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Tipps für die Zwischenzeit

Arbeitslos nach dem Studium – Aus der Not eine Tugend machen

Arbeitslos nach dem Studium – Aus der Not eine Tugend machen

Statt Karrierestart folgt die Enttäuschung: Obwohl sie einen erfolgreichen Abschluss haben, finden viele Absolventen nicht sofort eine Anstellung und fürchten um ihre Zukunft. Doch zwischen Abschluss und dem ersten Arbeitsplatz können ein paar Wochen oder auch ein ganzes Jahr liegen. Laut Studien finden jedoch über 95 Prozent der Hochschulabsolventen langfristig einen festen Job. Wir haben Tipps, was du beachten musst und wie du die arbeitslose Zeit nach deinem Studium sinnvoll nutzt. 

Inhalt:

  1. Arbeitslos nach dem Studium: Grundsätzliches
  2. Wichtige Fragen:
  3. Tipps für die arbeitslose Zeit

Arbeitslos nach dem Studium: Grundsätzliches

„Und was willst du später einmal damit machen?“ – diese Frage dürfte vielen Studenten wohl vertraut sein. Gerade Studierende von sogenannten Orchideenfächern wie Afrikanistik oder Paläontologie (Geowissenschaften) werden von Familie und Freunden immer wieder nach der „Berufsbefähigung“ ihres Studienganges gefragt. Wenn die Absolventen nach dem Abschluss dann nicht sofort eine Anstellung finden, sieht manch einer die Befürchtungen der lieben Verwandtschaft bestätigt. Doch sollte man den Teufel nicht sofort an die Wand malen.

Auch der Status „Elite-Uni“ und gute Noten sind kein Patentrezept für einen erfolgreichen Karrierestart. Geschichten von endlosen Praktika und Hartz-IV verunsichern viele Absolventen und tragen zum Selbstzweifel bei. Natürlich besteht tendenziell auf dem Arbeitsmarkt für Ingenieure, Maschinenbauer und Naturwissenschaftler eine größere Nachfrage, sodass sich Geistes- und Sozialwissenschaftler mitunter auf längere Wartezeiten einstellen müssen. Der Trost: Arbeitslose Absolventen sind nicht die Ausnahme, sondern die Regel. Die Zeit bis zum ersten Arbeitsplatz kann sich von ein paar Tagen bis hin zu einem Jahr erstrecken. Doch die Zahl der arbeitslosen Akademiker insgesamt liegt in Deutschland langfristig unter fünf Prozent.

Arbeitslosigkeit nach Abschluss-Art in Deutschland

Quelle: http://doku.iab.de/kurzber/2015/kb1115.pdf

Wichtige Fragen

Welche Fragen du klären solltest, wenn du nach deinem Studium arbeitslos bist

Findest du nach deinem Hochschulabschluss nicht sofort einen Job, gibt es wichtige Frage zu klären. Hierzu gehören zum Beispiel, wie du dich nach deinem Abschluss finanzierst – schließlich bist du kein Student mehr und die BAföG-Unterstützung fällt weg. Auch gilt es zu klären, wie sinnvoll es ist, sich arbeitslos zu melden und wie viel Arbeitslosengeld dir zusteht.

Arbeitslos melden: Musst du dich nach dem Studium arbeitslos melden?

Wer nach dem Abschluss nicht sofort ins Berufsleben einsteigen kann, muss sich nicht zwangsweise bei der Bundesagentur für Arbeit als „arbeitslos“ melden. Dennoch ist eine Beratung sinnvoll – auch im Hinblick auf eine finanzielle Unterstützung. Wer nicht auf die Unterstützung seiner Eltern zurückgreifen kann, findet in einem Gespräch bei der Bundesagentur fachkundige Hilfe. Hierum solltest du dich jedoch frühzeitig – mindestens drei Monate vor Abschluss deines Studiums – kümmern.

Hier findest du ein Merkblatt zur Arbeitslosigkeit von der Bundesagentur für Arbeit

Finanzielle Unterstützung: Welche finanzielle Unterstützung kannst du nach deinem Studium erhalten?

Grundsätzlich haben Absolventen Anspruch auf Arbeitslosengeld II, auch als Hartz-IV bekannt. Dieses beläuft sich aktuell auf 391 Euro im Monat plus Miete, Heiz- und Nebenkosten sowie den Beitrag zur gesetzlichen Kranken- und Pflegeversicherung. Auch für Bewerbungen und Weiterbildungen (Volkshochschulkurse, Umschulungen, etc.) übernimmt die Arbeitsagentur teilweise die Kosten. Achtung: Die Agentur kann auch arbeitslose Hochschulabsolventen zu sogenannten Ein-Euro-Jobs verdonnern. Hartz-IV-Empfänger dürfen diese Angebote nicht ablehnen, auch wenn der Minijob nicht dem eigentlichen Berufswunsch entspricht.

Krankenversicherung: Wie ist deine Krankenversicherung geregelt?

Während deines Studiums bist du bei deinen Eltern mitversichert, das gilt aber nur solange du dich in einem Ausbildungsverhältnis befindest. Nach deinem Studium musst du dich also um Alternativen kümmern.

Das Arbeitslosengeld II deckt auch den Betrag für die Krankenversicherung ab. Solange du also Hartz IV bekommst, bist du auch krankenversichert. Nimmst du kein Arbeitslosengeld II in Anspruch, musst du dich bei deiner Krankenkasse freiwillig versichern. Selbst wenn du als Absolvent noch nichts verdienst, musst du für ein fiktives Mindesteinkommen Beiträge an die Krankenkasse zahlen. 2016 beträgt das Mindesteinkommen für sonstige freiwillig Versicherte in der GKV 968,33 Euro. Wenn du also so eingestuft wirst, zahlst du 2016 monatlich 137,57 Euro plus Zusatzbeitrag plus Pflegeversicherung für die Krankenversicherung (Quelle: https://www.krankenkassen.de/gesetzliche-krankenkassen/krankenkasse-beitrag/freiwillig-versichert-gkv/).

Tipps für die arbeitslose Zeit

Wie du die Zeit nach dem Studium sinnvoll nutzt

Die Bachelor- und Master-Studiengänge sind straff organisiert. Da heißt es: Ohne Pause Klausuren und mündliche Prüfungen nacheinander abhaken, vielen müssen noch nebenbei Geld verdienen und das Studentenleben muss dann eben mal zurückstecken. Eine Auszeit nach dem Studium bietet dir deswegen auch Möglichkeiten, verpasste Erfahrungen nachzuholen oder andere Interessen zu entdecken. Wir geben dir Tipps, wie du dich in deiner arbeitslosen Zeit nach dem Studienabschluss beschäftigen kannst.

Bewerbungen schreiben

Die arbeitslose Zeit sollte vor allem für Bewerbungen genutzt werden, denn der Traumjob fällt keinem Absolventen vor die Füße und irgendwann sollte auch ein Ende der Arbeitslosigkeit in Sicht sein. Strukturiere hierfür deinen Tag klar und setze dir feste Ziele: Täglich die aktuellen Stellenangebote checken, zwei bis drei Bewerbungen schreiben und die eigenen Bewerbungsunterlagen perfektionieren. Auch eine eigene Homepage kann den Bewerbungsprozess beschleunigen.

Das Bewerben kann ein Fulltime-Job sein. Aber Vorsicht! Von 08/15 Bewerbungen, Standardfloskeln oder Massenanschreiben ist abzuraten. Hier schleichen sich schnell Fehler ein. Eine falsche Adresse oder wiederholte Rechtschreibfehler sind für viele Arbeitgeber „Knock-out“-Kriterien. Unser Tipp: Jede Bewerbung sollte individuell auf das jeweilige Stellenangebot angepasst werden. Ob Informatiker oder Absolvent eines Orchideenfachs, letztlich zählen die richtige Einstellung und das Engagement. Wer kontinuierlich am Berufseinstieg arbeitet, findet über kurz oder lang den richtigen Job.

>> Alle Tipps für die gelungene Bewerbung findest du hier!

Praktika absolvieren

Hattest du während deines Studiums nicht die Zeit, relevante Praxiserfahrung zu sammeln, kannst du das jetzt nach deinem Abschluss nachholen. Praktika sind für Unternehmen immer noch entscheidende Einflussfaktoren bei der Auswahl neuer Mitarbeiter. Wenn du überzeugst und das Unternehmen freie Stellen hat, kann sich aus einem Praktikum auch eine Festanstellung ergeben. Beachte jedoch, dass nach deinem Hochschulabschluss ein Praktikum ein freiwilliges Praktikum ist. Dauert dieses unter drei Monaten muss es nicht vergütet werden, dauert es länger als drei Monate muss es auch rückwirkend mit dem Mindestlohn vergütet werden.

Fort- und Weiterbildungen

Die (Frei-)Zeit nach dem Abschluss nutzen viele Absolventen, um individuelle Fähigkeiten zu erweitern und an ihrem Qualifikationsprofil zu schleifen. Nebenjobs und auch Sprach- oder IT-Kurse sind lohnende Investitionen in die berufliche Zukunft und lassen daneben meist genug Zeit für Bewerbungen und Vorstellungsgespräche. Gerade Absolventen von Orchideenfächern können sich durch gezielte Weiterbildungen den Quereinstieg erleichtern.

Ehrenamtliches Engagement

Doch auch ehrenamtliche Tätigkeiten wie Schülerhilfe und Altenpflege sind eine prima Möglichkeit, um sogenannte Soft Skills zu erwerben. Denn viele Arbeitgeber legen nicht mehr nur Wert auf die Abschlussnote, sondern auch auf die Persönlichkeit des Bewerbers.

Auslandsaufenthalt

Eine weitere Möglichkeit ist, deine anstehende Lücke im Lebenslauf durch eine größere Reise zu kompensieren. So kannst du entweder durch Australien oder Thailand backpacken, als Au-Pair in London arbeiten oder deine Spanisch-Kenntnisse in Südamerika vertiefen. Diese Reisen kannst du als Erfahrungen und kulturelle Kompetenzen in deinem Lebenslauf verbuchen. 

Registrierung bei Vermittlungsagenturen und Jobbörsen

Für Absolventen ist es lohnenswert, sich bei einer Vermittlungsagentur oder Jobbörse zu registrieren. Solche Job-Pools bieten die Möglichkeit, wichtige Kontakte zu Unternehmen zu knüpfen und die eigenen Netzwerke auszubauen. Auch bei der Jobbörse ABSOLVENTA können sich Studenten, Absolventen und Young Professionals aller Fachrichtungen ein Online-Profil anlegen, um sich von potenziellen Arbeitgebern finden zu lassen. Zudem hat sich ABSOLVENTA darauf spezialisiert, Jobs für junge Akademiker anzubieten. Diese Spezialisierung erleichtert die Suche nach dem richtigen Job, der sich im Überangebot des Internets teilweise genauso schwer finden lässt wie eine Nadel im Heuhaufen.

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Über den Autor

Noemi Haderlein
Noemi Haderlein

Als Content Managerin kümmert sich Noemi Haderlein seit 2015 um die Inhalte von ABSOLVENTA und schreibt zu allen Themen, die Studenten und Berufseinsteiger rund um Studium, Bewerbung und ersten Job interessieren.

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