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Zeitarbeit: Eine Alternative für Akademiker?

Zeitarbeit: Eine Alternative für Akademiker?

Kurz vor Studienende stellt sich für jeden Hochschulabsolventen die Frage nach dem Berufseinstieg. Neben dem klassischen Bewerbungsmarathon über die diversen Jobbörsen und Stellenangebote bietet sich ebenfalls die Möglichkeit der Beschäftigung über eine Zeitarbeitsfirma. Doch wie gut oder schlecht sind Zeitarbeitsfirmen wirklich? Bieten sie eine Alternative zum üblichen Berufseinstieg? Oder erleichtern sie Hochschulabsolventen diesen sogar?

Inhalt

  1. Soziale Absicherung auch bei Zeitarbeit
  2. Kein arbeitsrechtliches Niemandsland
  3. Zeitarbeitsfirmen mit gesteigertem Interesse an Akademikern
  4. Übernahmequote von Zeitarbeitern liegt bei 30 Prozent

Kurz vor Studienende stellt sich für jeden Hochschulabsolventen die Frage nach dem Berufseinstieg. Neben dem klassischen Bewerbungsmarathon über die diversen Jobbörsen und Stellenangebote bietet sich ebenfalls die Möglichkeit der Beschäftigung über eine Zeitarbeitsfirma. Doch wie gut oder schlecht sind Zeitarbeitsfirmen wirklich? Bieten sie eine Alternative zum üblichen Berufseinstieg? Oder erleichtern sie Hochschulabsolventen diesen sogar?

Soziale Absicherung auch bei Zeitarbeit

In Deutschland gibt es ca. 4500 Zeitarbeitsfirmen, bei denen zurzeit ca. 650.000 Zeitarbeiter beschäftigt sind. Zeitarbeitsfirmen wie z.B. Adecco, Randstad, Experis, Bankpower oder DIS bieten derzeit etwa tausend Stellen für Hochqualifizierte. Mittlerweile ist jeder zehnte Leiharbeiter Hochschulabsolvent. Das Prinzip der Zeitarbeit ist dabei denkbar einfach und bietet sowohl dem Arbeitgeber als auch dem Arbeitnehmer Vorteile. Der Arbeitnehmer erhält bei der Zeitarbeitsfirma einen unbefristeten Vertrag und wird von dieser entgeltlich an Unternehmen mit Personalbedarf „ausgeliehen“. Das Unternehmen hat somit den Vorteil, auf konjunkturbedingte Schwankungen personell zu reagieren. Der Arbeitnehmer wiederum ist bei Rationalisierungsmaßnahmen im Unternehmen nicht direkt von einer Kündigung betroffen, da er seinen Arbeitsvertrag mit der Zeitarbeitsfirma abgeschlossen hat.

Kein arbeitsrechtliches Niemandsland

Im Allgemeinen hat Zeitarbeit dennoch einen eher schlechten Ruf. Niedrige Gehälter, vermeintlich fehlender Kündigungsschutz oder Rabattaktionen von Zeitarbeitsfirmen bei der Mitarbeitervermittlung halten viele von einer Bewerbung bei einer Zeitarbeitsfirma ab. Doch entgegen der landläufigen Meinung wird der Arbeitnehmer bei einer Zeitarbeitsfirma nicht in seinem Arbeitsrecht eingeschränkt. Das Arbeitnehmerüberlassungsgesetz (AÜG) regelt die gewerbsmäßige Überlassung von Arbeitnehmern. Mit einer Änderung des Gesetzes von 2004 stehen die Angestellten von Zeitarbeitsfirmen somit auf demselben Level wie die Festangestellten eines Unternehmens. Wird man bei einer Zeitarbeitsfirma angestellt, dann gelten hier genauso die entsprechenden tariflichen Bestimmungen, wie bei einer regulären Anstellung in jedem anderen deutschen Unternehmen. Kündigungsschutz, Urlaubsanspruch, Sozialabgaben oder auch Lohnfortzahlung im Krankheitsfall und Arbeitsschutzbestimmungen existieren auch bei der Zeitarbeit. Besondere Sicherheit bei der Einhaltung dieser Bedingungen gewährleistet die Genehmigungspflicht der Arbeitnehmerüberlassung durch die Arbeitsbehörden.

Zeitarbeitsfirmen mit gesteigertem Interesse an Akademikern

Besonders für Hochschulabsolventen wird das Modell Zeitarbeit zunehmend zu einer Alternative, denn viele Zeitarbeitsfirmen haben ein gesteigertes Interesse an Akademikern. Durch die zunehmende Flexibilisierung des Arbeitsmarktes und einem steigenden Trend zu projektbezogener Arbeit werden gut ausgebildete Arbeitskräfte gerade für den Sektor Zeitarbeit attraktiver. Am häufigsten werden Arbeitskräfte aus den Fachbereichen Informatik, Ingenieurwesen und Wirtschaftswissenschaften gesucht. Bei ausreichender Zusatzqualifizierung bietet die Zeitarbeit jedoch auch für Fachkräfte aus anderen Studienrichtungen durchaus Karrierechancen.

Ein weiterer Vorteil, den die Zeitarbeit besonders für einen erfolgreichen Berufseinstieg bringt, ist die Möglichkeit vielseitige Berufserfahrungen zu sammeln und sein eigenes Netzwerk zu erweitern. Dabei werden studierte Zeitarbeiter nicht selten mehrere Jahre in Folge von einer Firma für verschiedene Projekte beschäftigt. Auch die Bezahlung der studierten Zeitarbeitskräfte unterscheidet sich kaum noch vom durchschnittlichen Gehalt in einer Festanstellung. Dennoch, schwarze Schafe gibt es in jeder Branche und der Arbeitnehmer sollte sich immer ausreichend vor einer Vertragsunterzeichnung über die entsprechende Zeitarbeitsfirma informieren.

Übernahmequote von Zeitarbeitern liegt bei 30 Prozent

Die Zeitarbeitsfirmen übernehmen für deutsche Unternehmen mittlerweile zunehmend die Aufgabe der Personalplanung. Im Laufe der letzten Jahre hat sich eine stärkere Professionalisierung der Zeitarbeitsbranche eingestellt, die ihrem schlechten Image damit effektiv entgegen wirken soll. Der Markt der Zeitarbeitsfirmen ist auch ein Spiegel dessen, was sich auf dem regulären Arbeitsmarkt abspielt. Vor allem hochspezialisierte Fachkräfte haben gute Chancen in eine unbefristete Anstellung zu gelangen. Ungefähr 30% aller Zeitarbeiter werden in eine unbefristete Anstellung übernommen. Zwar geht die Wirtschaftskrise auch an der Zeitarbeitsbranche nicht spurlos vorbei. Trotzdem ist aber genau diese Flexibilität bei der Arbeitsvertragsgestaltung in der Zeitarbeitsbranche auch ihr Potential für die Zeit nach der Krise.

>> Lies auch: Experteninterview zum Thema Zeitarbeit

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