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Denglisch im Berufsalltag

Denglisch im Berufsalltag

Ob im Alltag, in den Medien oder auf der Arbeit – nie zuvor hat sich Sprache dermaßen schnell entwickelt wie in der heutigen Zeit. Ständig nehmen wir neue Begriffe, Schlagworte und Abkürzungen in unseren Sprachgebrauch auf. Kein Wunder, durch Globalisierung und Digitalisierung werden fortlaufend neue Bezeichnungen notwendig. Diese bedienen sich in der Regel des Englischen, denn die Weltsprache impliziert Fortschritt und Weltoffenheit.

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Dabei können rund 60 Prozent aller Deutschen gar kein Englisch, 30 weitere Prozent bringen es nicht über ein Schul- und Touristenenglisch hinaus, das zumindest meint der deutsche Journalist und Sprachkritiker Wolf Schneider. Ein schöner Beleg für seine Behauptung ist eine Werbeslogan-Studie aus dem Jahr 2003. Sie fand heraus, dass mehr als die Hälfte der 14- bis 49-Jährigen Probanden Werbeslogans nicht oder falsch verstanden. Die Kosmetikkette Douglas musste als Konsequenz ihren Slogan „Come in and find out“ umbenennen. Statt „Komm herein und finde passendes“ wurde es mehrheitlich als „Komm herein und finde wieder heraus“ verstanden.

Was ist ein Anglizismus?

Doch was ist eigentlich ein Anglizismus? Laut Duden eine „Übertragung einer für das britische Englisch charakteristischen sprachlichen Erscheinung auf eine nichtenglische Sprache“. Englische Begriffe können dabei auf unterschiedliche Weise übertragen werden: Einige Wörter schließen in der Tat eine Lücke im Deutschen Wortschatz („brainstorming“), für andere gibt es eigentlich eine deutsche Entsprechung („highlight“). Es gibt Anglizismen, die falsch übersetzt wurden („administration“ als Verwaltung statt Regierung), und Pseudo-Anglizismen („Handy“). Am auffälligsten sind jedoch deutsch-englische-Zwittergebilde. Bei Wörtern wie „gecovert“, „downgeloadet“,“ gegoogelt“ oder“ gesimst“ wird die deutsche Deklination einfach dem englischen Begriff übergestülpt.

Corporate Wording

Am häufigsten tauchen Anglizismen im Berufsalltag auf. Neben dem „Corporate Design“ gehört auch ein „Corporate Wording“ zur „Corporate Identity” einer Firma. Eine eigene Unternehmenssprache vereinfacht die Kommunikation mit den Kollegen in der ganzen Welt. Da wird aus dem Geschäftsführer der „Chief Executive Officer“ (CEO) und aus dem erfahrenen Berater der „Senior Consultant“. Produktlinien bei Siemens heißen beispielsweise „Treasury Solution“, „Manufacturing Execution System“ oder „Produkt Lifecycle Mangement Software“. Als oberste Wording-Regel gilt jedoch, dass Sender (z.B. Arbeitgeber) und Empfänger (z.B. Arbeitnehmer) die gleiche Sprache sprechen müssen. Zu Kommunikationsproblemen kann es kommen, wenn unterschiedliche Unternehmenssprachen nach einer Fusion aufeinander treffen, oder ein Sprachteilnehmer Vokabeln so verinnerlicht hat, dass er davon ausgeht, jeder teile seinen Wortschatz.

Denglisch im Job: Beispiele

1. Das Denglisch der Consulter

2. Das Denglisch der Werbe- und Marketingbranche

3. Das Management-Speak

4. Das Banker-Denglisch

5. Das Informatiker-Denglisch

6. Denglisch-Abkürzungen


Mach mit:
Wer im alltäglichen Sprachgebrauch verstärkt Anglizismen verwendet als deutsche Wörter, sollte dieses Quiz mal ausprobieren:  >> "Wie viel Englisch beeinhaltet Ihr Deutsch wirklich?"

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