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Alles Wissenswerte zur BAföG-Rückzahlung

Alles Wissenswerte zur BAföG-Rückzahlung

Hast du als Student BAföG erhalten, musst du das irgendwann zurückzahlen – soviel steht fest. Wenn du dich fragst, wann und in welcher Höhe die BAföG-Rückzahlung für dich fällig wird, erhältst du hier einen Überblick über alle Fakten zur BAföG-Rückzahlung. 

Inhalt:

  1. Wer muss BAföG zurückzahlen
  2. Wann beginnt die Rückzahlung
  3. Höhe und Dauer der Rückzahlung
  4. Freistellung wegen geringen Einkommens
  5. Nachlassmöglichkeiten

1. Wer muss BAföG zurückzahlen?

Hast du als Student einer Hochschule, einer Höheren Fachhochschule oder einer Akademie in deiner Studienzeit BAföG erhalten, muss du dies nach Ende deiner BAföG-Förderungshöchstdauer zurückzahlen.

Die BAföG-Förderung besteht zur Hälfte aus einem Zuschuss und zur anderen Hälfte aus einem zinsfreien Staatsdarlehen. Dieses Darlehen, sozusagen den zinsfreien Kredit vom Staat, musst du zurückzahlen. Beim Schüler-BAföG ist dies nicht der Fall, da dieses als Vollzuschuss gewährt wird. Schüler-BAföG musst du deswegen nicht zurückzahlen.

2. Wann beginnt die BAföG-Rückzahlung?

Ungefähr viereinhalb Jahren nach Ende der Förderungshöchstdauer (= die Regelstudienzeit) erhältst du einen Rückzahlungsbescheid vom Bundesverwaltungsamt. Die Förderungshöchstdauer bezieht sich dabei immer auf die Regelstudienzeit deines Bachelor-Studiengangs. Hast du einen Fachrichtungswechsel vollzogen, ist die Förderungshöchstdauer des zuletzt absolvierten Studiengangs entscheidend. Dadurch bezieht sich diese Regel immer auf dein Bachelorstudium und kann nicht auf die Bachelor-Master-Kombination angewendet werden.

Das Bundesverwaltungsamt informiert euch in dem Rückzahlungsbescheid über den Ablauf und die Höhe sowie die Dauer der Raten für die BAföG-Rückzahlung. Ein halbes Jahr nach dem Bescheid, also fünf Jahre nach Ende deiner Förderungshöchstdauer, musst du mit der ersten Rate der BAföG-Rückzahlung beginnen.

Wichtig ist, dass dein Bundesverwaltungsamt in Köln über deine aktuelle Anschrift verfügt! Diese kannst du auf der Internetseite des Bundesverwaltungsamtes eintragen. Gibst du sie nicht an, musst du 25 Euro für die Ermittlung deiner Anschrift bezahlen. Verzögert sich dadurch auch deine BAföG-Rückzahlung, können zusätzlich Verzugszinsen fällig werden.

3. Höhe und Dauer der BAföG-Rückzahlung

Die Rate für die BAföG-Rückzahlung beträgt 105 Euro pro Monat. Für die Rückzahlung des BAföGs hast du insgesamt 20 Jahre Zeit. Bezahlst du jedoch diese Rate jeden Monat, solltest du früher damit fertig sein.

Maximal musst du 10.000 Euro BAföG zurückzahlen. Das ist aber nur der Fall, wenn du während deines Studiums den BAföG-Höchstsatz empfangen hast. Musst du 10.000 Euro zurückzahlen und begleichst das in der vorgegebenen Ratenhöhe von 105 Euro monatlich, hast du in acht Jahren dein BAföG zurückgezahlt.

Dabei bezahlst du die Raten nicht jeden Monat, sondern für drei aufeinanderfolgende Monate in einer Summe, als alle drei Monate 315 Euro.

Hast du dich wegen geringen Einkommens freistellen lassen – siehe nächster Punkt – kann sich die Rückzahlungsfrist um maximal zehn Jahre, also auf 30 Jahre insgesamt, verlängern. Gegen Ende der Frist steigt die Höhe der Raten bzw. der Rest wird auf einen Schlag fällig.

4. Freistellung wegen geringen Einkommens

Die BAföG-Nachzahlung richtet sich jedoch auch nach der Höhe deines Einkommens. So gibt es eine festgelegte Einkommensgrenze. Bist du aufgrund eines geringen Einkommens unter dieser – zum Beispiel aufgrund von Arbeitslosigkeit –, kannst du beantragen, von der Rückzahlung freigestellt zu werden. Das bedeutet nicht, dass dir deine Schulden erlassen werden! Sondern du wirst vorübergehend, solange dein Einkommen unter der Einkommensgrenze liegt, von den Rückzahlungen verschont.

Die Einkommensgrenze erhöht sich für dich um einen festen Betrag, wenn du verheiratet bist, in einer eigentragenden Lebenspartnerschaft lebst und/oder ein eigenes Kind, ein Kind deines Ehe-/Lebenspartners oder ein Pflegekind im Haushalt betreust.

Zum 1. August 2016 wird die Einkommensgrenze erhöht. Die nachfolgende Tabelle zeigt dir die aktuellen sowie kommenden geltenden Beträge im Überblick. Der Darlehensnehmer-Betrag gibt jeweils das bereinigte monatliche Nettoeinkommen an. Also dein Gehalt abzüglich Steuern und Sozialversicherungen. Kindergeld wird hierbei nicht als Einkommen gezählt: 

  Ab Oktober 2010 Ab August 2016
Darlehensnehmer (du) 1.070 Euro 1.145 Euro
Ehegatte oder Lebenspartner 535 Euro 570 Euro
Jedes Kind 485 Euro 520 Euro

Anmerkung: Befindet sich der Ehe- oder Lebenspartner und/oder ein Kind in einer Ausbildung, die nach BAföG oder nach dem SGB III gefördert werden kann, so werden sie nicht berücksichtig!

Die Freistellung gilt normalerweise für ein Jahr und erfolgt auf Antrag. Diesen kannst du online auf der Internetseite des Bundesverwaltungsamtes stellen oder hier den PDF-Antrag herunterladen. Deine Einkommensnachweise musst du per Post einsenden. Rückwirkend kannst du die Freistellung bis zu vier Monate beantragen.

5. Nachlass bei Rückzahlung auf einen Schlag und Teilerlassmöglichkeiten

Wenn du dein BAföG-Darlehen auf einen Schlag komplett oder in großen Teilen zurückzahlen kannst, kannst du einen Nachlass auf die Darlehensschuld in Höhe von bis zu 50 Prozent erhalten. Mit dem Rückzahlungsbescheid erhältst du direkt ein Angebot für diese Möglichkeit. Dein BAföG auf einen Schlag zurückzuzahlen ist sehr empfehlenswert, weil der gewährte Nachlass oftmals nochmal sehr hoch ist. Hast du das Geld nicht, empfiehlt es sich, bei Eltern oder Großeltern Geld zu leihen.

Teilerlassmöglichkeiten sind sukzessive abgeschafft worden. Die Erlassmöglichkeiten aufgrund von Kindererziehung giht es bereits seit dem 31. Dezember 2009 nicht mehr. Bei guten Leistungen oder einem schnellen Studium hast du einen Teil der Darlehensschuld erlassen bekommen, wenn du deine Ausbildung bis zum 31. Dezember 2012 abgeschlossen hast.

Weitere Informationen hierzu findest du auf der Seite des Bundesverwaltungsamtes.

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