Interkulturelle Kompetenz: Dein Karrierevorteil.

Interkulturelle Kompetenz: Dein Karrierevorteil.

Wir leben im Zeitalter der Globalisierung – die ganze Welt ist vernetzt, viele große Unternehmen sind international tätig. Zeit für dich, in der Kommunikation und im Umgang mit anderen Kulturen fit zu werden! Wir erklären, was interkulturelle Kompetenz für dich und deine Karriere bedeutet, nennen konkrete Beispiele und verraten, wie du interkulturell lernen kannst.

Definition: Was ist interkulturelle Kompetenz?

Wer interkulturell kompetent ist, hat die Fähigkeit, mit Menschen eines anderen kulturellen Hintergrundes erfolgreich zu interagieren. Konkret heißt das, dass man sich respektvoll verhält, Verständnis für die andere Kultur hat und sowohl auf seine verbale als auch nonverbale Kommunikation achtet. Interkulturelle Kompetenz braucht sowohl Sensibilität als auch Interesse.

Interkulturelle Kompetenz im Job.

Firmen profitieren von Mitarbeitenden mit interkultureller Kompetenz dadurch, dass sie auf einem internationalen Markt professionell auftreten können. Sie verhalten sich der Kundschaft gegenüber und in geschäftlichen Verbindungen in einer angemessenen Art und Weise, alle Beteiligten fühlen sich wohl – und das vergrößert die Chancen auf eine gute Zusammenarbeit und erfolgreiche Geschäftsabschlüsse.

Unternehmen, bei denen du interkulturelle Kompetenzen brauchst.

Interkulturelle Kompetenz schadet im Job nie – die Fähigkeit, sich gut auf andere Menschen einstellen zu können und einen sensiblen Umgang zu pflegen, kommt dir bei der Arbeit grundsätzlich zugute. Willst du bei einem Unternehmen einsteigen, das international tätig ist, ist interkulturelle Kompetenz unabdingbar: Häufig erfolgt der Karrierestart über ein Trainee-Programm mit Auslandsaufenthalt, außerdem wirst du mit internationaler Kundschaft und mit Menschen aus verschiedensten Ländern zusammenarbeiten. Hier ein paar Beispiele, bei welchen Unternehmen du interkulturelle Fähigkeiten brauchst – und auch noch viel dazulernen wirst.

Vorsicht, Fettnäpfchen: Beispiele für interkulturelle Kompetenz.

Religion & Essen.

In manchen Regionen der Welt bestimmt die Religion den Alltag mit – und damit auch die Nahrungsaufnahme.

  • Obwohl zum Beispiel das Wort „Alkohol“ ursprünglich aus dem Arabischen stammt, ist der Konsum von Alkohol in vielen arabischen Ländern ungewöhnlich, wenn nicht sogar verboten.

  • Ein Geschäftsessen mit muslimischen Kunden, bei dem es Schweinefleisch gibt, ist undenkbar. Schweine gelten in der muslimischen Welt als unrein. Damit sind auch Gummibärchen mit Gelatine raus.

  • Mitglieder des orthodoxen Judentums leben oft koscher nach den Gesetzen des „Tanach“. Sie lehnen Gerichte ab, die Milchprodukte und Fleisch vereinen. Fleisch essen sie nur von wiederkäuenden Tieren mit gespaltenen Hufen, beispielsweise Rind, Lamm oder Ziege.

Diese Besonderheiten in der Esskultur zeigen, dass die jeweilige Kultur auch über Tabus bestimmt. Diese sollten im Umgang mit internationalen geschäftlichen Verbindungen zwingend beachtet werden, um den geschäftlichen Erfolg und die persönliche Beziehung nicht zu gefährden.

Tischmanieren.

  • Rülpsen und Schmatzen? Ist bei Tisch in China und Japan durchaus üblich. Durch diese geräuschvolle Gepflogenheit wird den Gastgebenden signalisiert, dass etwas besonders gut schmeckt.

  • Darüber hinaus wird in asiatischen Ländern oft von einer großen Drehtafel gespeist – einfach bedienen.

Obacht: Weil es manchmal noch regionale Unterschiede innerhalb eines Landes gibt, sollte man mit Rülpsen und Co. lieber abwarten, bis die Gastgebenden es zuerst gemacht haben.

Pünktlichkeit.

  • In Italien, Spanien oder in der Türkei kann es schnell passieren, dass Gesprächsbeteiligte zu spät kommen – was nicht bedeutet, dass der Termin für sie unwichtig ist!
  • Im arabischen Raum verabredet man sich nach Tageszeiten, also zum Beispiel am Nachmittag. Hier sollte man für Geschäftstermine also mehr Zeit einplanen.
  • Im asiatischen Raum gilt eine Verspätung hingegen als Affront. Es kommt auf minutengenaue Pünktlichkeit an, Ausreden gelten nicht – auch wenn die Regeln bei kulturfremden Personen oft etwas toleranter gehandhabt werden.

Von Deutschen wird übrigens erwartet, dass sie pünktlich sind. Selbst in Ländern, wo Pünktlichkeit nicht so wichtig ist, kann es für Gastgebende eine große Enttäuschung sein, wenn deutsche Gäste zu spät kommen, weil der Stereotyp dann nicht erfüllt wird und es daher unhöflich scheint.

Höflichkeit.

In vielen Ländern gilt es als unhöflich, Besuchspersonen nicht zu bewirten.

  • In Ägypten etwa ist es fast schon schändlich, einer Besuchsperson nicht wenigstens ein Mahl anzubieten.

  • Noch negativer fassen Ägypter_innen eine Erklärung á la „Ich habe keine Zeit, Sie müssen irgendwann anders vorbeikommen“ auf.

Begrüßung.

  • Zum Beispiel in England oder den USA ist es ungewöhnlich, jemanden per Handschlag zu begrüßen. Hier ist der Körperkontakt eher unerwünscht.
  • In Russland hingegen begrüßen sich nur die Männer per Handschlag – Frauen wird jedoch generell nicht die Hand gegeben. Man beschränkt sich auf eine verbale Begrüßung und/oder ein Kopfnicken.

  • In Japan ist es Usus, dass die Geschäftspartner_innen bei der Begrüßung Visitenkarten austauschen. Wer die Visitenkarten direkt nach dem Erhalt wegsteckt, gilt als respektlos. Richtig ist es, sie der Hierarchie der Anwesenden nach geordnet auf dem Tisch zu präsentieren, bevor man sie in die Tasche steckt.

  • Weiterhin ist es in Japan landestypisch, die Visitenkarte mit beiden Händen und einer leichten Verbeugung zu überreichen. Ebenso nimmt man die Karte mit beiden Händen an.

Übrigens: Laut Knigge steckt man auch in Deutschland die Visitenkarten nicht einfach in die Hosentasche, sondern liest sie sich zuerst durch.

Sprache.

Häufig werden Geschäftsgespräche auf Englisch geführt, es können aber auch Dolmetscher_innen anwesend sein. Die meisten Geschäftspartner_innen erwarten nicht, dass die Gäst ihre Sprache beherrschen. Aber:

  • Es ist für eine erfolgreiche Kommunikation hilfreich, ein paar Worte zu sprechen: Das zeigt, dass man sein Gegenüber wertschätzt und sich auf den Termin vorbereitet hat.

  • Begrüßt man in der Landessprache, sollte man sich vorher versichern, dass man den eingeübten Satz richtig ausspricht. Ein oft zitiertes Beispiel für eventuelle Missverständnisse ist das chinesische Wort „ma“, das je nach Sprechweise mehrere Bedeutungen haben kann – von „Hanf“ über „Mutter“ bis „Pferd“.

Auch eine direkte Verneinung und eine klare Meinungsäußerung sind in manchen Kulturkreisen eher unüblich. Dabei geht es oft darum, das eigene Gesicht oder das des Gegenübers zu wahren.

  • Bei Alltag und Arbeit in China ist es zum Beispiel unangebracht, einfach „Nein“ zu sagen, stattdessen entschuldigt man sich und bedauert, dass man zwar sehr geehrt sei, aber das großzügige Angebot nicht annehmen könne.

Interkulturelles Lernen.

Wer aufgeschlossen ist, mit offenen Augen durchs Leben geht und immer an neuen Dingen und anderen Denkweisen interessiert ist, legt den Grundstein für interkulturelle Kompetenz. Seit die Migration zunimmt, lernen wir täglich interkulturell – bewusst oder unbewusst. Im Idealfall kommen wir bereits in der Schule mit anderen Kulturen in Kontakt und gehen interessiert und mit kindlicher Neugier daran, mehr zu erfahren. Das ist sicherlich die natürlichste Weise, interkulturell dazuzulernen, aber du kannst und solltest auch aktiv daran arbeiten.

Gezielte Trainings im Job.

Internationale Firmen veranstalten interkulturelle Trainings und sorgen für Kontaktmöglichkeiten, um Mitarbeitende in dieser Hinsicht zu schulen.

  • In kulturspezifischen Trainings geht es darum, die Aspekte kennenzulernen, die in der ausgewählten Kultur relevant sind.

  • Kulturunabhängige Trainings versuchen eine generelle Sozialkompetenz zu entwickeln und legen den Fokus unter anderem auf einen bewussten, kritischen Umgang mit Stereotypen.

  • Networking mit ausländischen Kolleg_innen ist hilfreich und kann aktiv vom Arbeitgeber gefördert werden.

Erfahrungen im Ausland sammeln.

Auch Reisen und längere Auslandsaufenthalte sensibilisieren für spezifische kulturelle Kontexte und schulen die interkulturelle Kompetenz sowie die Kommunikationsfähigkeit. Wer in seiner Ausbildung oder im Studium die Möglichkeit hat, für eine Weile im Ausland zu leben, der sollte diese Chance des interkulturellen Lernens ergreifen. Hier sammelt man Erfahrungen fürs Leben und erweitert seinen Horizont: Man verbessert seine Sprachkenntnisse, wird selbständiger und lernt viele neue Menschen kennen.

Interkulturelle Kompetenz in Bewerbung und Vorstellungsgespräch.

In der Stellenanzeige steht, dass Bewerbernde interkulturelle Kompetenz mitbringen sollen. Wie zeigst du das aber in deiner Bewerbung? Zum einen gibst du natürlich dein Sprachlevel an. Sprichst du mehrere Sprachen sehr gut, ist es relativ wahrscheinlich, dass du Auslandserfahrung hast. Diese schreibst du selbstverständlich auch mit rein – sofern es sich um längere Aufenthalte handelt, der Malle-Urlaub bleibt natürlich außen vor. Optimal ist, wenn du bereits im Ausland gearbeitet hast, aber auch eine selbstorganisierte längere Rucksackreise zeigt, dass du in fremde Kulturen eingetaucht bist und dich zurechtgefunden hast.

Im Vorstellungsgespräch wird deine interkulturelle Kompetenz dadurch auf die Probe gestellt, dass zum Beispiel mitten im Gespräch auf Englisch geswitcht wird oder du genauer zu deinen Auslandserfahrungen befragt wirst. Hier kannst du den Gesprächsverlauf auch selber in eine Richtung lenken, um interkulturell zu punkten.

Mit welchen Fähigkeiten du bei deiner Bewerbung und im Vorstellungsgespräch noch punkten kannst, erfährst du hier:

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