Der etwas andere Lohn

Das Honorar

Das Honorar

Die Arbeitsleistung eines Menschen kann auf unterschiedliche Art und Weise vergütet werden. Je nach Beruf und Anstellungsverhältnis wird das Arbeitsentgelt auch unterschiedlich bezeichnet. Vor allem Freiberufler bekommen kein Gehalt oder Lohn, sondern ein Honorar. ABSOLVENTA erklärt, worum es sich dabei genau handelt.

Inhalt

  1. Definition Honorar
  2. Honorar für Anwälte, Architekten und Steuerberater
  3. Ausfallhonorar
  4. Geschichte des Honorars

Definition Honorar

Mit einem Honorar werden in der Regel die Arbeitsleistungen von freiberuflich Tätigen vergütet, zum Beispiel Journalisten, Autoren, Architekten oder Künstler. Art und Umfang der Arbeit sowie die Höhe des Honorars werden im Honorarvertrag festgeschrieben. Im Gegensatz zu Lohn und Gehalt werden vom Honorar keine Steuern und Sozialabgaben direkt abgezogen. Dies muss der Honorarempfänger selbständig an die entsprechenden Stellen abführen.

Honorar für Anwälte, Architekten und Steuerberater

Einige Berufszweige, die auf Honorarbasis arbeiten, berechnen ihr Arbeitsentgelt nach den aktuellen Gebührenverordnungen, zum Beispiel Steuerberater, Anwälte und Architekten. Die Gebühren für Steuerberatung sind in so genannten Gebührenrahmen in der Steuerberatergebührenverordnung (StBGebV) gesetzlich festgelegt und bemessen sich nach Umfang und Schwierigkeitsgrad des Auftrages.

Für Rechtsanwälte gilt das Rechtsanwaltsvergütungsgesetz (RVG). Allerdings können im Honorarvertrag auch andere Vergütungen vereinbart werden. Das Gesetz schreibt lediglich für die Erstberatung ein Honorar von maximal 190 Euro vor. Wird nichts mit dem Mandaten vereinbart, kann der Rechtsanwalt laut Bürgerlichem Gesetzbuch (BGB) eine „übliche Vergütung“ verlangen. Das Honorar von Architekten ist nicht frei verhandelbar, sondern in der Honorarordnung für Architekten und Ingenieure (HOAI) festgeschrieben.

Ausfallhonorar

Wird ein Honorarauftrag kurzfristig abgesagt, stellt sich die Frage nach einem Ausfallhonorar. Im Allgemeinen kann ein Ausfallhonorar bei Vertragsabschluss vereinbart werden. Die Rechtslage ist hier allerdings unklar. Eine eindeutige gesetzliche Regelung gibt es nicht. Vielmehr regeln im Zweifelsfall verschiedene Paragraphen des BGB die Ansprüche von Honorarempfängern gegenüber ihren Kunden oder Mandanten. Aufgrund der unklaren Rechtslage existieren viele Gerichtsurteile, in denen Einzelfälle individuell geklärt werden. Besonders in medizinischen Berufen ist das Ausfallhonorar für nicht eingehaltene Behandlungstermine ein viel diskutiertes Thema.

Geschichte des Honorars

Ursprünglich entstand das Honorar im alten Rom als Ehrenlohn der Mitglieder des Senats, die eine rechtsberatende Tätigkeit ausübten. Es galt als standesunwürdig, dafür einen Lohn entgegenzunehmen. Vielmehr ging es ihnen um soziales Prestige und politischen Einfluss. Allerdings war es den Mitgliedern erlaubt, ein „Honorarium“ entgegenzunehmen, von dem sich der heutige Begriff ableitet.

>> Weitere Infos und Tipps zum Thema Arbeitsentgelt

Beliebte Artikel aus unserem Karriereguide

Das Einstellungsgespräch
Tipps zum richtigen Verhalten

Das Einstellungsgespräch

Wer eine Einladung zu einem Einstellungsgespräch erhält, hat den Arbeitgeber mit seinen Bewerbungsunterlagen überzeugt. Glückwunsch! Im persönlichen Gespräch gilt es nun, diesen positiven Eindruck zu bestätigen. ABSOLVENTA gibt Tipps für ein erfolgreiches Einstellungsgespräch.

Zum Artikel
Karriere bei Webasto: Einblicke vom Arbeitgeber
Personaler im Interview

Karriere bei Webasto: Einblicke vom Arbeitgeber

Jürgen Zürlein, Vice President der HR-Abteilung bei Webasto, erklärt im Interview mit ABSOLVENTA, warum sich ein Einstieg bei Webasto lohnt und welche Anforderungen an die Bewerber gestellt werden. Als Zulieferer der Fahrzeugindustrie beschäftigt Webasto weltweit mehr als 10.000 Mitarbeiter und bietet so verschieden...

Zum Artikel
Berufseinstieg bei KPMG: Erfahrungen
Insider-Interview

Berufseinstieg bei KPMG: Erfahrungen

Kristina Neumann (23) hat an der Hamburg School of Business Administration ihren Bachelor-Abschluss erworben, bevor sie bei der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG ins Berufsleben eingestiegen ist. Im Interview mit ABSOLVENTA spricht sie über ihre Erfahrungen im Auswahlprozess, die Einarbeitung und Betreuung durch ...

Zum Artikel