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Im Vergleich

Private Hochschulen vs. staatliche Hochschulen

Private Hochschulen vs. staatliche Hochschulen

Die Anmeldungen an privaten Hochschulen in Deutschland steigen, so lautet das Ergebnis des Bildungsberichtes von 2012. Seit 1998 haben sich die Teilnehmerzahlen in privaten Einrichtungen um 26 Prozent erhöht. Doch wo studiert es sich besser? Die Jobbörse ABSOLVENTA fühlt den Vor- und Nachteilen von privaten und staatlichen Hochschulen auf den Zahn.

Hochschulen im Vergleich

Studenten an privaten Hochschulen machen in Deutschland lediglich 6 Prozent von allen Studierenden aus. Dennoch zeichnet sich ein deutlicher Trend zum Privatstudium ab. Im Jahr 2009 waren in Deutschland 4,5 Prozent aller Studenten an privaten Hochschulen immatrikuliert – 2000 lag der Anteil noch bei 1,2 Prozent. Studiert es sich an einer privaten Alma Mater besser als an einer staatlichen Hochschule?

Studiengebühren und Zulassung

Die jährlichen Gebühren von 3.000 bis 10.000 Euro öffnen eher einem elitären Teil der Abiturienten die Tore zum Privatstudium.

Hier zählt neben der Schülerleistung auch der Geldbeutel der Eltern. Doch Geld allein macht noch längst keinen Privatstudenten aus. Die Bewerber durchlaufen einen umfangreichen Bewerbungsprozess, der Gespräche mit Psychologen und Eignungstests einschließt. Bewerber für eine private Hochschule müssen somit deutlich mehr Zeit für die Bewerbung investieren, doch können sich auch weniger erfolgreiche Abiturienten ihren Traum vom Studium erfüllen. Der Fokus in den Auswahlgesprächen liegt besonders auf den Soft Skills der Bewerber. Wenn der Typ „Mensch“ zum Typ „Hochschule“ passt, spielt der Notendurchschnitt nur noch eine Nebenrolle.

Über horrende Studiengebühren können Studenten an staatlichen Hochschulen nur schmunzeln. Ein Bundesland nach dem anderen schafft die Studiengebühren im Erststudium ab. Nur Bayern und Niedersachen favorisieren noch das Bezahlstudium. Der Semesterbeitrag liegt in der Regel bei 200 bis 300 Euro und beinhaltet oft die Nutzung des öffentlichen Nahverkehrs. Allerdings zählt bei der Studienplatzvergabe an staatlichen Hochschulen allein die Abiturnote. Daher ist die Warteliste für beliebte Studiengänge wie Medizin und Rechtswissenschaften teilweise sehr lang und schließt mitunter auch mehrere Wartesemester mit ein.

Organisation, Betreuung und Ausstattung

Private Hochschulen punkten vor allem durch überschaubare Studentenzahlen, kleinere Lerngruppen und einen engeren Kontakt zu den Dozenten. Privatstudenten werden in den kleineren Seminaren nicht nur individuell gefördert, sondern erhalten auch bei der Organisation im Studienalltag eine umfassendere Betreuung. Es ist kein Geheimnis, dass private Einrichtungen u.a. durch Sponsorenspenden über ein stattliches Budget verfügen. Modernste Ausstattung und international hochrangige Gastdozenten gehören zum gängigen Standard.

Überlaufende Studiengänge sind an staatlichen Hochschulen längst zum Alltag geworden: Überfüllte Vorlesungssäle und teilweise antike Ausstattungen erschweren die Lehrvermittlung. Massenstudiengänge wie BWL und Germanistik ermöglichen kaum einen persönlichen Kontakt zum Lehrpersonal und überlassen die Studenten weitgehend ihrem eigenen Schicksal. Doch darin liegt gleichzeitig eine Chance: Die Studierenden organisieren sich selbst und sind zur stärkeren Eigeninitiative angetrieben.

Lehre und Karrierechancen

Offene Studienplätze oder leere Seminare können sich die privaten Hochschulen nicht leisten. Daher beschränken sie sich auf einzelne Fachbereiche wie Wirtschaft, Tourismus, Gesundheit oder Technik. In Absprache mit Unternehmen werden vereinzelt auch exotische Studiengänge angeboten. Die Nähe zur Wirtschaft ist ein großer Prestigepunkt für private Hochschulen. Schon während des Studiums knüpfen die Studenten durch Praktika oder Gastvorträge Kontakte zu potentiellen Arbeitgebern, die sie als Absolventen nutzen können.

Auch die staatlichen Hochschulen haben einige Trümpfe im Ärmel. Die staatlichen Einrichtungen locken mit einem breit gefächerten Studienangebot von A wie Architektur bis Z wie Zoologie. Auch hier können die Studenten Praxisluft schnuppern, wenn sie sich eigenverantwortlich bewerben. Viele Studiengänge sehen ein eigenes Praxissemester vor, um den Studierenden die Chance auf praktische Berufserfahrung zu ermöglichen. Wer erfolgreich die Anforderungen einer Massenuni meistert, gewinnt zudem an Selbstständigkeit, Durchsetzungsvermögen und Ausdauer dazu. Diese Schlüsselqualifikationen wissen viele Arbeitgeber zu schätzen.

Verschulung und Studentenleben

Intensivere Betreuung und klare Studiengestaltung an den privaten Hochschulen bedeuten vor allem verschulte Studiengänge. Die festen Studienstrukturen heizen Individualisten ein und lassen weniger Zeit für das Studentenleben. Oftmals schränken auch die hohen Semestergebühren das Budget für Freizeitaktivitäten enorm ein.

Studenten an staatlichen Hochschulen können ihren Studienalltag tendenziell freier gestalten. Im Zuge des Bologna-Prozesses wird das Lernen für die nächste Prüfung allerdings wichtiger als ein individuelles Selbststudium. Gerade in den überfüllten Fluren einer staatlichen Lehranstalt ergibt sich schnell die Gelegenheit zu internationalen Bekanntschaften. Doch auch hier gilt: Von nichts kommt nichts.

Private vs. staatliche Hochschulen: Wo studiert es sich besser?

Das Studium an einer privaten oder an einer staatlichen Hochschule unterscheidet sich grundsätzlich voneinander. Doch in Folge der Bologna-Reform nähern sich die Hochschulen einander an. Wer sich ein straff organisiertes Studium mit starkem Praxisbezug wünscht und über das notwendige Kleingeld verfügt, für denjenigen ist die private Hochschule die richtige Wahl. Wer jedoch ein individuelleres Studieren mit viel Entscheidungsfreiheit anstrebt, und sich von überfüllten Hörsälen nicht abschrecken lässt, der sollte sich für eine staatliche Hochschule entscheiden.

Die Jobbörse ABSOLVENTA wünscht einen erfolgreichen Start ins Studium!


Lies auch:
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Über den Autor

Claudia Wegner
Claudia Wegner

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