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Ab in den Urlaub!

Urlaubsgeld

Urlaubsgeld

Du hast Lust auf Urlaub und hast mal gehört, dass es Urlaubsgeld gibt? ABSOLVENTA erklärt dir, was es mit dem Phänomen Urlaubsgeld auf sich hat, wann du es erhältst und wie hoch es ausfallen kann.  

Inhalt:

  1. Was ist Urlaubsgeld?
  2. Unterschied Urlaubsgeld und Urlaubsentgelt
  3. Regelung zum Anspruch auf Urlaubsgeld
  4. Urlaubsgeld und Kündigung
  5. Streichung Urlaubsgeld

Was ist Urlaubsgeld?

  • Urlaubsgeld ist – genau wie das Weihnachtsgeld – eine freiwillige finanzielle Zusatzleistung des Arbeitgebers an den Arbeitnehmer.
  • Beim Urlaubsgeld und Weihnachtsgeld spricht man auch vom 13. bzw. 14. Monatsgehalt.
  • Eine gesetzliche Regelung für Urlaubsgeld gibt es nicht.
  • Ungefähr 46 Prozent der Beschäftigten erhalten Urlaubsgeld.

Unterschied Urlaubsgeld und Urlaubsentgelt

Grundsätzlich muss man zwischen dem Urlaubsgeld und dem Urlaubsentgelt unterscheiden.

  • Beim Urlaubsentgelt handelt es sich um die ganz normale Lohnfortzahlung, die man während der Urlaubszeit erhält. Das Gehalt wird also nicht reduziert, wenn man wegen Urlaub weniger Tage im Betrieb ist.
  • Das Urlaubsgeld ist hingegen eine Extra-Leistung des Arbeitgebers an den Arbeitnehmer, die zusätzlich zum regulären Gehalt gezahlt wird.

Regelung zum Anspruch auf Urlaubsgeld

Anspruch Urlaubsgeld

Einen gesetzlichen Anspruch auf Urlaubsgeld gibt es leider nicht.

Allerdings können vertragliche Vereinbarungen zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer zu der Entstehung eines Anspruchs führen. Ein Anspruch auf Urlaubsgeld kann dann im Arbeitsvertrag, im Tarifvertrag oder in einer Betriebsvereinbarung festgeschrieben sein.

Auszahlung Urlaubsgeld

Die Auszahlung des Urlaubsgelds ist in der Regel nicht direkt an den Zeitpunkt des Urlaubs gekoppelt. Das Urlaubsgeld ist Bestandteil des Jahresgehalts und kann entweder als Festbetrag oder prozentual an den Monatslohn gekoppelt ausgezahlt werden. Hat dein Unternehmen das Urlaubsgeld als Einmalzahlung festgesetzt, wird es meist im Mai- oder Junigehalt ausgezahlt.

Die Zahlung des Urlaubsgeldes ist möglicherweise an bestimmte individuelle Vereinbarungen gebunden. Beispielsweise lassen sich bestimmte Wartefristen bis zur erstmaligen Zahlung vereinbaren. Auch ist es möglich, dass kein oder nur ein anteiliges Urlaubsgeld gezahlt wird, wenn man in Elternzeit, über einen längeren Zeitraum krank oder erst seit weniger als einem Jahr in dem Betrieb beschäftigt ist.

Höhe der Urlaubszahlung

Die Höhe der Urlaubszahlung ist unterschiedlich und nicht festgelegt. Dabei richtet sie sich nach der Branche, dem Unternehmen und der Dauer der Betriebszugehörigkeit. Zwischen 150 Euro und 2.000 Euro kannst du an Urlaubsgeld bekommen. 

Quelle: statista.de (2016): http://de.statista.com/statistik/daten/studie/70372/umfrage/tarifliche-jahressonderzahlung-nach-branchen/

Urlaubsgeld und Steuer

In jedem Fall ist das Urlaubsgeld komplett steuer- und sozialabgabenpflichtig, da es in dem Monat der Auszahlung auf den regulären Lohn draufgeschlagen wird. Dadurch verringert sich der eigentliche Betrag des Urlaubsgelds. Doch dadurch, dass man auf diese Weise etwas mehr in seine Rentenversicherung einzahlt, wirkt sich das auch positiv auf die spätere Rente aus.

Urlaubsgeld und Kündigung

Wenn dein Arbeitsverhältnis gekündigt wurde und du noch Anspruch auf Urlaubstage hat, diese aber nicht in Anspruch nehmen kannst, müssen sie finanziell abgegolten werden.

Auch (anteiliges) Urlaubsgeld ist selbst im Falle einer Kündigung fällig. Sogar im Todesfall können Angehörige noch Anspruch auf Urlaubsgeld erheben, falls zum Todeszeitpunkt das Urlaubsgeld zwar fällig, aber noch nicht ausgezahlt wurde.

Streichung von Urlaubsgeld nicht ohne Weiteres möglich

Gerade in wirtschaftlich schwachen oder unsicheren Zeiten versuchen Arbeitgeber von freiwilligen Zusatzleistungen zurückzutreten oder diese zu kürzen. Auf diese Weise wollen sie Personalkosten sparen. Ist das Urlaubsgeld im Tarifvertrag, in den Betriebsvereinbarungen oder im Arbeitsvertrag festgeschrieben, ist das jedoch nicht so ohne Weiteres möglich. Dann muss neu verhandelt werden.

Selbst wenn keine vertragliche Vereinbarung existiert, kann der Arbeitgeber das Urlaubsgeld unter bestimmten Voraussetzungen nicht einfach streichen. Hat der Arbeitgeber drei Jahre in Folge einen gleichbleibenden Betrag als Urlaubsgeld an seine Angestellten ohne ausdrücklichen Vorbehalt ausgezahlt, dann gilt das als so genannte Betriebliche Übung („Gewohnheitsrecht“). Durch die betriebliche Übung werden freiwillige Leistungen des Arbeitgebers zu verpflichtenden, denen sich der Arbeitgeber nicht mehr einseitig entziehen kann. Er kann die Zahlung also nicht ohne Weiteres einstellen, sondern muss drei Jahre in Folge mit dem ausdrücklichen Hinweis, dass die Sonderleistung in Zukunft eingestellt wird, zahlen. Legt aber keiner der Arbeitnehmer Widerspruch ein, gilt die betriebliche Übung als aufgehoben, und der Arbeitgeber muss kein Urlaubsgeld zahlen.

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