. Er gilt für unentgeltliche oder verbilligte Sachbezüge. Damit sind Waren oder Dienstleistungen gemeint, die vom Unternehmen am Markt angeboten werden. Das sind zum Beispiel vergünstigte oder kostenlose Hotelzimmer für die Hotelangestellten, Neuwagen von Mitarbeitern eines Autoherstellers, vergünstigte Flüge für Mitarbeiter von Luftfahrtgesellschaften oder Mitarbeiterrabatte auf Kaufhausware. Übersteigt der finanzielle Gegenwert des Mitarbeiterrabatts den Rabattfreibetrag, so muss nur die darüberhinausgehende Summe versteuert werden.

Beispiel zum Rabattfreibetrag:

Ein Mitarbeiter eines Küchenstudios erhält von seiner Firma einen Rabatt in Höhe von 20 Prozent auf den regulären Einkaufspreises einer Küche.

  • Neupreis: 8.000 Euro
  • Rabatt: 8.000 x 0,2 = 1.600 Euro

Der Rabattfreibetrag liegt bei 1.080 Euro, somit muss der Arbeitnehmer auf alles, was darüber liegt, Steuern und Abgaben zahlen. Das sind in diesem Fall 520 Euro (1.600 Euro – 1080 Euro).

Geldwerter Vorteil durch Sachbezüge

Für alle anderen Sachbezüge, die das Unternehmen seinen Mitarbeiter als Extras zur Verfügung stellt, gelten bestimmte Freigrenzen, die im Steuerrecht festgeschrieben sind. Diese Sachbezüge dürfen im Monat einen Betrag von 44 Euro nicht übersteigen. 

Beispiele für Sachbezüge, die monatlich nicht 44 Euro übersteigen dürfen:

  • Geschenke an Mitarbeiter: Blumen zum Geburtstag, ein teurer Füller zum Dienstjubiläum usw.
  • Die Monatskarte für den Nahverkehr
  • Warengutscheine: Gutscheine für Waren wie zum Beispiel Zeitschriften oder Telefonkarten etc. 
  • Tankgutscheine: Diese dürfen nicht gegen Bargeld getauscht werden

Eine Dienstwohnung darf derzeit nicht mehr als 204 Euro geldwerten Vorteil bringen.

Werden diese Freigrenzen überschritten, muss der geldwerte Vorteil vollständig versteuert werden.

Weitere Beispiele für geldwerte Vorteile

Geldwerte Vorteile Steuerliche Besonderheit

Datenverarbeitungsgeräte

 

Bekommst du Laptop, Computer oder Smartphones und andere Datenverarbeitungsgeräte geschenkt oder zu einem günstigeren Preis, sind diese in der Regel steuerfrei, wenn dein Arbeitgeber den geldwerten Vorteil pauschal versteuert und dir das Gerät zusätzlich zum Arbeitslohn überlässt.

Personalrabatt

 

Dein Arbeitgeber kann dir Waren und Dienstleistungen, die er als eigene Produkte für den Markt herstellt, verbilligt oder kostenlos überlassen. Bis zu einem Jahresbetrag von 1.080 Euro sind diese Preisvorteile steuer- und sozialversicherungsfrei.

Bonusmeilen

 

Deine beruflichen geflogenen Bonusmeilen darfst du privat steuerfrei nutzen, wenn die gesammelten Bonusmeilen nicht den Wert von 1.080 Euro im Jahr übersteigen.

Fortbildung

 

Bezahlt dein Arbeitgeber die Kosten deiner Fortbildung, ist das für dich steuerfrei – unter der Bedingung, dass die Schulung im Zusammenhang mit deinem Beruf steht.

Gesundheitsförderung

 

Kosten für Physiotherapie, Massagen oder sportliche Aktivitäten, die dein Arbeitgeber zahlt, sind bis zu 500 Euro im Jahr für dich steuer- und sozialversicherungsfrei. Bedingung ist aber, dass die Maßnahme im Zusammenhang mit einer beruflichen Belastung steht. 

Umzugskosten

Wenn du aus beruflichen Gründen umziehen musst, kann dein Arbeitgeber die Kosten für den Umzug übernehmen.

Vermögensbeteiligung

 

Beteiligt dein Arbeitgeber dich am Vermögen des Unternehmens, ist das ein steuerfreier geldwerter Vorteil. Aber nur, wenn die Vermögensbeteiligung nicht mehr als 360 Euro im Jahr beträgt und allen Mitarbeitern offensteht.

Parkplatz während der Arbeitszeit

Hast du einen Parkplatz während deiner Arbeitszeit, ist das eine steuerfreie Leistung.

Zinsgünstiges Darlehen vom Arbeitgeber

 

Gibt dein Arbeitgeber dir einen Kredit ohne Zinsen oder zu günstigeren Zinsen, ist dieser bis zu 2.600 Euro für dich steuerfrei. 

 

Zusammenfassung

Der Firmenwagen und der Mitarbeiterrabatt sind nur zwei von zahlreichen geldwerten Vorteilen, die ein Arbeitgeber seinen Angestellten zukommen lassen oder die ein Arbeitnehmer mit dem Unternehmen im Rahmen der Gehaltsverhandlung aushandeln kann. Aufgrund der unterschiedlichen steuerlichen Bemessungsgrenzen sollte allerdings im Einzelfall immer ausgerechnet werden, ob sich der geldwerte Vorteil tatsächlich für Arbeitnehmer und Arbeitgeber mehr auszahlt als eine reine Gehaltserhöhung.

Doch besonders in kleineren Betrieben, die oft keine hohen Gehälter zahlen können, vergrößern geldwerte Vorteile in der Regel den Verhandlungsspielraum.

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