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„Say cheese“

Bewerbungsfoto: Der erste Eindruck zählt

Bewerbungsfoto: Der erste Eindruck zählt

Wir machen ständig Fotos für Facebook, Instagram oder Snapchat – aber wenn es um das Bewerbungsfoto geht, fällt das Lächeln plötzlich gar nicht mehr leicht. Verkrampft, verkniffen, unnatürlich – dabei wollte man doch freundlich, seriös und unglaublich kompetent wirken. Wir verraten dir, auf was es beim Bewerbungsfoto ankommt und wie auch du deine Bewerbung mit dem richtigen Bewerbungsild aufwertest!

Inhalt

  1. Wichtigkeit Bewerbungsfoto
  2. Darauf solltest du achten
  3. Kleidung Bewerbungsfoto
  4. Format und Größe des Bewerbungsfotos
  5. Platz in der Bewerbungsmappe
  6. Kosten Bewerbungsfoto
  7. Fotografen finden
  8. Extra-Tipps zum Bewerbungsfoto

Wichtigkeit Bewerbungsfoto 

Wie wichtig ist ein Bewerbungsfoto überhaupt?

Wenn es an deine Bewerbung geht, drängt sich irgendwann die Frage auf, ob du ein Bewerbungsfoto einbringen solltest. Immer wieder wird in der Öffentlichkeit darüber diskutiert, ob Bewerbungsfotos überhaupt noch zeitgemäß sind oder potenzielle Bewerber aufgrund ihrer Hautfarbe oder ethnischen Zugehörigkeit dadurch diskriminiert werden.

Erst einmal gilt: Es besteht keine Pflicht ein Bewerbungsfoto in deine Bewerbung einzubringen. Du kannst also selbst entscheiden, ob du ein Bild von dir mitschickst oder nicht.

Argumente gegen ein Bewerbungsfoto

  • Das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz (AGG), das am 14. August 2006 in Kraft trat, soll gewährleisten, dass Menschen nicht aufgrund von Religion, ethnischer Zugehörigkeit oder Hautfarbe diskriminiert werden. Dazu zählen auch anonymisierte Bewerbungen.
  • In anderen Ländern – wie Großbritannien und der USA – ist es mittlerweile unüblich ein Bewerbungsfoto mitzuschicken.

Argumente für das Bewerbungsfoto

  • Bilder sind für Menschen immer ein Blickfang und sie stechen ins Auge. Für den ersten Eindruck kann ein gutes Bewerberbild viel ausrichten.
  • In einigen Branchen ist das Erscheinungsbild sehr wichtig, wenn man zum Beispiel viel Kundenkontakt hat oder das Unternehmen nach außen repräsentiert. Dafür wollen die Arbeitgeber gleich von Anfang an wissen, wie der potenzielle Mitarbeiter aussieht.

Fakt ist, dass die meisten Unternehmen in Deutschland immer noch Wert auf ein ansprechendes Bewerberfoto in der Bewerbung legen. Mit einem guten Bewerbungsfoto erhöhst du deine Chance, den Personalern im Gedächtnis zu bleiben oder für den weiteren Bewerbungsverlauf eingeladen zu werden.

Darauf solltest du achten

Wie sieht das perfekte Bewerbungsfoto aus?

Hast du dich dafür entschieden, ein Foto von dir in deine Bewerbung miteinzubringen, geht es nun daran ein sehr gutes Foto zu finden. Das „Berufszentrum Nordrhein-Westfalen“ hat in einer Studie herausgefunden, dass bis zu 50 Prozent der Bewerber schon aufgrund eines minderwertigen Bewerbungsfotos von dem weiteren Auswahlverfahren ausgeschlossen wurden. Ein unzureichendes Bewerbungsfoto mindert deine Chancen auf eine erfolgreiche Bewerbung also erheblich, denn ein billig wirkendes Foto zerstört den ersten Eindruck – selbst des besten Bewerbers. Außerdem zeigst du durch ein gutes Bewerbungsfoto, dass dir der Beruf und deine Karriere wichtig sind und du dich auf die Bewerbung vorbereitet hast.

So sieht das perfekte Bewerbungsfoto aus

  • Das Bewerbungsfoto ist eine Porträtaufnahme von dir und zeigt dich entweder frontal oder im Halbprofil.
  • Dabei ist dein Gesicht gut erkenntlich, der Bildausschnitt ist von vorne aufgenommen und geht maximal bis zum Hosenbundanfang.
  • Das Bewerbungsbild ist hochwertig und professionell und zeigt dich von deiner besten Seite – dabei wirkst du natürlich und nicht gestellt.
  • Der Hintergrund sollte nicht ins Auge stechen und gedeckt gehalten sein.
  • Ob du lächelst oder ernst schaust, bleibt dir überlassen, dennoch sollte das Bewerbungsbild einnehmend und nicht abweisend wirken.
  • Und last but not least sollte deine Kleidung, deine Frisur und sonstige Körperverzierung der Branche angemessen sein und seriös wirken, aber dazu gleich mehr.

Falls du denkst, dass diese Kriterien perfekt deinem Facebook-Profilbild entsprechen oder du ein super Foto auf Instagram hast, lass dir gesagt sein: Selfies, Schnappschüsse oder Urlaubsbilder gehen einfach nicht in einer professionellen Bewerbung und sind auch nicht kreativ.

Selfie vor dem Computer, ein Schnappschuss im Café oder im Urlaub sowie Ganzkörperfotos sind nicht professionell genug für ein Bewerbungsfoto.

Kleidung Bewerbungsfoto

Was sollte man auf dem Bewerbungsfoto anziehen?

Auf jeden Fall sollte man Kleidung tragen, die zum anvisierten Beruf und zur anvisierten Branche passt. Nimm zum Fototermin daher mehrere Outfits mit. So kannst du unterschiedliche Bilder von dir machen lassen, mit denen du dich bei verschiedenen Arbeitgebern bewerben kannst.

  Männer Frauen
Kleidung Keine zu knalligen Farben, Hemd mit Jackett, Krawatte muss nicht, Hemd sollte aber zugeknöpft sein Keine zu knalligen Farben, Bluse oder hochwertiges Shirt mit Blazer, wenig Ausschnitt
Frisur / Make-up Gewaschene Haare, saubere Frisur, wenn Bart, dann ordentlich und gepflegt Haare gewaschen offen oder zum Zopf, dezentes Tagesmake-up
Schmuck

Nicht zu protzig

Dezenter Schmuck, keine zu großen Ohrringe oder Ketten

Beim Bewerbungsfoto von Männern gilt für die Kleidung: Jeweils zwei bis drei Jacketts, einfarbige Langarm-Hemden, Krawatten, schlichte Pullover und evtl. Polo-Shirts mitbringen, stets in unterschiedlichen Farben. Am besten eignen sich hier dunkle, gedeckte Farben und keine zu auffälligen Muster. Ein klassisches Bewerbungsbild mit weißem Hemd und schwarzen Jackett zu haben, schadet nie.

Auch ein karriertes Hemd ohne Sakko kann einen professionellen Eindruck vermitteln – jedoch nicht für einen Job in einer Bank empfehlenswert. Helles Hemd geht immer – nur der obere Knopf sollte zu sein.

Frauen sollten bei ihrer Kleidung für das Bewerbungsfoto keine zu knalligen Farben wählen, sondern sich dezent kleiden. In einer eher konservativen Branche mit Bluse und Blazer, ansonsten mit Shirt und Blazer. Haare offen oder zusammen? Je nachdem, was seriöser aussieht. Das Bewerbungsfoto sollte auch nicht zu „feminin“ wirken, das heißt Schminke nur dezent einsetzen sowie auf große Ohrringe und auffälligen Schmuck verzichten.

Helle Farben sind immer gut bei der Kleiderwahl für Frauen – hier wirkt jedoch die dunkle Bluse deutlich seriöser als das rosa.

Insgesamt sollte die Kleidung flecken- und fusselfrei sein und keine unschönen Falten aufweisen. Auch Frisur und Bart sollten gepflegt wirken. Beachte dabei, dass die Haare nicht zu sehr ins Gesicht fallen und ungekämmt oder ungewaschen sein dürfen.

Format und Größe des Bewerbungsfotos

Welche Größe und welches Format sollte das Bewerbungsfoto haben?

Mittlerweile ist es Standard, dass man die Bilder auf einer CD-Rom oder einem USB-Stick ausgehändigt bekommt. So lassen sie sich problemlos für eine E-Mail-Bewerbung verwenden. Dabei sollten die Bewerbungsfotos als jpg- oder png-Format verfügbar sein.

Ein einheitliches Format für Bewerbungsfotos gibt es nicht. Standardformate sind zum Beispiel

  • 4,5 x 6 cm
  • 5 x 7 cm oder auch
  • 6 x 9 cm.

Generell sollte ein Foto für den Lebenslauf ungefähr diese Größe haben (+/- 0,5 Zentimeter). Für einen Bewerbungsflyer oder eine Bewerbung mit Deckblatt kannst du auch größere Formate verwenden, bis hin zur Postkartengröße.

Bei einer Online-Bewerbung sollte das Foto nicht zu groß (Format und Dateigröße) sein, jedoch eine gute Qualität aufweisen. Meistens gilt hier eine Größe von zwei MB. Sollte die Bewerbung über ein Onlineformular erfolgen, wird normalerweise eine erlaubte Maximalgröße (in MB) angegeben.

Platz in der Bewerbungsmappe

Wo befindet sich das Bewerbungsfoto in der Bewerbung?

Beginnst du deine Bewerbung mit einem Deckblatt, kannst du direkt hier dein Bewerbungsfoto anbringen. Wähle hierfür am besten ein größeres Bewerbungsbild und setze es mittig. Ohne Deckblatt kommt dein Bewerbungsfoto auf die zweite Seite, nämlich auf den Lebenslauf. Klassisch ist es hier rechts oben in der Ecke zu finden.

Kosten Bewerbungsfoto

Wie viel kostet ein gutes Bewerbungsfoto?

Zu Bewerbungsfotos von einem professionellen Fotografen gibt es keine Alternative. Am Bewerbungsfoto zu sparen, bedeutet definitiv am falschen Ende zu sparen. Wer seine Bewerbungsfotos am Passbildautomaten oder per Selfie macht, darf sich nicht wundern, wenn die positive Resonanz auf seine Bewerbung ausbleibt.

Einige Fotostudios bieten ihre Dienste schon für 20 Euro an, allerdings ist die Grenze nach oben hin offen. Gute Bewerbungsfoto können leicht 50 Euro, 100 Euro oder mehr kosten. Darin ist aber auch eine fachmännische Bearbeitung der Bilder enthalten. Einige Fotografen bieten übrigens auch Kombipakete mit Styling an.

Fotografen finden

Wie findet man einen guten Fotografen?

In den meisten Fällen findet man schon auf den Webseiten oder im Atelier des Fotografen einige Beispiele seiner Arbeit. Wenn dir die ausgestellten Bewerbungsfotos nicht gefallen, solltest du weitersuchen.

Sinnvoll ist, sich zuerst kurz persönlich beraten zu lassen. Frage nach, wie viel die Bewerbungsfotos kosten und wie viele Exemplare du erhältst. Ein guter Fotograf macht einen Termin und nimmst sich Zeit. Außerdem sollte es möglich sein, verschiedene Hintergründe auszuprobieren.

Aufgepasst beim Hintergrund für das Bewerbungsbild: Hell wirkt freundlicher – zu hell kombiniert mit weißer Kleidung erinnert dann doch eher an Himmel als an eine professionelle Bewerbung.

Gerade bei einem hohen Preis sollte der Fotograf auch eine Retusche der Fotos anbieten. Das heißt, dass kleine Makel, wie Pickel oder Augenringe, anschließend durch die Bildbearbeitung entfernt werden. Mit der Bildbearbeitung kann der Fotograf auch die Farbgebung verändern. In der Regel ist es schwerer, auf einem bunten Foto gut auszusehen als auf einem schwarz-weißen. Es sollte möglich sein, dass du dein Foto in Farbe, jedoch auch in schwarz-weiß oder einem warmen sepia Ton erhältst.

Das selbe Foto einmal in Farbe, schwarz-weiß und sepia – hier kann man sich entscheiden, was einem besser gefällt. Schwarz-weiß wirkt schnell kühler.

Extra-Tipps zum Bewerbungsfoto

  • Posing – Finde deine Schokoladenseite: Auch wenn Haare, Make-up und Kleidung stimmen, kann immer noch eine Sache schiefgehen: das Posieren. Es gibt zwar Fotografen, die immer noch die klassische Haltung bevorzugen, in der maximal der Brustkorb zu sehen ist und man im Halbformat in die Kamera blickt. Gute Fotografen schießen Fotos in mehreren Posen, im Stehen und im Sitzen.
  • Lächeln vorher üben: So abgedroschen es klingen mag, aber wenn man das Lächeln vorher im Spiegel übt, wird es einfacher.
  • Mit dem Licht spielen:  Sobald ein Bild gut beleuchtet wird, wirkt der Teint gleich viel glatter, die Augen wacher und man insgesamt jünger. Also darauf achten, dass der Fotograf gutes Licht hat.
  • Vorsicht mit Experimenten: Von allzu experimentellen Bewerbungsfotos ist eher abzuraten. Das gilt insbesondere bei der Bewerbung bei konservativen und traditionsreichen Unternehmen. Wer tatsächlich zum Vorstellungsgespräch eingeladen werden möchte, sollte doch eher die klassische Variante bevorzugen. Das schließt auch Ganzkörperfotos aus. Bei einer kreativen Bewerbung darf das Bewerbungsbild aber ebenfalls gut und gerne etwas außergewöhnlicher sein.

Beim ersten Foto wurde zu sehr mit Licht und Weichzeichner gespielt – leider zu unnatürlich. Beim zweiten Bild ist die Handbewegung fehl am Platz. Und bei Bild Nr. 3 sollte man, um auf Nummer sicher zu gehen, den Piercing ablegen und ein schickeres Oberteil wählen.

>> Mehr Tipps zur Bewerbung findest du auch hier!

Über den Autor

Noemi Haderlein
Noemi Haderlein

Als Content Managerin kümmert sich Noemi Haderlein seit 2015 um die Inhalte von ABSOLVENTA und schreibt zu allen Themen, die Studenten und Berufseinsteiger rund um Studium, Bewerbung und ersten Job interessieren.

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