Gehaltsbestandteile

Boni, Prämien und geldwerte Vorteile

Boni, Prämien und geldwerte Vorteile

Prämien, Boni, geldwerte Vorteile, Belegschaftsrabatte, Steuer-Freigrenze? Unzählige Begriffe und Gesetze regeln Sonderzahlungen und Extras zum Gehalt. Besonders interessant daran ist, dass auf viele Extras keine oder verringerte Steuern und Sozialabgaben fällig werden. Das ist für Dich als Arbeitnehmer günstiger, aber auch für Deinen Chef. Deswegen lässt er sich geldwerte Vorteile oft leichter abringen, als eine Gehaltserhöhung. Die Jobbörse ABSOLVENTA bringt Klarheit ins Wirrwarr der Gehalts-Extras, zeigt Dir was Du so alles in der Gehaltsverhandlung fordern kannst und was bei der Versteuerung zu beachten ist.

 

Boni

Ein Bonus betrifft in der Regel alle Angestellten in einem Unternehmen, unabhängig von der persönlichen Leistung. Dies wird als Möglichkeit gesehen, nicht nur die Eigner, sondern auch die Mitarbeiter an Gewinnen der Firma teilhaben zu lassen. Die Ausschüttung von Boni kann entweder als pauschale Summe erfolgen oder sich prozentual am Grundeinkommen orientieren.

Prämien I

Im Gegensatz dazu hängen Prämien von Deiner individuellen Leistung und den getroffenen Zielvereinbarungen ab und dienen der Steigerung der Arbeitsmotivation. „Hier sollte man klar mit dem Arbeitgeber festlegen, wie und wann nach welchen Leistungen die Vergütung gezahlt wird“, empfiehlt Arbeitsrechtspezialist Jean-Martin Jünger im ABSOLVENTA Experten-Interview. Vor allem im Vertrieb ist ein Prämiensystem, aufbauend auf dem Grundgehalt sehr verbreitet. Diese erfolgsabhängige Vergütung kann für Berufseinsteiger schnell viel Gehalt bedeuten. In wirtschaftlich schlechten Zeiten dreht sich der Spieß in einigen Branchen jedoch um: Wer nur noch wenig Abschlüsse macht, verdient entsprechend weniger.

Übrigens trauen sich Frauen weniger variable Gehälter zu vereinbaren, wie Martin Wehrle in seinem Buch „Lexikon der Karriere-Irrtümer“ berichtet. Mit steigender Position werden variable Gehaltsstrukturen aber immer relevanter, einer der Gründe dafür, warum Frauen weniger verdienen. Das ist auch in noch einer weiteren Hinsicht sehr schade, denn dort wo Frauen führen, wird mehr Umsatz gemacht.

Ein Problem von Prämien basierter Vergütung wird jetzt in der Finanzkrise deutlich: Die Ausschüttung kurzfristiger Unternehmensgewinne an die verantwortlichen Manager ist nicht an eine Haftung bei Verlusten gekoppelt. Diese gehen dann im Zweifelsfall zu Lasten des Steuerzahlers. „Die Anreizstruktur [sollte aber] symmetrisch zwischen Gewinnen und Verlusten gestaltet werden“, so Margit Osterloh und Bruno S. Frey in einem Artikel der NZZ.

Prämien II

Als Prämien werden im Übrigen auch Leistungen oder Produkte bezeichnet, die bei wiederholter Inanspruchnahme eines Produktes oder einer Dienstleistung ausgeschüttet werden. Bekanntestes Beispiel sind wohl Vielfliegerprämien. Für die Steuer gilt: Sammelst Du die Prämienpunkte beruflich und kannst sie auch privat einlösen, musst Du sie ab einem Betrag von 1.224 Euro im Jahr versteuern.

Belegschaftsrabatte

Die Ermäßigung oder kostenlose Bereitstellung von Gütern oder Dienstleistungen, die Dein Arbeitgeber selbst herstellt bzw. anbietet, nennt man Belegschaftsrabatte. Sie sind solange steuerfrei, wie der geldwerte Vorteil 1.080 Euro im Jahr nicht überschreitet. Dieser errechnet sich aus der Differenz zwischen dem um vier Prozent geminderten Endpreis und dem vom Arbeitnehmer gezahlten Entgelt (§ 8 Abs. 3 EStG).

Angenommen, Du bekommst also 20 Prozent Mitarbeiterrabatt kannst Du Waren bzw. Dienstleistungen im Wert von 6.750 Euro im Jahr steuerfrei ermäßigt bekommen:

Rechenbeispiel Belegschaftsrabatte
Warenwert (Endpreis) 6.750 Euro
Abzüglich 4% (270 Euro) 6.480 Euro
Dein Preis (20% Rabatt, 1.350 Euro) 5.400 Euro
Differenz (Dein geldwerter Vorteil) 1.080 Euro

Es handelt sich dabei um den sogenannten Rabattfreibetrag, d.h. wenn Du ihn überschreitest, musst Du nur die Menge versteuern, die den Betrag überschreitet.

Geldwerte Vorteile

Geldwerte Vorteile, auch Sachbezüge genannt, sind Teile der Bezüge eines Arbeitnehmers, die regelmäßig oder einmalig ausgeschüttet werden und die nicht zu den vom Arbeitgeber hauptsächlich hergestellten oder vertriebenen Produkten bzw. Dienstleistungen gehören. Sie sind bis zur sogenannten Freigrenze von derzeit 44 Euro im Monat steuerfrei. Überschreitest Du die Freigrenze, muss allerdings der komplette Betrag versteuert werden.

Geldwerte Vorteile sind im Prinzip alle nicht-monetären Bezüge, die Du von Deinem Arbeitgeber erhältst und (auch) privat nutzen kannst bzw. die nicht direkt der Unterstützung Deiner Arbeitstätigkeit dienen. Beliebt sind z.B. kostenloses oder bezuschusstes Kantinenessen, Laptops, Handys, Kindergarten bzw. Kinderbetreuung und natürlich der Dienstwagen für private Fahrten. Möglich ist auch der Zuschuss zu Monatskarten für öffentliche Verkehrsmittel sowie Tankgutscheine, die keinen Eurobetrag, sondern eine Literanzahl aufweisen. Bei der Stiftung Warentest findet sich eine ausführliche Liste, die jedoch schon etwas veraltet ist.

Betriebliche Gesundheitsförderung

Bezahlt Dir Dein Chef beispielsweise eine Rückenschulung, kann das als betriebliche Gesundheitsförderung gelten und ist laut Bundesministerium für Gesundheit mit bis zu 500 Euro pro Arbeitnehmer im Jahr steuerlich freigestellt. Die Förderungen müssen allerdings den Anforderungen der §§ 20 und 20a des SGB V entsprechen, meistens bedeutet dies Leistungen, die im Präventionsleitfaden der Spitzenverbände der Krankenkassen genannt sind. D.h. leider, dass nur bestimmte Gesundheitskurse gefördert werden, nicht aber die Mitgliedsbeiträge im Fitnessstudio oder Sportverein.

Mehr für Dich

Du kannst also zusammengefasst von folgenden Gehalts-Erweiterungen profitieren und sie zum Teil kombinieren:

1) Boni, die Deine Firma an alle Mitarbeiter ausschüttet

2) Prämien, die Du mit Deinem Chef bei bestimmten Leistungen vereinbarst

3) geldwerte Vorteile und Belegschaftsrabatte, die nicht versteuert werden müssen, wenn der Gesamtvorteil 1.080 Euro im Jahr nicht überschreitet

4) betriebliche Gesundheitsförderung, steuerfrei bis 500 Euro im Jahr.

In den meisten Fällen gilt: Ist das Gehalts-Extra steuerfrei, dann müssen auch keine Sozialabgaben geleistet werden. Damit spart Dein Arbeitgeber ebenfalls bzw. bekommst Du netto das raus, was Dir Dein Chef als Plus gibt.

* Bitte beachte, dass die hier angegebenen Zahlen zu Freigrenzen, Rabattfreibeträgen und anderen Steuerregelungen sich ständig ändern. Wir können also keine Gewährleistung geben, dass die Zahlen und Gesetze noch aktuell sind. Bitte konsultiere im Zweifelsfall einen Steuerberater.

>> Details zu Deinem Gehalt und allen möglichen Extras bekommst Du übrigens auch bei der kostenlosen Gehaltsanalyse.

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