Das Weihnachtsgeld.

Das Weihnachtsgeld.
Knapp über 50 Prozent der deutschen Arbeitnehmer bekommen von ihrem Arbeitgeber Weihnachtsgeld. Neben dem Urlaubsgeld stellt das Weihnachtsgeld die populärste Form der finanziellen Sonderleistungen dar. Absolventa informiert.
Du suchst einen Job? So erhältst du kostenlos Job-Angebote.
  1. Wer bekommt Weihnachtsgeld?

    Etwa 55 Prozent der Arbeitnehmer erhalten Weihnachtsgeld. Dabei gibt es Unterschiede unter anderem nach Geschlecht, Region und Tarifbindung:

    • In den alten Bundesländern bekommen 58 Prozent der Beschäftigten Weihnachtsgeld, in den neuen Bundesländern nur 39 Prozent.
    • 57 Prozent der Männer erhalten Weihnachtsgeld, aber nur 51 Prozent der Frauen.
    • 56 Prozent der Beschäftigten mit einem unbefristeten Arbeitsvertrag bekommen zu Weihnachten eine Sonderzahlung, befristet beschäftigte Arbeitnehmer nur zu 45 Prozent.
    • 71 Prozent der Beschäftigte mit Tarifbindung erhalten das Extra-Gehalt, bei Beschäftigten ohne Tarifbindung sind es lediglich 41 Prozent.
    • 64 Prozent der Gewerkschaftsmitglieder erhalten Weihnachtsgeld, aber nur 52 Prozent der Nichtmitglieder.
  2. Weihnachtsgeld nach Branche.

    Folgende Übersicht zeigt den Anteil der Beschäftigten je Branche, die am Ende des Jahres Weihnachtsgeld bekommen.

    Branche Anteil Mehr Gehaltsinfos
    Pharma 45,7 Prozent Hier
    Chemie 44,5 Prozent Hier
    Mode 41,5 Prozent Hier
    Medizintechnik 38,9 Prozent Hier
    Steuerberatung 37,9 Prozent Hier
    Wirtschaftsprüfung 37,9 Prozent Hier
    Maschinenbau 37,7 Prozent Hier
    Forschung 36,3 Prozent Hier
    Elektortechnik 35,3 Prozent Hier
    Biotechnologie 33,2 Prozent Hier
    Banken 31,8 Prozent Hier
    Bauwesen 26,6 Prozent Hier
    Rechtsberatung 26,3 Prozent Hier
    Versicherungen 24,8 Prozent Hier
    Gesundheitswesen 24,7 Prozent Hier
    Logistik & Verkehr 24,4 Prozent Hier
    Soziale Einrichtungen 23,7 Prozent Hier
    Medien & Presse 20,4 Prozent Hier
    Werbung 10,4 Prozent Hier
    PR 10,4 Prozent Hier

    Quelle: gehalt.de

    In den meisten Fällen wird das Weihnachtsgeld mit dem November-Gehalt ausgezahlt. Die Zahlung erfüllt oftmals die Funktion einer zusätzlichen Motivation oder einer Zusatzbelohnung der erbrachten Arbeitsleistung im jeweiligen Jahr.

    Beim Weihnachtsgeld kann es sich entweder um einen Pauschalbetrag handeln, oder die Höhe ist prozentual abhängig vom Monatslohn. Grundsätzlich ist der Arbeitgeber verpflichtet, alle Angestellten in seinem Unternehmen bei der Zahlung von Weihnachtsgeld in gleichem Maße zu berücksichtigen. Wenn sachgemäße Gründe vorliegen, können bestimmte Arbeitnehmer allerdings einen abweichenden Betrag erhalten. Beispiele sind die Dauer der Betriebszugehörigkeit, Kinder oder lange Fehlzeiten. Ein gänzlicher Ausschluss von bestimmten Gruppen ist nur dann möglich, wenn beispielsweise Mitarbeiter im Erziehungsurlaub sind. Eine Ungleichbehandlung aufgrund des Geschlechts, der Art des Beschäftigungsverhältnisses oder Willkür ist hingegen nicht erlaubt, da dies eine Diskriminierung darstellen würde.

    Prozentuales Weihnachtsgeld

  3. Anspruch auf Weihnachtsgeld.

    Grundsätzlich haben Arbeitnehmer in Deutschland keinen gesetzlichen Anspruch auf Weihnachtsgeld. Allerdings kann für den Arbeitnehmer unter bestimmten Voraussetzungen ein Anspruch entstehen:

    Die „betriebliche Übung“ zählt zu den Gewohnheitsrechten und gilt, wenn ein Arbeitgeber drei Jahre in Folge seinen Angestellten Weihnachtsgeld gezahlt hat, ohne die Freiwilligkeit der Leistung ausdrücklich, schriftlich und eindeutig zu äußern. Dies kann beispielsweise auf einer Quittung oder am Schwarzen Brett geschehen. Sie kann außerdem zurückgenommen werden, indem der Arbeitgeber die Änderung über drei Jahre hinweg schriftlich zusammen mit der Zahlung ankündigt, allerdings nur, wenn die Mitarbeiter nicht widersprechen. Ebenso können zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer jederzeit individuelle Vereinbarungen über die Zahlung oder Nichtzahlung des Weihnachtsgeldes getroffen werden.

  4. Rückzahlung von Weihnachtsgeld.

    Der Arbeitgeber kann eine Rückzahlung des Weihnachtsgeldes fordern, wenn eine Stichtagsklausel oder eine Rückzahlungsklausel besteht.

    Die Stichtagsklausel besagt, dass ein Anspruch auf Sonderleistungen nur besteht, wenn das Beschäftigungsverhältnis zu einem bestimmten Zeitpunkt besteht und ungekündigt ist, zum Beispiel bis zum 31.12. eines Kalenderjahres. Dies gilt dann auch bei betriebsbedingter Kündigung. (Allerdings kann eine Stichtagsklausel auch unwirksam sein, wenn sie den Arbeitnehmer unangemessen benachteiligt.)

    Auch wenn eine so genannte Rückzahlungsklausel im Arbeitsvertrag vereinbart ist, kann der Arbeitgeber die Rückzahlung des Weihnachtsgeldes fordern. Allerdings muss diese Klausel im Vertrag eindeutig, ausdrücklich und überschaubar formuliert sein. Bei einem Weihnachtsgeld von unter 100 Euro ist eine Rückzahlungsklausel unwirksam. Bei einem Weihnachtsgeld in Höhe von bis zu einem Monatsgehalt ist eine betriebliche Bindung bis zum 31.03. und bei einer Zahlung von bis zu zwei Monatsgehältern sogar bis zum 30.06. des Folgejahres zulässig.

    Schon gewusst? So erhältst du Job-Anfragen von Top-Arbeitgebern.