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Wie viel Urlaub steht mir zu?

Arbeitsrecht: Urlaub

Arbeitsrecht: Urlaub

Stress und Hektik im Job? Da kommt ein kleiner Urlaub gerade recht, um die Akkus wieder aufzuladen. Aber wie viel Urlaub steht einem Arbeitnehmer eigentlich zu? Und wann kann ich als Arbeitnehmer überhaupt Urlaub nehmen? Wie viel Selbstbestimmung habe ich über die mir zur Verfügung stehenden Urlaubstage? Und was passiert, wenn ich im Urlaub krank werde? ABSOLVENTA informiert über die gesetzlichen Urlaubsansprüche und verrät, wie man den Verfall von Urlaubstagen vermeiden kann.

Gesetzlicher Mindesturlaub

Die Urlaubsansprüche von Arbeitnehmern regelt das Bundesurlaubsgesetz. Danach hat jeder Arbeitnehmer einen Anspruch auf einen gesetzlichen Mindesturlaub. Dieser bemisst sich nach der Anzahl der Tage in der Woche, an denen gearbeitet wird. Bei einer 6-Tage-Woche entspricht das einem Mindesturlaub von 24 Tagen und bei einer 5-Tage-Woche von 20 Tagen. In vielen Fällen sind jedoch in Arbeits- und Tarifverträgen individuell mehr Urlaubstage vereinbart, in Deutschland im Durchschnitt 30 Tage.

Der volle Anspruch auf diesen Jahresurlaub entsteht jedoch erst nach einer Betriebszugehörigkeit von sechs Monaten. Das soll aber nicht heißen, dass man vor Ablauf der sechs Monate gar keinen Urlaub einreichen kann. Jedem Arbeitnehmer steht unabhängig von der gesamten Beschäftigungsdauer pro vollem Kalendermonat ein Zwölftel seines Jahresurlaubs zu. Beginnt man einen neuen Job also beispielsweise im September, hat man Anspruch auf Teilurlaub, da die sechsmonatige Wartefrist nicht mehr eingehalten werden kann, denn der Urlaub sollte immer bis zum Ende eines Kalenderjahres verbraucht werden. Umgekehrt kann zu viel gewährter Urlaub vom Arbeitgeber nicht zurückgefordert werden.

Lohnfortzahlung, Urlaubsgeld und -zeitraum

Arbeitnehmer sind jedoch nicht völlig frei in der Wahl ihrer Urlaubstage. Der Chef kann einen Einfluss darauf haben, zu welchem Zeitpunkt seine Angestellten in den Urlaub gehen. In Phasen besonderer Arbeitsbelastung kann eine Urlaubssperre verhängt werden, zum Beispiel zur Vorweihnachtszeit im Einzelhandel oder wenn die Jahreszeit generell einen erheblichen Einfluss auf die Auftragslage hat. Häufig werden Angestellten mit Familie bei der Urlaubsvergabe bevorzugt, damit Eltern ihren Urlaub mit den Kindern oder Verheiratete den Urlaub mit dem Partner verbringen können. Häufig spielt hierbei auch die Dauer der Betriebszugehörigkeit eine Rolle.

Außerdem ist der Urlaubsanspruch an das jeweilige Urlaubsjahr gebunden, das heißt der Jahresurlaub sollte bis zum 31. Dezember verbraucht werden. Dies sollte immer vom Arbeitnehmer berücksichtigt werden, da Urlaubstage sonst verfallen können. Wie bei fast allen Regelungen gibt es auch hier Ausnahmen: Persönliche Gründe, beispielsweise eine lange Krankheit oder betriebliche Gründe wie Urlaubssperre oder erheblicher Personalmangel. Allerdings muss der restliche Urlaub dann bis zum 31. März genommen werden, da er sonst verfällt. Scheidet der Arbeitnehmer aus dem Unternehmen aus, bevor er seinen Urlaub verbrauchen kann, dann muss der Urlaub finanziell abgegolten werden.

Grundsätzlich hat der Arbeitnehmer Anspruch auf Lohnfortzahlung während der Urlaubszeit und zwar in Höhe seiner herkömmlichen Bezüge oder gemessen am Durchschnitt der Bezüge der letzten 13 Wochen. Im Tarif- oder Arbeitsvertrag können aber auch zusätzliche Leistungen in Form von Urlaubsgeld vereinbart sein. Da das Urlaubsgeld eine Sonderleistung des Arbeitgebers auf freiwilliger Basis ist, können auch hier besondere Vereinbarungen getroffen werden. Dabei ist immer der entsprechende Arbeits- oder Tarifvertrag zu Rate zu ziehen und alle Arbeitnehmer in einer Firma müssen gleichwertig behandelt werden. Hier gibt es erhebliche branchenabhängige Schwankungen in der Höhe der gewährten Sonderleistungen. In Deutschland bewegt sich das gezahlte Urlaubsgeld laut einer Studie des WSI zwischen 155 € und 1993 € je nach Branche, Region und Art des Jobs.

Krankheit und Sonderurlaub

Auch der Krankheitsfall ist geregelt. Wird man als Arbeitnehmer während der Arbeitszeit einmal krank, verfällt der Urlaubsanspruch nicht. Ist man beispielsweise von Februar bis November krankgeschrieben, dann hat man trotzdem einen Anspruch auf den vereinbarten Jahresurlaub. Das bedeutet, dass auch eine langfristige Erkrankung nicht zu einer Benachteiligung des Arbeitnehmers führt.

Wird man während seines Urlaubs krank, dann hat auch das keine nachteiligen Auswirkungen auf die Anzahl der Urlaubstage: Die Tage der Arbeitsunfähigkeit, die durch ein ärztliches Attest nachgewiesen werden können, dürfen nicht auf die Urlaubstage angerechnet werden. Der Arbeitgeber muss allerdings schnellstmöglich, höchstens jedoch nach vier Tagen, von einer Erkrankung in Kenntnis gesetzt werden. Dies gilt auch, wenn man sich im Ausland befindet. Der Arbeitgeber muss außerdem über die Urlaubsanschrift informiert werden, da er andernfalls die Lohnfortzahlung im Krankheitsfall verweigern kann.

Laut dem Arbeitsrecht kann dem Arbeitnehmer neben dem regulären Erholungsurlaub auch bezahlter Sonderurlaub gewährt werden, wenn besondere Umstände eintreten. Dazu zählen Heirat, Todesfälle und schwere Erkrankungen in der Familie, die Geburt von eigenen Kindern, aber auch ein Umzug. Genauere Angaben über die Gewährung von bezahltem oder unbezahltem Sonderurlaub finden sich in der Regel im Arbeitsvertrag oder in den Tarifverträgen.

ABSOLVENTA wünscht einen schönen und erholsamen Urlaub!

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