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Kündigung: Als Arbeitnehmer kündigen oder gekündigt werden

Kündigung: Als Arbeitnehmer kündigen oder gekündigt werden

Du hast keine Lust mehr auf deinen Job und willst kündigen? Bei der Kündigung durch Arbeitnehmer musst du gewisse Regeln beachten, damit deine Kündigung wirksam ist. Aber auch Arbeitgeber müssen sich an Regeln halten, wenn sie Arbeitnehmer entlassen wollen. ABSOLVENTA hat den Rechtsanwalt Rolf Albrecht gefragt, was du zur Kündigung als Arbeitnehmer wissen musst. Dieser erklärt den Unterschied zwischen der ordentlichen und außerordentlichen Kündigung durch den Arbeitnehmer und welche Formalitäten du beachten musst. Außerdem geben wir dir Tipps, wie du deine Kündigung Schritt für Schritt vorbereitest und durchführst. 

Inhalt:

  1. Unterschied: Ordentliche Kündigung und außerordentliche Kündigung als Arbeitnehmer
  2. Sonderfall: Kündigung vor Dienstantritt
  3. Kündigungsfrist
  4. So kündigst du selbst
  5. Kündigung durch den Arbeitgeber
  6. Kündigungsschutz von Arbeitnehmern

Fakten zur Kündigung

  • Die Kündigung muss immer schriftlich erfolgen
  • Für die Kündigung muss die rechtliche Kündigungsfrist eingehalten werden
  • Die Kündigung muss handschriftlich unterschrieben werden
  • Eine Begründung für die Kündigung muss nicht erfolgen

Unterschied: Ordentliche Kündigung und außerordentliche Kündigung als Arbeitnehmer

Du hast keine wirklichen Herausforderungen mehr in deiner Arbeit und die Aufstiegschancen sind gering? Oder dein Freund zieht in eine andere Stadt und auf Fernbeziehung hast du keine Lust? Manchmal führen die verschiedensten Gründe dazu, dass man seinen Job kündigen will. Der Grund der Kündigung entscheidet dabei, ob du eine ordentliche Kündigung oder eine außerordentliche Kündigung vornimmst. Zudem gibt es den Sonderfall, dass man einen Job kündigen kann, bevor man ihn überhaupt angetreten hat. Über diese drei Fälle klärt der Rechts-Experte Rolf Albrecht auf.

Ordentliche Kündigung als Arbeitnehmer

Eine ordentliche Kündigung durch den Arbeitnehmer ist dabei die meist angewandte Kündigungsform. Das heißt, du möchtest deinen Job aus verschiedenen Gründen aufgeben, wie

  • neues Jobangebot
  • Aufnahme eines Studiums
  • Umzug

Rolf Albrecht: Grundsätzlich ist eine ordentliche Kündigung durch den Arbeitnehmer jederzeit ohne Begründung möglich. Dabei sind nur die Einhaltung der Kündigungsfrist sowie eine Kündigungserklärung zu beachten.

Außerordentliche Kündigung als Arbeitnehmer

Neben der ordentlichen Kündigung gibt es jedoch auch die außerordentliche Kündigung.

Rolf Albrecht: Oftmals werden Fälle bekannt, in denen Arbeitgeber Mitarbeitern eine außerordentliche Kündigung bzw. fristlos eine Kündigung aussprechen. Auch Arbeitnehmer haben das Recht, eine außerordentliche Kündigung auszusprechen.

In folgenden Situationen kannst du eine außerordentliche Kündigung aussprechen, also fristlos kündigen:

  • „Längeres“ Ausbleiben der arbeitsvertraglich vereinbarten Vergütung (Abmahnung vorab erforderlich)
  • Beleidigung, Bedrohung, Tätlichkeiten durch den Arbeitgeber
  • Straftaten durch den Arbeitgeber 

Hinweis vom Experten: Wichtig ist auch in diesen Fällen, – genauso wie bei einer fristlosen außerordentlichen Kündigung durch den Arbeitgeber – dass die Schriftform sowie die gesetzliche Frist des § 626 Abs. 2 BGB eingehalten werden: Die Kündigung muss innerhalb von zwei Wochen ab Kenntnis eines außerordentlichen Kündigungsgrundes ausgesprochen werden. Wenn man also z.B. bedroht oder beleidigt wird, muss man innerhalb von zwei Wochen reagieren und die außerordentliche Kündigung einreichen. Das Arbeitsverhältnis ist dann ab dem Zugang der Kündigung beim Arbeitgeber sofort aufgelöst.

Sonderfall: Kündigung vor Dienstantritt

Manchmal kann es zu der Situation kommen, dass mehrere Bewerbungen erfolgreich waren und dein eigentlicher Traumjob erst in Aussicht ist, wenn du bereits einen Arbeitsvertrag mit einem anderen Arbeitgeber unterschrieben hast. Dann stellt sich die Frage: Kann das Arbeitsverhältnis auch vor Dienstantritt gekündigt werden?

Die Antwort vom Experten: Es kommt darauf an! Und zwar darauf, ob der Arbeitsvertrag nicht den Ausschluss einer solchen Möglichkeit enthält. Steht also im Arbeitsvertrag, dass eine Kündigung vor Dienstantritt ausgeschlossen ist, so ist dies grundsätzlich bindend und du musst dich an die gesetzliche Kündigungsfrist halten.

Rolf Albrecht: Natürlich besteht die Möglichkeit, sich gütlich mit dem Arbeitgeber zu einigen. Aber dieser hat die Möglichkeit, dies unter dem Verweis auf betriebliche Erfordernisse und Planungen abzulehnen. Zudem kann der Arbeitgeber Schadensersatzansprüche geltend machen.

Ist die Kündigung vor Dienstantritt im Arbeitsvertrag jedoch nicht ausgeschlossen, ist die Möglichkeit gegeben. Dann musst du dennoch darauf achten, innerhalb welcher Frist die Kündigung möglich ist. Auch hier gilt wieder, dass der Arbeitsvertrag bindend ist. Ist dort z.B. die Probezeit vorgesehen, so gelten für die Kündigung vor Dienstantritt die Kündigungsfristen der Probezeit. Im Ausnahmefall, dass der Arbeitsvertrag keinerlei Regelung zur Kündigung enthält, so ist die „Interessenlage beider Parteien“ zu berücksichtigen.

Kündigungsfrist beachten

Eine Kündigung, die mit einer zu kurzen Frist ausgesprochen wird oder verspätet beim Arbeitgeber eingeht, ist zwar nicht unwirksam, jedoch erst zum nächstmöglichen Termin zulässig. Die Verpflichtung der Erbringung der Arbeitsleistung unter Fortzahlung der Vergütung besteht dann bis zum nächsten regulären Termin der Kündigungsfrist fort.

Rolf Albrecht: Welche Kündigungsfristen zur Anwendung gelangen, hängt grundsätzlich von den arbeitsvertraglichen Regelungen ab. Grundsätzlich gilt die gesetzliche Kündigungsfrist des § 622 BGB. Danach besteht die Möglichkeit, ein Arbeitsverhältnis innerhalb von vier Wochen (bzw. 28 Tagen) entweder zum 15. eines Monats oder zum Monatsende zu beenden. Dies gilt unabhängig davon, wie lange die Beschäftigungsdauer im Unternehmen oder Betrieb ist.

Konkret bedeutet das: Wenn du zum 15. des Folgemonats kündigen willst, muss die Kündigung beim Arbeitgeber spätestens wie folgt eingehen:

  • Bei einem Monat mit 31 Tagen spätestens am 18. des jeweiligen Monats
  • Bei einem Monat mit 30 Tagen spätestens am 17. des jeweiligen Monats
  • Im Februar spätestens am 15., bzw. im Schaltjahr am 16. des jeweiligen Monats

Willst du zum Monatsende kündigen, muss der Zugang der Kündigung beim Arbeitgeber unter Anwendung des § 622 BGB spätestens bis zu diesen Tagen erfolgen:

  • Bei einem Monat mit 31 Tagen am 03. des jeweiligen Monats
  • Bei einem Monat mit 30 Tagen am 02. des jeweiligen Monats
  • Zum 28. bzw. 29. Februar am 31. Januar bzw. 01. Februar

Experten-Hinweis: Abweichende Vereinbarungen sind zum Beispiel dann möglich, wenn in Arbeitsverträgen längere Kündigungsfristen vereinbart werden oder wegen tarifvertraglicher Regelungen anderweitige Kündigungsfristen gelten.

Kündigungsfrist als Arbeitgeber

Damit du auch darüber informiert bist, wie dir dein Arbeitgeber im Gegenzug kündigen kann, hier die gesetzlichen Kündigungsfristen für den Arbeitgeber. Diese richten sich nach der Länge deiner Beschäftigungsdauer im Unternehmen: 

Beschäftigungsdauer in Jahren Kündigungsfrist
Ab 2 Jahren Beschäftigungsdauer 1 Monat zum Ende des Kalendermonats
Ab 5 Jahren Beschäftigungsdauer 2 Monate zum Ende des Kalendermonats
Ab 8 Jahren Beschäftigungsdauer 3 Monate zum Ende des Kalendermonats
Ab 10 Jahren Beschäftigungsdauer 4 Monate zum Ende des Kalendermonats
Ab 12 Jahren Beschäftigungsdauer 5 Monate zum Ende des Kalendermonats
Ab 15 Jahren Beschäftigungsdauer 6 Monate zum Ende des Kalendermonats
Ab 20 Jahren Beschäftigungsdauer 7 Monate zum Ende des Kalendermonats

Als Arbeitnehmer kündigen: So kündigst du richtig

Möchtest du deinem Arbeitnehmer kündigen, musst du verschiedene Formalitäten beachten. Wir haben alles wichtige für dich zusammengefasst.

Kündigungserklärung abgeben 

Neben der Kündigungsfrist ist es auch maßgeblich, ob und inwieweit die Kündigungserklärung ordnungsgemäß ist. Grundsätzlich muss eine Kündigung schriftlich erfolgen (§ 623 BGB). Die ordentliche Kündigung muss nicht begründet werden, in der Kündigungserklärung muss jedoch der Beendigungstermin genannt werden. Außerdem musst du die ordnungsgemäße Zustellung an den entsprechenden Empfänger beachten, denn eine Kündigung wird erst dann wirksam, wenn tatsächlich mit dem Zugang zu rechnen war.

Wenn beispielsweise der Unternehmensinhaber und alleinige Personalverantwortliche drei Wochen im Sommerurlaub ist, so wird die Kündigung erst mit dessen Rückkehr und Kenntnis der Kündigung wirksam.

Rolf Albrecht: Es bietet sich daher immer an, eine Kündigung zumindest in zweifacher Art und Weise zu übermitteln und vor allem genau zu prüfen, wer im Unternehmen oder Betrieb für den Empfang der Kündigung verantwortlich ist und es ggf. bestimmte Personen gibt, die dafür bestimmt worden sind. Die einfachste und sicherste Möglichkeit, eine Kündigung zuzustellen, besteht darin, diese dem Arbeitgeber bzw. einer verantwortlichen Vertretungsperson persönlich zu übergeben.

Vorlage für dein Kündigungsschreiben als Arbeitnehmer

Diese Punkte müssen in einem Kündigungsschreiben genannt werden:

  • Name und Anschrift der beiden Vertragspartner – also deine Angaben sowie die des Unternehmens
  • Zeitpunkt, also konkretes Datum, ab wann die Kündigung wirksam ist
  • Hinweis auf eine schriftliche Bestätigung der Kündigung
  • Deine handschriftliche Unterschrift

Beispieltext:

Kündigung des Arbeitsverhältnisses

 

 Sehr geehrte/r Frau/Herr [Name Ansprechpartner],

 hiermit kündige ich das mit Ihnen bestehende Arbeitsverhältnis ordentlich und fristgerecht zum nächstmöglichen Zeitpunkt. Dies ist nach meiner Berechnung der   [Beendigungsdatum] .

 Bitte bestätigen Sie mir den Erhalt dieser Kündigung und das Beendigungsdatum schriftlich.

 Ich bitte Sie, mir ein qualifiziertes berufsförderndes Arbeitszeugnis auszustellen.

 Für die Zusammenarbeit bedanke ich mich recht herzlich.

 

 Mit freundlichen Grüßen

 Deine handschriftliche Unterschrift

 Dein Name

5 Tipps, wie du deine Kündigung vorbereitest

Nachdem du jetzt über die rechtliche Lage der Kündigung als Arbeitnehmer informiert bist, hat ABSOLVENTA noch einmal fünf Tipps, wie du deine Kündigung Schritt für Schritt vorbereitest.

  1. Arbeitsvertrag kennen: Bevor du kündigst, schau dir deinen Arbeitsvertrag genau an, welche Punkte zu beachten sind und wann eine schriftliche Kündigung einzureichen ist.
  2. Gespräch vorbereiten: Wenn deine Kündigung eingegangen ist, wird es nicht lange dauern und dein Vorgesetzter wird das Gespräch suchen. Bereite dich darauf vor, indem du gute Gründe nennst, ohne deinen Chef zu provozieren.
  3. Schritte dokumentieren: Es kann immer zu Arbeitsrechtstreitigkeiten kommen. Sei darauf vorbereitet und sammle alle relevanten Unterlagen zu deiner Kündigung in einem Ordner.
  4. Projekte abschließen: Damit du vor deinem Team nicht das Gesicht verlierst, solltest du in der Zeit vor und nach deiner Kündigung Projekte abschließen oder an andere Kollegen übergeben. Auch deinen Arbeitsplatz solltest du sauber verlassen ohne etwas mitzunehmen (Vorsicht: Diebstahl) sowie dich verabschieden - entweder bei jedem persönlich oder in einer gemeinsamen Runde.
  5. Neuen Job suchen: Bist du schon länger unzufrieden mit deinem Job, solltest du schon vor der Kündigung parallel nach einem neuen Job suchen. Es kündigt sich viel leichter, wenn du einen neuen Jobs hast und ein guter Grund ist es außerdem.

>> Neuen Job hier finden!

Kündigung durch den Arbeitgeber

Doch nicht nur du kannst kündigen, sondern auch dein Arbeitgeber kann dir aus verschiedenen Gründen eine Kündigung aussprechen bzw. vorlegen. Auch hier gilt, dass er sich an die rechtlichen Formalitäten, wie oben beschrieben, halten muss. Aus den folgenden Gründen kann dich dein Arbeitgeber entlassen:

Personenbedingte Kündigung

Eine personenbedingte Kündigung ist rechtmäßig, wenn du deine Arbeitsleistung nicht mehr erbringen kannst und der Grund dafür in deiner Person liegt. Ein personenbedingter Grund für eine Kündigung ist häufig Krankheit des Arbeitnehmers. Ist sicher, dass du dauerhaft krank bist und deshalb die geforderte Arbeitsleistung nicht erbringen kannst, ist die Kündigung gerechtfertigt. Dass ein erblindeter Busfahrer seinen Job nicht mehr ausführen kann, leuchtet jedem ein. Allerdings wird es schon kritischer, wenn medizinisch nicht ganz klar ist, ob du wieder gesund wirst. Dann kommt es auf die Prognose zum Zeitpunkt der Kündigung an. Bist du für mindestens 24 Monate arbeitsunfähig, dann ist eine krankheitsbedingte Kündigung in Ordnung. Ist nicht abzusehen, wann du wieder arbeitsfähig bist, darf der Arbeitgeber auch eine Kündigung aussprechen – die Situation wird behandelt wie eine sicher anzunehmende dauerhafte Arbeitsunfähigkeit.

Eine personenbedingte Kündigung bei häufigen Kurzerkrankungen ist auch möglich. Dabei kommt es darauf an, ob zum Zeitpunkt der Kündigung Tatsachen die Annahme rechtfertigen, dass auch in Zukunft mit häufigen Kurzerkrankungen gerechnet werden muss. Diese häufigen kurzen Fehlzeiten müssen dann allerdings auch eine erhebliche Beeinträchtigung von betrieblichen Interessen hervorrufen. Letztlich muss immer der Einzelfall betrachtet und im Zweifelsfall ein medizinisches Gutachten eingeholt werden.

Verhaltensbedingte Kündigung

Eine verhaltensbedingte Kündigung setzt voraus, dass du durch dein Verhalten deine Vertragspflichten verletzt. Typischerweise geht es um Fälle von wiederholtem unentschuldigtem Fehlen oder um Arbeitnehmer, die trotz Krankschreibung beispielsweise abends in der Kneipe angetroffen werden.

Bevor der Arbeitgeber die Kündigung ausspricht, muss er überlegen, ob er das Fehlverhalten des Mitarbeiters nicht durch eine Abmahnung abstellen kann. Fehlst du beispielsweise regelmäßig Montagmorgen unentschuldigt im Büro, kann dein Arbeitgeber dir erstmal durch eine Abmahnung die Chance geben, dieses Verhalten zu ändern. Mahnt dich dein Arbeitgeber jedoch mehrfach wegen desselben Verhaltens ab, ohne eine Kündigung auszusprechen, kannst du irgendwann davon ausgehen, dass er das Verhalten nicht als besonders störend empfindet. Folgt erst nach drei- oder gar viermaligem Abmahnen desselben Verhaltens eine Kündigung, dann kann die Ernsthaftigkeit dieser durchaus in Zweifel gezogen werden.

Ist von vornherein klar, dass du dein Verhalten nicht ändern wirst, braucht dein Arbeitgeber dich auch nicht abzumahnen, sondern kann gleich eine Kündigung aussprechen.

Betriebsbesdingte Kündigung

Eine betriebsbedingte Kündigung bedeutet, dass du gekündigt wirst, weil deine Arbeit bei einer Umstrukturierung im Unternehmen weggefallen ist. Gibt es mehrere Arbeitsplätze mit demselben Profil, muss der Arbeitgeber eine Sozialauswahl durchführen. Dadurch soll erreicht werden, dass der Arbeitnehmer entlassen wird, der sozial am wenigsten schutzwürdig ist.

Das Kündigungsschutzgesetz (KSchG) führt in § 1 Absatz 3 die Parameter auf, an Hand derer die Auswahl stattfindet: Dauer der Betriebszugehörigkeit, Lebensalter, Unterhaltspflichten und Schwerbehinderung. So kommt es häufig dazu, dass es gerade junge Arbeitnehmer bei der Sozialauswahl trifft. Wer dem nicht durch rasche Gründung einer Großfamilie gegensteuern will, der hat dennoch eine Chance: Sich im Unternehmen durch spezielle Kenntnisse oder Leistungen unersetzlich machen. §1 Absatz 3 Satz2 KSchG sieht nämlich vor, dass solche Arbeitnehmer dann nicht in die Sozialauswahl einbezogen werden. Bist du zum Beispiel der Einzige in der Firma, der eine bestimmte Software bedienen kann, sollte dich das aus der Sozialauswahl heraushalten.

Übrigens ist dein Arbeitgeber verpflichtet, bevor er dir die Kündigung ausspricht zu überprüfen, ob er dich auf einem anderen Arbeitsplatz im Unternehmen weiterbeschäftigen kann. Gibt es in deinem Unternehmen einen Betriebsrat, so muss dein Arbeitgeber diesen über die geplante Entlassung informieren.

Kündigungsschutz von Arbeitnehmern

Neben den Kündigungsfristen sind die Regeln aus dem Kündigungsschutz zu beachten. Neben dem allgemeinen Kündigungsschutz, der allen Arbeitnehmern zusteht, gibt es noch das Kündigungsschutzgesetz.

Bei Unternehmen mit maximal fünf Arbeitnehmern gilt der allgemeine Kündigungsschutz. Das bedeutet zum Beispiel, dass schwangere Arbeitnehmerinnen, Frauen während des Mutterschutzes, Betriebsratsmitglieder und schwerbehinderte Menschen Sonderkündigungsschutz genießen und nicht ordentlich gekündigt werden dürfen. Außerdem darf die Kündigung nicht gegen § 242 BGB verstoßen, also treuwidrig sein. Das bedeutet, dass einem Arbeitnehmer beispielsweise nicht gekündigt werden darf, weil er homosexuell ist oder einer bestimmten Religion angehört.

Arbeitest du in einem Unternehmen mit mehr als fünf Angestellten und besteht dein Arbeitsverhältnis länger als sechs Monate, gilt zusätzlich das Kündigungsschutzgesetz. Das hat zur Konsequenz, dass eine Kündigung sozial gerechtfertigt sein muss. Sie ist sozial gerechtfertigt, wenn sie personen-, verhaltens- oder betriebsbedingt ist.

Quelle: statista.de (2016): http://de.statista.com/statistik/daten/studie/3833/umfrage/anteil-der-mitarbeiter-die-gegen-ihre-entlassung-geklagt-haben-nach-betriebsgroesse

Kündigungsschutzklag

Bist du der Meinung, dass die Kündigung rechtswidrig ist, kannst du vor dem Arbeitsgericht Kündigungsschutzklage erheben. Das Gericht wird dann feststellen, ob dein Arbeitsverhältnis zum Zeitpunkt der Kündigung weiter bestand. Hier musst du dich aber beeilen: Die Klage muss innerhalb von drei Wochen, nachdem dir das Kündigungsschreiben zugegangen ist, bei Gericht eingereicht werden. Allerdings sind auch verspätete Klagen nach § 5 KSchG möglich, wenn dir nicht zuzumuten war, innerhalb von drei Wochen Klage zu erheben.

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Lies auch:

>> Abmahnung – Gelbe Karte für Angestellte

>> Probezeit: Rechte, Regelungen und Verhaltenstipps

>> Kündigung bei befristeten Arbeitsvertrag

>> Datensicherheit am Arbeitsplatz

Über den Autor

Rolf Albrecht
Rolf Albrecht

Rechtsanwalt Rolf Albrecht von der Kanzlei Volke 2.0 ist Lehrbeauftragter an der Hagen Law School und Experte für die Themen Gewerblicher Rechtsschutz und IT-Recht.

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