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Das andere Amerika

Arbeiten im Ausland: Kanada

Arbeiten im Ausland: Kanada

Endlose Wälder, einsame Seen, die Niagarafälle und Metropolen wie Vancouver oder Toronto locken jedes Jahr tausende Einwanderer nach Kanada. Doch viele träumen nicht bloß von einem Urlaub, sondern wollen in Kanada arbeiten. Die Jobbörse ABSOLVENTA verrät Dir, was Du bei der Einreise beachten solltest, wie eine optimale Bewerbung aussieht und welche Berufe in Kanada besonders gefragt sind.

Inhalt

  1. Welcome to Canada – der Sprung über den großen Teich
  2. Arbeitserlaubnis in Kanada
  3. Aufenthaltsgenehmigung
  4. Arbeitsmarkt in Kanada
  5. Bewerben in Kanada
  6. Urlaubszeit und Kündigungsfrist in Kanada
  7. Nützliche und kuriose Infos über Kanada

Welcome to Canada – der Sprung über den großen Teich

Ähnlich wie in den USA verläuft die Einreise für deutsche Staatsbürger als Tourist in Kanada meist problemlos. Die Besucher müssen jedoch nachweisen, dass sie ihren Aufenthalt und auch den Rückflug selbst finanzieren können. Mit einem gültigen Reisepass können sich Deutsche bis zu sechs Wochen auf Entdeckungstour durchs Land begeben und sich gleichzeitig nach passenden Jobangeboten umsehen. Wer etwas findet und in Kanada arbeiten will, benötigt eine spezielle Arbeitserlaubnis, die sogenannte „work permit“ oder „permis de travail“.

Arbeitserlaubnis in Kanada

Die befristete Arbeitserlaubnis (temporary work permit) sollte wegen der Bearbeitungszeit spätestens drei Wochen vor Ende des genehmigten Besucheraufenthalts beantragt werden. Die Formulare für die Arbeitsgenehmigung erhält man bei der kanadischen Regierung beim „Service Canada“

Wer in Kanada arbeiten will, sollte schon von Deutschland aus nach potentiellen Jobs suchen. Um nämlich eine Arbeitserlaubnis zu erhalten, müssen die Antragssteller dem HRDC (Human Resources Development Canada) ein konkretes Jobangebot von einem kanadischen Arbeitgeber vorlegen. Und damit noch nicht genug: Der kanadische Chef muss der Behörde seinerseits nachweisen, dass für den Job kein geeigneter kanadischer Kandidat zur Verfügung steht.

Und warum dieser ganze Stress? Ganz einfach, in Kanada gilt: Sorge für Deine Bürger! Auf diese Weise will die Regierung verhindern, dass freie Stellen mit ausländischen Arbeitskräften besetzt werden, wenn es ebenso qualifizierte Kanadier gibt, die dann Zuhause Däumchen drehen.

Aufenthaltsgenehmigung

Die Arbeitserlaubnis ist zwar zeitlich befristet, gilt aber in der Regel für mehrere Jahre. Wer langfristig in Kanada arbeiten oder sogar dorthin auswandern will, muss einen Antrag auf „permanent residence“ stellen. In einem speziellen Punktesystem wird dann der Anspruch des Bewerbers anhand folgender Kriterien bewertet:

  • Alter
  • Ausbildung
  • Berufserfahrung
  • Sprachkenntnisse
  • persönlichen Eignung
  • Aussicht auf einen Job
  • Affinität zu Kanada

Weitere Informationen zur Einreise in Kanada findest Du auf der Seite des Kanadischen Ministeriums für Staatsbürgerschaft und Einwanderung (CIC)

Arbeitsmarkt in Kanada

Kanada heißt jedes Jahr tausende Einwanderer willkommen, doch trennt die Regierung bewusst die Spreu vom Weizen. Die Regierung legt besonderen Wert auf gut ausgebildete Fachkräfte: Jobsuchende mit Berufserfahrung und guten Fremdsprachenkenntnissen (im Idealfall Englisch und Französisch) befinden sich hier in einer komfortablen Ausgangsposition. Insgesamt besteht in Kanada eine große Nachfrage nach Technikern, Ingenieuren, Handwerkern und Medizinern.



Für das Arbeiten in Kanada ist es auch entscheidend, in welcher Region man sich bewirbt. Seit 1969 sind in Kanada Englisch und Französisch gleichrangig anerkannte Amtssprachen, doch nur etwa 20 Prozent der Kanadier beherrschen beide Sprachen fließend. Aufgrund der Zweisprachigkeit sind je nach Provinz Englisch- oder aber Französischkenntnisse gefragt. Möchte man sich bspw. für einen Job in Québec bewerben, ist fließendes Französisch eine Grundvoraussetzung.

Bewerben in Kanada

Persönliche Kontaktaufnahme

Der Bewerbungsprozess verläuft in Kanada ähnlich wie in Deutschland. Allerdings gibt es kleine aber feine Unterschiede. So ist in der Regel eine telefonische oder persönliche Kontaktaufnahme beim potentiellen Arbeitgeber üblich, bevor die Bewerbungsunterlagen eingereicht werden. Diese Form der Eigeninitiative kommt in Kanada gut an und ermöglicht es dem Arbeitgeber, sich einen ersten Eindruck von der Persönlichkeit des Bewerbers zu machen.

Anschreiben und Lebenslauf

Zur klassischen Bewerbung gehören in Kanada lediglich das Bewerbungsanschreiben (cover letter) und der Lebenslauf (resume). Im cover letter sollte der Bewerber vor allem Wert auf die persönliche Motivation und die praktischen Fähigkeiten legen. Wer bereits über eine Arbeitserlaubnis verfügt, sollte das im Anschreiben erwähnen. – Das ist ein klarer Pluspunkt, denn sie erspart dem Unternehmen bürokratischen Aufwand.

Ebenso wie in den USA werden auch in Kanada die Bewerbungsunterlagen anonymisiert. Es werden jegliche Angaben zu Name, Alter, Nationalität, Religion und Familienstand ausgespart. Im Rahmen der Antidiskriminierung verzichten die Kanadier auch auf ein Bewerbungsfoto. Der Lebenslauf beginnt grundsätzlich mit der letzten Beschäftigung (antichronologische Reihenfolge) und schließt auch ehrenamtliche Tätigkeiten oder interessante Hobbys mit ein, die für den Job relevant sein könnten.

Arbeitszeugnisse und Referenzgeber

Von einer umfangreichen Bewerbungsmappe ist in Kanada dringend abzuraten. Nur wenn in der Ausschreibung konkret danach gefragt wird, sind Dokumente wie deutsche Schul- oder Arbeitszeugnisse samt englischer Übersetzung beizulegen. In der Regel können kanadische Arbeitgeber aber kaum etwas mit den für sie mitunter rätselhaften deutschen Einschätzungen anfangen. Stattdessen spielen persönliche Empfehlungen bzw. Referenzen eine größere Rolle, die als Namen am Ende des Lebenslaufes aufgeführt werden. Insgesamt gilt in Kanada: Weniger ist mehr – der Lebenslauf sollte sich auf eine Seite beschränken.

Vorstellungsgespräch und Arbeitsalltag in Kanada

Das Verhältnis zu den Kollegen ist in Kanada – ähnlich wie in den USA – freundlich und ungezwungen. Diese lockere Atmosphäre wird auch Bewerbern sogleich vermittelt.

Daher sollte man sich im Vorstellungsgespräch nicht davon irritieren lassen, wenn der Personaler einen plötzlich direkt beim Vornamen anspricht. Die englische Sprache macht bekannter Weise sowieso keinen Unterschied zwischen der persönlichen Anrede und der Höflichkeitsform. Unbeeindruckt auf den Nachnamen zu bestehen, wirkt deswegen kleinlich und kommt beim Kanadier mit großer Wahrscheinlichkeit nicht gut an. Allerdings gilt auch hier: Den Chef erst beim Vornamen nennen, wenn der Vorgesetzte es direkt vorschlägt.

Allerdings sollte man auf die mehrmals am Tag gestellte Frage nach dem persönlichen Befinden nicht zu sehr ins Detail gehen und schon gar nicht aus dem Nähkästchen plaudern – hier erwartet der Gegenüber lediglich ein höfliches „Thanks!“ oder auch die direkte Gegenfrage („Fine, how are you?“).

Urlaubszeit und Kündigungsfrist in Kanada

Die Anzahl der gesetzlichen Urlaubstage variiert in den einzelnen kanadischen Provinzen, das Minimum sind allerdings 10 Tage. Wer ein Jahr berufstätig war, dem steht ein bezahlter Urlaub von zwei Wochen zu – nach fünf Jahren erhöht sich die Urlaubszeit auf drei Wochen. Zusätzlich können kanadische Arbeitnehmer je nach Region mit acht bis neun gesetzlichen Feiertage rechnen.

Ebenso wie in Deutschland muss eine Kündigung schriftlich eingereicht werden. Während der ersten drei Monate kann ein Arbeitgeber ohne Angabe von Gründen das Arbeitsverhältnis fristlos kündigen. Nach drei Monaten richtet sich die Kündigungsfrist nach den Regelungen in der jeweiligen Provinz, allerdings beträgt die Frist in vielen Regionen lediglich eine Woche und besteht deshalb de facto kaum.

Nützliche und kuriose Infos über Kanada

  • Wer in Kanada einen Einkauf über 50 Cent tätigt, darf den Betrag nicht ausschließlich mit Pennys bezahlen. Es ist also nicht möglich, das lästige Kleingeld für den Wochenendkauf aufzusparen.
  • Kanada ist bekannt für seine wunderbaren Schneelandschaften. Doch wer in Calgary spontan zum Schneeball greift, bekommt es mit dem Bürgermeister zu tun. Vor der weißen Schlacht ist nämlich das Einverständnis des Stadtoberhaupts einzuholen.
  • Autofahrer dürfen in Jasper Gates nicht schneller als ein Pferd oder eine Kutsche fahren.
  • Wie in den USA: Der Konsum von Alkohol ist in der Öffentlichkeit verboten.
  • In Edmonton ist es Männern strikt untersagt, gemeinsam mit einer Frau ein Bier in einer Bar zu trinken.
  • Das kanadische Winnepeg legt noch mehr Wert auf Anstand. Hier darf man nur bei zugezogenen Vorhängen die Hosen runter lassen – wer von einem Nachbar beim heimischen FKK erwischt wird, muss Rechenschaft ablegen.

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Über den Autor

Claudia Wegner
Claudia Wegner

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