Lohn vs. Gehalt.

Lohn vs. Gehalt.

Erstes Einkommen, aber ist das jetzt Lohn oder Gehalt? Und was ist da eigentlich der Unterschied? Und ist das überhaupt wichtig? Absolventa klärt dich über Lohn und Gehalt auf, damit du mitreden kannst – es geht ja schließlich um dein Einkommen.

  1. Kurzinfo: Arbeitsentgelt.

    Das Arbeitsentgelt ist eine Gegenleistung für eine von Arbeitnehmenden aus unselbstständiger Arbeit erbrachte Arbeitsleistung. Diese Arbeitsleistung wird vom Arbeitgeber, zum Beispiel einem Unternehmen, in Form einer Bezahlung vergolten. Die Bezeichnung Entgelt hat dabei ihren Ursprung im Verb „entgelten“.

    Im deutschen Sprachgebrauch sind für das Arbeitsentgelt viele Begriffe gebräuchlich wie:

    • Einkommen
    • Verdienst
    • Lohn
    • Gehalt

    Übersicht über die Bedeutung der einzelnen Begriffe.

    GRUNDBEGRIFFE ERKLÄRUNG
    EINKOMMEN Sachliche oder monetäre Leistung für eine natürliche oder juristische Person
    VERDIENST Sachliche oder monetäre Leistung für eine natürliche Person
    LOHN Nach Stunden berechnete Bezahlung für geleistete Arbeit
    GEHALT Regelmäßige monatliche Bezahlung von Beamten oder Angestellten
    GEWINN/ÜBERSCHUSS Sachliche oder geldliche Leistung für eine juristische Person, zum Beispiel: Unternehmen
    HONORAR Bezahlung für Angehörige der freien Berufe (z. B.: Ärzte, Rechtsanwälte, Schriftsteller) oder Vergütung für eine nebenberufliche Tätigkeit

    Lohn, Gehalt und Verdienst bezeichnen damit immer ein Arbeitsentgelt und ein monetäres Einkommen eines Arbeitnehmens. Das heißt, deine Bezahlung, also Geld, welches dir für deine geleistete Arbeit von deinem Arbeitgeber auf dein Konto überwiesen wird. Wichtig ist dabei, allgemein zu wissen:

    Lohn, Gehalt oder Verdienst werden immer als Brutto-Betrag angegeben. Das Arbeitsentgelt ist grundsätzlich frei verhandelbar und wird im Arbeitsvertrag festgeschrieben, sofern es für den Job keine gesetzliche Mindestlohnregelung gibt. Alle Verdienste unterliegen der Einkommensteuer- sowie der Sozialversicherungspflicht. Während Angestellten die Sozialabgaben und Steuern direkt vom Verdienst abgezogen werden, müssen Selbstständige und Freiberufler ihre Sozialabgaben selbst abführen. Bei Angestellten trägt der Arbeitgeber anteilig die Sozialabgaben. Alle Einkünfte, egal ob aus selbstständiger, nicht-selbstständiger Arbeit, Vermietung und Verpachtung, Zinseinnahmen oder Sonstigem, müssen in der Einkommensteuererklärung am Ende des Jahres angegeben werden.

    Im allgemeinen Sprachgebrauch wird zwischen Lohn für Arbeiter und Gehalt für Angestellte unterschieden. Allerdings findet diese Form der Unterscheidung in Tarifverträgen und in der Gesetzgebung heute kaum noch Anwendung.

    Zwar werden Lohn und Gehalt umgangssprachlich nach der Art der Beschäftigung (Arbeiter oder Angestellte) differenziert, aber eigentlich unterscheiden sich die beiden Begriffe eher nach Art und Umfang der Arbeitsleistung.

  2. Gehaltsvergleich.

    Möchtest du dein Gehalt mit dem anderer Berufe oder Berufsfelder vergleichen, geht das am besten mit dem Brutto-Jahresgehalt. Hier erhältst du einen Überblick über deine Gehaltsaussichten und bekommst Bewerbungstipps für dein jeweiliges Berufsfeld:

    IT & Development.

    Berufsfeld Einstiegsgehalt Gehaltsaussichten Bewerbungstipps Jobs
    Datenbankentwicklung 42.821 Euro Zu den Infos Zu den Tipps Zu den Jobs
    Hardwareentwicklung 47.000 Euro Zu den Infos Zu den Tipps Zu den Jobs
    Mobile Development 45.400 Euro Zu den Infos Zu den Tipps Zu den Jobs
    Softwareentwicklung 44.404 Euro Zu den Infos Zu den Tipps Zu den Jobs
    Systemadministration 43.973 Euro Zu den Infos Zu den Tipps Zu den Jobs
    Webentwicklung 35.381 Euro Zu den Infos Zu den Tipps Zu den Jobs
    Wirtschaftsinformatik 45.013 Euro Zu den Infos Zu den Tipps Zu den Jobs

    Ingenieurwesen & Technik.

    Berufsfeld Einstiegsgehalt Gehaltsaussichten Bewerbungstipps Jobs
    Automatisierungstechnik 48.829 Euro Zu den Infos Zu den Tipps Zu den Jobs
    Architektur 34.000 Euro Zu den Infos Zu den Tipps Zu den Jobs
    Bauingenieurwesen 41.848 Euro Zu den Infos Zu den Tipps Zu den Jobs
    Elektrotechnik 47.882 Euro Zu den Infos Zu den Tipps Zu den Jobs
    Energietechnik 43.663 Euro Zu den Infos Zu den Tipps Zu den Jobs
    Fahrzeugtechnik 51.769 Euro Zu den Infos Zu den Tipps Zu den Jobs
    Fertigung & Produktion 41.938 Euro Zu den Infos Zu den Tipps Zu den Jobs
    Mechatronik 48.100 Euro Zu den Infos Zu den Tipps Zu den Jobs
    Maschinenbau 47.570 Euro Zu den Infos Zu den Tipps Zu den Jobs
    Umweltingenieurwesen 44.746 Euro Zu den Infos Zu den Tipps Zu den Jobs
    Wirtschaftsingenieurwesen 47.116 Euro Zu den Infos Zu den Tipps Zu den Jobs

    Finanz- & Versicherungswirtschaft.

    Berufsfeld Einstiegsgehalt Gehaltsaussichten Bewerbungstipps Jobs
    Bankwesen 52.954 Euro Zu den Infos Zu den Tipps Zu den Jobs
    Buchhaltung 39.400 Euro Zu den Infos Zu den Tipps Zu den Jobs
    Controlling 45.261 Euro Zu den Infos Zu den Tipps Zu den Jobs
    Rechnungswesen 42.380 Euro Zu den Infos Zu den Tipps Zu den Jobs
    Steuerwesen 39.660 Euro Zu den Infos Zu den Tipps Zu den Jobs
    Versicherungswesen 43.000 Euro Zu den Infos Zu den Tipps Zu den Jobs
    Wirtschaftsprüfung 42.816 Euro Zu den Infos Zu den Tipps Zu den Jobs

    Wirtschaft, Kommunikation & Digitalisierung.

    Beruf Einstiegsgehalt Gehaltsaussichten Bewerbungstipss Jobs
    Eventmanagement 32.122 Euro Zu den Infos Zu den Tipps Zu den Jobs
    Journalismus/Redaktion 35.128 Euro Zu den Infos Zu den Tipps Zu den Jobs
    Marketing 45.750 Euro Zu den Infos Zu den Tipps Zu den Jobs
    Online Marketing 38.383 Euro Zu den Infos Zu den Tipps Zu den Jobs
    Produktmanagement 43.482 Euro Zu den Infos Zu den Tipps Zu den Jobs
    PR 36.163 Euro Zu den Infos Zu den Tipps Zu den Jobs
    Übersetzung 26.400 Euro Zu den Infos Zu den Tipps Zu den Jobs
    Werbung 34.441 Euro Zu den Infos Zu den Tipps Zu den Jobs

    Management & Beratung.

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    Business Development 70.000 Euro Zu den Infos Zu den Tipps Zu den Jobs
    Consulting 39.000 Euro Zu den Infos Zu den Tipps Zu den Jobs
    Projektmanagement/thema/beruf 55.000 Euro Zu den Infos Zu den Tipps Zu den Jobs

    Vertrieb.

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    Kundenservice 35.248 Euro Zu den Infos Zu den Tipps Zu den Jobs
    Sales 48.754 Euro Zu den Infos Zu den Tipps Zu den Jobs

    Logistik, Verkehr & Transportwesen.

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    Einkauf & Beschaffung 46.112Euro Zu den Infos Zu den Tipps Zu den Jobs
    Logistik 37.000 Euro Zu den Infos Zu den Tipps Zu den Jobs
    Supply Chain Management 47.331 Euro Zu den Infos Zu den Tipps Zu den Jobs
    Verkehrswesen 36.828 Euro Zu den Infos Zu den Tipps Zu den Jobs

    Naturwissenschaften.

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    Biologie 44.768 Euro Zu den Infos Zu den Tipps Zu den Jobs
    Mathematik 46.583 Euro Zu den Infos Zu den Tipps Zu den Jobs
    Chemie 50.000 Euro Zu den Infos Zu den Tipps Zu den Jobs
    Physik 45.000 Euro Zu den Infos Zu den Tipps Zu den Jobs
    Forschung 38.309 Euro Zu den Infos Zu den Tipps Zu den Jobs

    Gesundheit.

    Berufsfeld Einstiegsgehalt Gehaltsaussichten Bewerbungstipps Jobs
    Medizin 45.000 Euro Zu den Infos Zu den Tipps Zu den Jobs
    Pharma 48.820 Euro Zu den Infos Zu den Tipps Zu den Jobs
    Psychologie 31.032 Euro Zu den Infos Zu den Tipps Zu den Jobs

    Design, Gestaltung & Medien.

    Berufsfeld Einstiegsgehalt Gehaltsaussichten Bewerbungstipps Jobs
    Grafikdesign 25.440 Euro Zu den Infos Zu den Tipps Zu den Jobs
    Mediengestaltung 24.000 Euro Zu den Infos Zu den Tipps Zu den Jobs

    Weitere Berufsfelder.

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    Jura & Rechtswesen 38.400 Euro Zu den Infos Zu den Tipps Zu den Jobs
    Bildung & Soziales 37.616 Euro Zu den Infos Zu den Tipps Zu den Jobs
    Personalwesen 41.404 Euro Zu den Infos Zu den Tipps Zu den Jobs
    Verwaltung & Assistenz 39.600 Euro Zu den Infos Zu den Tipps Zu den Jobs
  3. Unterschied von Lohn und Gehalt.

    Gehalt: In der Regel wird das Arbeitsentgelt in Form des Monatsgehalts gezahlt. Es ist von der Anzahl der Arbeitstage im Monat unabhängig sowie von der tatsächlich erbrachten Leistung (sofern es keine Boni gibt). Das heißt, das Gehalt hat jeden Monat die gleiche Höhe. Auch in Monaten, in denen der/die Arbeitnehmer_in Urlaub hatte oder in denen es Feiertage gab, erhält er das gleiche Gehalt wie in Monaten, in denen viel gearbeitet wurde. Häufig spricht man deswegen vom Grundgehalt.

    Lohn: Der Lohn kann hingegen von der geleisteten Arbeit abhängen. Der Lohn wird berechnet, indem die jeweils erbrachte Arbeitsleistung berücksichtigt wird. Hier können ein Stundenlohn oder die produzierte Stückzahl als Basis für die Berechnung des Lohns dienen. Da die Höhe der Stunden durch Urlaub oder Feiertage im Monat schwankt, kann die Höhe des Lohns am Monatsende variieren. Auch wirkt sich die Auftragslage eines Unternehmens in vielen Fällen auf die Lohnhöhe aus. Liegen nur wenige Aufträge vor, werden Arbeiter_innen teilweise freigestellt, was sich wieder an der Lohnhöhe bemerkbar macht. Geht es dem Unternehmen wirtschaftlich gut, profitieren auch die Arbeitnehmenden von höheren Löhnen.

    Entwicklung von Löhnen und Gehälter.

    Die Löhne und Gehälter sind abhängig von der Wirtschaftsleistung eines Landes. In einer Statistik von Statista.de kann man gut erkennen, wie sich die Bruttolöhne und -gehälter in Deutschland in den Jahren 1992 bis 2015 entwickelt haben. Dabei geben die Prozentzahlen die Veränderung zum Vorjahr an. Man sieht, dass zum Beispiel durch die Finanzkrise 2009 die Gehälter und Löhne stark gefallen sind. Damit verändert sich auch jedes Jahr das Durchschnittgehalt in den einzelnen Berufen und Branchen.

  4. Lohn und Gehalt im Tarifvertrag.

    In Deutschland gelten derzeit ca. 70.000 verschiedene Tarifverträge, die Löhne und Gehälter regeln. In den Tarifverträgen wird die Höhe der Arbeitsentgelte in sogenannten Lohn- und Gehaltsgruppen festgehalten. Diese ordnen die einzelnen Tätigkeiten je nach Anspruch ein, um eine möglichst gerechte Entlohnung gleichwertiger Tätigkeiten zu gewährleisten. Ist ein Unternehmen an einen Tarifvertrag gebunden, dürfen die Löhne und Gehälter der Mitarbeitenden nicht niedriger als der tarifliche Mindestlohn ausfallen, den Gewerkschaften und Arbeitnehmende zusammen vereinbart haben.

    Zusatzleistungen zum Lohn.

    Neben dem Grundbetrag können im Arbeits- oder Tarifvertrag zusätzliche Sonderzahlungen vereinbart sein, z. B. Weihnachtsgeld oder Urlaubsgeld. Des Weiteren können es auch nicht-monetäre Sonderleistungen sein, wie beispielsweise Dienstwagen, Tankgutscheine, Zuschüsse für den ÖPNV, Smartphone auf Firmenkosten, Fortbildungen oder Rabatte für Mitarbeitende. Diese „geldwerten Vorteile“ können sowohl für Arbeitnehmende als auch für den Arbeitgeber deutliche steuerliche Vorteile mit sich bringen. Allerdings gelten hier Höchstsätze für steuerliche Freibeträge.

    Lohnfortzahlung im Krankheitsfall.

    Wenn man krank (bzw. arbeitsunfähig) geschrieben ist, greift das Entgeltfortzahlungsgesetz. Der Arbeitgeber ist dann verpflichtet, sechs Wochen den vollen Lohn weiterzuzahlen. Ist man länger krank geschrieben, zahlt die Krankenkasse ein Krankengeld in Höhe von 70 Prozent des Brutto-Lohns.

  5. Niedriglohn.

    Niedriglohn wird definiert als ein Arbeitsentgelt eines Vollzeitbeschäftigten, das sich auf Höhe der Armutsgrenze befindet („Sozialhilfeniveau“). Durch den niedrigen Lohn ist dem/der Arbeitnehmenden trotz Vollerwerbstätigkeit keine angemessene Existenzsicherung gewährleistet. Er liegt etwa bei 900 Euro, es gibt aber keinen allgemeinen Wert für den Niedriglohn, da er wegen der unterschiedlich hohen Lebenshaltungskosten regional verschieden ist. Durch die Einführung des gesetzlichen Mindestlohns in Höhe von 9,19 Euro im Jahr 2019 wurde dieser Missstand behoben.

    Bei einem Lohn von bis zu 450 Euro (ehemals 400 Euro) spricht man von einem sogenannten Minijob, der für Arbeitnehmende bis 2013 frei von Steuer- und Sozialabgaben war, wohingegen der Arbeitgeber Sozialabgaben leisten muss. So muss ein Arbeitgeber noch mit ungefähr 30 Prozent höheren Kosten rechnen. Als Maßnahme gegen drohende Altersarmut zahlen seit 2013 auch Minijobbende in die Rentenkasse ein. Man kann sich aber auch ohne Angabe von Gründen davon befreien lassen, sodass man weiterhin den vollen Betrag ausgezahlt bekommt.

    Für viele Menschen eignet sich der Minijob, um etwas dazuzuverdienen. Vor allem für Erziehende, Schüler_innen, Studierende und Rentner_innen ist ein Minijob als Nebenjob geeignet, um mehr Geld zur Verfügung zu haben.