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Zweitstudium: Per Umweg zum Karriereziel

Zweitstudium: Per Umweg zum Karriereziel

Viele Wege führen zum Traumjob, aber nicht immer verlaufen sie geradlinig. Wer mit seinem Studiengang unzufrieden war oder sich um schlechte Berufsaussichten sorgt, kann ein Zweitstudium anschließen. Die Entscheidung zum Zweitstudium fällt jedoch häufig nicht leicht. Statt Berufsstart warten weitere lernintensive Jahre, eine deutliche finanzielle Belastung und bürokratische Hürden auf den Absolventen. Doch ein Zweitstudium kann sich auszahlen.  

Zweitstudium

Zwischen dem ersten Semester und dem Abschlusszeugnis liegen viele Stunden intensiven Lernens, unzählige Hausarbeiten und Prüfungen und viel Stress. Doch wer sich nach seinem Studienabschluss noch nicht ausreichend für die Arbeitswelt gewappnet fühlt, kann seine bisherigen Qualifikationen durch ein Zweitstudium erweitern.

Zweitstudium – Was, wer und warum nur?

Ein Student, der sein Studium abbricht und ein zweites aufnimmt, absolviert noch lange kein Zweitstudium.

Ein Zweitstudium bedeutet, dass nach einem ersten Hochschulabschluss ein zweites grundständiges Studium folgt. Ein Aufbau- oder Ergänzungsstudium wie ein Masterstudiengang fällt daher nicht unter die Kategorie „Zweitstudium“.

Gründe für ein Zweitstudium gibt es viele. Vielleicht haben sich die Interessen während des Studiums verlagert, die beruflichen Perspektiven entsprechen nicht den Vorstellungen des Absolventen oder der Arbeitsmarkt sieht schlecht aus. Oftmals spielt auch die Erweiterung der erworbenen Fachkenntnisse eine wichtige Rolle. In jedem Fall bedarf es zum Zweitstudium einer ordentlichen Portion „Liebe zum Studieren“.

Bewerbung und Zulassungsbeschränkungen

Für ein Zweitstudium ist die Abiturnote meist kaum von Interesse. Bei der Studienplatzvergabe zählt neben der Abschlussnote des Erststudiums besonders das Motivationsschreiben. In jedem Studiengang sind nur sehr wenige Plätze für Absolventen im Zweitstudium vorgesehen – durchschnittlich 2 bis 3 Studienplätze pro Fachrichtung. Daher ist das Motivationsschreiben von großer Bedeutung. Mitunter müssen die Bewerber ihren Wunsch auch in einem persönlichen Gespräch mit einem Fachprofessor begründen.

Alles eine Frage des Geldes?

Über ein Zweitstudium entscheidet auch die Ausgangssituation des Absolventen. Während für ein Erststudium in den meisten Bundesländern keine Studiengebühren anfallen, ist ein Zweitstudium mitunter eine kostspielige Angelegenheit. Ein BAföG-Antrag hat nur dann Aussicht auf Erfolg, wenn das Zweitstudium für den späteren Beruf erforderlich ist. Wer ein Zweitstudium erwägt, sollte seine Familie und Freunde mit in den Entscheidungsprozess einbeziehen. Der Rückhalt im Familien- und Freundeskreis spielt für ein weiteres Studium eine wichtige Rolle – auch unter finanziellen Aspekten. Wer keine Unterstützung durch seine Eltern erhält, muss entweder einen Nebenjob oder einen Studienkredit aufnehmen. Doch nicht jede Bank bietet eine solche Finanzierung an und auch die Zinssätze unterscheiden sich stark. Hier sollte man sich Zeit für die Recherche nehmen und die Angebote in Ruhe vergleichen.

Zweitstudium – Karriereoption oder Zeitverlust

Angesichts der schweren Zugangsmöglichkeiten und der Finanzierung fällt der Entschluss zum Zweitstudium nicht leicht. Ein erneutes Studium verzögert nicht nur den Berufseinstieg, sondern verlangt auch ein hohes Maß an Engagement, Zeit und Motivation – abgesehen von den bürokratischen Hürden. Ein Zweitstudium bietet aber die Chance, die eigenen Fähigkeiten zu erweitern und die Aussichten auf dem Arbeitsmarkt zu erhöhen. Manch ein Lehramts-Absolvent stellt erst im Referendariat fest, dass ihm die nötige Geduld für den Job fehlt. Anstatt sich und auch die Schüler jahrelang unglücklich zu machen, kann ein Zweitstudium zum Traumjob verhelfen. Außerdem: Wer Freude in seinem Job hat, engagiert sich nicht nur mehr, sondern erzielt auch langfristig bessere Erfolge. Zwar liegt die Arbeitslosenquote von Akademikern in Deutschland kontinuierlich unter 3 Prozent, doch in einzelnen Fällen kann eine Neuorientierung der richtige Schritt zum Wunschjob sein.

Neustart statt Nullstart

Ein weiterer Vorteil des Zweitstudiums: Wer schon einmal erfolgreich ein Studium absolviert hat, fängt nicht vollkommen bei Null an. Bei thematisch naheliegenden Studiengängen lassen sich bereits erbrachte Leistungsnachweise oftmals im Zweitstudium anrechnen und verkürzen das Studium. Auch die Anforderungen im Studienalltag sind für einen Hochschulabsolventen keine Herausforderungen mehr. Der Zweitstudent kann auf seine eigenen Erfahrungswerte zurückgreifen: Wie organisiere ich meinen Studienalltag? Wie viele Lehrveranstaltungen kann ich pro Semester absolvieren? Wie viel Zeit beansprucht die Vor- und Nachbereitung?

Wenn das Zweitstudium nicht mit einem Hochschulwechsel einhergeht, sind auch die Wege zum Prüfungsamt, zur Bibliothek oder der Studienberatung keine zusätzlichen Stressfaktoren mehr. All diese Dinge sind im Zweitstudium hilfreich und sparen Zeit und Nerven. Im Gegensatz zum Erststudenten kann der Zweitstudent häufig auf ein festes soziales Netzwerk im Hochschulalltag zurückgreifen. Die Wahrscheinlichkeit ist groß, dass zumindest einige ehemalige Kommilitonen oder Dozenten in den Fluren der Hochschule anzutreffen sind.

Trotz aller Vorkenntnisse bedeutet ein Zweitstudium jedoch mindestens drei weitere Jahre intensiven Studierens. Ist man sich dessen bewusst und hat man die anderen Hürden erfolgreich genommen, gibt es somit nur noch ein Motto: Pauken, was das Zeug hält.

Die Jobbörse ABSOLVENTA wünscht viel Erfolg beim Zweitstudium!

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