Infos im Bereich Steuerwesen.

Infos im Bereich Steuerwesen.

Erfahre hier, welche Kenntnisse du für einen Job im Steuerwesen mitbringen solltest, welche Aufgaben dich erwarten und wie du Steuerberater werden kannst.

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  1. Definition Steuern.

    Steuern sind öffentliche Abgaben, die ohne besondere Gegenleistung vom Staat allen auferlegt werden, um Einnahmen zu erzielen. In Deutschland gibt es direkte als auch indirekte Steuern. Direkte Steuern müssen vom Belasteten selbst bezahlt werden. Beispiele hierfür sind die Einkommenssteuer, Grundsteuer oder die Grunderwerbssteuer. Indirekte Steuern werden von jemand anderem einbehalten, wie etwa die Energiesteuer, die Umsatzsteuer oder die Tabaksteuer.

  2. Geforderte Kenntnisse.

    Mit einem klassischen BWL-Studium mit dem Schwerpunkt Steuern sowie ersten praktischen Erfahrungen kannst du direkt im Steuerwesen durchstarten – das ist aber kein Muss. Auch mit einer Ausbildung zum Steuerfachangestellten oder zum Finanzwirt hast du gute Karten, danach eine Festanstellung zu bekommen. Du solltest dann aber darauf gefasst sein, dass dein Gehalt niedriger ausfällt als bei deinen Kollegen mit Bachelor- oder Masterabschluss.

    Erfüllst du diese Voraussetzungen, kannst du in deiner Bewerbung punkten:

    • Abgeschlossene Ausbildung als Steuerfachangestellter oder Finanzwirt bzw. ein BWL-Studium mit dem Schwerpunkt Steuern
    • Kenntnisse über das aktuelle Steuerrecht
    • Affinität für Zahlen und komplexe Zusammenhänge
    • Ausgeprägte Kommunikationsfähigkeit und Teamgeist
    • Gewissenhaftigkeit und Verantwortungsbewusstsein
    • Sicherer Umgang mit Excel
    • Sehr gute Englischkenntnisse
  3. Deine Aufgaben in Berufen des Steuerwesens.

    Je nachdem, in welchen Bereich du im Steuerwesen einsteigst und ob du den Direkteinstieg oder doch lieber ein [Trainee-Programm[(/trainee/bereich/steuerwesen) wählst, unterscheiden sich deine Aufgaben.

    Steuerfachangestellte

    Als Steuerfachangestellter unterstützt du Steuerberater, Steuerbevollmächtigte, Wirtschaftsprüfer und Buchprüfer bei ihren Praxistätigkeiten. Die Tätigkeiten und Aufgaben umfassen in der Regel die steuerliche und auch betriebswirtschaftliche Beratung von Mandanten aus der Wirtschaft, aber auch von Privatpersonen.

    Typische Aufgaben als Steuerfachangestellter sind:

    • Büroarbeiten und Einsparvorschläge
    • Finanzbuchführung und Lohnabrechnungen
    • Vorbereitung und Mithilfe beim Erstellen von Jahresabschlüssen
    • Bearbeiten von Steuererklärungen & Prüfung von Steuerbescheiden
    • Kontakt zu Mandanten und Ämtern

    Finanzwirt

    Finanzwirte arbeiten hauptsächlich in der Finanz- und Steuerverwaltung sowie im Zolldienst. Dort arbeiten sie entweder im mittleren oder gehobenen Dienst und befassen sich mit der Verwaltung von Steuern aller Art. Dazu gehören zum Beispiel die Einkommens-, Körperschafts-, Grunderwerbs- und Erbschaftssteuer. Außerdem erledigst du als Finanzwirt Aufgaben im Bereich der Veranlagung, Bewertung, Vollstreckung, Betriebsprüfung und Steuerfahndung. Zollabfertigung und Zollfahndung gehören auch zu den Aufgaben eines Finanzwirts.

    Steuerberater

    Als Steuerberater erstellst du in erster Linie Steuererklärungen und berätst Privatpersonen, freiberufliche Kunden und Unternehmen in steuerrechtlichen Fragen. Dabei kann es um Einsparungsmöglichkeiten, aber auch Firmengründungen, Firmensanierungen oder Unternehmensbewertungen gehen. Was kaum einer weiß: Du kannst auch Testamentseröffnungen durchführen.

    Du kannst aber auch im Namen deiner Mandanten die Buchhaltung und Lohnabrechnungen übernehmen, Jahresabschlüsse und Bilanzen sowie Einnahmenüberschussrechnungen erstellen. Außerdem kannst du deine Klienten vor Finanzbehörden und Finanzgerichten vertreten.

  4. Berufschancen im Steuerwesen.

    Hast du den Einstieg in das Steuerwesen geschafft, kannst du dich schnell zum Tax Consultant hocharbeiten. Du leitest dann eigene Projekte und betreust selbstständig Mandanten. Das Endgoal von vielen im Steuerwesen ist es aber, die offizielle Berufsbezeichnung „Steuerberater“ zu tragen.

    Je nachdem, ob du eine Ausbildung oder einen akademischen Abschluss im Steuerwesen abgeschlossen hast, benötigst du mehr oder weniger Berufsjahre, um die Prüfung zum Steuerberater abzulegen. In diesem Examen wird in mehreren Klausuren sowie einer mündlichen Prüfung dein betriebs- und volkswirtschaftliches Wissen getestet sowie dein Know-how in den Bereichen Umsatz- und Ertragssteuer, Verfahrensrecht oder auch Bilanzsteuerrecht. Eine gute Vorbereitung ist jedoch ein Muss – mit einer Durchfallquote von durchschnittlich 41,7 Prozent ist die Steuerberaterprüfung eine der schwersten in Deutschland.

    Angestellt vs. selbstständig

    Hast du die Prüfung zum Steuerberater geschafft, arbeitest du im Büro oder im Außendienst bei den Kunden vor Ort. Dabei bist du entweder angestellt oder selbstständig. Tatsächlich arbeiten fast 70 Prozent der deutschen Steuerberater selbstständig. Das kann bedeuten, dass sie ...

    1. eine eigene Kanzlei gründen.
    2. eine bestehende Kanzlei übernehmen.
    3. als Partner in eine Kanzlei einsteigen.

    Gerade die dritte Option ist bei jungen Steuerberatern die attraktivste Möglichkeit, da sie so von dem Know-how erfahrener Kollegen und dem bereits bestehenden Kundenstamm der Kanzlei profitieren. Die untenstehende Tabelle zeigt, dass die Zahl der selbstständigen Steuerberater in den letzten Jahren nur ganz leicht zurückgegangen ist. Grundsätzlich kann man also von einer Verteilung von ca. 70 Prozent selbstständigen und 30 Prozent angestellten Steuerberatern ausgehen.

    Jahr Selbstständig Angestellt
    2012 71,1 % 28,9 %
    2013 70,7 % 29,3 %
    2014 70,5 % 29,5 %
    2015 70,2 % 29,8 %
    2016 69,8 % 30,2 %
    2017 69,8 % 30,2 %

    Quelle: Statista.de (2017).

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