Arbeiten in China: Karriereboost durch Auslandserfahrung.

Arbeiten in China: Karriereboost durch Auslandserfahrung.
China ist ein Land der Superlative: 1,3 Millionen Einwohner, viertgrößtes und zugleich eines der wirtschaftsstärksten Länder der Welt – gerade letzteres ist ein guter Grund, sich als Hochschulabsolvent im Reich der Mitte auf dem florierenden Arbeitsmarkt umzuschauen. Was arbeiten in Peking, Shanghai oder Hongkong deiner Karriere bringt, welche Unternehmen sich anbieten und was du sonst noch beachten musst, erfährst du hier.
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  1. Warum im Ausland arbeiten?

    Wieso du überhaupt einen Job im Ausland in Betracht ziehen solltest? Zuallererst einmal, weil es eine außergewöhnliche Erfahrung ist. Du bekommst Einblicke in die Kultur und die Arbeitsweise, lernst eine neue Stadt richtig gut kennen und kannst, wenn es die Zeit erlaubt, im Anschluss an deinen Arbeitsaufenthalt oder an den Wochenenden den Rest des Landes bereisen. Zum anderen baust du dir interkulturelle Kompetenz auf, die bei der Jobsuche im Zeitalter der Globalisierung fast überall gefragt ist – genauso wie sehr gute Englischkenntnisse. Wenn du in einem nicht-englischsprachigen Land arbeitest und die Landessprache lernst, macht sich das noch besser im Lebenslauf.

  2. Warum in China arbeiten?

    Auf der Liste der potenziellen Arbeitsorte im Ausland nimmt China nochmal einen besonderen Status ein: Qualifizierte Fachkräfte sind (noch) knapp, die Wirtschaft boomt, und ein paar Monate oder Jahre hier geben deinem Lebenslauf einen ordentlichen Schub – vor allem, wenn du in der Zeit chinesische Sprachkenntnisse aufgebaut hast. Auf persönlicher Ebene ist China natürlich auch spannend und etwas ganz anderes, als wenn du im europäischen Ausland bleibst: Wenn du dich zum ersten Mal morgens durch die Menschenmassen in der Bahn und auf den Straßen zwischen Mega-Wolkenkratzern bewegst, wirst du das merken.

  3. Jobben, Praktikum, Expat: Deine Möglichkeiten.

    Fachkräfte werden in verschiedensten Branchen gesucht, vor allem aber in diesen Bereichen:

    Dabei hast du verschiedene Möglichkeiten, als Deutscher in China zu arbeiten:

    Jobben oder Lernen in den Semesterferien.

    Studierst du noch, kannst du dir in den Semesterferien einen Auslandsjob suchen. Für Summer Jobs in China gibt es verschiedene Anbieter. Eine weitere Möglichkeit ist, in deiner vorlesungsfreien Zeit Sommerkurse, sogenannte Summer Schools zu belegen und dabei Credits für dein Studium zu sammeln. Von Sprachkursen über Kurse in Finanzmanagement oder Geschichte bis hin zu Theaterworkshops finden sich zahlreiche Angebote für Studenten.

    Praktikum in China.

    Praktika in China findest du am besten über Online-Jobbörsen. Es gibt sogar welche, die sich genau darauf spezialisiert haben und dich auch an chinesische Firmen vermitteln, aber du kannst auch in deutschen Praktikumsbörsen fündig werden.

    Als „Expat“ für ein deutsches Unternehmen nach China.

    Willst du einen begrenzten Zeitraum von ein bis drei Jahren – oder auch mehr – in China verbringen, kannst du dich von deinem Arbeitgeber entsenden lassen und bist dann ein sogenannter „Expatriate“, kurz Expat. Natürlich solltest du dafür bei deiner Jobsuche darauf achten, dass dein Arbeitgeber auch wirklich in China vertreten ist und Mitarbeiter entsendet – findest du dazu keine eindeutigen Informationen auf der Karriereseite, fragst du einfach im Vorstellungsgespräch nach. Diese Unternehmen sind zum Beispiel auch in China vertreten:

    Bei einem (chinesischen) Unternehmen fest arbeiten.

    Natürlich kannst du dich auch direkt bei einem Unternehmen in China bewerben. Das bedeutet, dass du einen lokalen Arbeitsvertrag bekommst, das Gehalt nach lokalen Maßstäben berechnet wird und auch Rechtliches wie die Versicherungspflicht komplett in China liegt. Gerade in China nimmt man es sehr genau mit Sozialversicherungsthemen – passieren hier Fehler, musst du mit Ausweisung und weiteren Konsequenzen rechnen. Bewirbst du dich bei großen chinesischen Konzernen wie Sinoptec oder China Mobile, ist es elementar, dass du Mandarin sprichst, während als Expat meistens sehr gutes Englisch reicht.

  4. Bewerbungsprozess

    Mal angenommen, du gehst nicht als Expat nach China: Damit die Jobsuche im Reich der Mitte erfolgreich verläuft, müssen die Bewerbungsunterlagen stimmen. Sie ähneln den deutschen Standards, sind jedoch komplett in fehlerfreier englischer oder idealerweise in chinesischer Sprache zu verfassen. Die Bewerbungsunterlagen bestehen aus ggf. Deckblatt, Anschreiben, Lebenslauf und Zeugnissen.

    Tipps fürs Anschreiben.

    • Immer die direkte Anrede verwenden: „Dear Mr / Mrs ...“, den Titel der Kontaktperson beachten: „Dear Dr. ...“.
    • Motivation, Kompetenzen, Soft Skills und bisherige Arbeits- und Ausbildungserfahrungen überzeugend, aber in höflicher, bescheidener Sprache nennen.
    • Am Ende des Anschreibens: Vertrauenswürdigkeit und Respekt vermitteln, dem Leser mit „Thank you for considering“ für die Durchsicht der Unterlagen danken und das Anschreiben mit „Respectfully yours“ oder „Sincerely" beenden.

    Tipps für den Lebenslauf.

    Der Lebenslauf orientiert sich an den europäischen Standards:

    • Inhalt: persönliche Angaben, Ausbildung/Studium, Praxiserfahrung, besondere Kenntnisse, Sprachen, Computer-Programme, Engagement, Interessen, Hobbys.
    • Besonders wichtig: perfektes Englisch und Übersichtlichkeit.
    • Pluspunkt: Empfehlungsschreiben von vorherigen Arbeitgebern oder Professoren.

    Im Bewerbungsgespräch.

    Da in China persönliche Kontakte und Beziehungen einen hohen Stellenwert einnehmen, sollte man sich im Vorstellungsgespräch auf die Frage einstellen, welche Person einen auf das Unternehmen aufmerksam gemacht hat und über welche Kontakte man in der Branche verfügt. Für Personaler in China ist außerdem sehr entscheidend, wie der Bewerber als Persönlichkeit auftritt und zum Unternehmen passt. Hier kann man ausführen, was einen persönlich mit dem Unternehmen verbindet.

    Außerdem solltest du folgende Punkte beachten:

    • Höflichkeit und Respekt werden großgeschrieben – lass zum Beispiel deine Gesprächspartner immer aussprechen.
    • In China ist das Gesprächsverhalten grundsätzlich zurückhaltender, sodass man auf offensive Zwischenfragen verzichten sollte.
    • Mit einer authentischen, freundlichen Ausstrahlung und einem Lächeln sorgt man auch in China für eine angenehme Atmosphäre.
    • Auf ausschweifende Gestik und Mimik sollte man verzichten.
    • Begrüßen kann man seine Gegenüber mit einem Nicken oder einem Handschlag – die älteste Person zuerst.

    Assessment Center zur Personalauswahl sind in China übrigens noch unüblich, aber in der Entwicklung, vor allem bei internationalen Unternehmen.

  5. Gehalt in China.

    Das Monatseinkommen in China hängt von der Branche, der Firmengröße sowie den eigenen Qualifikationen und der Region ab. In Metropolen wie Peking, Shanghai oder Hongkong ist das Gehalt deutlich höher als in kleineren Städten wie Huaibei oder Fuxin – allerdings sind hier auch die Lebenshaltungskosten entsprechend höher. Im Vergleich mit dem jährlichen Durchschnittslohn in Deutschland – ca. 34.356 Euro im Jahr 2018 – liegt das Jahresgehalt in China mit etwa 8.600 Euro sehr deutlich darunter. Mit höherem akademischen Bildungsgrad steigt das Gehalt jedoch.

    Wer aber als erfahrene Fachkraft bei einem großen deutschen bzw. westlichen Konzern in China arbeitet, verdient in aller Regel deutlich mehr. Das Gehalt liegt dann meist auf dem „West-Niveau“ und wird noch durch Auslandszuschläge kräftig aufgestockt. Eine mehrjährige Tätigkeit in China macht sich für einen Hochschulabsolventen also nicht nur im Lebenslauf gut, sondern auch auf dem Konto.

  6. Einreise & Aufenthaltsbestimmungen.

    Um überhaupt in China einreisen zu können, benötigt man ein Visum. Das für die Arbeit in China entsprechende Z-Visum, also das Arbeitsvisum, kann man beispielsweise über Visa for China beantragen. Die ebenfalls notwendige Arbeitserlaubnis fordert der Arbeitgeber an und erstellt zudem ein Einladungsschreiben für ausländische Arbeitnehmer.

    Wichtig: Nach der Ankunft in China muss man sich innerhalb von 48 Stunden bei einer örtlichen Polizeistation mit seinen Visumsunterlagen melden, denn erst dann ist das Visum gültig. Nach Ablauf den 48 Stunden drohen ansonsten Strafzahlungen.

  7. China: Good to know.

    • Das Zahlungsmittel in China heißt Renminbi und unterteilt sich in Yuan, Jiao und Fen. 1 Yuan = 10 Jiao = 100 Fen. Circa 7,8 Yuan entsprechen einem Euro.
    • Statt der in Deutschland gesetzlich vorgeschrieben 20 Urlaubstage pro Jahr sind es in China nur zehn Tage.
    • In den meist dicht besiedelten und komplex strukturierten Metropolen Chinas ist das Smartphone in Kombination mit einer Kartendienst-App Gold wert, um in neuer Umgebung nicht die Orientierung zu verlieren.
    • Die chinesische Regierung hat das Internet mit der „Great Firewall of China“ zensiert, um die Bevölkerung vor schädlichen Inhalten zu schützen. Blogger sollten mit kritischen Meinungen äußerst vorsichtig sein: Es drohen Gefängnisstrafen.
    • Statt WhatsApp ist WeChat als Kurzmitteilungs-Dienst angesagt, der noch einiges mehr kann als nur chatten.
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