Was ist eigentlich ein Trainee-Programm?

Trainee-Programm: Spezialausbildung für Hochschulabsolventen

Trainee-Programm: Spezialausbildung für Hochschulabsolventen

Ein Trainee-Programm kann sich von Unternehmen zu Unternehmen deutlich unterscheiden. Nicht nur inhaltlich sondern auch in Aufbau, Ablauf und der Dauer. Das liegt daran, dass „Trainee-Programm“ kein geschützter Begriff ist. Jedes Unternehmen kann eine Trainee-Stelle anbieten, völlig unabhängig davon, wie das Programm dahinter ausgestaltet ist. Dadurch gibt es auch keine allgemeingültige Definition für Trainee-Programme. So ist es kein Wunder, dass nicht nur viele Firmen sondern auch viele Bewerber sich etwas Unterschiedliches darunter vorstellen. 

Inhalt

  1. Vom Hochschulabsolvent zur Fach- und Führungskraft
  2. Woran man ein hochwertiges Trainee-Programm erkennt
  3. Trainee-Auszeichnung kennzeichnet gute Trainee-Programme
  4. Anforderungen an Bewerber

Vom Hochschulabsolvent zur Fach- und Führungskraft

Trainee-Programme richten sich in aller Regel an Hochschulabsolventen. Ziel der Unternehmen ist es, den Trainee zu einer vielseitig einsetzbaren Nachwuchskraft aufzubauen, die nach der Ausbildung innerhalb des Unternehmens eine verantwortungsvolle Fach- oder Führungsposition einnimmt. Die genaue Zielposition steht zu Beginn eines Trainee-Programms oftmals aber noch nicht fest, sondern kristallisiert sich erst im Laufe der Zeit heraus.

Dazu durchläuft ein Trainee während des meist zwölf bis 24 Monate dauernden Trainee-Programms für jeweils einige Wochen und Monate verschiedene Abteilungen - teilweise auch im Ausland - um das Unternehmen in seiner Gesamtheit und in seiner Organisationsstruktur kennenzulernen. Auf diese Weise soll der Trainee lernen, abteilungsübergreifend zu denken und zu handeln, so dass er in seinem späteren Werdegang innerhalb der Firma nicht nur seinen eigenen Fachbereich sieht, sondern die Auswirken auf andere Unternehmensbereiche in seine Überlegungen und sein Handeln mit einbezieht.

Neben dem allgemeinen Trainee-Programm gibt es vermehrt auch fachspezifische Trainee-Programme. Hier lernt der Trainee nicht alle Bereiche des Unternehmens kennen, sondern durchläuft nur die für seinen jeweiligen Fachbereich relevanten Abteilungen. Er wird dann zu einem Experte in dem Gebiet, schaut aber auch über den Tellerrand seines Bereiches.  

Woran man ein hochwertiges Trainee-Programm erkennt

Neben der Job-Rotation durch verschiedene Unternehmensbereiche zeichnet sich ein hochwertiges noch durch einige andere Merkmale aus. Da mal als Führungskraft nicht nur über Fachkompetenz sondern auch über soziale Kompetenzen verfügen muss, nehmen Trainees im Rahmen ihrer Ausbildung auch regelmäßig an Workshops und Schulungen teil. Dieses sogenannte Training-off-the-Job zielt darauf ab, die Soft Skills der Trainees zu verbessern.

Trainees erfahren in der Regel auch eine besondere Betreuung. Neben der Einarbeitung durch die fachlichen Vorgesetzten werden die Trainees meistens noch zusätzlich von einem HR-Mitarbeiter betreut und bekommen zudem noch einen Mentoren zur Seite gestellt, der ihnen nicht nur in fachlichen Angelegenheiten mit Rat und Tat zu Seite steht.

Ein weiteres typisches Element von Trainee-Programmen sind Netzwerkveranstaltungen. Diese dienen dazu, dass der Trainee andere Trainees sowie Führungs- und Fachkräfte des Unternehmens persönlich kennenlernt, damit die Entscheidungsträger der Firma in Zukunft besser und intensiver abteilungsübergreifend zusammenarbeiten.

Die Bezahlung im Trainee-Programm gilt als fair, wenn das Einstiegsgehalt eines Direkteinsteigers gleicher Qualifikation nicht wesentlich unterhalb des Trainee-Gehalts liegt (max. 15 Prozent Differenz). Sofern man kein Quereinsteiger ist, sollte das Trainee-Gehalt zudem nicht unter 2500 Euro pro Monat liegen. Die Vergütung der Trainees liegt zwar häufig etwas unter dem Lohn der Direkteinsteiger, doch die hohen Investitionen in das Humankapital kompensieren das wieder. Zudem sind die mittel- und langfristigen Gehaltsaussichten meist sehr gut, da man die Karriereleiter als Absolvent des Programms sehr gute Aufstiegs- und Entwicklungschancen hat. Das spiegelt sich dann auch im Gehalt wieder.

Ein Indiz für die Qualität des Trainee-Programms ist die Übernahmequote (bzw. Weiterbeschäftigungsquote) der Trainees nach Ablauf des Programms. Auch wenn viele Trainees zunächst nur einen Arbeitsvertrag über die Dauer des Trainee-Programms erhalten, sind die Unternehmen nämlich auf Grund der hohen Investition in die Ausbildung (Einarbeitung, Reisekosten, Soft-Skills-Seminare, Netzwerkveranstaltungen, Mentorenprogramm etc.) stark an einer Übernahme interessiert, sofern der Trainee den Erwartungen des Arbeitgebers gerecht wird.

Trainee-Auszeichnung kennzeichnet gute Trainee-Programme

Doch nicht alle Trainee-Programme können mit den genannten Qualitätsmerkmalen aufweisen. Es gibt sogar Angebote, die sich bei näherem Hinschauen als ein besseres Praktikum erweisen. Das ist nicht die Regel, zeigt aber die Spannweite, die es auf dem Markt der Trainee-Programme gibt. 

Als Orientierungshilfe für Bewerber hat die Jobbörse ABSOLVENTA daher gemeinsam mit der Ludwig-Maximilians-Universität München im Jahr 2011 die „Trainee-Auszeichnung“ ins Leben gerufen. Diese erhalten Firmen, die nachweislich „hochwertige und faire Trainee-Programme“ anbieten. Hier die Liste aller ausgezeichneten Unternehmen.

Eine Trainee-Programm, dass diese Auszeichnung nicht trägt, muss aber nichts zwangsläufig schlecht sein. Als Bewerber muss man immer seine eigenen Qualifikationen und Kompetenzen dem Jobangebot des Arbeitgebers gegenüberstellen. Insbesondere für Quereinsteiger, Uni-Abbrecher oder Absolventen ohne Praxiserfahrung kann auch ein weniger hochwertiges Trainee-Programm ein guter Einstieg ins Berufsleben sein.

Anforderungen an Bewerber

Je hochwertiger die Trainee-Ausbildung, desto höher auch die Anforderungen an Bewerber.  Um eine Trainee-Stelle bei einem großen internationalen Konzern zu ergattern, muss man schon über einen exzellenten Lebenslauf (u.a. sehr guter Master-Abschluss, Auslandserfahrung, Praxiserfahrung, Fremdsprachen) und ausgeprägte Soft Skills verfügen. Bei Unternehmen im Mittelstand haben aber auch Absolventen ohne einen Einser-Abschluss reelle Chancen auf den Berufseinstieg als Trainee.

Bis vor einigen Jahren richteten sich Trainee-Programme vornehmlich an Absolventen wirtschaftswissenschaftlicher Studiengänge. Mittlerweile aber sind die Unternehmen auch vermehrt an Ingenieuren, Informatiker, Juristen und zum Teil auch an Geisteswissenschaftlern interessiert.

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