Postkorbübung im Assessment Center.

Postkorbübung im Assessment Center.
Ein Klassiker, der aus der Mode kommt? Die Postkorbübung ist noch immer ein fester Bestandteil der meisten Assessment Center. Absolventa verrät, worum es bei der Postkorbübung genau geht und wie man sie erfolgreich bewältigen kann.
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  1. Die Struktur der Postkorbübung im Assessment Center.

    Bei der Postkorbübung im Assessment Center handelt es sich um eine der klassischen Assessment Center Übungen. Dabei erhalten Bewerber_innen einen „Postkorb“ mit 10 bis 20 Dokumenten, die innerhalb einer vorgegebenen, knappen Zeitspanne abzuarbeiten sind. Die zu lösenden Probleme sind vielfältig und nicht ausschließlich beruflicher Natur. Rückfragen sind in der Regel nicht möglich. Jedes Schriftstück hat dabei bestimmte Rahmenbedingungen, die es zu berücksichtigen gilt, zum Beispiel einen festen Abgabetermin. Teilweise können sich diese Rahmenbedingungen auch überschneiden, so dass man gezwungen ist, Prioritäten zu setzen. Dein potenzieller Arbeitgeber möchte hiermit vor allem erkennen, wie du Entscheidungen im Job triffst und deine Stressresistenz auf die Probe stellen. Damit ähnelt diese Aufgabe dem Rollenspiel im Assessment Center, wobei du hier die Probleme mündlich lösen musst oder der Case Study bzw. Case Study Lösung.

    Rahmenbedingungen für die Postkorbübung

    ÜBUNGSTYP Einzelübung
    ZEIT circa 60 Minuten
    VORBEREITUNGSZEIT keine
    ZIELSETZUNG Stressresistenz, Entscheidungsfähigkeit, Arbeitsorganisation, analytisches Denken, Konzentration

    Man muss sich also entscheiden, welche Aufgaben sofort und von einem selbst erledigt werden müssen, welche man delegieren kann und welche Aufgaben zunächst unberücksichtigt bleiben können. Unter Umständen wird die Arbeit durch zusätzliche Dokumente, Telefonate oder Gespräche mit Mitarbeitenden gestört, um den Stressfaktor zu erhöhen. Die Aufgabe kann auch so konzipiert sein, dass man in der vorgegebenen Zeit gar nicht alles schaffen kann. So wird ein zusätzlicher Stressfaktor eingebaut. Seine Entscheidungen hält man schriftlich fest, damit man sie im anschließenden Gespräch begründen kann. Die Postkorbübung schließt sich oft an die Selbstpräsentation an. Mittlerweile gibt es die Übung häufig nicht mehr mit einem klassischen Postkorb. Stattdessen muss eine Reihe von E-Mails mit Kund_innenaufträgen, Vorgaben von Führungskräften und Anliegen von Mitarbeitenden abgearbeitet werden. 

    Die Postkorb-Übung kann auch einen reinen Bezug zur Stelle haben. Zum Beispiel kann die Aufgabe bei einem Logistik-Job lauten, eine Fahrzeugstaffel für eine Woche optimal einzusetzen, wobei für die einzelnen Fahrer_innen und Fahrzeuge bestimmte Bedingungen und Einschränkungen gelten (Inspektion, Urlaubstage, Leerfahrten etc.). Eine gute Vorbereitung ist also wichtig.

    Möglich sind außerdem ergänzend folgende Assessment Center Tests:

  2. Tipps für die Postkorbübung.

    Die Assessment Center Postkorbübung erfordert die volle Konzentration. Viel kann man mit Logik lösen. Auf den ersten Blick sind alle Dinge wichtig, doch auf den zweiten Blick lässt sich eine Prioritätenliste erstellen. Als erstes muss man bei der Postkorbübung die wichtigen von den unwichtigen Aufgaben unterscheiden. Dann sollte man die Aufgaben nach ihrer Dringlichkeit sortieren. Wichtige und dringliche Aufgaben muss man selbst und sofort erledigen. Wichtige Aufgaben, die aber nicht so dringlich sind, lassen sich auf einen anderen Termin verschieben. Aufgaben die dringlich, aber nicht so wichtig sind, können an Mitarbeitende delegiert werden. Alle unwichtigen und nicht dringlichen Aufgaben braucht man nur am Rande zu beachten und kann sie auf einen späteren Zeitpunkt verschieben.

    Es gibt allerdings keinen Königsweg, zumal die Postkorbübung oft so angelegt ist, dass sie nicht hundertprozentig erfüllbar ist. Geht man strukturiert und analytisch an die Postkorbübung ran, lässt sie sich erfolgreich bewältigen.

  3. Sinn der Postkorbübung.

    Die Postkorbübung ist eine echte Herausforderung. Damit lassen sich die Stressresistenz, die analytischen Fähigkeiten, die Entscheidungsfreudigkeit und die Delegationsbereitschaft der Kandidat_innen viel besser testen, als mit den üblichen Fragen im Assessment Center. Die Komplexität der Aufgaben und vor allem der Zeitdruck lassen eine Nähe zum Berufsleben erkennen, vor allem wenn die Aufgabe so gestaltet ist, dass Elemente eingebaut werden, die einen direkten Zusammenhang zur Stelle erkennen lassen. Wird im Anschluss an die Übung ein Interview durchgeführt, kann der Assessor überprüfen, wie Bewerber_innen mit Kritik umgehen. Eigentlich bietet dir diese Übung also viele Vorteile im Assessment Center!

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