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Das musst du zum unbefristeten Arbeitsvertrag wissen

Das musst du zum unbefristeten Arbeitsvertrag wissen

Du fragst dich, warum alle einen unbefristeten Arbeitsvertrag so feiern? Die Vorteile liegen klar auf der Hand: Du hast eine hohe Planungssicherheit und musst dich nicht ständig neu bewerben, da du ohne zeitliches Ende angestellt bist. Dennoch ist die Kündigungsfrist auch in einem unbefristeten Arbeitsverhältnis relativ kurz. ABSOLVENTA erklärt dir alle rechtlichen Regelungen – was der Inhalt sein muss bis zur Kündigungsfrist im befristeten Arbeitsvertrag.

Inhalt:

  1. Definition unbefristeter Arbeitsvertrag
  2. Inhalt unbefristeter Arbeitsvertrag
  3. Probezeit im unbefristeten Arbeitsvertrag
  4. Gehalt im unbefristeten Arbeitsvertrag
  5. Kündigungsfrist beim unbefristeten Arbeitsvertrag
  6. Besonderheiten im unbefristeten Arbeitsvertrag

Definition unbefristeter Arbeitsvertrag

Was ist ein unbefristeter Arbeitsvertrag?

  • Der unbefristete Arbeitsvertrag ist ein schuldrechtlicher und gegenseitiger Austauschvertrag, der die Grundlage des Arbeitsverhältnisses bildet und regelt.
  • In diesem verpflichtet sich der Arbeitnehmer zur Leistung einer abhängigen Arbeit und der Arbeitgeber zur Zahlung einer Vergütung.
  • Die Besonderheit am unbefristeten Arbeitsvertrag ist, dass er im Gegensatz zum befristeten Arbeitsvertrag keine zeitliche Terminierung aufweist. Dadurch ist kein genaues Datum oder Ziel vermerkt, mit dem das Arbeitsverhältnis automatisch endet.
  • Dadurch bestehen für den unbefristeten Arbeitsvertrag gesetzliche Kündigungsfristen, die eingehalten werden müssen.

Inhalte des unbefristeten Arbeitsvertrages

Durch den Arbeitsvertrag ist der Arbeitnehmer dazu verpflichtet, die vertragsgemäße Arbeitsleistung zu erbringen und der Arbeitgeber hat als Gegenleistung eine Vergütung zu gewähren. Im unbefristeten Arbeitsvertrag müssen bestimmte rechtliche Mindestangaben angegeben sein. Der unbefristete Arbeitsvertrag folgt dabei den gesetzlichen Regelungen nach Paragraf 622 BGB. Dazu gehören Angaben

  • zu den beiden Vertragsparteien
  • zum Arbeitsort
  • zum Beginn des Arbeitsvertrages
  • zur Probezeit
  • zur Kündigungsfrist
  • zur Tätigkeitsbeschreibung
  • zur Arbeitszeit
  • zu Urlaub, Feiertagen und Freistellung
  • zur Vergütung wie Gehalt, Aufwendungsersatz, Zulagen oder vermögenswirksame Leistungen

Besondere Angaben im Arbeitsvertrag

Überstunden: Die beliebte Klausel in Arbeitsverträgen, wonach „sämtliche Überstunden mit dem Gehalt abgegolten sind“, ist unwirksam!

Arbeitsort: Manchmal steht im Arbeitsvertrag, dass der Arbeitgeber berechtigt sei, dem Mitarbeiter aus betrieblichen Gründen einen anderen Arbeitsort zuzuweisen. Richtig ist das nur, wenn der Arbeitsort noch im fahrbaren Bereich, also maximal eineinhalb Stunden vom bisherigen, entfernt liegt. Hat das Unternehmen jedoch mehrere Niederlassungen, gibt es die sogenannte Versetzungsklausel, die besagt, dass „die Arbeitsleistung an jedem Ort des Unternehmens zu erbringen ist“.

Kleidung: Der Arbeitgeber hat das sogenannte Weisungsrecht und darf über Inhalt, Ort und Zeit der Arbeit bestimmen. So kann das Unternehmen auf ein gepflegtes und seriöses Erscheinungsbild pochen oder bei Verletzungsgefahr Ringe oder Piercings verbieten. Solange deine Kleidung die Arbeitsleistung jedoch nicht beeinflusst, kann dein Arbeitgeber auch nichts sagen.

Probezeit im unbefristeten Arbeitsverhältnis

In der vertraglich festgelegten Probezeit, die maximal sechs Monate betragen darf, können beide Parteien das Vertragsverhältnis in einer verkürzten Zeitspanne auflösen. Dies ist innerhalb von zwei Wochen möglich, entweder zum 15. eines Monats oder zum Monatsende.

>> Mehr Infos zur Probezeit 

Gehalt im unbefristeten Arbeitsvertrag

Die Höhe deiner Vergütung richtet sich nach der Vereinbarung im Arbeitsvertrag oder nach einem anzuwendenden Tarifvertrag. Seit dem 1. Januar 2015 gilt in Deutschland der gesetzliche Mindestlohn. Das bedeutet, dass du von deinem Arbeitgeber mindestens 8,50 Euro brutto pro Stunde erhältst. Ab 2017 dann 8,84 Euro brutto. In einigen Branchen können jedoch andere Löhne gezahlt werden, da für diese spezifische Branchenmindestlöhne vereinbart wurden. Deswegen muss in deinem unbefristeten Arbeitsvertrag deutlich werden, wie hoch dein Gehalt ausfällt. Außerdem muss vermerkt sein, ob du weitere Vergütungen wie Aufwendungsersatz, Zulagen oder vermögenswirksame Leistungen erhältst.

>> Mehr Infos zu Gehalt 

Gesetzliche Kündigungsfristen beim unbefristeten Arbeitsvertrag

Für deinen Arbeitgeber bestehen bei einem unbefristeten Arbeitsvertrag nach Ablauf der Probezeit besondere Kündigungsfristen. Bei einer ordentlichen Kündigung orientiert sich die Frist an der Dauer der Betriebszugehörigkeit des Arbeitnehmers. Je länger jemand in einem Unternehmen arbeitet, desto länger ist die Kündigungsfrist bei einem unbefristeten Vertrag.

Beschäftigungszeit im Unternehmen Kündigungsfrist
1 bis einschließlich 4 Jahre  ein Monat Kündigungsfrist zum Ende eines Kalendermonats
5 bis einschließlich 7 Jahre  zwei Monate Kündigungsfrist
8 und 9 Jahre  drei Monate Kündigungsfrist
10 und 11 Jahre  vier Monate Kündigungsfrist
12 bis einschließlich 14 Jahre  fünf Monate Kündigungsfrist
15 bis einschließlich 19 Jahre  sechs Monate Kündigungsfrist
mehr als 20 Jahren Beschäftigungszeit  sieben Monate Kündigungsfrist

Es macht also, in Hinblick auf die Kündigungsfrist, keinen Unterschied, ob jemand genau zwei Jahre oder vier Jahre und elf Monate bei einem Betrieb angestellt ist.

Ausnahme bei der Kündigungsfrist 

Der Arbeitgeber muss sich bei einem unbefristeten Arbeitsvertrag an diese gesetzlichen Kündigungsfristen halten. Eine Ausnahme ist nur dann möglich, wenn Grund zu einer außerordentlichen (fristlosen) Kündigung besteht. Dies kann z.B. der Fall sein, wenn dem Arbeitnehmer Diebstahl von Firmeneigentum nachgewiesen werden kann.

Außerdem können Tarifverträge und einzelvertragliche Regelungen die gesetzliche Kündigungsfrist in unbefristeten Arbeitsverträgen aufheben. Das heißt, dass in einem Tarif- oder einem Einzelvertrag kürzere Fristen festgeschrieben werden können.

Besonderheiten im unbefristeten Arbeitsvertrag

Als Berufseinsteiger wird dir wahrscheinlich immer wieder gesagt, dass du dich nur von einem befristeten Arbeitsvertrag zum nächsten befristeten Arbeitsvertrag hangeln wirst. Stimmt aber nicht, wie die folgende Grafik zeigt: Der Großteil der Erwerbstätigen in Deutschland ist in einem unbefristeten Arbeitsverhältnis angestellt. 

Quelle: statista.de (2016): http://de.statista.com/statistik/daten/studie/152407/umfrage/befristet-und-unbefristet-erwerbstaetige-in-deutschland/

Laut dem Teilzeit- und Befristungsgesetz ist es Arbeitgebern nämlich verboten, einem Arbeitnehmer, der bereits einen kalendermäßig befristeten Vertrag hatte, einen weiteren kalendermäßig befristeten Vertrag zu geben – außer er kann einen rechtlich zulässigen Grund vorweisen. Wenn der Betrieb einen befristet beschäftigten Mitarbeiter weiter beschäftigen will, muss er ihm entweder einen zweckmäßig befristeten Arbeitsvertrag anbieten, der z.B. auf die Dauer eines bestimmten Projekts beschränkt ist, oder einen unbefristeten Arbeitsvertrag unterbreiten. Das heißt für dich konkret: Wenn du schon ein Praktikum oder ein Trainee-Programm in einem Unternehmen absolviert hast, hattest du bereits einen befristeten Arbeitsvertrag und darfst jetzt nur noch ein unbefristetes Arbeitsverhältnis eingehen.

Extra-Tipp: Es kann ratsam sein, dass du deinen Arbeitsvertrag von einem Anwalt für Arbeitsrecht überprüfen lässt. Das gilt insbesondere, wenn einige Punkten unverständlich sein sollten, der Vertrag sehr komplex ist oder zusätzliche Paragrafen und Bestimmungen, wie beispielsweise ein Wettbewerbsverbot, enthält.

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>> Informationen zum befristeten Arbeitsvertrag

>> Rechte und Pflichten – Die Inhalte im Arbeitvertrag

Über den Autor

Noemi Haderlein
Noemi Haderlein

Als Content Managerin kümmert sich Noemi Haderlein seit 2015 um die Inhalte von ABSOLVENTA und schreibt zu allen Themen, die Studenten und Berufseinsteiger rund um Studium, Bewerbung und ersten Job interessieren.

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