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Ein kleiner aber feiner Unterschied

Lohn vs. Gehalt

Lohn vs. Gehalt

Erstes Einkommen, aber ist das jetzt Lohn oder Gehalt? Und was ist da eigentlich der Unterschied? Und ist das überhaupt wichtig? ABSOLVENTA klärt dich über Lohn und Gehalt auf, damit du mitreden kannst, geht ja schließlich um dein Einkommen.

Inhalt

  1. Kurzinfo: Arbeitsentgeld
  2. Unterschied Lohn und Gehalt
  3. Lohn und Gehalt im Tarifvertrag
  4. Niedriglohn

Kurzinfo: Arbeitsentgeld

• Der Lohn ist – wie auch das Gehalt – ein Arbeitsentgelt aus unselbständiger Arbeit, das vom Arbeitgeber an den Arbeitnehmer als Gegenleistung für die   erbrachte Arbeitsleistung gezahlt wird.

• Lohn oder Gehalt werden dabei immer als Brutto-Betrag angegeben.

• Im allgemeinen Sprachgebrauch wird zwischen Lohn für Arbeiter und Gehalt für Angestellte unterschieden. Allerdings findet diese Form der Unterscheidung in Tarifverträgen und in der Gesetzgebung heute kaum noch Anwendung.

• Das Arbeitsentgelt in Form von Lohn bzw. Gehalt ist grundsätzlich frei verhandelbar und wird im Arbeitsvertrag festgeschrieben, sofern es für den Job keine gesetzliche Mindestlohnregelung gibt.

Zwar werden Lohn und Gehalt umgangssprachlich nach der Art der Beschäftigung (Arbeiter oder Angestellte) differenziert, aber eigentlich unterscheiden sich die beiden Begriffe eher nach Art und Umfang der Arbeitsleistung.

Unterschied von Lohn und Gehalt

Gehalt: In der Regel wird das Arbeitsentgeld in Form des Monatsgehalts gezahlt. Es ist von der Anzahl der Arbeitstage im Monat unabhängig sowie von der tatsächlich erbrachten Leistung (sofern es keine Boni gibt). Das heißt, das Gehalt hat jeden Monat die gleiche Höhe. Auch in Monaten, in denen der Arbeitnehmer Urlaub hatte oder Feiertage waren, erhält er das gleiche Gehalt wie in Monaten, in denen viel gearbeitet wurde. Häufig spricht man deswegen vom Grundgehalt.

Lohn: Der Lohn kann hingegen von der geleisteten Arbeit abhängen. Der Lohn wird berechnet, indem die jeweils erbrachte Arbeitsleistung berücksichtigt wird. Hier können ein Stundenlohn oder die produzierte Stückzahl als Basis für die Berechnung des Lohns dienen. Da die Höhe der Stunden oder der Stückzahl durch Urlaub oder Feiertage im Monat schwankt, kann die Höhe des Lohns am Monatsende variieren. Auch wirkt sich die Auftragslage eines Unternehmens in vielen Fällen auf die Lohnhöhe aus. Liegen nur wenige Aufträge vor, werden Arbeiter teilweise freigestellt, was sich wieder an der Lohnhöhe bemerkbar macht. Geht es dem Unternehmen wirtschaftlich gut, profitiert auch der Arbeitnehmer von einem höheren Lohn.

Entwicklung von Löhnen und Gehälter

Die Löhne und Gehälter sind abhängig von der Wirtschaftsleistung eines Landes. Die folgende Grafik zeigt, wie sich die Bruttolöhne und -gehälter in Deutschland in den Jahren 1992 bis 2015 entwickelt haben. Dabei geben die Prozentzahlen die Veränderung zum Vorjahr an. Man sieht, dass zum Beispiel durch die Finanzkrise 2009 die Gehälter und Löhne stark gefallen sind. Damit verändert sich auch jedes Jahr das Durchschnittgehalt in den einzelnen Berufen und Branchen.

Quelle: statista.de (2016). http://de.statista.com/statistik/daten/studie/75731/umfrage/entwicklung-der-bruttoloehne-in-deutschland/

Lohn und Gehalt im Tarifvertrag

In Deutschland gelten derzeit ca. 70.000 verschiedene Tarifverträge, die Löhne und Gehälter regeln. In den Tarifverträgen wird die Höhe der Arbeitsentgelte in so genannten Lohn- und Gehaltsgruppen festgehalten. Diese ordnen die einzelnen Tätigkeiten je nach Anspruch ein, um eine möglichst gerechte Entlohnung gleichwertiger Tätigkeiten zu gewährleisten. Ist ein Unternehmen an einen Tarifvertrag gebunden, dürfen die Löhne und Gehälter der Mitarbeiter nicht niedriger als der tarifliche Mindestlohn ausfallen, den Gewerkschaften und Arbeitnehmer zusammen vereinbart haben.

Zusatzleistungen zum Lohn

Neben dem Grundbetrag können im Arbeits- oder Tarifvertrag zusätzliche Sonderzahlungen vereinbart sein, z.B. Weihnachtsgeld oder Urlaubsgeld. Des Weiteren können es auch nicht-monetäre Sonderleistungen sein, wie beispielsweise Dienstwagen, Tankgutscheine, Zuschüsse für den ÖPNV, Smartphone auf Firmenkosten, Fortbildungen oder Mitarbeiterrabatte. Diese „Geldwerten Vorteile“ können sowohl für den Arbeitnehmer als auch den Arbeitgeber deutliche steuerliche Vorteile mit sich bringen. Allerdings gelten hier Höchstsätze für steuerliche Freibeträge.

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Lohnfortzahlung im Krankheitsfall

Wenn man krank (bzw. arbeitsunfähig) geschrieben ist, greift das Entgeltfortzahlungsgesetz. Der Arbeitgeber ist dann verpflichtet, sechs Wochen den vollen Lohn weiterzuzahlen. Ist man länger krank geschrieben, zahlt die Krankenkasse ein Krankengeld in Höhe von 70 Prozent den Brutto-Lohns.

Niedriglohn

Niedriglohn wird definiert als ein Arbeitsentgelt eines Vollzeitbeschäftigten, das sich auf Höhe der Armutsgrenze befindet („Sozialhilfeniveau“). Durch den niedrigen Lohn ist dem Arbeitnehmer trotz Voll-Erwerbstätigkeit keine angemessene Existenzsicherung gewährleistet. Er liegt etwa bei 900 Euro, es gibt aber keinen allgemeinen Wert für den Niedriglohn, da er wegen der unterschiedlichen hohen Lebenshaltungskosten regional verschieden ist. Durch die Einführung des gesetzlichen Mindestlohns in Höhe von 8,50 Euro wird dieser Missstand behoben.

Bei einem Lohn von bis zu 450 Euro (ehemals 400 Euro) spricht man von einem so genannten Minijob, der für Arbeitnehmer bis 2013 frei von Steuer- und Sozialabgaben war, wohingegen der Arbeitgeber Sozialabgaben leisten muss. So muss ein Arbeitgeber noch mit ungefährt 30 Prozent höhren Kosten rechnen. Als Maßnahme gegen drohende Altersarmut zahlen seit 2013 auch Minijobber in die Rentenkasse ein. Man kann sich aber auch ohne Angabe von Gründen davon befreien lassen, so dass man weiterhin den vollen Betrag ausgezahlt bekommt.

Für viele Menschen eignet sich der Minijob, um „etwas dazu zu verdienen“. Vor allem für Hausfrauen, Schüler, Studenten und Rentner ist ein Minijob als Nebenjob eignet, um mehr Geld zur Verfügung zu haben.

>> Weitere Infos zum Gehalt

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