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So werden Sprachkenntnisse in der Bewerbung angegeben

So werden Sprachkenntnisse in der Bewerbung angegeben

Die Arbeitswelt wird immer internationaler, sodass es mittlerweile in vielen Jobs nicht mehr ohne englische Sprachkenntnisse geht. Du fragst dich, wie du deine Sprachkenntnisse in deiner Bewerbung richtig angibst? ABSOLVENTA verrät, wie die Sprachkompetenzen im Lebenslauf angeben werden sollten, damit du dich nicht unter Wert zu verkaufst, dich aber auch nicht im Sprachtest oder Vorstellungsgespräch blamierst, weil du mit deinen Fähigkeiten zu hoch gepokert hast.

Inhalt

  1. Sprachkenntnisse in Stellenanzeigen einordnen
  2. Klassifizierung der Sprachkompetenzen
  3. Sprachkenntnisse nachweisen
  4. Sprachkenntnisse im Lebenslauf angeben
  5. Sprachkenntnisse aus der Sicht Personaler

Sprachkenntnisse in Stellenanzeigen einordnen

In den meisten Stellenanzeigen und Jobangeboten werden bei den Voraussetzungen Sprachkenntnisse gefordert. Vorwiegend findet sich einer der folgenden Sätze:

  • „Gute bis sehr gute Kenntnisse in Deutsch und Englisch“
  • „Gute Deutsch- und Englischkenntnisse in Wort und Schrift“
  • „Idealerweise Kenntnisse einer weiteren Fremdsprache“
  • „Verhandlungssichere Englischkenntnisse werden vorausgesetzt“
  • „Ihre guten Englischkenntnisse in Wort und Schrift haben Sie in der Praxis bereits erfolgreich angewendet“

Für deine Bewerbung ist es wichtig, diese Vorrausetzungen einzubinden – in dein Anschreiben und deinen Lebenslauf. Jedoch solltest du nicht vor einer Bewerbung zurückschrecken, wenn du das Gefühl hast, den sprachlichen Anforderungen nicht zu genügen. Ist von „idealerweise“ die Rede, heißt das, dass es kein Muss-Kriterium ist, du aber Vorteile gegenüber anderen Bewerbern hast, die dieses Kriterium nicht erfüllen.

Wichtig ist, bei deinen Sprachkenntnissen ein Sprachniveau anzugeben, damit Personaler einschätzen können, wie fit du in der Sprache bist. Jetzt stellt sich natürlich die Frage, welches Level deine Sprache hat, wenn du zwar sechs Jahre Schulenglisch hattest, aber danach nur noch in deinem ERASMUS-Jahr Englisch gesprochen hast. Damit kommen wir zum Punkt, wie Sprachkenntnisse klassifiziert werden.

Klassifizierung der Sprachkompetenzen

Um deine Sprachkenntnisse auch für Personaler verständlich darzulegen, ist es üblich, diese zu klassifizieren. Personalverantwortliche bekommen in den Lebensläufen der Bewerber die verschiedensten Angaben und Formulierungen zu sehen, z.B. „gute Kenntnisse“ oder „mittleres Niveau“. Eine übliche Angabe der Sprachkompetenzen geschieht jedoch über folgende fünfstufige Skala:

Level Beschreibung
Grundkenntnisse/Basiskenntnisse

Hier ist ein Grundstock vorhanden, der Alltagsgespräche auf Small-Talk-Niveau erlaubt.

Erlernt z.B. durch eine Sprachreise, Kompakt-Sprachkurse an einer (Volks)Hochschule.
Konversationssicher oder gute Kenntnisse

Hier kannst du dich in einfachen Unterhaltungen einbeziehen, verstehst viel, verfügst aber noch nicht über einen sehr großen Wortschatz.

Erlernt z.B. durch Unterricht in der Schule, jedoch nicht weiter außerhalb vertieft. 
Fließend

Hast du fließende Sprachkenntnisse, kannst du dich sicher über Themen in der fremden Sprache in allen Bereichen (Politik, Wirtschaft, Gesellschaft) unterhalten, diskutieren und kennst Redewendungen.

Erlernt z.B. durch langjährigen Unterricht an der Schule oder Hochschule plus Vertiefungen.
Verhandlungssicher

Dies ist für Fremdsprachlerner die höchste Kategorie. In diesem Stadium verfügt man über einen sehr großen Wortschatz und ist in der Lage, geschäftliche Verhandlungen in der Fremdsprache durchzuführen.

Erlernt z.B. durch einen längeren Aufenthalt im Ausland oder erste Erfahrungen im Beruf.
Muttersprache Das bedeutet, dass man mit der Sprache groß geworden ist und diese Sprache perfekt beherrscht.

Deine Sprachkenntnisse kannst du außerdem auch in deiner Bewerbung durch den Europäische Referenzrahmen nachweißen.

Der europäische Referenzrahmen unterteilt sich in folgende Stufen:

  • A1/A2 (elementare Sprachverwendung)
  • B1/B2 (selbstständige Sprachverwendung)
  • C1/C2 (kompetente Sprachverwendung)

Diese Unterteilung ist auf den ersten Blick recht abstrakt. Doch wenn du diese Stufen mit der oben genannten Unterteilung abgleichst, ergibt sich ein Bild.

  • A1 bis A2 = erste bis vertiefte Grundkenntnisse
  • B1 = gute Sprachkenntnisse
  • B2 = fließendes Sprachlevel
  • C1 = fließend bis verhandlungssicher
  • C2 = fast Muttersprachniveau

Als Orientierung: Mit sieben Jahren Schulenglisch im Gymnasium und Abitur verfügst du über ein B1 bis B2 Level. Kannst du Filme oder Serien in Englisch gut verfolgen, kannst du ein B2 Level angeben.

Kommen zu diesen Kenntnissen ein längerer Auslandsaufenthalt oder Berufserfahrungen dazu, während derer du Englisch gesprochen hast, kannst du C1 als Sprachkenntnis angeben.

Sprachkenntnisse nachweisen

Am einfachsten ist es, seine Sprachkenntnisse durch ein Sprachzertifikat anzugeben. Hierfür gibt es internationale Nachweise, in welchen man eine Prüfung absolviert und anschließend eine offizielle Bestätigung ausgehändigt bekommt. Für die Anmeldung muss man jedoch eine Gebühr zahlen.

Zu den bekanntesten Zertifikaten zur Angabe des Sprachniveaus im europäischen Referenzrahmen gehören

Auch Sprachkurse an Universitäten, Volkshochschulen und privaten Sprachinstituten arbeiten mit dem europäischen Referenzrahmen System und weisen damit die Sprachkompetenz beglaubigt nach.

Bei Bewerbungen ergibt sich häufig das Problem, dass die Zertifikate der Bewerber mit der Zeit veralten und die Sprachkenntnisse einrosten. Dann entspricht das angegebene Niveau mitunter nicht mehr dem aktuellen Wissenstand. Eine Lösung des Problems sind sogenannte Online-Tests, mit denen man sein Sprachniveau schnell und einfach testen kann. Hier werden den Teilnehmern z.B. Fragen zum Hörverstehen, Grammatik, Ausdruck und Vokabular gestellt.

Sprachkenntnisse im Lebenslauf angeben

Fremdsprachen werden im Lebenslauf in einer eigenen Kategorie angegeben und üblicherweise mit „Sprachkenntnisse“ beschriftet. Diese Kategorie befindet sich im unteren Teil des Lebenslaufes. Wichtig ist dabei, die Sprachkompetenz zusammen mit dem Level einzuordnen, also zum Beispiel „Englisch B2“.

Zu beachten ist unbedingt, dass du ein Format beibehältst. Entscheidest du dich für den europäischen Referenzrahmen, solltest du auch die anderen Sprachkenntnisse mit diesem System angeben. Gib deine Sprachkenntnisse auch nicht zu schlecht an, sondern verkaufe dich lieber etwas positiver – das wirkt selbstbewusster. Gib sie aber dennoch so an, dass es bei einem Sprachtest im Auswahlverfahren nicht peinlich für dich wird.

Da die Übergänge bei den Sprachniveaus fließend sind, ist es für die Personaler hilfreich, wenn im Lebenslauf mit angegeben wird, woher man die Sprachkenntnisse hat. Zum Beispiel:

  • „Englisch, Niveau B1 durch 8 Jahre Schulenglisch, davon zwei Jahre Leistungskurs“
  • „B2 Spanisch, einjähriger Schüleraustausch in Spanien“
  • „Verhandlungssichere Englischkenntnisse durch ein Master-Studium in den Niederlanden“

Bescheinigungen und Zertifikate über die Sprachkenntnisse kann man dem Anhang seiner Bewerbung beifügen. Sinnvoll ist das aber nur, wenn in dem Stellenangebot explizit Sprachkenntnisse gefordert sind, ansonsten reicht die einfache Angabe im CV.

Sprachkenntnisse von ausgestorbenen Sprachen wie Latein oder Alt-Griechisch werden in der Regel nur dann im Lebenslauf angegeben, wenn sie für die vakante Stelle relevant sind. Hier reicht der Verweis auf „Großes Latinum“.

Sprachkenntnisse aus der Sicht der Personaler

Sprachkenntnisse zeigen den Personalern nicht nur, dass der Bewerber in anderen Sprachen kommunizieren kann. Sie zeugen auch davon, dass sich hinter dem Bewerber ein weltoffener, toleranter Mensch verbirgt, der mit einiger Wahrscheinlichkeit auch über interkulturelle Kompetenz verfügt. Sprachkenntnisse in Verbindung mit Auslandsaufenthalten deuten Personalverantwortliche als Beleg für Flexibilität und Mobilität sowie Anpassungsfähigkeit. Aus diesem Grund ist es immer sinnvoll, die Sprachkenntnisse im Lebenslauf anzugeben und permanent an seinen Sprachkenntnissen zu arbeiten.

Einen Vorteil kannst du dir verschaffen, wenn du im Vorstellungsgespräch auf die geforderten Sprachkenntnisse zu sprechen kommst. Zum Beispiel:

  • „In der Ausschreibung zur Stelle haben Sie davon gesprochen, dass Bewerber idealerweise Französischkenntnisse vorweisen sollten. Da ich nur rudimentäre Kenntnisse habe, interessiert es mich, ob es in Ihrem Unternehmen Möglichkeiten gibt, seine Sprachkenntnisse zu verbessern?“
  • „In Ihrem Stellenangebot ist die Rede von einer sicheren Kommunikation in Englisch. Mit wie vielen Ihrer Kunden kommuniziert man im Schnitt in Englisch? Und findet diese Kommunikation vorwiegend schriftlich oder mündlich statt?“

Mit solchen Fragen zeigst du zwei Sachen: Erstens hast du dich ausführlich mit der Stellenanzeige und den Anforderungen auseinandergesetzt (sehr gut). Zweitens bist du bemüht, die Anforderungen für deinen Beruf umzusetzen und dazuzulernen (Pluspunkt). Durch deine Bemühung kannst du dadurch zum Beispiel noch nicht überzeugende Sprachkenntnisse in der Bewerbung wettmachen.  

Lies auch:
>> Arbeiten im Ausland
>> Roter Faden im Lebenslauf verliert an Bedeutung
>> Interkulturelle Kompetenz als Plus bei der Jobsuche

Über den Autor

Noemi Haderlein
Noemi Haderlein

Als Content Managerin kümmert sich Noemi Haderlein seit 2015 um die Inhalte von ABSOLVENTA und schreibt zu allen Themen, die Studenten und Berufseinsteiger rund um Studium, Bewerbung und ersten Job interessieren.

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