Der ausführliche Lebenslauf.

Der ausführliche Lebenslauf.
Ein ausführlicher Lebenslauf ist in der Regel unübersichtlicher als der tabellarische Lebenslauf. Daher wird er auch nur noch von wenigen Arbeitgebern verlangt – aber oftmals für ein Stipendium. ABSOLVENTA gibt Tipps, wie du einen ausführlichen Lebenslauf erstellst, damit er übersichtlich ist und einen guten Eindruck macht.
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  1. Ausführlicher Lebenslauf: Fakten.

    Bei einem ausführlichen Lebenslauf handelt es sich um einen Lebenslauf in Aufsatzform. Das heißt, dass man die relevanten Informationen seines Werdeganges in einem Fließtext niederschreibt. Das heißt aber nicht, dass der ausführliche Lebenslauf das Anschreiben deiner Bewerbung ersetzt, sondern er kommt als zweite Seite in deine Bewerbung vor deinen Zeugnissen und Nachweisen. Die Länge beträgt dabei ein bis zwei DIN A4-Seiten, bei Schriftgröße 11 bis 12.

    Wann braucht man einen ausführlichen Lebenslauf?

    Diese Form der Bewerbung ist etwas aus der Mode gekommen. Nur noch sehr wenige Betriebe fordern diese Variante ein, da ein tabellarischer Lebenslauf aufgrund seiner allgemeinen Struktur (Zeitabschnitte, Tätigkeiten, Standorte etc.) deutlich übersichtlicher ist. Bei manchen Stipendien oder bei einer Bewerbung bei der Polizei sowie für den höheren Dienst wird jedoch noch ein ausführlicher Lebenslauf verlangt.

    Wie fertigt man einen ausführlichen Lebenslauf an?

    Im Normalfall reicht man seinen Werdegang in Aufsatzform als Word- oder PDF-Dokument ein. Manchmal wird in der Stellenanzeige zusätzlich ein handschriftlicher Lebenslauf gefordert. In dem Fall sollte man der Aufforderung unbedingt nachkommen und seinen Werdegang ausführlich und per Hand schreiben.

    Wichtig ist, den ausführlichen Lebenslauf gut zu strukturieren und das Layout übersichtlich zu halten. Schreibe deswegen keinen großen Textblock, sondern unterteile deinen Text in sinnvolle Absätze. 

    Auch wird der ausführliche Lebenslauf chronologisch aufgebaut. Das heißt, du startest mit deiner Vergangenheit und endest mit deiner momentanen Situation sowie einer möglichen Zukunftsaussicht.

    Noch einmal alle Fakten zum ausführlichen Lebenslauf auf einen Blick:

    Art Lebenslauf in Aufsatzform
    Länge 1–2 DIN A4-Seiten
    Dokumentform PDF oder Word-Dokument
    Aufbau chronologischer Aufbau: Von alten Stationen zu aktuellen
    Struktur Gliederung in sinnvolle Abschnitte, Überschriften verwenden, Fettungen einfügen

  2. Ausführlicher Lebenslauf: Vor- und Nachteile.

    Die Nachteile des ausführlichen Lebenslaufes sind ganz klar die Länge und Unübersichtlichkeit. Ein Personaler kann nicht sofort auf einen Blick die wichtigsten Stationen des Bewerbers erfassen. Außerdem dauert es wesentlich länger, einen ausführlichen Lebenslauf anstatt eines tabellarischen zu lesen.

    Abgesehen davon bietet der ausführliche Lebenslauf aber einen signifikanten Vorteil gegenüber der tabellarischen Variante: Die Firmen können durch die Aufsatzform konkret überprüfen, wie ausgefeilt das schriftliche Ausdrucksvermögen des Bewerbers ist. Das ist besonders für Jobs von Belang, in denen man viel schriftlich kommunizieren muss, wie zum Beispiel als Jurist oder in der Öffentlichkeitsarbeit.

    Zugegeben, der ausführliche Lebenslauf macht die Bewerbung deutlich aufwendiger. Es kann aber von Vorteil sein, sich so intensiv mit seinem Werdegang auseinanderzusetzen. Ebenso hilft es für das Vorstellungsgespräch, wenn dort eine Selbstpräsentation gefordert ist.

  3. Ausführlicher Lebenslauf: Die Struktur macht's.

    Im ausführlichen Lebenslauf erzählt man dem Arbeitgeber die Geschichte seines Lebens. Überzeugend bist du dabei, wenn du nicht einfach die einzelnen Stationen aufzählst, sondern auch eine kurze(!) Begründung angibst, warum du dich für den nächsten Schritt entschieden hast. Die folgenden Beispiele (in kursiv) sollen keine Vorlage sein, sondern als Anregung dienen.

    Einleitung.

    In der Einleitung fasst man seine persönlichen Daten in einem Fließtext zusammen.

    „Mein Name ist Saskia Weber. Ich wurde am 12.3.1991 in Köln geboren und wohne heute in der Musterallee 17 in 40321 Düsseldorf.“

    Hauptteil.

    Wichtig ist, den Hauptteil gut zu gliedern. Ein möglicher Aufbau ist zum Beispiel: 

    • Schule
    • Ausbildung
    • Studium
    • Praktika bzw. Berufserfahrung
    • Hobbys
    • Stärken und Schwächen
    • Erfolge
    • Auslandserfahrung
    • soziales Engagement

    Diese thematischen Abschnitte sollte man durch Absätze trennen, damit eine Struktur klar ersichtlich wird und der Personaler leichter erkennt, welche Stationen man durchlaufen und welche Erfahrungen man gesammelt hat. Auch kannst du die einzelnen Abschnitte durch Zwischenüberschriften voneinander trennen, wie Schulzeit, Berufliche Erfahrungen, Interessen neben der Schule und Ausbildung.

    Schulzeit

    „Im Jahr 1997 wurde ich eingeschult und habe die Schule zwölf Jahre später mit dem Abitur abgeschlossen (Notendurchschnitt 2,2). Meine Leistungskurse waren Deutsch und Physik.“

    Berufliche Erfahrungen

    „Weil ich schon immer ... habe ich eine Berufsausbildung zur Zahntechnikerin begonnen, die ich nach 2,5 Jahren erfolgreich beendet habe. Anschließend habe ich noch ein Jahr in der Praxis gearbeitet. Meine wesentliche Aufgaben waren ...“

    „Nach einem Jahr in dem Beruf habe ich mich 2012 dazu entschlossen ein ingenieurwissenschaftliches Studium aufzunehmen, da ich ...“

    „Während meines Studiums habe ich verschiedene Praktika absolviert ...“

    Beim Verfassen eines ausführlichen Lebenslaufes hilft es oft, sich seine alten Arbeitszeugnisse durchzulesen, um einige Anregungen für die Beschreibung der Tätigkeiten zu erhalten. Allerdings gilt hier: inspirieren lassen, aber nicht den genauen Wortlaut abschreiben.

    Schluss.

    Am Schluss ist man im Hier und Jetzt angelangt und legt dar, wo man zukünftig arbeiten möchte und warum. Wichtig ist hier darauf einzugehen, warum die ausgeschriebene Stelle zu deinen Zukunftsplänen passt. Dadurch merkt der Personaler auch, dass du deinen ausführlichen Lebenslauf individuell an die Stelle angepasst hast.

    „Jetzt suche ich eine neue berufliche Hausforderung im Bereich Maschinenbau, weil ich ... Schon während meines Studiums bin ich durch ein Projekt in Kooperation mit [Name des Unternehmens] auf Ihr Unternehmen aufmerksam geworden.“

    Wie der tabellarische Lebenslauf endet auch der ausführliche Lebenslauf mit Ortsangabe, Datum und Unterschrift.

    Tipp

    Gehe bei der Beschreibung deiner einzelnen Stationen auch immer darauf ein, welche Kenntnisse und Fähigkeiten du mit diesen erhalten hast. Personaler scannen Lebensläufe nach bestimmten Soft Skills. Welche am häufigsten gesucht werden, zeigt diese Grafik:

    Quelle: https://de.statista.com/statistik/daten/studie/2216/umfrage/begriffe-die-arbeitgeber-am-haeufigsten-im-lebenslauf-suchen/

    Baust du diese Eigenschaften in deinen ausführlichen Lebenslauf ein, überzeugst du auf ganzer Linie.

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