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Ab in die Volksrepublik

Arbeiten im Ausland: China

Arbeiten im Ausland: China

Die Volksrepublik China ist nach Russland, Kanada und den USA das flächenmäßig viertgrößte Land der Welt. Innerhalb seiner Landesgrenzen versammelt es circa 1,3 Milliarden Menschen – mehr als ein Sechstel der Weltbevölkerung. Gleichzeitig ist es weltweit eines der wirtschaftsstärksten Länder und bietet auf dem Arbeitsmarkt viele Möglichkeiten, besonders für Hochschulabsolventen. Warum also nicht nach Jobs in China suchen, der Karriere in Metropolen wie Peking, Shanghai oder Hongkong einen neuen Impuls geben und eine neue Kultur kennenlernen? Die Jobbörse ABSOLVENTA klärt auf, was es bei der Jobsuche, bei der Einreise und im Arbeitsleben in China zu beachten gibt.

Wo in China arbeiten?

Gleich zu Beginn stellt man sich die Frage, in welchen Branchen und Bereichen man in China arbeiten und seine Stärken und Kompetenzen anwenden kann. Mit abgeschlossenem Hochschulstudium sowie Praxiserfahrung durch Berufsausbildung, Praktika, Nebenjobs, Ehrenämter etc. hat man idealerweise schon in bestimmten Branchen und Bereichen Praxiserfahrung gesammelt, auf die man in China aufbauen und sie weiter ausbauen kann.

Bei der Jobsuche ist es sinnvoll große deutsche Firmen zu berücksichtigen, die einen Standort im Land der Mitte besitzen: beispielsweise Würth (Befestigungs- und Montagetechnik), Benteler (Automobilzulieferer) oder Jungheinrich (Intralogistik & Maschinenbau). Auch der Konsumgüterhersteller Beiersdorf ermöglicht seinen Trainees im „Beyond Borders“ Trainee-Programm einen Auslandsaufenthalt in Shanghai.  Das Jobangebot richtet sich hier vielfach an Hochschulabsolventen aus technischen oder international orientieren Studiengängen. Hier kommt man auch mit sehr guten Englischkenntnissen durch. Will man sich beispielsweise bei großen chinesischen Konzernen wie Sinopec (Erdgas- und Mineralölunternehmen), der ICBC (Bankwesen) oder China Mobile (Mobilfunkanbieter) bewerben, muss man die chinesische Sprache („Mandarin“) beherrschen. Ansonsten ist eine Bewerbung nahezu aussichtslos.

Die Bewerbung in China

Damit die Jobsuche in China erfolgreich verläuft, müssen die Bewerbungsunterlagen stimmen. Sie ähneln im Prinzip den deutschen Standards, sind jedoch komplett in englischer (oder idealerweise in chinesischer) Sprache zu verfassen. Die Bewerbungsunterlagen bestehen hier aus (Deckblatt), Anschreiben, Lebenslauf und (Arbeits-)Zeugnissen.

Tipps fürs Anschreiben

- Immer die direkte Anrede: „Dear Mr / Mrs ...“, den Titel (wenn vorhanden) der Kontaktperson beachten: „Dear Dr ...“.

- Motivation, Kompetenzen, Soft Skills und bisherige Arbeits- und Ausbildungserfahrungen überzeugend und dennoch in höflicher, bescheidener Sprache darstellen, vor allem: in fehlerfreiem Englisch/Chinesisch, damit man einen positiven Eindruck hinterlässt und seine Sprachkompetenz unter Beweis stellt.

- Am Ende des Anschreibens Vertrauenswürdigkeit vermitteln und dem Gegenüber Respekt erweisen, ihn mit „Thank you for considering“ für die Durchsicht der Unterlagen danken und das Anschreiben mit „Respectfully yours“ oder „Sincerely" beenden.

Tipps für den Lebenslauf

Der Lebenslauf orientiert sich an den europäischen Standards und beinhaltet einen klaren, übersichtlichen Eindruck zu persönlichen Angaben, Ausbildung/Studium, Praxiserfahrung, besonderer Kenntnisse (wie Sprachen, Computer-Programme o.ä.) und Sonstigem (Außeruniversitäres Engagement, Interessen, Hobbys).

Vor allem die Sprachkenntnisse sind für ausländische Bewerber von besonderer Bedeutung. Die Grundvoraussetzung für die erfolgreiche Arbeit in China ist perfektes Englisch, auf das man nicht nur im Bewerbungsschreiben, sondern später auch im Bewerbungsgespräch und im Berufsalltag zurückgreift.

Pluspunkte sammelt man bei der Bewerbung für eine Arbeit in China, wenn man ein Empfehlungsschreiben von vorherigen Arbeitgebern oder einem seiner Professoren beilegt. Sie vermitteln dem chinesischen Ansprechpartner Vertrauenswürdigkeit und hinterlassen einen seriösen, respektvollen ersten Eindruck.

Bewerbungsprozess und Job-Interview

Im weiteren Bewerbungsprozess ergibt sich zum Beispiel aus Telefon- und Job-Interviews, ob man dem Anforderungsprofil des Unternehmens entspricht. Da in China persönliche Kontakte und Beziehungen einen hohen Stellenwert einnehmen, sollte man sich auf die Frage einstellen, welche Person einen möglicherweise auf das Unternehmen und die angestrebte Stelle aufmerksam gemacht hat, mit wem man in der Branche bereits zusammengearbeitet hat und über welche Kontakte man verfügt. Das Bewerbungsgespräch kann als Einzel- oder Gruppengespräch geführt werden und stellt neben den überzeugenden Bewerbungsunterlagen den zweiten wichtigen Teil auf dem Weg zum Arbeitsvertrag in China dar.

Wichtig im Bewerbungsgespräch: Für Personaler in China ist sehr entscheidend, wie der Bewerber als Persönlichkeit auftritt und inwiefern er damit in das Beziehungs- sowie Unternehmensprofil passt. Hier kann man ausführen, worin für einen persönlich die besondere Verbindung mit dem Unternehmen besteht und muss einen höflichen, respektvollen Umgang mit den Firmenvertretern an den Tag legen. Das erreicht man beispielsweise, indem man den Gesprächspartner immer aussprechen lässt. In China ist das Gesprächsverhalten grundsätzlich zurückhaltender, sodass man auf eventuelle offensive Zwischenfragen verzichten sollte und sie lieber zurückstellt.

China ist außerdem nicht nur das Land der Mitte, sondern auch das Land des Lächelns. Mit einer authentischen, freundlichen Ausstrahlung und einem Lächeln sorgt man auch in China für eine angenehme Atmosphäre – nicht nur im Bewerbungsgespräch. Auf ausschweifende Gestik (besonders mit den Händen) und Mimik sollte man verzichten, da sie in China deutlich weniger gebräuchlich sind als in Deutschland.

Begrüßen kann man seine Gegenüber beispielsweise mit einem Nicken oder einem Handschlag. Hier gilt: Trifft man auf mehrere Personen, sollte man als Zeichen der Ehrerweisung zuerst die augenscheinlich älteste Person begrüßen.

Assessment Center zur Personalauswahl sind in China übrigens noch unüblich, aber in der Entwicklung, vor allem bei internationalen Unternehmen.

Gehalt in China

Das Monatseinkommen in China hängt von der Branche, der Firmengröße sowie den eigenen Qualifikationen und der Region ab. Es lässt sich daher nicht verallgemeinern. In Metropolen wie Peking, Shanghai oder Hongkong ist das Gehalt deutlich höher als in kleineren Städten wie Huaibei oder Fuxin – allerdings sind hier auch die Lebenshaltungskosten entsprechend höher. Im Vergleich mit dem jährlichen Durchschnittslohn in Deutschland (ca. 31.000 Euro im jahr 2013) liegt das Jahresgehalt in China mit etwa 3.600 Euro sehr deutlich darunter. Mit höherem akademischen Bildungsgrad steigt das Gehalt jedoch. Bachelorabsolventen kommen durchschnittlich auf circa 5.500 Euro, Masterabsolventen verdienen rund 9.000 Euro und Doktoranden erzielen im Schnitt ein Einkommen von etwa 11.250 Euro.

Diese Durchschnittswerte sind jedoch nur bedingt aussagekräftig. Wer nämlich als erfahrene Fachkraft bei einem großen deutschen (bzw. westlichen) Konzern in China arbeitet, verdient in aller Regel deutlich mehr. Das Gehalt liegt dann meist auf dem „West-Niveau“ und wird noch durch Auslandszuschläge kräftig aufgestockt. Eine mehrjährige Tätigkeit in China macht sich für einen Hochschulabsolventen also nicht nur im Lebenslauf gut, sondern wird auch hoch vergütet.

Einreise-, Aufenthalts- und Arbeitserlaubnis in China

Hat man den Bewerbungsprozess gemeistert und den unterzeichneten Arbeitsvertrag vorliegen, gibt es in Vorbereitung auf den Arbeitsaufenthalt in China noch jede Menge zu erledigen.

Um überhaupt in China einreisen zu können, benötigt man ein Visum. Das für die Arbeit in China entsprechende Z-Visum (=Arbeitsvisum) kann man beispielsweise über VisaForChina beantragen. Die ebenfalls notwendige Arbeitserlaubnis fordert der Arbeitgeber an und erstellt zudem ein Einladungsschreiben für ausländische Arbeitnehmer. Wenn der Aufenthalt in China mehr als sechs Monate umfasst, muss man außerdem einen HIV-Test absolvieren und ein Gesundheitszeugnis vorlegen (Stand: Juli 2014).

Der schnellste Weg von Deutschland nach China

Möchte man eine strapaziöse und langwierige Bus- oder Bahnfahrt umgehen, ist das Flugzeug für den Weg nach China das effizienteste Transportmittel. Beispielsweise kann man von Berlin, Düsseldorf, München oder Frankfurt am Main (meist ohne Umstieg) nach China fliegen. Man sieht sich hier mit einer Flugdauer von mindestens 9 bis 10 Stunden konfrontiert, schließlich lässt man seine gewohnte Umgebung circa 7.000 Kilometer hinter sich. Hierbei sollte man die Gefahr des Jetlags beachten, da man je nach Zielflughafen in China vier bis acht Zeitzonen durchquert. Dafür beginnt man ein Leben auf einem neuen Kontinent, in einer anderen Kultur sowie im Heimatland von Chinesischer Mauer und Verbotener Stadt, die man bisher vielleicht nur von Postkarten und Fernsehdokumentationen kennt.

Wichtig: Nach der Ankunft in China muss man sich innerhalb von 48 Stunden bei einer örtlichen Polizeistation mit seinen Visumsunterlagen melden, denn erst dann ist das Visum gültig. Nach Ablauf den 48 Stunden drohen ansonsten Strafzahlungen.

Besonderheiten zum Leben in China

- Von wegen Euro: Das Zahlungsmittel in China heißt Renminbi und unterteilt sich in Yuan, Jiao und Fen. 1 Yuan = 10 Jiao = 100 Fen. Circa 8,6 Yuan entsprechen einem Euro.

- Statt der in Deutschland gesetzlich vorgeschrieben 20 Urlaubstage pro Jahr sind es in China nur zehn Tage.

- Orientierungshilfe Smartphone: In den meist dicht besiedelten und komplex strukturierten Metropolen Chinas ist das Smartphone in Kombination mit einer Kartendienst-App Gold wert, um in neuer Umgebung nicht die Orientierung zu verlieren.

- Stichwort Smartphone und Internetnutzung: Die chinesische Regierung hat das Internet mit der „Great Firewall of China“ zensiert, um die Bevölkerung vor schädlichen Inhalten zu schützen. Blogger sollten mit kritischen Meinungen äußerst vorsichtig sein, da seit August 2013 das Gesetz gegen die Verbreitung von Internetgerüchten existiert, bei dem „Täter“ Gefängnisstrafen drohen.

- Social Media: Statt Twitter ist Weibo als Kurzmitteilungs-Dienst angesagt, der allerdings komplett auf Chinesisch gehalten ist.

Recherchetipps für das Leben und Arbeiten in China

Wer in China arbeiten möchte, sollte im Vorfeld am besten auf einigen Blogs und Webseiten verschiedene Erlebnisberichte studieren sowie Eindrücke sammeln, beispielsweise auf Chinaseite.de, Chinablog.ch oder AbenteuerChina.Auslandsblog.de.

ABSOLVENTA wünscht viel Spaß und Erfolg beim Arbeiten in China!  

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