Flexibel ja, willenlos nein!

Mobilität und Flexibilität - Wie viel für die Karriere nötig ist

Mobilität und Flexibilität - Wie viel für die Karriere nötig ist

Und plötzlich befindet man sich in einem anderen Lebensabschnitt... Jedes Jahr steht der Großteil der ca. 260.000 Hochschulabsolventen in Deutschland vor einer ungewissen beruflichen Zukunft. So quälen sich die Absolventen mit der Frage, welchen Job bei welchem Unternehmen sie bald nachgehen werden. Die Frage ist dabei weniger ob sie einen Job finden, sondern eher wo das sein wird.

Inhalt

  1. Wirtschaft wünscht sich mobile und flexible Arbeitnehmer
  2. Wer immobil ist, muss flexibel sein
  3. Internet, Branchenbücher, Vitamin B & Co. – Alle Möglichkeiten nutzen
  4. Mit steigendem Alter nimmt die Mobilität ab

Auch wenn die Jobsuche nach dem Studium je nach Studiengang einige Wochen oder einige Monate dauert, haben zwölf Monate nach dem Abschluss mehr als 90 Prozent der Jung-Akademiker eine Beschäftigung gefunden. Fünf Jahre nach dem Studium sind es sogar bei über 95 Prozent. Aber das ist die (vermeintlich) sichere Zukunft, die Gegenwart fühlt sich so unmittelbar nach dem Studium bei weitem nicht so sicher an.

Wirtschaft wünscht sich mobile und flexible Arbeitnehmer

Grundsätzlich sind Mobilität und Flexibilität wichtige Eigenschaften, um auf dem Arbeitsmarkt Fuß zu fassen. Der überwiegende Teil der Absolventen stellt die von der Wirtschaft geforderte Mobilität auch unter Beweis, wie Zahlen der Hochschul-Informations-System (HIS) bestätigen: 80 Prozent der Uni-Abgänger verlassen ihren Hochschulort wieder.

Ob als Hochschulabsolventen oder Professional auf Jobsuche, man sollte weder Scheu noch Angst vor einem Umzug in eine neue Gegend haben. Erst recht nicht, wenn man ein Angebot für seinen Traumjob bekommt, den einen tollen Job zu haben kann sehr erfüllend sein. Und die erste Zeit an einem neuen Ort ist spannend und persönlichkeitsfördernd, weil man sich in einem unbekannten Umfeld bewegt, in das es sich einzufinden gilt. So werten Personalverantwortliche Ortswechsel durchaus als ein Indiz für Soft Skills.

Früher oder später wird man am neuen Ort neue Menschen kennenlernen und Freunde finden – sei es zum Beispiel im Kollegenkreis, in der Nachbarschaft, in einem Verein, über Bekannte von Freunden, über das Internet oder durch eine zufällige Begegnungen im Supermarkt. Menschen sind bekanntlich soziale Wesen.

Wer immobil ist, muss flexibel sein

Was tun, wenn man aus privaten Gründen oder anderen Verpflichtungen in seinem vertrauten Umfeld bleiben oder nur in eine ganz bestimmten Stadt ziehen möchte? Auch gut! Wie eingangs erwähnt, ist die Arbeitsmarktlage für Akademiker hierzulande ausgesprochen gut. Man muss nicht zwingend für das erstbeste Jobangebot von Flensburg nach Memmingen ziehen, wenn man dort eigentlich gar nicht hin möchte und dort keinerlei Bezugspunkte hat. Das nächste Jobangebot kommt bestimmt – nur der Zeitpunkt ist offen. Doch dafür muss man auch etwas tun! Wenn das Jobangebot knapp ist, darf man nicht nur auf einem bestimmten Job beharren, sondern muss Flexibilität an den Tag legen..

Im Studium lernt man auch, sich selbst neue Dinge anzueignen. Um seine Job-Optionen zu erweitern, ist man als (flexibler) Hochschulabsolvent in der komfortablen Lage, diese Schlüsselqualifikation zu nutzen und verschiedene Jobs auszuüben. Flexibilität vergrößert die Chancen am Arbeitsmarkt und ist umso nötiger, wenn man seine Jobsuche auf einen bestimmten Radius einkreist.

Internet, Branchenbücher, Vitamin B & Co. – Alle Möglichkeiten nutzen  

Die Zeit der mitunter etwas längeren Jobsuche sollte man nutzen, ansprechende und fehlerfreie Bewerbungsunterlagen anzufertigen. Dazu gehört auch, das Bewerbungsschreiben und den Lebenslauf exakt auf die gewünschte Position und auf das Unternehmen auszurichten, anstatt bei jeder Bewerbung auf ein Standard-Anschreiben zurückzugreifen und dort lediglich Datum und Firmennamen auszutauschen. Auch Tabu: Floskeln im Bewerbungsschreiben.

Bei der Jobsuche sollte man das ganze Spektrum der Möglichkeiten nutzen: Online-Jobbörsen, kreative Bewerbungen, Initiativ-Bewerbungen, Stellenanzeigen im Lokalteil der Zeitungen, Branchenbücher, persönliche Kontakte und die „passive Jobsuche“ über Lebenslaufdatenbanken.

Mit steigendem Alter nimmt die Mobilität ab

Im Übrigen: Je älter Menschen werden, desto geringer wird ihre Mobilität: Während etwa 25 Prozent im Alter zwischen 25 und 34 Jahren ihren Wohnsitz ändern, haben sich die 35- bis 44-Jährigen schon größtenteils für einen festen Ort entschieden. Wesentliche Gründe dafür sind ein fester Job, die Familie und der Besitz eines Eigenheims. Nicht einmal 15 Prozent der 25- bis 44-jährigen zieht dann noch an einen anderen Ort. Wenn man erst einmal etwas Berufserfahrung gesammelt hat, weiß man, wie der Hase auf dem Arbeitsmarkt läuft und geht die Jobsuche etwas ruhiger an. Zudem ist Berufserfahrung bei den Unternehmen gerne gesehen, was die Aussichten auf eine erfolgreiche Jobsuche erhöht. Wer über einen akademischen Titel verfügt, muss bei der Jobsuche jedenfalls nicht in Panik verfallen. Allerdings sollte man sich als Hochschulabsolvent auch im Klaren darüber sein, dass die Kombination aus Traumstadt und Traumjob nicht leicht zu haben ist, schon gar nicht beim Karrierestart.

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>> 10 Dinge, die Pendler auf dem Weg zur Arbeit tun können
>> Plädoyer für einen neuen Karrierebegriff

>> Bewerbungsfotos mit Persönlichkeit

Über den Autor

Lukas große Klönne
Lukas große Klönne

Ehem. Redaktionsleiter der Jobbörse ABSOLVENTA und Autor des Buches "Trainee-Knigge" – der Ratgeber für Berufseinsteiger.

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