Intelligenz messen

IQ-Test: Wie schlau bist du?

IQ-Test: Wie schlau bist du?

„Dumm ist der, der Dummes tut“, weiß Forrest Gump – doch wer definiert, was dumm und was schlau ist? Gerade Intelligenz ist schwer zu fassen. Abhilfe versuchen verschiedene Intelligenztests zu schaffen, die den IQ und damit den mutmaßlichen Grad der Schlauheit eines Menschen bestimmen sollen. Wir stellen dir vor, wie das funktioniert, welche Arten von Intelligenz es überhaupt gibt und verraten dir, wo du deinen IQ kostenlos messen kannst!

Inhalt

  1. Definition Intelligenz
  2. Definition IQ-Test
  3. Kritik
  4. Testverfahren
  5. IQ-Test der Süddeutschen
  6. Vorurteile

Was ist Intelligenz eigentlich?

Am Begriff „Intelligenz“ scheiden sich die Geister. Ist jemand, der in der Schule immer gute Noten hat, intelligenter als der, der schlecht abschneidet, aber null Aufwand dabei hat? Ist viel Wissen entscheidend oder vielmehr die Fähigkeit, sich schnell in komplexe Sachverhalte reinzudenken? Gibt es Intelligenz nur auf der Theorieebene oder ist die praktische Umsetzung viel wichtiger?

Laut dem Duden ist Intelligenz die „Fähigkeit des Menschen, abstrakt, vernünftig zu denken und daraus zweckvolles Handeln abzuleiten“. Als offiziell intelligent wird also angesehen, wer sich leicht in Situationen einfinden und logisch denken kann. Das messbar zu machen, versuchen Tests, indem sie verschiedene Aufgaben stellen und den Umgang des Kandidaten damit festhalten.

Was ist der IQ-Test?

Der Begriff Intelligenzquotient, kurz IQ, wurde vom Psychologen William Stern geprägt. Er setzte das von Alfred Binet entwickelte Intelligenzalter ins Verhältnis zum Lebensalter. Das daraus entstandene Ergebnis kennen wir heute als den Intelligenzquotienten. Binet war der erste, der versuchte, die Intelligenz eines Menschen mittels eines Tests zu messen. Aus diesen grundlegenden Forschungen entwickelten sich im Laufe der Zeit die heute standardmäßig eingesetzten Intelligenztest-Verfahren, wie z. B. der IQ-Test.

Die Methoden zur Messung der Intelligenz verfolgen unterschiedliche Ansätze, sodass es im Prinzip den universellen IQ so nicht gibt. Kennt man aber das angewendete Testverfahren gut und weiß, worauf es abzielt, dann lässt sich das Ergebnis relativ zuverlässig interpretieren.

Die mathematischen Fähigkeiten im IQ-Test

Werden die mathematischen Fähigkeiten im IQ-Test geprüft, dann werden keine abstrakten mathematischen Hochleistungen erwartet. Vielmehr kommt es darauf an, gängige Rechenoperationen der Aufgabe entsprechend anzuwenden, z. B. Prozentrechnung, Flächen-, Volumen- oder Größenberechnungen. Am häufigsten wird man auf Textaufgaben, Tabellen und Grafiken treffen. Vor allem Unternehmen aus dem Finanz- und Beratungssektor greifen auf die Überprüfung der mathematischen Fähigkeiten zurück.

Die sprachlichen Fähigkeiten im IQ-Test

In Berufsfeldern, bei denen es vor allem auf sprachliche Gewandtheit ankommt, wird man im IQ-Test auf einen Sprachtest treffen, der beispielsweise Aufgaben zum Textverständnis oder Sprachanalogien – z. B. Auto verhält sich zu Reifen wie Flugzeug zu? – beinhaltet. Beim Textverständnis musst du als Bewerber die Kernaussagen eines kurzen, komplexen Textes herausfiltern. Meistens werden Aussagen vorgelegt, bei denen man anhand des gelesenen Textes den Wahrheitsgehalt bestimmen muss.

Die logischen Fähigkeiten im IQ-Test

Hierbei handelt es sich um IQ-Testaufgaben, die das allgemeine logische Verständnis untersuchen sollen. Dabei stehen mathematische oder sprachliche Fähigkeiten eher im Hintergrund. Hierzu zählen beispielsweise ein Logik-Test, der Aufgaben wie Zahlen-, Buchstaben- oder Figurenreihen fortsetzen beinhaltet.

Weitere Fähigkeiten

Es gibt noch weitere Ansätze oder Ausprägungen, durch die Intelligenz bestimmt werden kann. Dazu gehören

  • Die Musikalische Intelligenz: Gespür für Musik, Komposition, Ton, Klangfarbe und Rhythmus
  • Die Interpersonelle Intelligenz: Empathie, Wahrnehmung anderer Menschen
  • Die Räumliche Intelligenz: Akkurates Vorstellen und Verstehen der dreidimensionalen Welt
  • Die Existenzielle Intelligenz: Erfassen und Durchdenken grundlegender Fragen
  • Die Naturbezogene Intelligenz: Fähigkeit, natürliche Objekte zu klassifizieren, mit der Natur im Einklang zu sein
  • Die Körperlich-kinästhetische Intelligenz: Fähigkeit, den Körper zur Lösung von Problemen oder Situationen einzusetzen

Diese Fähigkeiten werden in klassischen IQ-Tests nicht geprüft, weswegen der Begriff Intelligenzquotient unter anderem auch in der Kritik steht. 

Kritik am Begriff „Intelligenzquotient“

Die Kritik am Begriff „Intelligenzquotient“ ist vielfältig. Zum einen gibt es verschiedene Faktoren, z. B. Alter oder sozialer Status, die das Ergebnis eines Intelligenztests beeinflussen können. Ebenso wird die Konstanz des Intelligenzquotienten in Frage gestellt. Wird dieselbe Person in unterschiedlichen Lebensabschnitten gemessen, dann ist der Intelligenzquotient oft unterschiedlich hoch. Ein weiterer Kritikpunkt ist die Vergleichbarkeit: Der Realitätsbezug einzelner Testverfahren in unterschiedlichen Kulturkreisen oder allgemein im Leben, in dem jeder andere Prioritäten hat, spielt eine entscheidende Rolle für das Lösungsverhalten der getesteten Personen.

Einige Kritiker stellen die Existenz einer allgemeinen Intelligenz grundsätzlich in Frage, da viele Menschen unterschiedlich stark ausgeprägte Fähigkeiten besitzen, und befürworten deshalb das Modell einer multiplen Intelligenz. Der Hauptkritikpunkt ist hier, dass die gängigen Testverfahren mit ihren Fragestellungen bestimmte Fähigkeitsbereiche ausblenden. Außerdem sind einige Kritiker der Meinung, dass bestimmte Ethnien oder Menschen aus sozial schwächeren Schichten per se schlechtere Voraussetzungen haben. Im Vordergrund der Kritik steht hier also die soziale Diskriminierung durch eine Bezugnahme auf den Intelligenzquotienten.

Ein hoher IQ alleine reicht aber auch nicht aus. Um dauerhaft erfolgreich zu sein, brauchst du Eigenschaften, die dich zu einer verlässlichen und emotional intelligenten Persönlichkeit machen. Dazu zählen zum Beispiel:

  • Leidenschaft & Ambitionen: Denn wer für etwas brennt, wird diese Sache auch zum Erfolg bringen – und am Ball bleiben, wenn es mal schwierig wird. Dazu gehört auch, dass du dir hohe Ziele setzt.
  • Beharrlichkeit & Selbstkritik: Dabei ist es wichtig, dass du gestärkt aus schwierigen Situationen hervorgehst und dich nicht unterkriegen lässt, sondern umso motivierter wirst.
  • Empathie & soziale Kompetenz: Alleine kommt man selten zum Ziel, deswegen ist es wichtig, dass du gut mit Menschen umgehen kannst.
  • Neugier & Offenheit: Weg mit den Scheuklappen – erfolgreich wird nur, wer mit Freude über den Tellerrand hinausschaut und nicht vor Veränderungen zurückschreckt.
  • Gewissenhaftigkeit: Die schlauste Idee hilft nichts, wenn die Umsetzung chaotisch verläuft. Damit sich Leute auf dich verlassen können, musst du zeigen, dass du gründlich bist.

Welche Testverfahren gibt es?

Es existiert eine große Zahl von Intelligenztest-Verfahren. Manche wurden von unabhängigen Psychologen und Wissenschaftlern entwickelt, andere sind grober Unfug. Ein Problem ist allen gemein: Intelligenz kann nicht endgültig definiert werden. Deshalb können alle Tests immer nur ein auf bestimmte Intelligenzbereiche eingeschränktes Bild abgeben. Das hier sind die gängigsten Intelligenztests:

Die Wechsler-Tests

Das Konzept dieser Intelligenztests wurde von dem amerikanischen Psychologen David Wechsler entwickelt, der erstmals davon ausging, dass sich Intelligenz aus verschiedenen Aspekten zusammensetzt. Die Wechsler-Tests berücksichtigen u. a. das Alter der Probanden. Neben den Individualtests für Kinder und Jugendliche (HAWIK-III und HAWIK-IV) gibt es den Individualtest auch für das Erwachsenenalter (WIE).

Dieser Intelligenztest, der 60 bis 95 Minuten dauert, ist vor allem für die Untersuchung diverser kognitiver Fähigkeiten bei Menschen zwischen 16 und 89 Jahren konzipiert. Der Wechsler-Intelligenztest gilt als objektiv und valide. Allerdings wird er vor allem für die klinische Diagnostik genutzt, beispielsweise bei Verdacht auf Alzheimer oder andere Erkrankungen, die einen negativen Einfluss auf die Intelligenz haben.

Die Kaufman-Testbatterien

Entwickelt wurde dieser Intelligenztest vom amerikanischen Psychologen Alan S. Kaufman. Auch hierbei handelt es sich um einen Individualtest, der kristalline und fluide Intelligenz durch jeweils vier Untertests ermittelt. Die fluide Intelligenz umfasst nach Cattell die Fähigkeit, sich ohne erlerntes Wissen an Situationen anzupassen und Probleme zu lösen – also all das, was man von Geburt an gelernt hat.

Der Kaufman-Intelligenztest gilt ebenfalls als objektiv und sehr zuverlässig und wird vorwiegend in den Bereichen Allgemein-, Erziehungs-, Beratungs- und Arbeitspsychologie sowie in der klinischen Differenzialdiagnose angewendet.

Die Grundintelligenztests

Es gibt zwei Grundintelligenztests, die in der Anwendung weit verbreitet sind. Zum einen handelt es sich dabei um den „CFT 20-R“, der der Erfassung der fluiden Intelligenz dient. Dieser IQ-Test besteht aus zwei bildlich-figuralen Testteilen (z. B. „Welches Muster gehört in die Reihe?“), die sowohl in der Gruppe als auch individuell durchgeführt werden können. Der Test gilt als objektiv, valide und wird überwiegend für die Schul-, Bildungs- und Berufsberatung sowie bei Forschungsfragen angewendet. Zum anderen gibt es bei den Grundintelligenztests die „Raven Progressive Matrizentests“. Auch hier wird die fluide Intelligenz getestet. Die Durchführung dauert etwa ein bis anderthalb Stunden und ist ebenfalls sowohl in der Gruppe als auch individuell möglich. Die RPMs werden vorwiegend in der psychologischen Forschung angewendet.

Die Intelligenzstrukturtests

Wie bei den Grundintelligenztests gibt es auch bei den Intelligenzstrukturtests zwei Verfahren, die weit verbreitet sind:

  • „Intelligenz-Struktur-Test 2000 R“ (I-S-T 2000 R: Verbale, numerische und figurale Intelligenz sowie schlussfolgerndes Denken und die Gedächtnisleistung werden innerhalb von zwei Stunden untersucht. Ergänzend kann ein separater Wissenstest durchgeführt werden. Er gilt als hinreichend objektiv, wobei die Aussagekraft kritisch zu sehen ist, da keine Rücksicht auf geschlechtsspezifische Unterschiede genommen wird. Dies ist besonders interessant, da der I-S-T 2000 R vor allem bei Personalentscheidungen angewendet wird.
  • Berliner Intelligenzstrukturtests „BIS-4“ und „BIS-HB“. Diese beiden Tests basieren auf dem Berliner Intelligenzmodell nach Adolf Otto Jäger, der die Intelligenz in allgemeine Intelligenz, operative Fähigkeiten und inhaltliche Fähigkeiten einteilte. Die Zielgruppe der Tests sind vor allem Jugendliche und junge Erwachsene. Bei der operativen Intelligenz werden z. B. die Bearbeitungsgeschwindigkeit und die Merkfähigkeit geprüft. Die inhaltsgebundenen Fähigkeiten sind das sprachgebundene, zahlengebundene sowie das figural-bildhafte Denken. Dazu können noch ergänzende Tests zur Kreativität durchgeführt werden. Zusammengefasst ergeben sie die allgemeine Intelligenz. Die BIS-Tests dauern etwa drei Stunden und gelten als objektiv. Sie werden vor allem als Test für Hochbegabung eingesetzt.

Ausprobieren: IQ-Test der Süddeutschen

„Viel Erfolg und Spaß!“ wünscht einem sueddeutsche.de und schon kannst du den Online Intelligenztest starten. Nachdem du dein Alter eingegeben hast, erscheinen die sechs Aufgabenkategorien und eine kurze Anleitung zum ersten Frageblock. Getestet wird in den Bereichen

  • Analogien,
  • Mustergruppen,
  • Gleichungen,
  • Matrizen,
  • Zahlen und
  • logische Schlussfolgerungen.

Dabei werden dir verbale, numerische und bildhafte Aufgaben gestellt, die du innerhalb eines vorgegebenen Zeitlimits lösen sollst.

Der kostenlose Intelligenztest von sueddeutsche.de soll die Fähigkeit zum analytischen Denken sowie die Befähigung zum logischen Schlussfolgern ermitteln. Viele Arbeitgeber setzen auf ähnliche Methoden, um Bewerber in Hinblick auf diese Kompetenzen zu testen. Folglich kann es nicht schaden, wenn du dich im Vorfeld den Testbedingungen und Aufgabenstellungen einer solchen Eignungsprüfung stellst.

Nach ca. einer Stunde und 86 Fragen hat man den IQ-Test der SZ geschafft und erhält sein Ergebnis direkt im Anschluss. Dieses beinhaltet eine Auswertung der verschiedenen Untertests und einen Vergleich mit den durchschnittlichen Ergebnissen der anderen Teilnehmer. Zu guter Letzt erhält man dann eine persönliche Auswertung mit dem individuellen, altersabhängigen Intelligenzquotienten.

Vorurteile, die man immer wieder hört

Vorurteil Realität
Blondinen sind dumm. Das ist ein reines Klischee – umso ungerechter ist es, dass Blondinen tatsächlich im Job weniger verdienen.
Schöne Menschen sind schlau. Stimmt definitiv nicht, aber attraktive Menschen werden als schlauer eingeschätzt als weniger attraktive.
Intelligenz kann man im Gesicht ablesen. Laut einer Studie kann man in Gesichtern von Männern lesen, ob sie intelligent sind. Bei Frauen taten sich die Probanden schwerer und lagen öfter falsch. Als intelligent wahrgenommen werden schmale Gesichtszüge und ein spitzes Kinn.
Chaoten, Nachteulen und fluchende Menschen sind intelligenter. Stimmt. Studien zeigen, dass Chaoten viele Interessen durcheinander ausleben können, sehr kreativ und einfallsreicher sind als ordentliche Menschen. Große, intelligente Persönlichkeiten wie Obama, Churchill und Darwin waren besonders nachtaktiv. Und wer innerhalb einer Minute die meisten Schimpfwörter nennen kann, ist erwiesenermaßen ein schlaues Kerlchen. 
Nickerchen machen schlauer.

Stimmt! Nach einem 15-minütigen schläfrigen Päuschen steigen die kognitiven Fähigkeiten. Das ist offiziell belegt.

Über den Autor

Bettina Wilde
Bettina Wilde

Bettina Wilde ist seit 2015 im Content Team von ABSOLVENTA tätig. Die studierte Germanistin verfasst Artikel rund um die Themen Berufseinstieg und Karriere und ist Expertin, wenn es um Fragen zu Trainee-Programmen geht.

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