Nebenjob Werkstudent: Alle rechtlichen Regelungen im Überblick.

Nebenjob Werkstudent: Alle rechtlichen Regelungen im Überblick.
Studenten und das liebe Geld: Dein BAföG reicht hinten und vorne nicht, deine Eltern willst du auch nicht weiter anpumpen. Was jetzt hilft, ist ein Werkstudenten-Job. Welche rechtlichen Rahmenbedingungen bei dieser Form der Nebenbeschäftigung greifen, wie hoch das Gehalt ausfällt sowie weitere Informationen und Hinweise, die du bei deinem Werkstudenten-Jobs beachten solltest, hat ABSOLVENTA für dich zusammengefasst. 
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  1. Die wichtigsten Fakten zur Beschäftigung als Werkstudent.

    • Werkstudenten müssen an einer Hochschule oder in einer fachlichen Ausbildung immatrikuliert sein.
    • Wöchentlich dürften Werkstudenten in der Vorlesungszeit nicht mehr als 20 Stunden pro Woche arbeiten.
    • Ausnahmen gelten hierbei jedoch für die Semesterferien.
    • Werkstudenten sind während des Studiums in der Kranken-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung versicherungsfrei mitversichert.
  2. Rechtliche Rahmenbedingungen als Werkstudent.

    Während deines Studiums kannst du nebenher als Werkstudent arbeiten. Dafür müssen folgende Regeln erfüllt sein:

    • Du musst während der gesamten Beschäftigungszeit an einer Hochschule oder in einer fachlichen Ausbildung in Vollzeit immatrikuliert sein und darfst deinen Abschluss noch nicht haben.
    • Du darfst im Semester nicht mehr als 20 Stunden pro Woche arbeiten (siehe Ausnahmen).
    • Du darfst dich nicht über deinem 25. Fachsemester befinden.
    • Du darfst nicht im Urlaubssemester sein.

    Ausnahmen: Die regelmäßige Arbeitszeit darf 20 Stunden in der Woche überschreiten, wenn

    • es sich um einen Nacht- und Wochenendarbeit handelt
    • oder die Beschäftigung auf die vorlesungsfreie Zeit beschränkt ist
    • oder die Beschäftigung während der vorlesungsfreien Zeit auf zwei Monate beschränkt ist

    Sozialversicherung.

    Als Werkstudent kommt dir ein besonderer Status in der Sozialversicherung zu: Deine Kranken- und Pflegeversicherung wird durch den Studentenstatus abgedeckt, da du für die Krankenkasse hauptberuflich Student bist. Die Arbeitslosenversicherung fällt weg. Du musst damit nur in die Rentenversicherung einzahlen.

    Arbeitsrecht.

    Arbeitsrechtlich zählst du als Werkstudent in der Regel zu den Teilzeitbeschäftigten. Dafür hast du mit deinem Unternehmen einen Arbeitsvertrag geschlossen.

    Wichtig – nicht reinlegen lassen: Werkstudenten-Jobs sind keine Jobs mit Werkvertrag! Wer einen Werkvertrag schließt, ist selbstständig tätig!

    Urlaub als Werkstudent.

    Grundsätzlich haben alle Beschäftigten Anspruch auf Urlaub, auch du als Werkstudent. Die Höhe des Urlaubsanspruches richtet sich hierbei nach dem Bundesurlaubsgesetz oder nach dem Arbeits- oder Tarifvertrag des Unternehmens. Meistens ist dein Urlaubsanspruch schon in deinem Arbeitsvertrag festgelegt. Nach dem Bundesurlaubsgesetz beträgt der Urlaubsanspruch bei Vollbeschäftigung, also einer 40 Stundenwoche an fünf Tagen, mindestens 20 Tage pro Jahr. Bei einer Beschäftigung von 20 Stunden in der Woche sind es die Hälfte, also 10 Urlaubstage pro Jahr. Der volle Urlaubsanspruch besteht jedoch erst, wenn das Arbeitsverhältnis schon sechs Monate andauert. Arbeitest du weniger als 20 Stunden die Woche und/oder auch kein ganzes Jahr als Werkstudent im Unternehmen, werden die Urlaubstage anteilig berechnet.

  3. Gehalt als Werkstudent.

    Mit einem Werkstudenten-Job fällst du unter die Mindestlohn-Regelung. Das heißt, du erhältst einen Stundenlohn von 8,84 Euro brutto. In vielen Firmen sind jedoch Stundenlöhne von 10 bis 15 Euro brutto festgesetzt. Arbeitest du 20 Stunden pro Woche auf Mindestlohn-Basis, verdienst du im Monat 707 Euro brutto. Eine Umfrage unter Werkstudenten hat ergeben, dass 41 Prozent der Werkstudenten 250 bis 500 Euro netto im Monat verdienen:

    VERDIENST MONATLICH (NETTO) ANTEIL DER BEFRAGTEN
    unter 250 Euro  24 %
    250 - 500 Euro 41 %
    500 - 750 Euro 13 %
    750 - 1.000 Euro 7 %
    über 1.000 Euro 6 %

    Quelle: statista.de (2015): http://de.statista.com/statistik/daten/studie/190637/umfrage/monatlicher-netto-verdienst-von-studenten-in-deutschland/ 

    Steuerfreibetrag als Werkstudent.

    Der Steuerfreibetrag liegt im Jahr 2016 bei 8.652 Euro. Bleibst du als Student unter dieser Grenze, musst du keine Abgaben zahlen. Dennoch wirst du auch mit einem Werkstudentenjob erstmal in eine Steuerklasse eingestuft. Je nach dieser Lohnsteuerklasse werden dir von deinem Werkstudentenjob Steuern abgezogen. Bist du zum Beispiel unverheiratet, verwitwet oder getrennt lebend und hast keine Kinder, wirst du in Lohnsteuerklasse I eingeteilt. In dieser werden dir erst von deinem Gehalt Steuern abgezogen, sobald du mehr als 960 Euro monatlich verdienst. Hast du deswegen als Student im vergangenen Jahr Lohnsteuer gezahlt, lohnt es sich oftmals eine Steuererklärung zu machen, um mögliche Steuern vom Finanzamt zurückerstattet zu bekommen.

  4. Werkstudenten-Job und staatliche Leistungen.

    Werkstudenten-Job und BAföG.

    Beziehst du während deines Studiums BAföG, dürfen deine Einkünfte nicht 4.800 Euro brutto im Jahr überschreiten. Das sind umgerechnet auf den Monat im Schnitt 400 Euro. Überschreiten deine Einkünfte neben dem Studium diese Grenze, werden deine BAföG-Leistungen gekürzt. Wie viel diese Kürzung beträgt, kannst du beim BAföG-Amt deiner Universität erfragen.

    Werkstudenten-Job und Kindergeld.

    Wenn du unter 25 Jahre alt bist und dich in deiner ersten Ausbildung befindest, erhältst du 184 Euro monatlich an Kindergeld. Dieses Geld ist nicht abhängig von deinem Werkstudentenverdienst. Jedoch bekommst du Kindergeld nur, solange du eingeschriebener Student bist und während des Semesters weniger als 20 Stunden in der Woche arbeitest, also genau die Regelungen, die für deinen Werkstudenten-Job gelten.

    Werkstudenten-Job und Waisenrente.

    Wenn ein Elternteil verstorben ist und Ansprüche bei der gesetzlichen Rentenversicherung gesammelt hat, erhalten die Kinder von der Deutschen Rentenversicherung eine monatliche Waisenrente. Diese beträgt 10 Prozent der Rente, die der Verstorbene erhalten hätte. Bis vor kurzem hat sich der Anspruch der Waisenrente noch durch eigenes Einkommen verringert. Seit dem 01. Juli 2015 entfällt diese Einkommensanrechnung auf (Halb-)Waisenrenten für volljährige Hinterbliebenenbezieher komplett. Das heißt, dein Werkstudenten-Job hat keine Auswirkung auf deine Waisenrente.

  5. Schon gewusst? So erhältst du Job-Anfragen von Top-Arbeitgebern.