Jetzt oder nie: Das solltest du nach dem Studium noch machen.

Jetzt oder nie: Das solltest du nach dem Studium noch machen.
Du hast es geschafft: dein Studium. Und dann? Die Zeit zwischen Studium und Beruf bietet oftmals noch Platz zur Orientierung, wie deine Zukunftsperspektive und die Karriere aussehen sollen. Wir verraten dir, wie du die Zeit bis zu deinem ersten Arbeitstag sinnvoll nutzen kannst – und was du eventuell noch nachholen solltest.
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  1. Berufliche Orientierung.

    Wenn du Medizin oder Jura studiert hast, hast du vielleicht schon einen konkreten Plan, wo sich deine berufliche Zukunft hinbewegen soll – vielleicht hast du ja sogar schon einen Arbeitsvertrag bei einem Top-Unternehmen in Deutschland. Bei allgemeineren Fächern wie BWL oder Geisteswissenschaften hingegen kannst du so viele Wege einschlagen, dass du vermutlich gar nicht weißt, wo du anfangen sollst. Jetzt gilt es: In dich reinhorchen, informieren, bewerben! Die Zeit kannst und solltest du dir zwischen Studium und Beruf definitiv nehmen, um falschen Berufsentscheidungen vorzubeugen. Dabei stellst du dir folgende Fragen:

    Was hat mir die Uni gebracht?

    Der akademische Auftrag von Unis ist ein allgemeiner: Universitäten vermitteln über den eigentlichen „Lernstoff“ hinaus vor allem Methodenkompetenz und kritisches Denken, was wichtige Skills für den Berufseinstieg sind. War dein Studium also eher abstrakt statt praktisch, hast du trotzdem Entscheidendes für dein Berufsleben gelernt.

    Wie finde ich den passenden Beruf?

    Verschaffe dir einen Überblick über alle Berufsfelder, die nach deinem Studium für dich grundsätzlich in Frage kommen – vom Gehalt über Jobinformationen bis hin zur Bewerbung. Wir geben dir im Folgenden die nötigen Infos. Welche Richtung hast du studiert?

    Ansonsten sind Berufsfindungsseminare (wie z. B. die Potenzialanalyse GPOP) ein gangbarer Weg, sich über seine Stärken und mögliche Karrierewege klar zu werden. Einschlägige Ratgeber geben zudem einen Überblick über Karriere-Chancen für die unterschiedlichen Studiengänge und die Karriere-Seiten der Unternehmen zeichnen ebenfalls Berufsfelder vor. Verstärkt finden sich auch Online-Tests, die dir passende Fachrichtungen vorschlagen. Hier ist es wichtig, dass du dich nicht auf einen Test verlässt, sondern am besten mehrere durchführst und dir auch klarmachst, wo deren Fokus liegt bzw. welche Schwachpunkte sie vielleicht auch aufweisen. Hast du Ideen, bist aber noch sehr unsicher, hilft es, gute Freunde und Familienmitglieder zu fragen, ob sie dich in dem Beruf sehen.

    Wo kann ich mich gezielt informieren?

    Insbesondere Wirtschaftswissenschaftlern, Juristen und Geisteswissenschaftlern bietet sich ein breites Spektrum an beruflichen Aufgabenfeldern. Daher ist besonders wichtig, sich früh über Einstiegschancen zu informieren. Auch Unternehmensseiten oder Jobmessen können der Orientierung dienen und langfristige Chancen eröffnen.

    Wo möchte ich mich bewerben?

    Kennst du deine Möglichkeiten und potenzielle Arbeitgeber, geht es auf Stellensuche. Sind bei deinem Wunscharbeitgeber keine Stellen frei, kannst du dich auch initiativ bewerben. Neben den Aufgabenfeldern solltest du dich auch über die Arbeitsbedingungen und die Unternehmenskultur schlau machen, um sicherzugehen, dass du dich dort wohlfühlen könntest.

  2. Ein weiteres Studium.

    Nach dem Studium ist vor dem Studium? Heißt: Nach dem Bachelor is vor dem Master? Dieser Ansatz kann aus unterschiedlichen Gründen Sinn machen. Willst du tiefer in die Materie gehen und dich fachlich spezialisieren? Soll deine Karriere beim Großkonzern anfangen, der definitiv einen Master voraussetzt? Oder bewegst du dich in einer Fachrichtung, in der ein Master gar zur Erfolgsbedingung wird?

    Zu Letzterem gehören vor allem die MINT-Fächer, also

    Aufgrund des Fachkräftemangels sind deine Chancen in diesen Fächern auf dem Arbeitsmarkt jedoch am besten, sodass du mit dem richtigen Jobangebot auch schon nach dem Bachelor einsteigen kannst.

    Beschäftigungsfelder mit Zukunftsperspektive für Absolventen sind zudem in den unternehmensbezogenen Dienstleistungen zu erwarten, etwa in den Bereichen Werbung und PR sowie in der Rechts-, Steuer- und Unternehmensberatung. Überall gilt jedoch: Praxiserfahrungen steigern deine Jobchancen enorm. Entscheidest du dich also für ein weiteres Studium, solltest du dir in jedem Fall Praktika oder einen Werkstudentenjob suchen.

    Denn Fakt ist: Absolventen, die während ihres Studiums bereits mehrere Praktika abgeleistet, ein Praxissemester eingelegt oder nebenher gearbeitet haben, haben die besseren Chancen auf dem Arbeitsmarkt. Dabei kannst du sehr strategisch vorgehen und dich bereits auf Arbeitgeber stürzen, die für dich auch langfristig interessant sind: Hast du erstmal den Fuß in der Tür, kannst du nach dem Studium daran anknüpfen.

  3. Reisen.

    Nach der letzten Prüfung und deinem Abschluss heißt es erstmal: Durchatmen – aber dennoch die Zeit sinnvoll nutzen! Die Phase zwischen Studium und Beruf ist für die meisten Absolventen die letzte Auszeit vor einer langen Karriere, in der die Urlaubstage rar gesät sein werden.

    Kein Geld für die Weltreise? Dank Mitfahrgelegenheiten, Fernbussen und Couchsurfing geht reisen auch zum kleinen Preis. Auch Freunde besuchen spart Bares. Zieht es dich für länger ins Ausland, macht sich das gut im Lebenslauf – denn du zeigst interkulturelle Kompetenz, Organisationsgeschick und Mut, wenn du zum Beispiel alleine mit deinem Backpack quer durch Südamerika reist. Im Job erst wird es oft nicht einfach, mal eben die Sachen für mehrere Monate zu packen. Wenn du diesbezüglich also noch Nachholbedarf hast – dann los!

  4. Bewerben.

    Da es gegen Ende des Studiums meist zu stressig wird, hast du nach deinem Abschluss endlich die Zeit, dir einen Überblick über den Arbeitsmarkt verschaffen und dich in Ruhe bewerben zu können. Je nach Studienrichtung und Wunschregion kann die Jobsuche dabei Wochen, Monate oder gar ein ganzes Jahr dauern. Wichtig ist also, dass du dir für den Übergang zwischen Studium und Beruf einen Plan machst und die Zeit so nutzt, dass es keine verlorene ist. Übrigens: Nimmst du erstmal die langersehnte Auszeit, kannst du trotzdem parallel mit relativ wenig Aufwand schonmal die Jobsuche starten, indem du dir ein Bewerberprofil erstellst, durch das dich potenzielle Arbeitgeber finden können – während du noch am Strand in Thailand chillst.

    Ansonsten gilt: Wer nach dem Studium den Berufseinstieg anstrebt, muss dafür auch etwas tun. Dazu gehört, dass du exzellente Bewerbungsunterlagen erstellst:

    • Lass beim Fotografen ansprechende Bewerbungsfotos von dir machen
    • Verfasse für jede Bewerbung ein neues, individualisiertes Anschreiben, was genau auf die gewünschte Position und die Firma passt
    • Gestalte deinen Lebenslauf übersichtlich und konzentriere dich auf relevante Auskünfte
    • Bereite dich auf Vorstellungsgespräche intensiv vor
    • Lege dir seriöse Antworten zurecht, was du in der Zeit zwischen Studium und Beruf gemacht hast

    Es hilft, wenn du dir bestimmte Ziele setzt und mit dir selbst vereinbarst, jeden Tag mindestens drei Bewerbungen zu verschicken.

  5. Zwischen Studium und Job: Die Zeit sinnvoll nutzen.

    Hier sind Vorschläge, wie du die Zeit zwischen Studium und Beruf aktiv und für dich nutzen kannst.

    • Nebenjob oder Übergangsjob nach dem Studium, z. B. Messe-Jobs, Büro-Tätigkeiten, Gastronomie, Call Center, Produkttester. 

    Mit einem Nebenjob kann man sich zwischen Abschluss und dem ersten richtigen Job etwas Geld verdienen und Praxiserfahrungen sammeln. Wenn der Nebenjob auch noch in Zusammenhang mit dem gewünschten Job steht, schlägt man gleich zwei Fliegen mit einer Klappe.

    • Ehrenamtliche Tätigkeiten, z. B. Nachhilfe für Geflüchtete, Besuchsdienst im Altenheim bei alleinstehenden Senioren, Mitarbeit bei der Tafel

    Ehrenämter und soziales Engagement machen sich in jedem Lebenslauf gut. Das ist weitaus überzeugender, als sich im Bewerbungsschreiben selbst als teamfähig, gewissenhaft und sozial kompetent zu bezeichnen, ohne das anhand von konkreten Beispielen belegen zu können.

    • Sprachkurse

    Auch ein Sprachkurs ist eine sinnvolle Sache, um das eigene Qualifikationsprofil zu verbessern. Das können z. B. Kurse an der Volkshochschule sein oder mehrwöchige Sprachreisen.

    • Die eigene Homepage erstellen

    Die laufenden Kosten für eine Webseite bewegen sich im einstelligen Euro-Bereich, die Homepage kann sich aber im Bewerbungsprozess als sehr wertvoll herausstellen. So vermittelst du googelnden Personalern einen seriösen Eindruck von dir und zeigst digitale Kompetenz.

    Was wolltest du immer schon mal machen?

    Wolltest du schon immer mal Gitarre lernen oder endlich den Führerschein machen? Welche Sachen sind in der Prüfungszeit liegen geblieben, die du jetzt endlich nachholen kannst? Nicht lange drüber nachdenken, einfach machen!

  6. Der erste Arbeitstag.

    Am ersten Tag im Job erwartet dich erstmal eine große Umstellung. Frühes Aufstehen und in der Regel fünf Tage die Woche jeweils acht Stunden zu ackern werden dir erstmal einiges an Energie klauen. Doch hast du dir erstmal den neuen Rhythmus angewöhnt, wirst du schnell Vorteile gegenüber dem Studentenleben erkennen. Dazu gehören:

    • ein richtiger Feierabend statt Abende in der Bib
    • ein regelmäßiges Gehalt auf dem Konto
    • endlich Praxis statt nur Theorie
    • keine Prüfungen und vor allem keine Hausarbeiten
    • viel neue Inspiration, wertvolles Feedback und neues Wissen ganz nebenbei

    Bist du erstmal im Berufsleben drin, steigen deine Chancen auf dem Arbeitsmarkt mit jedem Jahr Arbeitserfahrung und du kannst selber beeinflussen, wohin deine persönliche Reise geht.

    Schon gewusst? So erhältst du Job-Anfragen von Top-Arbeitgebern.