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(un)befriedigende Freizeit

Zwischen Studium und Beruf

Zwischen Studium und Beruf

Nach dem Spiel ist vor dem Spiel. Und nach dem Studium ist vor dem ersten festen Job. In die Freude über den Hochschulabschluss mischt sich die Sorge um die ungewisse Zukunft. Was, bei wem und wo werde ich bloß arbeiten? Die gute Nachricht vorweg: Hochschulabsolventen finden fast immer einen Job. Die Arbeitslosenquote von Akademikern liegt seit jeher unter fünf Prozent, selbst Absolventen von sog. Orchideenfächern werden auf dem Arbeitsmarkt fündig. Die schlechte Nachricht: je nach Studienrichtung und Wunschregion kann die Jobsuche Wochen, Monate oder gar ein ganzes Jahr dauern. Was also tun in dieser oft unfreiwilligen Freizeit zwischen Baum und Borke?

Man könnte die freie Zeit zwischen Studium und Berufseinstieg entspannt genießen, wenn man keinen Bewerbungsstress und schon einen genauen Termin hätte, wann es mit dem Eintritt ins Berufsleben los geht. Doch das ist meist nicht der Fall. So oder so geht es darum, die freie Zeit zwischen Studium und Beruf sinnvoll zu nutzen.

Unterschiedliche Ausgangslagen

Full-Time-Job Bewerben vs. bewusste Auszeit. Die Ausgangslagen unter den Absolventen könnten unterschiedlicher nicht sein. Während die einen Geldnöte plagen, weil sie ihren Studienkredit schnell zurückzahlen und sofort in den Job einsteigen wollen, zieht es andere erst einmal auf Papas Kosten für eine mehrmonatige Backpacker-Auszeit nach Australien.  Dazwischen gibt es noch zig weitere Ausgangslagen nach dem Studium. Gemein haben aber alle Absolventen, dass sie früher oder später in den Beruf einsteigen, und dann Jahrzehnte lang Teil des Arbeitsmarktes sind. Die Phase zwischen Studium und Beruf ist für die meisten Absolventen somit die letzte Auszeit vor einer langen Karriere, in der die Urlaubstage rar gesät sein werden.

Wenn man sich während des Studiums noch nicht darüber im Klaren ist, welchen Beruf man eigentlich ausüben will, sollte man die Zeit nach dem Studium intensiv dafür nutzen. Auch wenn Arbeitnehmer im Laufe ihres Berufsleben im Schnitt zehn mal ihre Anstellung bzw. den Arbeitgeber wechseln,  stellt man mit seinen ersten Karriereschritten die Weichen für die berufliche Zukunft.

Zeit zwischen Studium und Beruf sinnvoll verbringen

Was heißt hier „sinnvoll“? Was für den einen sinnvoll ist, muss es für den anderen noch lange nicht sein. Hier sind Vorschläge, wie man die Zeit zwischen dem Studium und dem Beruf aktiv und für sich nutzen kann.

Nebenjob
Mit einem Nebenjob kann man sich zwischen Abschluss und dem ersten richtigen Job etwas Geld verdienen und Praxiserfahrungen sammeln. Wenn der Nebenjob auch noch in Zusammenhang mit dem gewünschten Job steht, schlägt man gleich zwei Fliegen mit einer Klappe.
Beispiele u.a.: Messe-Jobs, Büro-Tätigkeiten, Gastronomie, Call Center, Produkttester 

Ehrenamtliche Tätigkeiten
Ehrenämter und soziales Engagement machen sich in jedem Lebenslauf gut. Das ist in Hinblick auf die am Arbeitsmarkt geforderten Soft Skills deutlich überzeugender, als sich im Bewerbungsschreiben selbst als teamfähig, gewissenhaft und sozial kompetent zu bezeichnen, ohne das anhand von konkreten Beispielen belegen zu können. 
Beispiele u.a.: Hausaufgabenbetreuung von Kindern, Besuchsdienst im Altenheimen alleinstehender Senioren, Mitarbeit bei der Tafel

Sprachkurse
Auch ein Sprachkurs ist eine sinnvolle Sache, um das eigene Qualifikationsprofil zu verbessern. Das können z.B. Kurse an der Volkshochschule sein oder mehrwöchige Sprachreisen.

Die eigene Homepage erstellen
Die Reputation im Internet wird immer wichtiger. Biete den Personen, die im Internet nach Informationen über dich suchen, deine eigene Homepage an. Die laufenden Kosten für eine Webseite bewegen sich im einstelligen Euro-Bereich, die Homepage kann sich aber im Bewerbungsprozess als sehr wertvoll herausstellen. So kannst du googlenden Personalern einen Eindruck von Dir vermitteln. Außerdem zeugt die eigene Homepage von Kompetenz im Umgang mit Computer und Internet.

Herumreisen
Es muss ja nicht immer gleich eine teure Weltreise sein. Auch innerhalb Deutschlands kann man herumreisen, Kulturtrips machen und Freunde besuchen. Dank Mitfahrgelegenheiten und Couchsurfing geht das auch zum kleinen Preis. Wenn man sich darauf einlässt, sammelt man garantiert viele interessante und wertvolle Erfahrungen. 

Was wolltest du immer schon mal machen?
Wolltest du schon immer mal ein paar Handgriffe bzw. Akkorde auf der Gitarre erlernen, einen Kochkurs belegen oder endlich den Führerschein machen? Welche Sachen sind in der Prüfungszeit liegen geblieben und kannst Du jetzt endlich nachholen? Nicht lange drüber nachdenken, einfach machen! Wenn nicht jetzt, wann dann? 

Sich Bewerben
Von nichts kommt nichts. Wer nach dem Studium den Berufseinstieg anstrebt, muss dafür auch etwas tun. Dazu gehört:
• Im Internet und Zeitungen nach passenden Stellenangeboten zu suchen
• Branchenbücher nach passenden Arbeitgebern zu durchforsten
• Sich überall umhören, ohne falsche Scheu vor „Vitamin B“ zu haben
• Exzellente Bewerbungsunterlagen zu erstellen
• Ansprechende Bewerbungsfotos von sich machen lassen
• Für jede Bewerbung ein neues, individualisiertes Anschreiben zu verfassen, was genau auf die gewünschte Position und die Firma passt
• Sich intensiv auf Vorstellungsgespräche vorbereiten

Es hilft, wenn man sich bestimmt Ziele setzt und mit sich selbst vereinbart, jeden Tag mindestens drei Bewerbungen zu verschicken.

Kleine Unwahrheiten im Lebenslauf sind erlaubt

Je länger der Zeitraum zwischen Studium und Beruf ist, desto skeptischer beäugen viele Personaler diesen Zeitraum – jedenfalls so lange in der Bewerbung nicht schlüssig dargelegt ist, was der Kandidat in dieser Zeit (sinnvolles) gemacht hat. Wird man im Vorstellungsgespräch zu der „arbeitslosen“ Zeit befragt, muss man eine bessere Antwort parat haben als „nichts“, „Party gemacht“ oder „relaxed“, um sich nicht selbst aus dem Auswahlverfahren herauszukatapultieren.

Wenn man beispielweise vom 23.06.12 bis zum 07.08.12 eine ca. sechswöchige Auslandsreise gemacht hat, darf man es im Lebenslauf guten Gewissens so aussehen lassen, als ob man drei Monate dort gewesen ist (06/12 – 08/12). Genauso kann man Nebenjobs, Praktika etc. zeitlich etwas strecken, in dem Fall ist es legitim, sich in der Bewerbung gut darzustellen, um seine Chancen auf eine Einladung zum Vorstellungsgespräch zu vergrößern.

Phase zwischen Studium und Berufseinstieg keine verlorene Zeit

Die Zeit zwischen Studium und Beruf sollte man nicht als verlorene Zeit ansehen oder zu einer verlorenen Zeit machen. Als Student ist man lange Zeit ohne viel Geld ausgekommen, da sollte es nicht auf ein paar Monate mehr oder weniger ankommen, zumal man als Akademiker später voraussichtlich überdurchschnittlich gut verdienen wird. Während der Jobsuche darf man auch mal guten Gewissens bis elf Uhr ausschlafen, sollte sich aber nicht zu sehr dran gewöhnen, denn schon nächste Woche kann man eine Stelle gefunden haben. Und dann heißt es morgens früh aufstehen. So unbefriedigend die Zeit zwischen Studium und Beruf auch sein mag; ist man erst einmal im Job, erinnert man sich gerne an die freie Zeit zurück und ärgert sich, wenn man diese nicht sinnvoll genutzt hat. Mach also 'was draus!

Die Jobbörse ABSOLVENTA wünscht eine angenehme Zeit zwischen Studium und Beruf!

Lies auch:
>> Berufsorientierung: Uni-Abschluss – und dann?
>> Roter Faden im Lebenslauf verliert an Bedeutung
>> Hochschulabsolventen sprechen über ihre Erfahrungen beim Berufseinstieg

Über den Autor

Lukas große Klönne
Lukas große Klönne

Ehem. Redaktionsleiter der Jobbörse ABSOLVENTA und Autor des Buches "Trainee-Knigge" – der Ratgeber für Berufseinsteiger.

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