Focus Money Auszeichnung - Beste Jobbörse

7642 Jobs für Berufseinsteiger. Jetzt suchen!

Zeit ist Geld

Alles zum Stundenlohn und wie du ihn berechnest

Alles zum Stundenlohn und wie du ihn berechnest

Wie wirst du für deine Arbeit bezahlt? Erhältst du ein Jahreseinkommen oder einen Stundenlohn? Je nachdem, was deine Antwort ist, lebst du in einer von zwei Welten. In der einen verhandelst du über dein Jahresgehalt und weißt eher selten, was dein realer Stundenlohn ist. In der anderen geht es um die Frage, wie hoch der Stundenlohn für Arbeitnehmer sein muss, damit er zum Leben reicht. Hier weißt du jedoch selten deinen Jahres- oder Monatslohn. ABSOLVENTA zeigt dir, wie du entweder deinen Monatslohn oder deinen Stundenlohn berechnest und welche Besonderheiten es beim Stundenlohn für Arbeitnehmer gibt.

Inhalt: 

  1. Fakten zum Stundenlohn
  2. Stundenlohn berechnen
  3. Monatslohn berechnen
  4. Zuschläge zum Stundenlohn
  5. Rechte bei der Anstellung auf Stundenlohn

Fakten zum Stundenlohn

  • Vor allem in gewerblichen und handwerklichen Berufen wird der Lohn des Öfteren auf Stundenbasis berechnet.
  • Auch bei Nebenjobs und Werkstudentenjobs ist diese Form der Bezahlung weit verbreitet.
  • Am Ende des Monats ist dann ausschlaggebend, wie viele Stunden effektiv abgeleistet wurden.
  • Hat ein Monat beispielsweise aufgrund von vielen Feiertagen weniger Werktage, kann sich das negativ auf den Monatslohn auswirken, wenn an diesen Tagen nicht gearbeitet werden kann.
  • Im Vergleich zum festen Gehalt schwankt deshalb das monatliche Arbeitsentgelt, wenn der Lohn von der Anzahl der Stunden abhängt.

Stundenlohn berechnen

So berechnest du deinen Stundenlohn

Wirst du nach einem festen Lohn am Ende deines Monats bezahlt, muss die Höhe deines Arbeitsentgelt im Arbeitsvertrag genannt werden. Was jedoch nicht explizit genannt wird, ist dein Stundenlohn. Wenn du wissen möchtest, was du eigentlich pro Stunden verdienst, also was deine Arbeit pro Stunde deinem Arbeitgeber wert ist, musst du deinen Stundenlohn wie folgt berechnen:

Stundenlohn berechnen

Stundenlohn (brutto) = 3 × dein Monatslohn (brutto) ÷ 13 ÷ die Anzahl deiner wöchentlichen Arbeitsstunden

3 Beispiele:

  • Monatslohn =  2.500 €   > Durchschnittlicher Stundenlohn bei einer 38-Stunden-Woche = 15,20 €
  • Monatslohn =  3.800 €   > Durchschnittlicher Stundenlohn bei einer 35-Stunden-Woche = 25,05 €
  • Monatslohn =  5.000 €   > Durchschnittlicher Stundenlohn bei einer 42-Stunden-Woche = 27,50 €

Der tatsächliche Stundenlohn

Wie das Beispiel zeigt, hast du einen Stundenlohn von 20 Euro, wenn du im Monat 2.600 Euro brutto verdienst. Das hört sich ziemlich ordentlich an. Doch was in diese Berechnung nicht miteinfließt, ist die Anzahl der Überstunden, die du ableistest. In vielen Unternehmen ist zwar eine 40-Stunden-Woche vertraglich geregelt, doch oftmals kommen die Arbeitnehmer dennoch auf bis zu zehn Stunden mehr die Woche, die nicht anerkannt und damit nicht bezahlt werden. Wenn du also ehrlich überlegst, wie viel du real arbeitest, mindert das wiederum deinen tatsächlichen Stundenlohn.

Anders ist es hingegen, wenn dein Unternehmen nach Tarifvertrag bezahlt, wie es circa 70 Prozent der Betriebe in Deutschland tun. Dann müssen Überstunden notiert und ausbezahlt oder in Freizeit ausgeglichen werden.  

Monatslohn berechnen

So berechnest du deinen Monatslohn

Umgekehrt sieht es aus, wenn du bei deinem Unternehmen einen festen Stundenlohn erhältst. Dann weißt du zwar, was du pro Stunden verdienst, deinen Monats- oder Jahreslohn weißt du jedoch nur selten.

Monatslohn berechnen:

Monatslohn (brutto) = dein Stundenlohn brutto × die Anzahl deiner wöchentlichen Arbeitsstunden × 13 ÷ 3

3 Beispiele:

  • Stundenlohn =   8,50 €   > Durchschnittlicher Monatslohn bei einer 40-Stunden-Woche = 1.473 €
  • Stundenlohn = 14,00 €   > Durchschnittlicher Monatslohn bei einer 20-Stunden-Woche = 1.127 €
  • Stundenlohn = 20,00 €   > Durchschnittlicher Monatslohn bei einer 30-Stunden-Woche = 2.600 €

Das Problem beim Stundenlohn ist, dass dieser stark von jährlichen Bedingungen abhängt und von Monat zu Monat schwankt. Hat ein Monat zum Beispiel viele Feiertage, schmälert das deinen Stundenlohn, weil du an diesen Tagen nicht arbeiten kannst. Dadurch ist es für dich auch schwieriger, langfristig finanziell zu planen und zu sparen.

Beachte: Dies ist lediglich eine Möglichkeit, den eigenen Monats- bzw. Stundenlohn auszurechnen. Durch alternative Rechenwege kommen jedoch leichte Abweichungen zustanden. Entscheidend ist vielmehr, ob das Gehalt brutto oder netto  zugrunde gelegt wird.

Zuschläge zum Stundenlohn

Feiertage und Wochenenden können sich auch positiv auf das Einkommen auswirken. Ein Großteil der Arbeitgeber zahlt nämlich Wochenend-, Feiertags- und Nachtzuschläge. Mit diesen Zuschlägen auf den Stundenlohn soll vor allem honoriert werden, dass man in den Zeiten arbeitet, in denen die meisten anderen Arbeitnehmer frei haben.

Deshalb werden diese Zuschläge auch vom Staat steuerlich begünstigt und zum Teil sogar von den Sozialabgaben freigestellt. Für bestimmte Uhrzeiten gelten hier bestimmte Prozentsätze. Auch Tarifvertrag, Gesetz und Betriebsvereinbarung regeln den Anspruch des Arbeitnehmers auf die Zuschläge zum Stundenlohn.

Insgesamt steigen gerade bei großen Industriebetrieben in den letzten Jahren die Stundenlöhne, wie folgende Grafik zeigt.

Stundenlohn Automobilbranche

Quelle: statista.de (2016): http://de.statista.com/statistik/daten/studie/192090/umfrage/stundenlohn-in-der-automobilindustrie-in-deutschland/

Rechte bei der Anstellung auf Stundenlohn

Da der Stundenlohn für viele Arbeitgeber eine Möglichkeit ist, kostengünstig Arbeitskraft zu erhalten, gibt es Gesetze, die deine Rechte bei Bezahlung auf Stundenlohnbasis regeln.

Stundenlohn und Arbeitszeiten

  • Arbeitgeber sind dazu verpflichtet, den Arbeitnehmer spätestens einen Monat nach Stellenantritt in schriftlicher Form über Lohn und Arbeitszeit zu informieren.
  • Die Arbeitsstunden, die ohne Verschulden des Arbeitsnehmers nicht gearbeitet werden konnten, müssen bei einer Kündigung nicht nachgeholt werden.
  • Deine Arbeitszeiten muss dir dein Arbeitgeber mindestens zwei Wochen im Voraus mitteilen (Arbeitsgesetz Art. 69.1 ArGV).
  • Wenn du eingeteilt bist, dein Arbeitgeber dich aber nach Hause schickt, zum Beispiel mangels Arbeit, hast du dennoch ein Anrecht auf deinen Lohn.

Stundenlohn und Ferien

  • Bei Bezahlung von Stundenlohn erhältst du während deiner Ferien keinen Lohn.
  • Zu deinem Stundenlohn muss jedoch ein Ferienzuschlag dazugerechnet werden: Bei Anspruch auf vier Wochen Ferien:  8,33 %, bei Anspruch auf fünf Wochen Ferien: + 10,65 %.
  • Dein Arbeitgeber darf deine Ferienentschädigung nicht direkt in den Lohn einbauen. Stundenlohn und Ferienentschädigung müssen in der Lohnabrechnung aufgeteilt sein.

Stundenlohn und Krankheit

Wenn du im Stundenlohn bezahlt wirst und krank wirst, hast du Rechte:

Wenn dein Arbeitgeber eine Erwerbsausfallversicherung für Krankheit abgeschlossen hat, bist du abgesichert:

  • Du hast dann Anspruch auf eine Entschädigung von 80 % deines durchschnittlichen Verdienstes der letzten zwölf Monate
  • Die Erwerbsausfallversicherung bei Krankheit wird in der Regel zu gleichen Teilen von deinem Arbeitgeber und dir selbst bezahlt. Hier gibt deine Lohnabrechnung Aufschluss.

Hat dein Arbeitgeber keine Erwerbsausfallversicherung für Krankheit abgeschlossen, bist du nur teilweise abgedeckt. Vorausgesetzt dein Arbeitsvertrag hat länger als drei Monate gedauert oder wurde für mehr als drei Monate abgeschlossen, hast du Anspruch auf den vollen Lohn während einer sehr beschränkten Zeit. Die Zeitdauer hängt dabei von deinen Dienstjahren ab.

  • 1. Dienstjahr: Lohnanspruch während dreier Wochen
  • 2. Dienstjahr: Lohnanspruch während eines Monats
  • 3. und 4. Dienstjahr: Lohnanspruch während zwei Monaten
  • ab dem 5. bis zum beendigten 9. Dienstjahr: Lohnanspruch während dreier Monate

Außerdem: Dein Arbeitgeber darf die Lohnfortzahlung bei Krankheit nicht verweigern! Auch nicht unter dem Vorwand, er hätte ohnehin nicht mehr die Absicht gehabt, dich weiter zu beschäftigen.

Auch darf er dich nicht zwingen, während deiner Krankheit Ferien zu beziehen!

Stundenlohn und Mutterschutz

Wenn du nach Stundenlohn bezahlt wirst, hast du nach der Geburt Anspruch auf einen bezahlten Mutterschaftsurlaub von 14 Wochen.

Folgende Bedingungen müssen erfüllt sein:

  • Du hast in den neun Monaten vor der Geburt AHV-Beiträge bezahlt und
  • Du warst in dieser Zeit mindestens fünf Monate berufstätig.

Dann erhältst du 80 % deines Durchschnittslohns.

Außerdem dürfen schwangere Frauen und stillende Mütter nicht während der Schwangerschaft und in den 16 Wochen nach der Geburt entlassen werden.

Stundenlohn und Kündigung

Wenn du im Stundenlohn arbeitest und einen unbefristeten Arbeitsvertrag hast, gelten die ordentlichen vertraglichen Kündigungsfristen

  • In der Probezeit: sieben Tage
  • Im 1. Dienstjahr: ein Monat, zum Monatsende
  • Vom 2. bis zum 9. Dienstjahr: zwei Monate, zum Monatsende
  • Nach dem 9. Dienstjahr: drei Monate

Hast du weitere Fragen zu deinem Stundenlohn und deinen Rechten kannst du dich auch an die jeweilige Gewerkschaft deiner Branche wenden.

>> Weitere Informationen, um deinen Stundenlohn zu berechnen, findest du auch beim Stundenlohnrechner

>> Weitere ausführliche Informationen zum Thema Gehalt gibt es hier

Über den Autor

Noemi Haderlein
Noemi Haderlein

Als Content Managerin kümmert sich Noemi Haderlein seit 2015 um die Inhalte von ABSOLVENTA und schreibt zu allen Themen, die Studenten und Berufseinsteiger rund um Studium, Bewerbung und ersten Job interessieren.

Beliebte Artikel aus unserem Karriereguide

„Absolventen wissen oft nicht, was sie können“
Svenja Hofert im Interview

„Absolventen wissen oft nicht, was sie können“

Svenja Hofert ist seit vielen Jahren Karrierecoach und berät bei Bewerbung, Weiterentwicklung im Job und Existenzgründung. Sie teilt ihr umfassendes Wissen regelmäßig in ihrem Blog und hat mittlerweile 15 Bücher zu diesem Themen veröffentlicht. Mit ABSOLVENTA spricht die „Karriere-Fachfrau“ über Jobs für Absolventen...

Zum Artikel
Das Eisenhower-Prinzip
Wichtiges zuerst!

Das Eisenhower-Prinzip

Oft sind viele Aufgaben gleichzeitig zu erledigen. In solchen Situationen ist es wichtig, die Aufgaben nach ihrer Wichtigkeit zu sortieren, um beispielsweise zeitliche Fristen einzuhalten und dadurch negative Konsequenzen für sich oder das Unternehmen zu vermeiden. Das sogenannte Eisenhower-Prinzip kann Anwendern be...

Zum Artikel
Berufseinstieg bei Andersch AG: Erfahrungen
Insider-Interview

Berufseinstieg bei Andersch AG: Erfahrungen

Nach seinem Management Master an der WHU – Otto Beisheim School of Management – und seinem MBA an der University of Western Australia ist Maximilian Jensen als Consultant bei der Andersch AG eingestiegen. Die Restrukturierungsberatung hat er durch ein Praktikum kennengelernt. Im Interview mit ABSOLVENTA erzählt er v...

Zum Artikel